Festgewachsen
09.03.2007 (04.05.2009)
Pro:
Handlich und wendig
Kontra:
Mitteilalterliche Elektrik
Empfehlenswert:
Ja
 NobbiCol
Über sich:
Mitglied seit:09.03.2007
Erfahrungsberichte:6
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 16 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Schon nach dem ersten Aufsitzen fühlte ich mich auf der RT wie festgewachsen. Mit meinen 1,81m Körpergröße paßte sie mir wie angegossen. Das war 1998 auf einer Mopedmesse - 1999 habe ich mir dann eine hübsche *sollte Spaß sein* neue R 1100 RT zugelegt, mit der ich auch heute, so 50.000 km später, noch unterwegs bin. Pro:
Zu den Highlights gehört die Verarbeitung, das bequeme Langstreckenreisen (auch auf dem Sozius/Soziasitz) und der ziemlich gute Wind- und Wetterschutz. Die elektrisch während der Fahrt verstellbare Frontscheibe ist eine wirklich gut funktioniernde Sache. Weiter toll ist, dass mein nun schon fast acht Jahre altes Moped noch immer auf der Höhe der Zeit ist, mit G-Kat und ABS.
Der Spritverbrauch ist recht günstig, zwischen fünf und knapp sieben Litern (die sieben aber echt nur mit Sozia, Gepäck und bei schneller Fahrt). Für ein 280-kg-Moped ist das Teil wirklich sehr handlich - ob in der Stadt, quer durch die Alpen oder auf der Autobahn. Der 90-PS-Motor arbeitet kräftig auch aus niedrigen Drehzahlen heraus, könnte aber im Soziusbetrieb bei flotter Fahrweise ein klein wenig mehr Drehmoment vertragen (ist später bei der bei Modellpflege auch geändert worden). Über den Klang des Boxermotors mag man sich streiten - jedenfalls ist er angenehm leise, was bei einem Tourer, den man manchmal stundenlang "reitet" und nur zum Tanken anhält, wirklich ein Segen ist.
Contra: Die gute alte RT hat schon ihre vierte Batterie in acht Jahren. Es gibt von Hawker ganz tolle Reinbleibatterien, die halten besser als die von BMW *Tipp*, dafür sind sie aber etwas teurer. Neue Batterie - gut. Das bedeutet aber noch immer nicht, dass das Moped nach zwei Monaten Standpause unbedingt anspringt, wenn es nicht am Ladegerät hing. So ist es immer gewesen, "von neu an". Früher hatte ich eine Honda - die konnte ich im November abstellen und im März auf den Anlasserknopf drücken - sprang ohne Aufladen, ohne Probleme und sofort an. Immer. *** Nachtrag Mai 2009: Vor einer Weile habe ich zusätzlich zur normalen Batterie eine weitere Batterie unter dem Soziussitz verbaut (Gel statt Säure, damit kein Schlauch für die austretende Säure angeschlossen werden muss) und die beiden Batterien parallel geschaltet. Jetzt klappt's auch mit dem Anspringen, es gibt auch keinen ABS-Ausfall vom Start weg, wie das sonst so RT-typisch ist. Ein paar Details: "Vorn": 12V-12 Amperestunden (also etwas kleiner als üblich wegen des Gewichtes) - "hinten": 12V-9 Amperestunden. Zusammen machts etwa 10% mehr Kapazität als serienmäßig - und bringt eine stabile Spannung beim Start. Auf ausreichende Kabelquerschnitte ist zu achten, der Anlasser zieht mächtig Strom - sonst werden die Kabel heiss. Und beim Verlegen sollte man darauf achten, dass nirgends eines der Kabel scheuern kann, damit es keinen Kurzschluss gibt. So funzt es also endlich sehr, sehr zuverlässig - warum bin ich erst nach zehn Jahren darauf gekommen??? ****
Zweite missliche Sache ist das Getriebe, welches nur im fünften (und letzten) Gang ordentlich synchronisiert ist. In allen anderen Gängen jault es unter der Vollverkleidung, was aber eigentlich gut zu den BMW-Boxer-typischen *getriebekrach* Gangwechseln passt. Man vermißt einen sechsten Gang (ist bei der Modellpflege später hinzugekommen / R 1150RT). Dritte und letzte Kritik ist das Licht: Vorne eine Einzelfunzel mit 55 Watt Halogen, die in der Nacht viel zu wenig ausleuchtet - hinten eine kleine Leuchte in der Mitte zwischen den großen Packtaschen. Wenn die ausfällt, merkt man es nicht - und würde man es merken, wäre das Auswechseln der einzigen Glühbirne (außerhalb einer hellen Halle mit Werkzeug) extrem umständlich bis unmöglich. Das Intro "mittelalterliche Elektrik" bezog sich keineswegs auf die Verarbeitung/Verlegung von Lampen und Kabeln, Das alles ist absolut haltbar und toll. Es ist eher wie mit einem Streitwagen: Hält bestimmt 1000 Jahre, ist aber jetzt nicht mehr wirklich zeitgemäß :-)
Was soll ich denn über ein Moped sagen, an dem ich festgewachsen bin? Natürlich würde ich es immer wieder kaufen. . Das Licht hab' ich verbessert, mit den anderen Macken der Maschine lebe ich. Auf der RT kann ich stundenlang so gut und entspannt sitzen wie auf keiner anderen Maschine. Nach fünfundzwanzig Mopedjahren ist das ein echtes Kompliment und eine Empfehlung für ähnlich groß oder klein gewachsene Leute wie mich, auch einmal darauf Platz zu nehmen. Aber Achtung: Es besteht die Gefahr, darauf - festzuwachsen. Schon während einer einzigen kleinen Probefahrt.
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09.03.2007 20:05
Erst einmal Hrzlich Willkommen bei Ciao =] Schöner Bericht!