Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
genaue Beschreibung, ausgefallene Rezepte |
| Kontra: |
chaotische Gestaltung |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Heute möchte ich euch ein weiteres Backbuch meiner Sammlung vorstellen. Diesmal eines, das nicht so oft in Benutzung ist, aber dennoch seine Vorzüge hat:
Dr. Oetker Backschule im Ceres-Verlag erschienen.
Jetzt beschreibe ich euch zuerst den Inhalt und was ich davon halte:
Das erste Kapitel heißt RATGEBER ALLGEMEIN
Auf ca. 30 Seiten erfährt der Leser eine erste Einführung ins Backen. Meiner Meinung nach viel zu viele unnötige Infos über Backgeräte, -formen, Küchenmaschinen, Getreide, Fette, Zucker, Backtriebmittel, Nüsse, Schokolade, Gewürze, Backtemperaturen. Klar das wird alles zum Backen benötigt, aber ist es wirklich notwendig jedem dieser Themen mindestens eine Doppelseite zu widmen? Viele dieser Infos sind zudem allgemein bekannt und nähere Informationen zu den einzelnen Backzutaten sind beim Backen auch nicht wirklich nützlich. Auch wenn ich weiß, dass Margarine eine Emulsion aus 80% Fett und 20% Wasser ist, wird der Kuchen garantiert nicht besser.
Gut gelungen sind die Abschnitte Tipps und Tricks, Hilfe bei Pannen und Tipps zum Aufbewahren. Hierfür sind 7 Seiten vorgesehen und ob die Hefe nicht geht, oder die Rosinen beim Backen nach unten gesunken sind, hier finden man letzte Notfalltips.
Im nächsten großen Kapitel geht es um TEIGE
Hier werden die Teigarten Rührteig, Mürbeteig, Hefeteig, Biskuitteig, Brandteig, Blätterteig, Plunderteig, Strudelteig und Quarkölteig auf je einer Doppelseite vorgestellt, erklärt.
Zuallerst findet man ein Grundrezept und dann 1 bis 2 Rezeptvorschläge mit dieser Teigart.
Ich halte dies sehr gelungen. Die Zubereitung ist so genau beschrieben, dass selbst bei einem Backneuling nichts mehr schief gehen kann. Außerdem gibt es dann immer einige Tipps und Hinweise, die wirklich erstklassig sind; als normaler Hobbybäcker würde man da nicht drauf kommen.
Blöd finde ich aber, dass immer verschiedene Zubereitungsmöglichkeiten erklärt sind: Mit dem Handrührer, mit den Händen geknetet und etliche Zubereitungsmöglichkeiten des Grundteiges. Da denkt man doch, dass Buch wäre für Anfänger geeignet, warum also auf einmal mehrere Möglichkeiten zur Teigherstellung anbieten???
Wie lang man für die jeweilige Zubereitung braucht, wird nicht erwähnt, schade eigentlich, dass man sich da überhaupt nicht orientieren kann.
Auf 19 Seiten werden jetzt Rezepte für TORTEN und KUCHEN dargestellt.
Viele sehr hübsche Bilder, die Lust auf mehr machen, gleichzeitig jedoch die Vorahnung im Betrachter wecken, dass man das bestimmt nicht so perfekt hinbekommt. Man sieht dass die Torten wirklich von Profis gemacht wurden. Oje, werde ich das auch schaffen??
So professionell die Torten gemacht wurden, umso chaotischer ist dieser Teil gestaltet. Die Kuchenarten sind bunt durcheinander gemischt, keinerlei Gliederung.
Auch innerhalb eines Rezeptes herrscht nur bedingt Ordnung, zwar werden die einzelnen Teile des Kuchen (z.B. Rührteig, Füllung, ...) einzeln aufgeführt, aber es werden so enge Spalten verwendet, dass häufig mehrere gebraucht werden und man dann ganz durcheinander kommt. Schwierig zu beschreiben, aber wie kann man auch darauf kommen, die Rezepte so darzustellen, das Buch soll doch praktisch in der Nutzung sein und nicht hübsch zum Anschauen.
Gut ist, dass die Zutaten immer am linken Rand stehen und dann immer rechts, was damit gemacht werden soll. Man erhält so einen guten Überblick über die Zutaten und muss gleichzeitig bei der Zubereitung nicht immer wie bei vielen anderen Rezepten nach oben in die Zutatenliste schauen.
