Tagebucheintrag: BMW X5 Probefahrt
29.06.2002
Pro:
Platzangebot,Fahrgefühl, Design
Kontra:
RELATIV schwacher Diesel, Tachoinstrument
Empfehlenswert:
Ja
 Holger7583
Über sich:
Mitglied seit:29.06.2002
Erfahrungsberichte:1
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Tagebucheintrag: Testfahrt mit einem X5 3.0d Dienstag, der 25.06.02,
Als ich heute morgen aufgestanden bin, spürte ich, dass es ein schöner Tag werden würde. Die Sonne schien und es gab mein Lieblingsessen. Als dann noch die deutsche Nationalmannschaft gegen Südkorea gewann und somit ins Finale der WM einzog, war der Tag gerettet. Doch das Beste sollte noch kommen: eine Probefahrt mit dem BMW X5 3.0d! Um 17:15 Uhr war es dann soweit. Nachdem der X5 noch kurz die hauseigene Waschanlage besuchte, dieselte er mit sonorem Klang vor meine Füße. Die erste Gänsehaut ließ nicht lange auf sich warten. Ein schwarzer X5 (es gibt definitiv nichts schöneres) auf 19“ Walzen. Als der Verkäufer dann noch die Zusatzfeatures aufzählte (Sportpaket, Xenon, Navigation, Sitzheizung, Glas-Schiebe-Hebedach usw) konnte ich schon erahnen, welche Freuden mich die kommenden Stunden erwarten werden .
Reingesetzt in die Sportsitze und was als erstes auffällt: der von außen auffällig unauffällig wirkende schwarze X5 (man bedenke die Maße! Länge: 4,67m; Breite: 1.9 m; Höhe: 1.75m) ähnelt im inneren der Größe einer Ein-Zimmer-Wohnung! Die Qualitätsanmutung des Interieurs ist unvergleichbar hoch. Selbst in einem Bentley kann es gar nicht besser aussehen. Und dann erst die Sitze! Einmal sitzen und nie wieder aufstehen. Zündschlüssel umgedreht und losgefahren. Als erstes fällt natürlich auf, das die Sitzposition erheblich höher ist, als bei normalen Limousinen. Ein erhabenes Gefühl macht sich breit (anders ausgedrückt: du fühlst dich wie der König auf erden). Auch der Motor überzeugt. Der Antrieb ist im unteren Drehzahlbereich enorm. Aber 410 Newtonmeter bei 184 PS kommen auch nicht von ungefähr. Der X5 dieselt nebenher ungemein angenehm. Zwar ist der Dieselmotor zu hören, doch fällt er nicht unangenehm auf. Ganz im Gegenteil. Dieses Dieseln macht einen süchtig. Ein X5 ohne Diesel, das ist vergleichbar mit einem 7er ohne Navi, das kannste nicht machen .
Als erstes auf die Autobahn, weil sie gerade nebenan liegt. Ein Einfahren um sich an die Außenmaße zu gewöhnen ist nicht nötig. Der X5 fährt sich wie ein Renault Twingo, obwohl er 2,3 Tonnen wiegt). Der Motor hat bis 180 km/h absolut keine Probleme mitzuhalten (200 km/h sind aber drin). Mit ordentlich Vortrieb konnte ich so manches Autobahnduell für mich entscheiden . Das Sportfahrwerk vermittelt dem Fahrer dabei immer ein sicheres Gefühl und lässt keinen Zweifel aufkommen wer der Chef ist auf der Straße. …Und schon ist die Ausfahrt erreicht… Nach kurzer Vorstellung zuhause sollte dann auch schon die nächste Fahrt folgen. Diesmal eine Überlandfahrt. Und schon wieder überzeugt der X5 ohne wenn und aber. Die direkte Lenkung machen jede kurve zum Genuss. Die hinteren 285er-Walzen saugen jeden Kilometer in sich auf. Die bremsen verzögern ohne Tadel (mag auch daran liegen, dass der wagen erst 735 km gelaufen ist :). Der Tankinhalt von 93 l und der Verbrauch von ca. 11 Litern Diesel machen eine engere Freundschaft mit dem Tankwart unmöglich.
