Entspannung pur, draußen und bei jedem Wetter...
02.12.2009
Pro:
Absolutes Entspannen in wohliger Wärme mit Blick zum Himmel, kaum laufende Kosten
Kontra:
Relativ hoher Anschaffungspreis
Empfehlenswert:
Ja
 Gido1
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:25
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 55 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo liebe Leser, heute nun möchte ich euch ein weiteres Produkt zeigen. Es handelt sich hierbei um ein hölzernes Badefass, auch Badezuber oder Badetonne genannt. Im folgenden Bericht nutze ich verschiedene Bezeichnungen, liest sich abwechslungsreicher, finde ich ;-)
VorgeschichteIch bin seit drei Jahren dabei meinen Garten in eine Wellness-Oase umzugestalten. Als erstes steht zwar seit über zehn Jahren ein Gartenhaus im Gelände. Im Keller hatte ich eine Sauna. Auf Grund von unerwarteten Zuwachses in der Familie musste die Sauna einem Kinderzimmer weichen. Die Kumpels waren entsetzt, keine Sauna mehr???? Unmöglich! So war schnell die Idee vom Umzug der Sauna ins Gartenhaus in die Tat umgesetzt, alle halfen mit, wunderbar. Da das Grundstück Hanglage hat habe ich mich jedes mal beim Rasenmähen über die Böschungskanten geärgert. Ich fragte meinen Cousin Dominic, seines Zeichens Gartenbaumeister, wie da wohl am sinnvollsten Abhilfe zu schaffen sei. Da ich sowiso ein "Wassertier" bin und seine Antwort lautete dass ein Schwimmteich viel, viel weniger Arbeit machen würde als Rasen zu mähen, war recht schnell der Plan zum Schwimteich gefasst. Dazu werde ich mal wenn ich gaaaaaaaaanz viel Zeit habe einen eigenen Bericht schreiben. Phase zwei von Plan "Wellness zu Hause" wurde eingeläutet und ist bis auf wenige Kleinigkeiten fertggestellt. Durch den Bau einer Natursteinmauer mit 60 t Grauwackefindlingen zum Abfangen des Geländeunterschiedes hatte ich 2 m an Grundstückstiefe oberhalb der Sauna gewonnen. Dieser Platz musste irgendwie nützlich ausgefüllt werden. So kam dieses Jahr im März das Badefass dazu.
Bezugsquelle
Nach umfangreicher Recherche im Netz habe ich mich für die Fa. Arctic Products Grebenhainer Straße 3 D - 36355 Grebenhain - Vaitshain Inhaber: Mario Volk http://www.arctic-products.com entschieden. Es folgte ein reger Schriftverkehr, Fragen wurden sehr schnell und freundlich beantwortet, auchg telefonisch lief alles perfekt. Nachdem wir uns über das Modell und den Preis incl. Versand (3450,-) einig waren, 100 EURO Anzahlung musste ich bei Auftragsvergabe überweisen, den Rest als die Tonne unterwegs war.
Die LieferungDie Lieferung sollte per LKW erfolgen. Als der ersehnte Tag gekommen war wurde ich von dem Spediteur während meiner Arbeitszeit angerufen. Großes Problem: Vereinbart war Lieferung frei Bordsteinkante, AAABER, das Badefass kam mit einem Auflieger direkt von Finnland und ich wohne in einem verkehrsberuhigten Wohngebiet. Keine Chance für den Fahrer durzukommen. Ich lieh mir in der Firma einen 7,5-Tonner mit Hebebühne und einen Hubwagen, die Tonne wurde hochkant auf einer Palette geliefert und fuhr zum vereinbarten Treffpunkt. Dort rückwärts mit der Hebebühne an den Auflieger und mit einigen Schwierigkeiten, der Zuber auf der Palette war minimal höher als die Öffnung des 7,5-Tonners. Die Tonne wiegt immerhin 230kg! Nach etwas Getrickse war es dann doch geschafft, Papierkram erledigen und ab nach hause.
Der Aufbau
Nachdem vier Freunde eingetroffen waren bugsierten wir die Tonne mit dem Hubwagen die Einfahrt neben dem Haus herunter. Doch nun kam das größte Problem: wie sollten wir das 230 kg schwere Monstrum die schmale unregelmäßige NatursteinTreppe in der Natursteinmauer herunter bekommen. Wir lösten die Tonne von der Palette und schraubten zwei Balken unter die Tonne (BILD 1). Eine Art "Riesensänfte" war gefertigt. Irgendwie haben wir es geschafft. Da es mittlerweile kräftig schneite wurde das noch zur gefählichen Rutschpartie (BILD 2). Wir erstellten in der Rollkiesfläche neben der Sauna mit Hilfe von alten Gehwegplatten Punktfundamente dei mit der Wasserwage ausgerichtet wurden. Darauf kam das Fass dann, wir der Erschöpfung nahe, zu stehen (BILD 3).
