Balkonsichtschutz mit Kletterpflanzen - Tipps & Tricks

Balkonsichtschutz mit Kletterpflanzen - Tipps & Tricks

Gesamtbewertung Balkonsichtschutz mit Kletterpflanzen - Tipps & Tricks 3 Erfahrungsberichte lesen | Erfahrungsbericht schreiben | Frage stellen | Produkt zur Liste hinzufügen

Wer sich für den Kauf einer Kletterpflanze entscheidet, der sollte das jetzt tun. Jetzt, also im März, ist nämlich Pflanzzeit und jetzt sind auch Setzlinge im Handel zu bekommen. Umgekehrt sagt das Bild eines Setzlings nicht sonderlich viel aus. Deshalb werde ich meinen Bericht im Sommer updaten ... Bericht lesen





Bitte warten ....
Dieses Produkt bewerten:  
 
Diese Funktion ist nur für eingeloggte Mitglieder verfügbar.


   
Hopfen als Sonnenschutz
Erfahrungsbericht von negendank über Balkonsichtschutz mit Kletterpflanzen - Tipps & Tricks
21.03.2004


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Einfach, billig, effizient
Kontra: Siehe Text

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Wer sich für den Kauf einer Kletterpflanze entscheidet, der sollte das jetzt tun. Jetzt, also im März, ist nämlich Pflanzzeit und jetzt sind auch Setzlinge im Handel zu bekommen. Umgekehrt sagt das Bild eines Setzlings nicht sonderlich viel aus. Deshalb werde ich meinen Bericht im Sommer updaten und dann auch Bilder nachliefern. Dann wird es allerdings für eine Entscheidung zu spät sein. Es sei denn, man wartet bis zum Frühjahr 2005.

Das Kontra ist im Text enthalten. Damit meine ich eine spezielle Lösung, welche zu eine speziellen Situation paßt. Wer also meinem Beispiel folgen möchte, der sollte als erstes prüfen, ob die geschilderte Situation überhaupt zutrifft.

Mein Balkon geht nach Westen. Damit bekomme ich am Nachmittag und Abend die volle Sonneneinstrahlung. Ich habe ein Thermometer angebracht und auf dem Balkon werden die Tageshöchsttemperaturen in der Zeit zwischen 18:00 und 19:00 erreicht. Ich erinnere mich noch genau an den Supersommer von 2003. Nach Feierabend komme ich naßgeschwitzt nach Hause; stelle mich unter die Dusche; setze mich dann auf den brütendheißen Balkon und innerhalb von 30 Minuten bin ich genauso verschwitzt wie vorher. Vom Sonnenbrand einmal ganz zu schweigen. Das kann es ja nicht sein!

Nun machte ich mehrfach die Erfahrung, daß der natürliche Schatten von Pflanzen besser kühlt als der künstliche Schatten von Sonnenschirmen. Das kommt nicht von ungefähr. Holz hat ja einen Brennwert. Warum wohl? Weil die Pflanze der Luft Wärme entnimmt und in Energie umwandelt. Beim Verbrennen tritt diese Energie wiederum in Form von Wärme in Erscheinung. Auch mehrjährige Kletterpflanzen werden im Laufe der Zeit verholzen. Zum Verbrennen sind sie eigentlich zu schade. Wer jedoch davon einen Überschuß hat und gleichzeitig einen eigenen Kamin besitzt, der mag die Probe aufs Exempel machen: auch dieses Holz gibt Wärme.

Also bin ich der Meinung, daß Pflanzen im Vergleich zu Sonnenschirmen die bessere Kühlung bieten. Die Wirkung ist abhängig von der Menge an Blättern. Gerade die Roßkastanie hat eine sehr große Menge an Blättern und bietet die bestmögliche Kühlung. Leider paßt ein Baum dieser Größe nicht auf meinen Balkon. Kletterpflanzen haben den Vorteil, daß sie unter Umständen sehr viel Blattwerk bilden und gleichzeitig weniger Platz beanspruchen.

Der Hopfen blüht in den Monaten Juli und August und entfaltet im Hochsommer auch die meisten Blätter. Allerdings ist eine Pflanze, die bei größter Hitze die maximale Blattoberfläche bietet, gleichzeitig sehr durstig. Auch wenn die Pflanzen direkt an der Brüstung durch Regen versorgt werden, dann muß während längerer Schönwetter- und Hitzeperioden kräftig nachgegossen werden.

Wer also wegen seiner Kinder auf Schulferien angewiesen ist oder allgemeiner gesagt: wer im August verreisen will oder muß, der hat davon kaum einen Nutzen und geht zudem das Risiko ein, daß die Pflanzen zwischenzeitlich vertrocknen.

