Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
In guten Szenen sehr nah am Originalfilm . . . |
| Kontra: |
. . . dann aber teilweise auch wieder viel zu cartoonhaft |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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64 Jahre ist es nun her, da schickte sich ein kleiner Hirsch an, die Welt und unsere Herzen zu erobern: 1942 fand die Premiere von Walt Disneys 5. abendfüllenden Trickfilm "Bambi" statt.
Bambis "Eroberungszug" war keineswegs ein stürmischer. Im Gegenteil: Absolut nichts deutete 1942 darauf hin, das ein unsterblicher Filmklassiker das Licht der Welt und der Kinoprojektoren erblickt hatte: Nur ca 1,3 Mio. US-Dollar Einnahmen standen den über 2 Mio. Dollar Produktionskosten gegenüber... "Bambi" erwies sich als waschechter Flop an den Kinokassen und trieb die Disney-Studios an den Rand des Ruins!
"Bambi" fand 1942 aber auch denkbar schlechte Startbedingungen vor: Die Welt befand sich im 2. Weltkrieg, und Trickfilme, in denen auch das nun für die Menschen allgegenwärtige Thema Tod und Verlust nicht ausgeklammert wurden, trafen nicht den Publikumsgeschmack.
Erst mit der Wiederaufführung 1947, die Stimmung der Menschen war nun eine ganz andere, erreichte "Bambi" die Gewinnzone, und von da an, Jahr für Jahr und von Generation zu Generation wuchs der kleine Hirsch nicht nur auf der Leinwand, sondern auch in unseren Herzen zu einem der wirklich ganz grossen, ewigen und unvergesslichen Filmklassiker heran und ist bis heute einer der hellsten und funkelnsten Sterne am Himmel der Filmkunst.
So steht das neue Sequel "Bambi 2" also nicht nur einem Zeitabgrund von 64 Jahren gegenüber, den es zu überspringen gilt, sondern auch der perfekt ausgewogenen Mischung aus Poesie, Fantasie, Realität, Glaubwürdigkeit, Wahrhaftigkeit, Zeitlosigkeit und künstlerischen Intensität des Originalfilms. Denn den Vergleich mit dem "funkelnden" Original muss sich ein Film, der als "Bambi 2" tituliert ist, nun einmal stellen.
"Bambi 2" sollte ursprünglich "Bambi and the Great Prince of the Forest" heissen. Warum dieser recht gute Titel dann in ein ziemlich nichtssagendes und billig wirkendes "Bambi 2" geändert wurden, wird wohl ein Geheimnis der heutigen Disney-Company bleiben. Meiner Meinung nach war diese Titeländerung der erste grosse Fehler, denn der unselige Suffix "2" in einem Filmtitel lässt schon zwangsläufig an ein billige, schnell und auf den schnellen Dollar ausgelegte, runtergekurbelte Fortsetzung denken. Zu viel Mist aus Hollywood wurde uns einfach schon mit der "2" im Filmtitel verkauft!
Der ursprünglich geplante Titel trifft die Filmhandlung jedenfalls viel besser, denn "Bambi 2"spielt nicht nach, sondern in der Mitte des Originalfilmes, nachdem der kleine Bambi in einer der berühmtesten, aber auch traurigsten Filmszenen aller Zeiten, seine Mutter an die Jäger verlor. Bambis Vater, der Grosse Prinz des Waldes, nimmt sich daraufhin des kleinen Halbwaisen an.
Im Originalfilm (und ebenso in der Buchvorlage "Bambi - Eine Lebensgeschichte aus dem Walde" von Felix Salten) folgt nun ein Zeitsprung von mindestens einem Jahr in Bambis Leben als junger, erwachsener Hirsch. In dieser angeblichen "Handlungslücke" legte Regisseur Brian Pimental dann seinen Film, der sich allerdings kaum noch an Saltens Buchvorlage orientiert. Es ist also eigentlich kein Sequel, daher Nachfolgefilm, sondern ein "Midquel", also ein Film, der innerhalb des Originalfilmes von 1942 spielt, und er dreht sich vor allem um die Beziehung zwischen Vater und Sohn.