Nun muss der X5 noch in der Stadt zeigen was er kann. …und er kann viel. Die Agilität ist beeindruckend. Dabei erntet der X5 die Blicke einer jeden Blondine, denn dieser Wagen ist ein eleganter Riese. Die maskuline Frontpartie macht in jedem Rückspiegel eine gute Figur. Wenn man dann abends noch die Möglichkeit hat Xenonlampen einzuschalten dann möchte man gar nicht mehr nach hause (von den Nebelscheinwerfern ganz zu schweigen ;). Der Erscheinungsbild des X5 ist aber niemals aufdringlich oder prollig. (Anmerkung: PS: Der Kofferraum ist jedem ALDI-Besuch gewappnet und der (leider nur klanglich, aber dafür mehrtönige) Parkassistent macht selbst für Frauen das Parken zum Kinderspielchen ;).
In der Garage folgt noch eine stunde für die Sinne. Ruhige Musik im Auto, die Nebelscheinwerfer an und den duft des Leders in der Nase verschaffen kurartige Verhältnisse. Leider oder Gott sei Dank schaffe ich es nicht, dass Dauergrinsen, dass schon seit dem ersten Blickkontakt zwischen dem X5 und mir entstanden ist einzustellen. Ein Kribbeln in den Händen macht sich bemerkbar….soll ich noch mal den Motor anlassen, oder nicht. Die Entscheidung dauert nicht lange :). Schon jetzt freue ich mich schon auf die morgige Fahrt mit einer wenig freudigen Ende. Ich muss „meinen“ X5 wieder abgeben. Noch einmal gucke ich mir den Schlüssel an und bekomme eine Gänsehaut. Aber noch trennen mich 40 Kilometer von der Realität. Denn dann werde ich wieder in meinen E320 einsteigen. Zwar ist dieser Wagen auch gut, doch lässt er keine solche Leidenschaft aufkommen wie der X5. (Seit heute kenne ich den Unterschied zwischen einem Gut und einem Sehr gut).
Mein Appell an alle: Fahrt den X5 zur Probe , überzeugt euch und dann unterschreibt den Kaufvertrag für einen neuen X5. Neu deswegen, weil ihr es schwer haben werdet einen Gebrauchten zu finden. Alle X5 sind Importe aus den USA, weil er dort produziert wird. Die wenigen Fahrzeuge die nach Deutschland kommen sind somit heiß begehrt und wer einmal einen fährt, der fährt und fährt und fährt… Bleibt nur noch die Überweisung von mindestens 55 000 € und ein heftiger Ehestreit für ein neues Lebensgefühl. Zu bemängeln ist die für mich gewöhnungsbedürftige Bedienung des Bordcomputers. Auch eine visuelle Anzeige des Navi in der Tachoeinheit wäre wünschenswert. Außerdem kann das rot unterlegte, zu schlichte, Tachoinstrument nicht überzeugen. Eine noch stärkere Dieselversion könnte auch nicht schaden. Aber da der Wagen für die US-Markt gebaut wird, und die Amis kein Diesel kennen bei den Spottpreisen für Benzin, bleibt ein noch stärkerer Diesel sicherlich Wunschdenken. Das der X5 nicht für das Gelände produziert wird, zeigt die wenig Offroad - freundliche Untersetzung. Es ist weder eine Geländeuntersetzung noch ein Sperrdifferenzial zuschaltbar. Dafür fällt aber der Allradantrieb positiv auf. Das Automatikgetriebe schaltet für meine Bedürfnisse einen Tick zu spät. Etwas unangenehm ist ebenfalls die schwere Tür. Nicht nur einmal kam mir die Tür beim Einsteigen entgegen. Für einen Geländewagen mit Limousinencharakter sollte für meine Begriffe die Tür leichter einzurasten sein.
...aber solche kleinkarierten Dinge machen das Leben doch erst interessanter…. Fazit: Ein B(ayerisches) M(onster) W(erk) das dich niemals im Stich lässt.
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05.12.2002 00:14
Hat mir gut gefallen. Lebendige schreibweise und doch informativ. Möchte jetzt auch "Gänsehaut haben und suche einen X5 Diesel, falls ich einen finde... Ciao, Comuni
14.07.2002 19:56
Eine zweitägige Probefahrt mit 100-200 Kilometer befähigz noch lange nicht zu einem profunden Urteil über ein Automobil...
30.06.2002 00:11
Hallo, erstmal herzlich willkommen hier bei CIAO. Und dann herzlichen Glückwunsch zu Deinem ersten wirklich s.h. Bericht!!! Weiter so. Schau doch mal bei mir rein, Kathie.