Backtemperaturangaben werden für alle Ofenarten angegeben, aber es fehlen die Kalorienangaben, da weiß ich ja nicht einmal ob ich davon dick werde. Oder geht der Autor davon aus, dass man von Kuchen immer dick wird???
Auf wiederum 19 Seiten findet man jetzt Rezept für PLÄTZCHEN & KLEINIGKEITEN
Hier gilt ähnliches wie bei den Kuchen und Torten, die Rezepte sind teilweise sehr ausgefallen. Jede Menge Rezept für Konfekt zum Beispiel. Selbst ich und ich würde mich schon als erfahrene Bäckerin bezeichnen, hab mich daran noch nicht rangetraut.
Komisch dass in diesem Kapitel auch einige Strudelrezepte zu finden sind. Gehören die überhaupt in ein Backbuch???
Jetzt aber flott weiter zum SCHNELLEN BACKEN
Diese Kategorie ist noch überflüssiger. Hier werden nämlich nicht Kuchen vorgestellt, die schnell zuzubereiten sind, sondern Kuchen bei denen Fertigteig verwendet wird.
Von vielen Fertigteigen, die hier vorgeschlagen werden, hab ich noch nie was gehört und jetzt mal ehrlich, das schmeckt doch nicht so gut wie selbst gemacht. Zum Glück werden hier nur 9 Seiten für verwendet.
Für alle Gesundheitsfans geht’s jetzt VÖLLIG VOLLWERTIG weiter
Hier weiß ich nicht unbedingt, warum die hier angegebenen Rezepte vollwertig sind. Klar Müsliriegel gehören in diese Kategorie, aber auch Joghurt-Torte mit Orangen oder Apfelkuchen mit Erdnüssen??? Vollwertig heißt hier wohl, dass die Kuchen mit Vollkornmehl zubereitet werden und Honig verwendet wird.
Meiner Meinung nach könnte man sich diese Kategorie völlig vollwertig streichen.
Da EINE SAISON IMMER SAISON HAT,
gibt es auch in jeder Saison Kuchen, hier findet man Rezept für die verschiedenen Jahreszeiten, wobei man sich hier am Obst orientiert. Also irgendwie sehe ich aber nicht ein, dass eine Orangen-Nusstorte nur im Herbst gegessen werden soll.
Im 8. Kapitel gibt’s Kuchen für besondere GELEGENHEITEN
Rezepte sind hier zu finden, die man sonst nicht so häufig findet. Ob Geburtstag oder Hochzeit, der passende Kuchen ist schon ausgesucht. Leider hab ich noch nicht geheiratet und deshalb die leckere Hochzeitstorte „Paradieszauber“ noch nicht ausprobiert, hätte euch gerne davon berichtet.
Wobei auch in diesem Kapitel wieder etwas total Unnötiges dabei ist. Getränke (Kaffee, Tee, Schokolade) werden ausführlich erläutert. Also das passt jetzt wirklich nicht in ein Backbuch.
SAUCEN UND FÜLLUNGEN kann man auch gebrauchen
Das ist ein Kapitel für mich. Verschiedene Füllungen werden vorgestellt, da kann man dann richtig improvisieren und ganz eigene Torten entwickeln. Nur leider ist die Doppelseite mit den Füllungen wieder total unübersichtlich.
Das letzte Kapitel, damit die Kuchen zu einem AUGENSCHMAUS werden
Wieder viele Tipps, Verzierungsmöglichkeiten und Glasuren. Achtung nur für Profis, aber wer wollte nicht schon immer mal wissen, wie man Marzipanblätter oder Schokolierte Früchte herstellt. Vielleicht, vielleicht gelingt es mir mit diesen Tipps doch, dass die meine fertigen Torten genauso aussehen, wie auf den Hochglanzphotos.
So jetzt wären wir am Ende vom Backbuch angelangt. Und mir bleiben nur noch einige abschließende Worte zu sagen.
Das Backbuch ist chaotisch und mir von der Rezeptauswahl nicht ganz verständlich. Einerseits werden die Grundrezepte ganz ausführlich erklärt, dann Tortenrezepte gegeben, die für absolute Profis sind. Die Klassiker wie zum Beispiel Käsekuchen, Bienenstich und Marmorkuchen fehlen, dafür sind die Rezepte mehr als ausgefallen und haben zumindest mich nicht unbedingt zum Backen angeregt. Da gilt nur Ausprobieren .... und möglichst noch ein anderes Backbuch im Schrank haben, denn ab und zu soll es ja auch einen sicher gelingenden Kuchen geben.