Ballett

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... wollte ins Ballett. Aber Mama machte sich Sorgen um die Gelenke, Füße, usw. und versprach KleinK., sobald sie 6 Jahre alt ist, darf sie ins Ballett. Natürlich hoffte die Mama darauf, dass Klein-K. das Versprechen bis dahin vergessen würde. Dem war natürlich nicht so… Kaum das sechste Lebensjahr ... Bericht lesen





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Wenn ich tanzen will...
Erfahrungsbericht von erstie03 über Ballett
23.03.2005


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Spass, Verbesserung der Körperhaltung und Beweglichkeit und vieles mehr
Kontra: teilweise die Kosten, nicht für jeden geeignet

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Es begann alles im zarten Alter von 4 Jahren – so erzählt es die weltbeste Mama immer wieder. Ihre kleine Tochter (ich) stand wie elektrisiert vorm Flimmerkasten und was sie da sah sollte sie bis zum heutigen Tag nicht mehr loslassen. BALLETT
Ab diesem Zeitpunkt ließ das kleine Mädchen seiner Mutter keine Ruhe mehr, Klein-K. wollte ins Ballett. Aber Mama machte sich Sorgen um die Gelenke, Füße, usw. und versprach Klein_K., sobald sie 6 Jahre alt ist, darf sie ins Ballett. Natürlich hoffte die Mama darauf, dass Klein-K. das Versprechen bis dahin vergessen würde. Dem war natürlich nicht so… Kaum das sechste Lebensjahr vollendet, erinnerte Klein-K. an das Versprechen und da sich die Mama immer an Versprechen hält, ging die Suche nach einer geeigneten Ballettschule kurze Zeit später los…


Die Suche nach der richtigen Ballettschule:
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Dies ist meiner Meinung der wichtigste Faktor schlechthin und sollte immer unter Einbeziehung des Kindes erfolgen. Meine Mutter machte damals Probetermine mit drei Ballettschulen aus. Bei der ersten handelte es sich mehr um Jazz-Dance, was mich, die ausschließlich klassisches Ballett machen wollte, natürlich wenig begeisterte. Die zweite Ballettschule sollte auch schon das Ende der Suche darstellen. Nach dem Training war ich dermaßen begeistert, dass ich mich auch nicht mehr überreden ließ noch den dritten Termin wahrzunehmen. Klein-K. wurde also unverzüglich dort angemeldet und ist es auch unglaubliche 17 Jahre später noch.
Gerade bei kleineren Kindern sollte man darauf achten, dass die Kinder spielerisch an das Ballett herangeführt werden. Daher finde ich es wichtig, dass sich die Eltern eine Probestunde anschauen dürfen. Zudem sollte man die/den Ballettlehrer fragen, wann das Training mit den Spitzenschuhen beginnt (sehr wichtiger Aspekt, auf den ich gleich noch eingehe). Und zu guter letzt ist die Meinung des Kindes natürlich ausschlaggebend, denn fühlt sich das Kind nicht wohl, so wird es auch sicherlich nicht sehr lange bei dem Sport bleiben.
Listen mit Ballettschulen findet man auch im Internet, allerdings sind dort nur einige aufgelistet, von daher sollte man sich eher vor Ort (Gelbe Seiten, Internetseiten der Region, etc) oder im Bekanntenkreis informieren.