Handlung
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Der Film wird stimmungsvoll mit dem Ende der berühmtesten Szene aus "Bambi" (diesmal aus einem völlig neuen Kamerawinkel gesehen) eröffnet. Über diese Szene noch extra Erklärungen zu verlieren, erspart sich der Film aus gutem Grund: Jeder kennt sie; zählt sie doch zu den berühmtesten Filmszenen aller Zeiten: Der kleine Bambi hat eben seine Mutter verloren, und sein Vater, der Grosse Prinz des Waldes, nimmt seinen Sohn unter seine Fittiche...
Der kleine, verspielte Bambi scheint Anfangs noch ein "Klotz am Bein" seines Vaters zu sein, der überhaubt keine Erfahrung mit der Erziehung von Hirschkälbern hat, und diese Aufgabe auch als die der Mütter ansieht. Seine Aufgabe ist der Schutz der Herde. So entschliesst er sich also, Freund Eule nach einer passenden Stiefmutter suchen zu lassen. Den restlichen Winter über will er noch auf Bambi aufpassen.
Bambi hingegen versucht alles, um es seinem strengen Vater recht zu machen, und will ihm seinen Mut beweisen. Das dabei natürlich Abenteuer und Verwicklungen nicht ausbleiben, versteht sich von selbst. Im Filmverlauf jedenfalls entwickeln sich beide weiter: Bambis Vater "taut" langsam auf, und findet immer mehr Gefallen an seinem Sohn, erkennt sich auch selbst wieder, während Bambi den Unterschied zwischen sinnlosem und gefährlichem Risiko und wirklichem Mut lernt. Gerade aber, als das Verhältnis der beiden sich zu entwickeln beginnt, taucht mit Mena eine Hirschkuh auf, die bereit ist, die Aufzucht von Bambi zu übernehmen. Bambi ist mehr als enttäuscht von seinem Vater, und glaubt, dass er ihn einfach "abschieben" will. Doch dann passiert etwas, bei dem beide über sich hinauswachsen müssen und schliesslich feststellen, dass sie zusammengehören...
Mehr sei nicht verraten, da ich niemandem die Freude am Film nehmen will, aber in der nun folgenden Kritik kommen doch einige Punkte zur Sprache, die etwas von der Filmhandlung verraten könnten... also SPOILER-WARNUNG!!
Kritik
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Die Macher von "Bambi 2" haben sich nach eigenen Aussagen bemüht, den Film im Stil und in der Stimmung des Originals zu halten. Teilweise gelingt ihnen das tatsächlich, doch oft leider auch so gut wie gar nicht. Die Hintergrundbilder, im Originalfilm noch handgemalte, impressionistische Ölbilder, wurden nun am Computer entworfen. Und das sieht man leider, denn wo die Originale von 1942 vor Leben, Seele und Vitalität vibrieren, kommen die neuen Bilder leider viel zu steril, flach und weichgezeichnet daher. Sie scheitern knapp vor jenem entscheidenden Level der Glaubhaftigkeit und Wahrhaftigkeit, den die Originale locker überschreiten und dadurch glaubhaft, stimmungsvoll und magisch wirken. Es fehlt halt die Hand des wirklichen Künstlers, kleine Farbnuancen, Pinselstriche, der Pinselschwung, die "Kollege Computer" nie simulieren können wird.
Die Charaktere sind in ihrer Animation hingegen sehr gut gelungen. Hier haben die Zeichner wie schon ihre Vorgänger 1942 Studien am echten Tieren gemacht, um die Anatomie und Bewegungen von Hirschen, etc. lebensecht zu gestalten. An der Mimik der Protagonisten hingegen scheiterten sie wiederum. Wo der Originalfilm mit vielen, kleinen subtilen Gesten und Gesichtsausdrücken arbeitet, herrscht in "Bambi 2" leider viel zu oft die typisch cartoonhafte Überzeichnung vor. Mimik und Gesten schwanken von einem Extrem ins andere. Nur in wenigen Szenen erreichen die Macher hier die Kunstfertigkeit der "Bambi-Crew" von 1942.