Ich persönlich verreise grundsätzlich nur in der Vor- oder Nachsaison. Während dieser Zeiten verbraucht die Pflanze generell weniger Wasser und die Wahrscheinlichkeit natürlicher Niederschläge ist größer.

Auch der Hopfen ist einem Baum vergleichbar. Er kann und muß von Zeit zu Zeit zurückgeschnitten werden. Dazu verwendet man am besten ein Okuliermesser oder eine sehr kräftige Schere. Die Verpackung behauptet, der Rückschnitt solle im Frühling geschehen. Ich halte davon sehr wenig. Dagegen meine ich, daß der Rückschnitt im November sinnvoller ist, weil die Triebe um die Zeit kaum noch Saft enthalten. So oder so: die Pflanze bietet nur dann Schatten, wenn der Schatten auch wirklich gebraucht wird. Zu kühleren Jahreszeiten, also wenn der Mensch gerne in der Sonne sitzen möchte, dann stört diese Pflanze recht wenig.

Auf der Verpackung steht auf Deutsch das Wort „Zierhopfen“. Auf Latein dagegen „Humulus lupulus“. Ich habe einmal recherchiert. Es IST wirklich der gewöhnliche Hopfen, den auch Brauereien verwenden. Den Unterschied muß man sich so vorstellen: In freier Natur wächst der Hopfen so, wie sich Platz bietet. Auch auf dem Balkon wächst der Hopfen so, wie sich Platz bietet. Nur die Hopfenbauern in der Hallertau verwenden Stangen von 4 bis 5 Metern Höhe, damit die Pflanzen senkrecht in die Höhe streben und dadurch mehr Licht bekommen. Dadurch maximieren sie die Anzahl der Dolden und somit die Erträge.

Es währe eine Frage für sich, wieviele Ciaoianer die Braukunst beherrschen. Wer das kann, der mag sehr wohl die Dolden des Zierhopfens für sein eigenes Bier verwenden. Das Bier wird dadurch nicht schlechter. Die Menge dürfte allerdings sehr gering ausfallen und so ist das Bier sehr schnell ausgetrunken.

Noch eine Überlegung: der Dünger für Blattpflanzen bewirkt generell, daß sich die Blätter stärker entwickeln – und zwar auf Kosten der Blüten. Wer also den bestmöglichen Sonnenschutz will, der darf ruhig auf Blätter hin düngen. Die Anzahl der Dolden wird sich nochmals verringern.

Während der Vegetationszeit sollte man übrigens 6 bis 8 mal düngen. Dafür empfiehlt sich Flüssigdünger.

Gießen und Düngen ist dem Hopfen sehr wichtig. Die Erde dagegen ist unwichtig. Man kann jede beliebiege Erde verwenden. Zum Gießen reicht Wasser aus der Leitung.

Nur sehr sporadisch werden Setzlinge auch in Supermärkten angeboten. Da ich bei Penny eine solche Gelegenheit erwischte und da der Preis pro Setzling gerade einmal 1,49 Euro betrug, mußte ich einfach zuschlagen. Ansonsten ist die Wahrscheinlichkeit größer, Setzlinge in Fachgeschäften oder Gärtnereien zu bekommen. Dort dürfte der Preis wohl etwas höher liegen. Allerdings weiß ich nicht, um wieviel. Auch sollte man im Hinterkopf behalten, daß der Hopfen ein landwirtschaftliches Produkt ist. Vielleicht lohnt es sich, bei Landwirten oder auch landwirtschaftlichen Zulieferbetrieben nachzufragen.

Nun brauchen Kletterpflanzen auch ein Gerüst. In anderen Berichten wurde ein Gitter erwähnt. Dies ist in der Anschaffung etwas teuerer. Außerdem ist ein Gitter stärker dem Winddruck ausgesetzt. Besonders an einer Westfront gibt es nicht nur die abendliche Sonneneinstrahlung, sondern – bei Schlechtwetter – teilweise orkanartige Sturmböen.

Ich selbst hatte schon Draht, Schnur und Erde zuhause. Beim Praktiker Baumarkt kaufte ich mir darüberhinaus folgende Zutaten: 2 Pflanztöpfe, 2 Untersetzer, 2 Pflanzstäbe und ein Mehrzweckseil. Gesamte Kosten: 16 Euro, wobei ich eine Rabattaktion von 20% nutzte. Unter Nutzung aller Möglichkeiten, kann man die Kosten wohl mit 20 Euro beziffern.

