Baldur's Gate aus einer anderen Perspektive
02.05.2010
Pro:
Übersichtlich, Nachschub für wenig beachtetes Genre, einfaches Gameplay
Kontra:
uninnovativ, maue Grafik, sticht nirgendwo wirklich positiv heraus
Empfehlenswert:
Nein
 scoopexx
Über sich:
Mitglied seit:05.06.2000
Erfahrungsberichte:240
Vertrauende:11
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 41 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Baldurs Gate - Dark Alliance ist ein Ableger der wohl recht bekannten Baldur's Gate Spiel-Reihe, der allerdings deutlich actiongeladener ist, als die meisten anderen Titel, die diesen Namen tragen. Man wird in diesem Game in eine mittelalterliche Fantasy-Welt versetzt, in der man die Welt vor üblen Schurken, Monstern und anderen Unholden (von denen es mehr als genug gibt), befreien soll. Um das zu tun, muss man allerdings erst einmal einen von drei Spielbaren Charakteren wählen. Zur Auswahl stehen ein robuster, aber dummer Zwergenkrieger, eine dünnhäutige, aber schlaue Elfenmagierin und einen menschlichen Bogenschützen, der so ziemlich eine Kombination der Vor- und Nachteile der anderen beiden Klassen darstellt. Doch bevor man so richtig loslegen kann, wird man zunächst einmal von Banditen komplett ausgeraubt und lediglich die Stadtwache rettet einen vor einem vorzeitigen Ableben. Natürlich hat man hier gleich seinen ersten Quest. In der örtlichen Taverne erfährt man, dass sich neben der alten Diebesgilde eine neue gebildet hat, die viel skrupelloser vorgeht. Es ist jetzt unser Job, dieser neuen Gefahr für Baldur's Gate entgegenzutreten. Dazu begeben wir uns in die Abwasserkanäle unter der Stadt, in der die Diebe hausen - und mit ihnen allerlei Getier und Monster, das einem an den Kragen will. Das Geschehen sieht man als Spieler aus der Vogelperspektive, was einem einen perfekten Überblick über herannahende Gefahren gibt. Mit Magie, Fernkampf- und Nahkampfwaffen setzt man sich so zur Wehr und arbeitet sich von einem wichtigen Punkt im Spiel zum nächsten. Das hört sich jetzt nicht besonders kompliziert an, ist es aber auch nicht. Prinzipiell besteht das gesamte Game daraus, immer neuen, gegen einen anlaufenden Gegnern eins auf die Nase zu geben und so von Zeit zu Zeit eine Gefahr nach der anderen für die Bevölkerung aufzudecken und zu beseitigen.
Grafik: Die Grafik wirkt alles in allem sehr steril. Sogar die Abwasserkanäle unter Baldur's Gate wirken sonderbar aufgeräumt und wie gerade erst gebaut. Natürlich ist das absolut unpassend für Athmosphäre und Gameplay, denn man erwartet eigentlich schmutzige, verkommene Umgebungsgrafiken. Goblins, Diebe und Zombies sind nicht unbedingt die (Lebe)wesen, denen man zutraut, dass sie ihr Zuhause aufräumen. Erst recht nicht, wenn, wie im Anfangslevel, der Unrat einer ganzen Stadt von oben in die Behausung hineinfließt. Grafisch ist das Spiel ansonsten nett, ein Grafikfeuerwerk sollte man jedoch nicht erwarten - nicht zuletzt, weil das Spiel ja immerhin auch 9 Jahre auf dem Buckel hat und die Entwickler damals noch nicht so sehr viel Ahnung von der noch neuen Konsolenhardware hatten. Recht gut geworden sind die verschiedenen Gegnertypen, die eigentlich immer zu der Umgebung passen - man kämpft also nicht gegen irgendwelche abgedrehten Fabelwesen, sondern gegen die fantasyüblichen Standardgegner: Zombies, Räuber, Gnome, Echsenwesen, etc. Somit harmonieren die Kontrahenten und die Spielumgebung immerhin deutlich besser, als bei einigen anderen Spielen dieses Genres. Lediglich die eigenartigen Blob-Wesen, die in der Kanalisation unter Baldur's Gate herumlungern, passen so gar nicht zum Spiel. Ich bin mir auch nicht sicher, was die Entwickler in dem Moment geritten hat, als sie auf die Idee gekommen sind, übergroße grüne und blaue Quadrate und Kugeln als "Monster" mit ins Spiel einzubauen...
Sound: Alle Dialoge in Baldur's Gate - Dark Alliance sind von Synchronsprechern vertont worden und das sogar mit recht hoher Qualität. Musik spielt leider kaum eine Rolle während des Spiels und die Soundeffekte sind Standard und werden niemanden vom Hocker hauen, fallen aber auch nicht weiter negativ auf.
Fazit: Leider ist dieses Spiel, das damals von der Fachpresse sehr gut bewertet wurde, aus heutiger Sicht ziemlich angestaubt. Nicht nur von der Grafik her, sondern auch vom Gameplay, denn gerade hier kann man heute deutlich mehr erwarten, als simples Button-Drücken, bis man eine Gegnerhorde besiegt hat. Es wird einem einfach zu wenig Abwechslung geboten. Überall im Spiel hat man das Gefühl, dass einem das Mindestmaß geboten wird. Wenn man darüber hinaus noch mehr erwartet, wird man enttäuscht. Z.B. sind die wählbaren Charakterklassen auch absolutes Minimalprogramm. Ein Mensch, ein Zwerg, ein Elf als Bogenschütze, Magier oder Krieger. Uninnovativer kann man wohl nicht an die Sacher herangehen. Zu allem Überfluss ist das Spiel auch noch ziemlich kurz. Mit etwa 7-10 Stunden erreicht es gerade mal knapp die Untergrenze der Spielzeit heutiger Veröffentlichungen, bietet aber bei weitem nicht so ein intensives Erlebnis. Andere Vertreter der Baldur's Gate Reihe kommen ohne Probleme auf 30-40 Spielstunden. Wirklich empfehlen kann ich dieses Spiel daher nicht - dazu ist die Konkurrenz des ähnlichen, aber besseren Champions of Norrath oder aber auch dem Nachfolger, Baldur's Gate - Dark Alliance 2, zu stark.
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02.05.2010 20:40
hört sich interresant an muss ich mir mal anschaun,LG Manu