Auch die Handlung orientiert sich leider viel zu oft an "Shrek, Madagascar, Chicken Little & Co.". Sie hetzt ohne ruhige Pausen von einer Sequenz zur nächsten. Für ruhige Momente, wie sie z.B. die atemberaubende Herbstsequenz oder die liebevolle Aprilregen-Sequenz im Originalfilm repräsentieren, scheint kaum Zeit zu sein. "Langsame Elemente", die zum Nachdenken anregen, scheinen im heutigen "Krachbumm-Kino" nicht mehr zu zählen. Aber auch hier gelingt es den Machern doch hin und wieder, auch die "Zwischentöne" zu beachten, so z.B. in Bambis Traum-Sequenz, oder wenn Bambis Vater seinen Sohn schliesslich zu jenem geheimen Ort führt, wo er seine Mutter kennenlernte.
Die Gags sind ebenfalls "durchwachsen". Im Originalfilm waren die Charaktere der Mittelpunkt, und kein Gag stand über ihnen. Heutzutage sind die Gags oft der Hauptinhalt eines Animationsfilms, und verbergen oft nur eine dünne Story und eindimensionale Charaktere. In "Bambi 2" gelingen lustige, liebevolle Szenen, etwa die beiden Kaulquappen, oder Bambis "Sprint" durch einen eiskalten Winterfluss.
Aber auch der "grobe Gag-Holzhammer", der vielleicht zu "Madagascar" oder "Shrek" passt, wird leider hervorgeholt. So konnten sich die Macher einen dämlichen "Furz-Witz" auf Blumes kosten nicht verkneifen, die Sequenz mit dem eigentlich charakterlich sehr überzeugenden, griesgrämigen Stachelschwein gerät leider auch zu einer Slapstick-Orgie, die mehr an "Tom & Jerry" erinnert. Die Glaubwürdigkeit und Integrität des Originalfilms hat sich solche "cartoonesken" Übertreibungen nur einmal und ganz kurz erlaubt, als sich unsere Freunde im Frühling verliebten. Im Sequel gerät fast alles aber zu einem übertriebenen Gag-Feuerwerk.
Die Charaktere selbst. Hier sei als erstes natürlich Bambis Vater erwähnt. Im Original erscheint er wie der "Clint Eastwood des Waldes". Nicht lange Reden, sondern Taten sind sein Credo. Auf den ersten Blick scheint er im Originalfilm nicht viel für seinen Sohn zu tun, aber wer den Film genauer sieht, merkt schnell die tiefe Verbundenheit zwischen Vater und Sohn. Auch hier arbeiteten die Macher von "Bambi" mit subtilen Gesten, etwa, als Bambi seinem Vater zum ersten Mal auf der Wiese begegnet. Und als schliesslich Bambis Vater auf die Wiese sprintet, direkt in die Schusslinie der Jäger, um seinem Sohn zur Seite zu stehen als Gefahr droht, müsste jedem, der noch "zwischen den Zeilen" lesen kann, klar sein, wie innig die beiden verbunden sind und wie sehr er auf seinen Sohn aufpasst.
Im Sequel ist's wieder wie bei allen vorhergegangenen Punkten: Durchwachsen! Es gibt zu viele Szenen, in denen Bambis Vater mehr wie ein hochnäsiger Angeber, statt wie in Prinz daherkommt: "A prince does not whoo...whooo!" und ähnlich überflüssige Dialoge, verbunden mit einem hochnäsigen Gesichtsausdruck... Nein!! Das ist nicht der "Clint Eastwood des Waldes" aus dem Original!!