Bei den Pflanzstäben entschied ich mich für eine Höhe von 1,80 Metern, die mir vollkommen ausreicht. Die Stäbe verbinde ich oben mit einem Seil. Das hat eine Stärke von 8 mm. Das heißt also: der Hopfen wächst auf 1,80 m senkrecht und dann am Seil entlang waagerecht. Die Entfernung passe ich den Gegebenheiten meines Balkons an. Sobald das Seil nicht mehr ausreicht – und das ist zu erwarten – werden die Ranken nach unten hin schlaff in der Luft hängen. Gerade dadurch bekomme ich meinen Sonnenschutz und außerdem verhalten sich Schlingpflanzen in freier Natur genauso. Weil hängende Ranken dem Wind nachgeben, bereitet mir der Winddruck auch weiter keine Probleme. Außerdem: Pflanzstäbe und Seil beanspruchen wenig Platz und lassen sich bequem im Keller aufbewahren. Ich bringe diese Mittel erst dann zum Einsatz, wenn die Pflanzen die entsprechende Größe erreicht haben. Das wird erst Mitte Mai soweit sein.

Die ganze Konstruktion wird an der Brüstung schlichtweg verdrahtet. Ich bevorzuge die Kombination aus Schnüren und Drähten. Die Schnur ist flexibler und läßt sich besser festzurren. Der Draht dagegen bietet mehr Stabilität bei hohen Windgeschwindigkeiten. Theoretisch könnte der Hopfen sogar noch an Schnüren und Drähten hochranken. Praktisch wird er das kaum tun. Ein Pflanzstab mit Noppen oder auch ein dickes Seil bietet wesentlich mehr Anreiz.

Die Einzelheiten der Konstruktion sind natürlich von der Beschaffenheit des Balkons abhängig. Wer nur eine Mauer vorfindet, der wird wohl einige Dübel anbringen müssen. Günstiger ist ein Geländer mit vertikalen und horizontalen Verstrebungen. Dort läßt sich die Konstruktion sehr fest verdrahten.

Nun noch ein paar weitere Punkte: Weinreben oder auch Efeu können dem Mauerwerk schaden. Das ist beim Hopfen nicht so. Die Ranken winden sich um die Verstrebung – das ist ein Ast, eine Stange oder auch ein Seil.

Da ich im sechsten Stock in einer Großstadt wohne, habe ich mit Insekten kaum Erfahrung. Zwar können viele von ihnen in dieser Höhe fleigen, doch glauben sie nicht, daß hier oben noch etwas zu finden sei. Das ist mit oder ohne Hopfen das Gleiche.

Schließlich gibt es Freunde der Braukunst. Die sollten einmal in die Hallertau fahren und sich Gedanken darüber machen, warum wohl die dortigen Landwirte eigene Techniken verwenden.

FAZIT: Hopfen als Sonnenschutz gilt nur, wenn eine spezielle Situation vorliegt. Wenn das so ist, dann vergebe ich fünf Sterne. Wenn das nicht so ist, dann dient dieser Bericht der Allgemeinbildung. Weil ich auch darin keine Fehler sehe, muß ich auch keinen Stern abziehen. Bei der Gelegenheit grüße ich noch alle meine Freunde.
   
weitere Erfahrungsberichte
*aaahhh* .. da is ne Bohne!!
Bewertung für Balkonsichtschutz mit Kletterpflanzen - Tipps & Tricks von mafiaschlumpfine

Pro: man braucht Phantasie, für jede Balkongrösse und jede Etage
Kontra: .. ist vielleicht mit Arbeit verbunden und die Pflanze wächst nicht so schnell!

Hallöchen!!! Wer kennt nicht als Balkonbesitzer dieses leidige Problem, dass fremde Leute reinschauen, wenn man im Erdgeschoss wohnt? Oder aber die Sonne macht sich wieder mal deutlich bemerkbar! Meine Eltern hatten dieses Problem und mit ein paar Klei ... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
sehr hilfreich

20.11.2002
Wehrt Blicke ab,zieht Tiere an
Bewertung für Balkonsichtschutz mit Kletterpflanzen - Tipps & Tricks von CyberQueeny

Pro: Sichtschutz
Kontra: nicht immer gut

Hallöchen alle zusammen!! Wo ich gerade meine grüne Phase habe, möchte ich gleich einen weiteren Bericht über Pflanzen schreiben. Wer kennt das nicht. Man sitzt im Sommer auf dem Balkon und jeder kann einen auf den Teller sehen. Das nervt und hier möch ... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
sehr hilfreich

06.05.2003

Vergleichen Sie ähnliche Themen mit Balkonsichtschutz mit Kletterpflanzen - Tipps & Tricks

(*) Meinungen von Ciao Mitgliedern