Meine Ballett-Kinderzeit:
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Natürlich kann ich mich daran nicht mehr ganz genau erinnern, aber ich werde versuchen alles so gut wie möglich darzustellen.
Die Stunde begann grundsätzlich mit einfachen und spielerischen Aufwärmübungen, bei denen auch nie der Spaß fehlte. Danach kamen einige leichte Kraft- und Dehnungsübungen, die nicht nur spielerisch waren, sondern auch lustige Namen besaßen (z.B. Zähneputzen, was nix anderes ist als eine Dehnungsübung). Um Fehlbewegungen oder –haltungen zu vermeiden ging die Lehrerin auch immer durch die Reihen und korrigierte auf nette Art. Als nächstes waren einfache Sprungübungen an der Reihe, die sowohl einzeln als auch in Zweier- oder Dreiergruppen erfolgten. Sämtliche Übungen wurden von einer passenden Musik begleitet, so dass nicht nur die Bewegung der Kinder, sondern auch das Gehör und die Konzentration gefördert werden. Zu guter letzt kam das allwöchtentliche Spiel, bei dem es nicht nur um den Spaß ging, sondern auch um das durch das regelmäßiges Wiederholen verbundene Lernen einfacher Figuren mit den dazugehörigen französischen Namen.
Für die ersten Ballettstunden reichen Leggins, T-Shirt und Turnschläppchen. Sollte sich das Kind oder man selbst (es soll ja auch größere Kinder geben, die mit Ballett anfangen *g*) nach einigen Wochen dazu entscheiden beim Ballett zu bleiben, sind richtige Ballett-Schläppchen und ein Trikot aber notwendig.


Die Ballett-Teenagerzeit:
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Die Übungen wurden immer mehr gesteigert (allerdings immer auf das Alter und Können der Gruppe abgestimmt) und irgendwann kam die Ballettstange dazu. Auch begann irgendwann das Erlernen des Spagates. Ich war eine der ersten der Gruppe die es konnten, obwohl ich damals schon 11 oder 12 Jahre war. Ich sehe das keinesfalls als negativ an, nein eher das Gegenteil. Der Spagat durfte grundsätzlich nur an der Hand der Ballettlehrerin durchgeführt werden. Sehr sinnvoll, da so Verletzungen durch Überdehnen vermieden wurden.
Mit dreizehn Jahren erhielt ich meine ersten Spitzenschuhe und das Training konnte beginnen. In der ersten Stunde lernten wir das richtige Binden der Schuhe. Von da ab endete unser Training mit einigen, sehr leichten Übungen auf den Spitzenschuhen. Ich habe das immer sehr genossen, da es für mich nicht schöneres gab/gibt als auf Spitzenschuhen zu stehen. Dazu muss ich aber auch sagen, dass mir das sehr leicht fiel und ich nie irgendwelche Probleme mit Blasen oder ähnlichem hatte.


Das Erwachsenenalter:
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Meine „Ballett-Teenagerzeit“ endete bei mir ziemlich schnell. Da ich relativ gut war durfte ich bereits mit 14 Jahren zu den „Großen“ wechseln. Mit dem Wechsel bekam ich auch einen neuen Lehrer (ja, einen Lehrer).
Das Training war natürlich einiges anspruchsvoller und ich hatte Anfangs doch etwas Probleme ich daran zu gewöhnen. Da der Mensch ein Gewohnheitstier ist, ging es mit der Zeit immer besser und ich fühle mich bis heute sehr wohl in dieser Gruppe.


Das Training der „Großen“:
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Unser Training besteht immer aus der gleichen Reihenfolge und den gleichen Übungen, wobei wir aber etwa alle drei Monate ein komplett neues Training bekommen.
Zu Beginn der Stunde haben wir 5-10 Minuten in denen wir uns alleine Aufwärmen. Danach beginnt das Training an der Stange, das aus etwa 10 Übungen besteht. Diese sind sehr unterschiedlich, teils sehr langsam (Muskelkater ist vorprogrammiert), teils sehr schnell (Konzentration wird gefördert). Beendet werden die Übungen an der Stange mit einer leichten Dehnung.
Danach folgt das Training in der Mitte des Raumes. Da das Training ohne Stange erfolgt, wird hier sehr stark das Gleichgewicht und die Orientierung im Raum (insbesondere bei Drehungen) geschult. Zu Beginn werden längeren Kombinationen wiederholt, die aufgrund der Länge und der Schwierigkeit sehr viel Konzentration und Spannung abverlangen. Diese Kombinationen gehen dann immer mehr in Sprungkombinationen über.
Nach einer kurzen Pause beginnt das Training mit den Spitzenschuhen. Dazu gehen wir wieder an die Stange und beginnen mit sehr einfachen Übungen (auf die Spitze stellen), die allmählich gesteigert werden. Dieser Teil ist immer sehr kurz (für mich viel zu kurz), etwa 10 Minuten. Zum Abschuss macht jeder ein Spagat und dehnt sich noch einmal, bevor es nach Hause unter die Dusche geht.
Natürlich kann ich hier nur über meine Ballettschule berichten, aber ich habe schon öfters gehört, dass der Ablauf in vielen Ballettschulen ähnlich gehalten wird.