Andererseits: Auch hier scheint manchmal doch der "Originalvater von 1942" durch! Ab und zu gelingt es den Machern, die richtige Mimik, das richtige Verhalten und den richtigen, sparsamen Dialog zu treffen. Etwa wenn Bambi scheu fragt, "My mother will never come back, will she?" und Bambis Vater den Kopf senkt, und nur mit einem einfachen und traurigen "No" antworten kann, sich dann langsam abwendet, um in den Tiefen des Waldes zu verschwinden! Volltreffer! Eine Szene, die dem Originalfilm absolut würdig ist... leider aber gibt es viel zu wenige dieser "Volltreffer".
Bambi: Der Hauptcharakter. Auch hier wieder, zum wievielten Male eigentlich: Durchwachsen! Bambi hat gerade (im Originalfilm) einen extrem harten Winter überlebt, die erste Herausforderung im Überlebenskampf erfolgreich überstanden, den Ernst des Lebens kennengelent. Im Sequel wird er wieder auf den linkischen, tollpatschigen Stand zurückgeworfen, den er im Originalfilm etwa am Winteranfang verlor. So hilflos und verspielt ist er in diesem Entwicklungsstadium nicht mehr. Die harte Winterkost abzulehnen, die ihm sein Vater (im Sequel) anbietet, würde ihm nie einfallen, nachdem er vorher (im Originalfilm) gemeinsam mit seiner Mutter nur mit zäher, harter Baumrinde über den Winter kam. Diese Lektion hat Bambi garantiert gelernt!
Aber auch hier gibt es Sequenzen, in denen sich Bambis Charakter doch weiterentwickelt. Etwa bei der Konfrontation mit einem Nebenbuhler, womit wir beim nächsten Charakter wären:
Ronno: Ja, doch, Ronno kommt bereits im Originalfilm vor, wird dort aber namentlich nicht erwähnt. Ronno ist der Hirsch, mit dem Bambi um Feline kämpfen muss, und den er in einem dramatischen Kampf besiegt und vertreibt.
Im Sequel ist Ronno etwas älter als Bambi und Feline, und ein richtiger Raufbold, den Bambi sich zum Feind macht, da sich Feline mehr zu Bambi hingezogen fühlt. Mit Ronno gelang durchaus ein Charakter, an dem unser Held Bambi sehr gut wachsen kann. Schon in "Jugendjahren" kreuzen die beiden ihre (noch nicht oder nur rudimentär vorhandenenen) Geweihe. Leider allerdings wirkt Ronno sehr eindimensional. Er ist halt der typische Raufbold, der alles haben will, sich dabei aber selbst immer wieder ein Bein stellt und letztendlich als der "typische Loser" erscheint. Im Originalfilm ist er noch (oder endlich) ein starker, ebenbürtiger Gegner, der keine angeberischen Dialoge absondert, sondern Bambi wortlos zum Kampf um Feline herausfordert.
Die Menschen: Die "dunkle Bedrohung" für die Tiere im Wald. Sie wurden im Originalfilm nie gezeigt und nur ihr Handeln und deren Wirkung erzeugten den Schrecken viel intensiver und perfekter, als alle heutigen, typischen und eindimensionale Filmschurken! Auch in "Bambi 2" kommen wie im Originalfilm nur die Jagdhunde der Menschen vor die Kamera. Die Menschen selbst werden ebenfalls nie gezeigt. Und das ist auch die einzig richtige Art, diese Gefahr für Bambi und seine Freunde darzustellen. Hier haben die Macher von "Bambi" gelernt und alles sehr gut hinbekommen. "Die Menschen" und ihr Handeln als Jäger sind nahezu perfekt im Stil des Originalfilms gelungen!! Phantastisch gut jene Szene, in der Bambi von Jagdhunden im hohen Gras verfolgt wird, und das kurze Blitzen von Sonnenlicht im Zielfernrohr eines Jagers, der am Wiesenrand lauert. Hut ab! "Die Menschen" sind für mich das Highlight von "Bambi 2"!