Das BadefassDas Badefass hat folgende Eigenschaften: Bezeichnung: TW 2600 TUBE Durchmesser: 200 cm Badetonne aus 40 mm starkem Thermowood Inhalt: 2600 Liter Kapazität: 6-8 Personen Tiefe innen: 95 cm Höhe aussen: 108 cm Gewicht: 233 kg Behandelte Bretter unter der Tonne Nicht rostende Bänder und Beschläge Ofen aus Marine-Aluminium, 40 kW Nicht rostender Schlot, 2 m Hitzeschutz für den Schlot, 1 m Regenhut für den Schlot Bänke Wasserauslass mit Hahn an dem man einen 50 mm Standard-Schlauch anschließen kann. Spezifische Beschreibung des Holzes: Die Charakteristiken des Thermowoods variieren von denen der unbehandelten Kiefer. Thermowood-Tonnen trocknen nicht so aus wie normale Holzfässer. Auf der anderen Seite werden bei der Herstellung einige Zusatzstoffe wie Silikon benötigt um das Holz zu versiegeln. Wurde eine Thermowood-Badetonne eine Zeit nicht benutzt, kann es zu leichten undichten Stellen zwischen den einzelnen Brettern kommen. Diese schließen sich beim Befüllen mit Wasser schnell wieder, da Thermowood ebenso wie normales Holz anschwillt wenn es feucht wird.
Der Ofen
Es gibt Badefäser mit innen liegendem Ofen. Mein Favorit war der aussen angebrachte Ofen, weil dadurch 2 Personen mehr Pklatz in der Tonne haben. Der aus Marine-Aluminium gefertigte Außenofen hat eine max. Leistung von 40 kW. Dieser Ofen ähnelt einem traditionellen Ofen. Er hat eine Verbrennungskammer, die mit einem Türchen versehen ist, einen Feuerrost und einen Aschebehälter.
Das Funktionsprinzip leitet sich aus der Thermik ab. Der Ofen ist mit zwei Rohren, eins am Ofenboden, das andere oben am Ofen, mit dem Inneren der Tonne verbunden. Der Ofen darf nicht geheizt werden, wenn kein Wasser in der Badetonne ist! Ein heizen ohne Wasser, also bei einer leeren Tonne, wird lediglich die Luft erhitzt und es führt zu Beschädigungen am Ofen. Der Wasserstand muss mindestens 5 cm über der Höhe des Ofens betragen. Brennt nun im Ofen das Feuer, wird das Wasser in der der Brennkammer umgebenden Wasserkammer erhitzt und strömt aus der oberen Öffnung in die Tonne. Dadurch wird kaltes Wasser von unten wieder angesaugt. So entsteht ein Wärmekreislauf bei dem es mit stetem Holz nachlegen ca. drei Stunden dauert bis das Wasser auf 36- 38°C erwärmt ist.
Allgemeiner Betrieb
Befüllt wird die Tonne mit Regenwasser aus einer Zisterne oder Mit Wasser aus dem Schwimmteich. (Leitungswasser wäre auf Dauer zu teuer). Während der Aufheizphase wird das Fass mit dem mitgelieferten zweiteiligen Holzdeckel abgedeckt, zum einen geht nicht so viel Wärme verloren und der Aschenflug gelangt nicht ins Wasser. Ist eine Temperatur von etwa 20 °C erreicht gebe ich gelöstes Chlor (wohldosiert) dazu um Erregern vorzubeugen. Das Fass darf nicht geleert werden, solange der Ofen noch brennt!
Ein gefülltes Fass darf nicht zufrieren, es könnte durch das Eis gesprengt werden! Die Asche sollte nach jeder Nutzung aus dem Ofen entfernt werden um die Lebensdauer der Feuerroste zu verlängern.
Laut Hersteller soll das Fass bei Nichtbenutzung abgedeckt werden, mache ich aber nicht mehr, weil sich in dem zugedeckten Fass wegen zu geringer Durchlüftung Schimmel bildete. Ab und zu sollte das Fass mit milder Seife ausgebürstet werden.
Mit Holzöl mit UV-Schutz einmal im Jahr von AUSSEN! streichen.
Die VeredelungIch wäre nich ich wenn ich was ohne Veredelung stehen lassen würde: Ich bohrte 2 Löcher von ca 10 mm an der Mauerseite unten in die Tonne. Unter jedes Banksegment klemmte ich mit Quickschellen aus der Elektroinstallation kleine weiß leuchtende wasserdichte LED-Strahler. Die Spannungsversorgung führte ich durch eins der Löcher und versiegelte es mit Silikon. Als nächstes lötete ich auf ein 8 mm Kupferrohr wie man es vom Anschluss des Spülkastens kennt ein T-Stück. Daran klemte ich eine Ringleitung von Perlschlauch, den man normalerweise für Beetbewässerung nimmt, den ich zwischen die Bankbretter klemmte. Das Rohr führte ich ebenfalls nach aussen, durch das zweite Bohrloch und dichtete es ebenfalls mit Silikon ab. Druckluft, auf 1,5 bar reduziert angeschlossen, ein herrliches Whirlpoolgefühl!!! (BILD 4 + 5)
Fazit
Gut Ding braucht gut Weil, Hoffentlich können wir noch viele viele Stunden in dem Badefass verbringen! Danke für die Leseausdauer ;-)
Hatte ich einen Stress, den Bericht schrieb ich gestern abend, über 4 Stunden, dachte schon der Text wäre verloren gegangen. Nun nochdie versprochenen Bilder:
Bilder von Badefass aus Thermowood mit Aussenofen
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
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09.01.2010 16:46
der aufwand hat sich gelohnt, sieht super aus
17.12.2009 10:21
Sieht ja interessant aus. Gruss Dieter
16.12.2009 18:12
Früher hab ich mir auch eine Sauna gewünscht.