Die Aufführungen:
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Bei uns finden in regelmäßigen Abständen Aufführungen statt und stellen das absolute Highlight für Eltern und Kinder dar. Bei uns machen von den Kleinsten (4-6 Jahre) bis zu den Größten/Ältesten (bis ??? Jahre) alle mit. Gerade für die Kleinen ist die Aufführung ein unglaublicher Spass. Das ganze wird bei ihnen sehr spielerisch gehandhabt: Die Kinder stehen mit drolligen Kostümen auf der Bühne und machen alles nach, was die Lehrerin in einem Versteck vormacht. Einfach süß!!!
Für uns Große ist das ganze manchmal ziemlich stressig. Einige Wochen vor der Aufführung haben wir 2-5 mal pro Woche Probe, die Hauptrollen zudem Einzeltraining (ich kann euch sagen…). Zwei Tage vor der Aufführung findet dann die Generalprobe statt und dann ist es endlich soweit. Nach der Aufführung merkt man, dass sich der ganze Stress gelohnt hat, denn es gibt nichts schöneres als einen langen Applaus der Zuschauer.


Wenn das Kind mal nicht mehr will…
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Sicherlich haben viele mal so Phasen, in denen man keine Lust mehr auf das geliebte Hobby hat. Auch ich hatte sie (mit etwa 15-17 Jahren). Ich wollte einfach nicht mehr.
Glücklicherweise haben meine Eltern in diesen Situationen immer richtig gehandelt. Sie sagten dazu nur: „Wir fänden es wirklich schade wenn du aufhörst, aber es ist deine Entscheidung“. Ich pausierte einige Wochen und merkte jedes Mal, dass es ohne Ballett einfach nicht geht. Diese Phasen habe ich weitestgehend überwunden und bin seit einigen Jahren wieder mit ganzem Herzen dabei. Ich gebe hier meinen Rat an Eltern: Bitte, bitte kein Kind zum Weitermachen zwingen. Hätte meine Eltern mich gezwungen, hätte ich schon aus Trotz aufgehört. Denn wenn das Kind wirklich nicht mehr will, dann schafft man das auch nicht durch Zwang!

Die Kosten:
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Das dürfte für einige sicher ein wichtiger Aspekt sein. Zu den Kosten für die Ballettschule kommen natürlich noch die Kosten für Schuhe (sowohl Schläppchen als auch Spitzenschuhe), Trainingsanzüge, Leggins/Strumpfhosen und Stulpen.
Meine Ballettschule kostet im Moment 23 Euro pro Monat, was ich aber für sehr angemessen halte, da wir die Möglichkeit haben 1-3 mal pro Woche zu trainieren. Ich denke, dass die meisten Ballettschulen zwischen 20 und 30 Euro pro Monat/Person kosten werden. Bei einigen bekommt man aber Rabatt, wenn zwei Kinder angemeldet sind.
Bei den Schläppchen unterscheidet man zwischen Lederschläppchen und Leinenschläppchen. Die Lederschläppchen eigen sich meiner Meinung nach besonders für Kinder, da sie wesentlich länger halten als Leinenschläppchen. Sie sind ab 10 Euro erhältlich. Die Leinenschläppchen sind dagegen mehr für Erwachsene geeignet. Sie haben eine relativ kurze „Lebensdauer“ (bei mir ca. 8 Monate) und sind leider auch teuer. Dafür passen sich diese besser dem Fuß an und man hat ein wesentlich angenehmeres Gefühl. Die Preise gehen bei 15 Euro los. Die Trikots sind leider relativ teuer, mein neustes hat 25 Euro gekostet und war das billigste. Ich habe allerdings auch eins, für das ich (bzw. mein Freund) 48 € hinlegen musste. Die Preise für die Stulpen steigen mit der Länge, günstige bekommt man schon ab 5 Euro.
Die Kleinen, aber auch viele Große tragen ganz normale Strumpfhosen oder spezielle Ballettstrumpfhosen. Ich bevorzuge spezielle, sehr dünne Leggins, da ich baruß einfach ein besseres Gefühl in den Schuhen habe.