Der Dialog: Einer der grössten Schwachpunkte des Sequels. Zu viel! Viel zu viel!! Das Meisterwerk von 1942 kommt noch mit nur ca. 900 Worten(!) Dialog für den ganzen Film aus. Die Geschichte wird vor allem mit Bildern, Musik, Farben und Licht erzählt. Dialog ist zweit-, oder besser gesagt, sogar nur drittrangig. Im Sequel fallen schon in den ersten 10 Minuten mehr Worte als im gesamten Originalfilm. Wie viel hätte man hier noch machen können, wenn man mehr aus dem Originalfilm gelernt hätte? Statt langen Dialogen Stimmungen, Licht, Bilder und Emotionen! Das ist eines der grossen Geheimnisse von "Bambi"... Weniger ist eben oft doch viel mehr!
Soundtrack
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Durchwachsen! Habe ich das schon gesagt? Auch beim Soundtrack. Die moderenen Voice-Songs sind durchaus hörenswert, aber leider schaffen sie es nicht, einen stimmungsmässigen Anschluss an die Songs des Originalfilms zu finden. Sogar Country- und Soul-Music Anklänge finden sich hier. Für einen ganz neuen Film wären sie durchaus passend, aber die Verbindung zum Originalfilm will hier einfach nicht klappen. Am besten passt noch der Song "There is life" von Allison Krauss.
Beim Score von Bruce Broughton sieht die Sache wieder günstiger aus: Hier gelingt es tatsächlich, in etwa dem klassisch-orchestralen Score von "Bambi" gerecht zu werden. Er ist zwar nicht so ausgeklügelt, vielfältig und zur jeweiligen Filmsituation passend eingesetzt wie der Original-Score von Edward Plumb und Frank Churchill, aber gibt durchaus die Stimmung des Originals wieder.
Fazit
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"Durchwachsen" ist und bleibt das Stichwort für "Bambi 2". Während die eine Sequenz enttäuscht, kann die nächste wieder versöhnen, nur um kurz danach wieder eine enttäuschende Sequenz zu erleben, die wiederum von einer sehr gut passenden abgelöst wird. So begeistert mich z.B. die packende Szene, in der Bambi beinahe auf den Wildlocker eines Jägers hereinfällt, der ihn mit "Come... Come... I'm here.. I'm here..." auf die Wiese lockt. In letzter Sekunde kann ihn sein Vater retten und in dieser Szene ist er auch endlich wieder der Grosse Prinz, der "Clint Eastwood des Waldes".
Das Verhalten der Protagonisten ist mir teilweise auch zu sehr vermenschlicht. So "feiern" die Tiere im Sequel neuerdings auch den Murmeltier-Tag! Wer den Originalfilm kennt, weiss, das dort zwar die Gesichter mit menschlicher Mimik ausgestattet wurden, das artspezifische Tierverhalten aber wesentlich realitätsgetreuer dargestellt wird. Es sind keine Menschen in Hirsch-Kostümen.
Die gesamte Filmhandlung strotzt auch nur so vor Referenzen an den unvergesslichen Originalfilm. Sehr viele Szenen wird jeder Kenner des Originals als Varianten bereits dort vorgekommener Szenen erkennen. Auch das Finale im Sequel ist praktisch nur eine Kopie einer wichtigen Sequenz aus dem Original... bis hin zum durch Bambi ausgelösten Steinschlag! Den Machern des Sequels zufolge soll "Bambi II" auch auf alten Originalideen von Walt Disney himself beruhen, die dann aber nicht oder anders im Original von 1942 realisiert wurden. Durchaus glaubhaft, sind doch viele Sequenzen eben nur Variationen, die im Original schon weitaus besser vorkamen. Andere, subtilere Hommagen an "Bambi" sind besser gelungen, etwa wenn Ronno fragt, "What's going on, is the forest on fire?" und wir uns erinnern, was im Finale des Originalfims passiert.
