WOW - 385 kmh mit dem Transrapit
14.09.2000 (20.02.2001)
Pro:
sehr umweltfreundlich, billiger in Bau und Unterhaltung als DB - Züge
Kontra:
weiß nicht
Empfehlenswert:
Ja
 Ivipetzel
Über sich:
Mitglied seit:08.08.2000
Erfahrungsberichte:20
Vertrauende:2
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 61 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Der Transrapit ist eine Magnetschwebebahn, die seit 1985 auf der Teststrecke nahe Lathen im Emsland getestet wird. Die Entwicklung dieser Technik wird von der Deutschen Bahn (DB), Thysen, Krupps und eigentlich vom Bund gesponsort. Nur der Bund hat sich glaube ich der Sache entzogen. Die geplante Strecke zwischen Berlin und Hamburg wurde ja nach intensiven Diskussionen und Debatten nicht gebaut.Die Teststrecke kann besucht werden, nur kann nicht jeder mit dem Transrapit fahren. Es finden nur 6 Fahrten pro Tag statt, daher sollte man reservieren lassen. Eine Fahrt kostet 40,00 DM, mit eigenem Betreuer 100,00 DM. Eine Telephonnummer unter der man sich informieren kann ist 05933/6291.Eigener Betreuer bedeutet soviel, dass diese Person dem Besucher die Technik der Magnetschwebebahn erklärt, die Werkstatt zeigt und die Wagen erklärt. Wie komme ich zu diesen Informationen. Ich habe im Internet gesurft und bin auf einer Seite gelandet, auf der nur Gewinnspiele verschiedener Art angeboten wurden. Ich spielte bei Berlinonline mit und habe so den Besuch der Teststrecke und die Fahrt mit dem Transrapit gewonnen ( für zwei Personen).Ich bin also mit meinem Freund nach Lathen gefahren. Dort angekommen schauten wir uns das Besucherzentrum an. Im Besucherzen-trum erklärte man uns, dass die Tickets für die Fahrt nur ab einem bestimmten Zeitpunkt kurz vor der Fahrt ausgegeben werden.Als es nun Zeit war unsere Tickets zu holen, gingen wir hin und nach einem Blick in ihren PC rief die Bearbeiterin einen Herr Kupsch aus. Dies war unser privater Betreuer. Er führte uns in einen anderen Raum, bot uns Kaffee und Kuchen an und zeigt uns einen Film über das Projekt Transrapit + Funktionsweise. Normale Besucher können sich dies im Besucherzentrum an einem älteren Model erklären lassen. Nachteil: viele Leute, man kann nichts sehen, versteht also die Ausführungen nicht unbedingt.Nachdem wir uns den Film angeschaut hatten, erklärte er Kupsch uns ein bißchen, warum die Transrapitstrecke Berlin - Hamburg nicht gebaut wurde. Ehrlich gesagt war da jede Menge Politik bei, ich glaube nicht, dass ich euch das erklären könnte. Nach diesem Gespräch ging er mit uns in die Werkstatt des Transrapits. Es gab dort nicht einen einzigen Öl- oder Fettfleck. Warum auch, der Transrapit hat weder Räder, noch ein Getriebe, das geölt oder Teile, die gefettet werden müßten.In der Werkstatt erklärte er uns auch noch mal die Funktion der Magnetschwebebahn. Also: Der Transrapit hat nur eine Schiene. An dieser einen Schiene (meist bestehen aus Stahl oder Beton) sind an der Unterseite Magnete angebracht. An der Unterseite des Transrapit sind auch Magnete angebracht. Die Bahn an sich kann sich aus eigenem Antrieb nicht fortbewegen. Sie bewegt sich erst, wenn die Magnete an der Schiene unter Strom gesetzt werden, dabei ist die Stärke des Stromes so bemessen, dass sich Schiene und Bahn bis auf 11mm annä-hern, jedoch nur im Stillstand (ohne Strom) sich berühren. Wenn nun der Transrapit in Bewegung ist, ist jedoch nicht die gesamte Strecke unter Strom, denn nur so bewegt sich die Bahn.Dadurch das die Schiene in Abschnitte unterteilt ist, sich nur jeweils der Abschnitt, auf dem die Bahn sich befindet, unter Strom gesetzt wird, wird die Bahn gezogen. Bei der Deutschen Bahn ist jedoch immer die gesamte Strecke unter Strom, der Transrapit spart also Strom. Es gibt am Transrapit keine Räder, die brechen könnten, keine Bremsen, die versagen könnten. Wird ein Magnet zu heiß, wird dieser automatisch abgeschalten. Der Mensch überwacht die Sensoren, die Sensoren überwachen den Menschen.Es gibt im Führerhaus auch keinen Lokführer, der sitzt ausserhalb des Zuges in einem Gebäude nahe der Strecke und reguliert von dort die Geschwindigkeit. So nun ging Herr Kupsch mit uns zum Transrapit, wir durften uns die besten Plätze aussuchen. Während der Fahrt begleitete ein älterer Herr alle Gäste und erzählte noch einiges zum Transrapit. Nun kam es zum Höhepunkt der Fahrt, wir fuhren die höchste Geschwindigkeit, die der Transrapit auf der Teststrecke mit Gästen fährt 385km/h. Und was war? Nichts war. Man hat von der Geschwindigkeit nichts gemerkt, hätte einen Walzer tanzen können. Es war einfach unglaublich, kein Anschnallen, kein nichts kein gar nichts. Vor allem, unter den Stützen der Schiene (ist ja erhöht gebaut) grasen die Kühe in aller Ruhe, kann der Bauer mit seinem Trecker sein Feld bearbeiten, die Natur leidet nicht. Vielleicht beim Bau, aber danach nicht mehr.Nun noch einige Zahlen: Höchstgeschwindigkeit: 500km/h höchst Steigung: 10% (DB schafft nur 6 %) stärkste Neigung: 12%
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12.12.2000 19:58
Ist ja nicht schlecht, aber was sucht der Bericht bei Tipps und Tricks zu Bahnreisen? Gruß Miara
13.11.2000 07:52
Hi, dass war total interessant. Gruß Joe
28.10.2000 19:20
Geschwindigkeit macht mir nicht viel aus, aber kombiniert mit Kurven ....Doch die gibts hier sicher kaum oder? PS: Da ich dich bei huepf fand, weiß ich nun, woher ich dich kenne ;-). Lang ist's her, mit dem Chat. cu mumm