Wo kauft man das?
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In jeder größeren Stadt findet man in der Regel einen Ballettladen. Wenn man sich Schläppchen kauft und die Größe nicht kennt, sollte man gerade beim ersten Kauf ein Geschäft aufsuchen, da man dort nicht nur die Größe, sondern auch die Passform (jeder hat einen anderen Fuß) testen kann. Unheimlich wichtig ist eine kompetente Beratung beim Kauf von Spitzenschuhen, denn da ist ausgiebiges Testen unumgehbar.
Ansonsten kann man auch das reichhaltige Internet-Angebot nutzen. Ich habe da schon positive Erfahrungen gemacht (mein persönlicher Tipp: www.swing-balletshop.com).
In unserer Ballettschule haben wir zudem die Möglichkeit sämtliche Ballettkleidung über unsere Ballettlehrer zu beziehen. Am besten mal in der Schule nachfragen.


Der Gesundheitsaspekt:
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Oft bekommt man zu hören, dass Ballett Rücken, Füße usw. schädigt. Dem will ich nicht vollkommen widersprechen, doch solange man dies als Hobby betreibt und eine gute Ballettschule hat, kann man solche Probleme vermeiden und sogar viel für die Gesundheit tun. Ich spreche da wirklich aus Erfahrung. In der ersten Klasse wurde bei mir eine Skoliose (seitliche Verschiebung der Wirbelsäule) festgestellt, was mir inzwischen schon mal Probleme und Schmerzen bereitet. Meine besorgte Mama hat inzwischen einige Ärzte/Orthopäden konsultiert und immer bekam sie die gleiche Antwort. Ich solle das Ballett auf alle Fälle weitermachen, da es die Rückenmuskulatur stärkt und die Haltung verbessern kann. Inzwischen bekomm ich nur noch Rückenschmerzen, wenn ich kein Ballett mache. :-) Natürlich kann ich hier nur von meinen Erfahrungen sprechen und jeder muss das individuell mit seinem Arzt besprechen. Zudem sollte man Rückenprobleme dem Ballettlehrer mitteilen. Meiner korrigiert grundsätzlich meine Haltung, um so falsche Bewegungen zu vermeiden.

Nach einem etwas längeren Bericht, will ich auch mit meinem Fazit enden. Es dürfte klar sein, dass es sehr positiv ausfallen wird.
Ich habe mit dem Ballett schon recht früh den perfekten Sport gefunden. Ich liebe die Bewegung zur Musik und ich finde es toll immer wieder an meine Grenzen, sei es die Beweglichkeit oder die Kondition, zu stoßen. Ballett ist eben ein Sport, der viele Bereiche des Körpers fordert und fördert. Es wird die Beweglichkeit, die Konzentration, die Kondition, die Sprungkraft, die Koordination und zudem das Gehör geschult (natürlich vieles, vieles mehr).
Voraussetzung ist allerdings eine Ballettschule in der man sich wohl fühlt, daher sollte man sich bei der Suche auch ein wenig Zeit lassen.
Ich hoffe, dass ich allen Interessierten und Eltern weiterhelfen konnte und beantworte natürlich auch gerne Fragen, soweit ich das mit meinem Hobbywissen kann.

Wer ein Ballettbild von mir sehen will, schaut einfach mal im Bericht leicht rechts. Das Bild zeigt mich beim Bolero und stammt von einer Aufführung aus Jahr 2003.


Die seit siebzehn Jahren tanzende

Klein-K. (erstie03)
   
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