Im Grossen & Ganzen muss ich zugeben, dass sich die Macher von "Bambi 2" sehr bemüht haben und die gelungenen Sequenzen für die ganzen unpassenden, "Bambi-untypischen", Sequenzen meist doch entschuldigen können. "Bambi 2" ist nicht schlecht, durchaus sehenswert und glücklicherweise (wie so viele unselige andere Sequels) keine "Beleidigung" für den Originalfilm geworden, steht im Vergleich mit dem Original aber natürlich da, als ob man ein Taschenlampe neben einen 1000-Watt-Halogenstrahler hält.
Für wen geeignet?
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Es gibt unzählige Berichte von Eltern, die mit ihren hemmungslos weinenden und völlig aufgelösten Kindern das Kino verlassen mussten, nachdem im Originalfilm Bambis Mutter von Jägern erschossen wurde. Walt Disney selbst nahm auch die kleinen Kinozuschauer immer sehr ernst und ersparte ihnen manchmal auch keine grausamen und/oder traurigen Szenen. "Für jedes Lachen sollten auch ein paar Tränen fliessen" war einer seiner Aussprüche. So wurde diese Szene schliesslich auch berühmt und wurde auch vom englischen Filmmagazin "Total Film Magazine" noch 2002 auf die Liste der "schlimmsten Filmtode aller Zeiten" gewählt. Auch "Die Menschen" schafften es 2003 in der Liste "Die 100 grössten Filmhelden und Schurken" des "American Film Institute" auf einen veritablen 20. Platz der Schurkenliste... sogar noch vor den Marsianern, die in George Pals "Krieg der Welten" von 1953 immerhin die gesamte menschliche Zivilisation auslöschen wollen!
In "Bambi 2" braucht aber niemand mehr Angst zu haben. Jeder weiss, dass für alle Protagonisten alles gut ausgehen wird (ist das Happy End vom Originalfilm doch bekannt) und niemand stirbt hier einen grausamen Tod. Auch das sehr junge Kinopublikum wird in "Bambi 2" seinen Spass haben, ohne das spannende und aufregende Szenen ausgeklammert werden. Ich kann den Film guten Gewissens auch den kleinen Kinofans ohne Altersbeschränkung empfehlen. Für Erwachsene wird der Film vielleicht auch ein freudiges Wiedersehen mit alten (und doch ewig jung gebliebenen) Freunden aus der Kinderzeit sein.
Weitere Infos:
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Kinostart in Deutschland: 27.04.2006
Regie: Brian Pimental
Laufzeit: ca. 70 Minuten (PAL-DVD)
Original Synchronsprecher:
Alexander Gould: Bambi
Patrick Stewart: Der große Prinz des Waldes
Anthony Ghannam: Ronno
Brendon Baerg: Klopfer
Nicky Jones: Blume
Andrea Bowen: Feline
Keith Ferguson: Freund Eule
Brian Pimental: Stachelschwein & Murmeltier
Carolyn Hennesy: Bambis Mutter
Cree Summer: Mena
Trivia & Filmfehler:
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Überbrückt mit 64 Jahren den bislang grössten Zeitraum der Filmgeschichte, der je zwischen einem Originalfilm und Sequel verstrichen ist.
Die Hintergründe wurden am PC mit "Corel Photo Paint" entworfen, es wurden aber auch einige der noch vorhandenen, handgemalten Hintergründe aus dem originalfilm eingescannt und Teile davon mit in die neuen Hintergründe integriert.
Bambis Kampf mit Ronno (als Kinder) im Sequel ist -bis auf das Kampfende- Kameraeinstellung für Kameraeinstellung, Schnitt für Schnitt, und Bewegung für Bewegung eine exakte 1:1-Kopie des Kampfes aus dem Originalfilm (als erwachsene Hirsche).
Als Mena in die Schlinge tritt und wenig später die Hunde auftauchen, ruft sie Bambi zu (Originalton Englisch): "Run, Bambi, run! Faster! Faster, Bambi! Don't look back! Keep running! Keep running!". Exakt dieselben Worte, die ihm seine Mutter im Originalfilm zuruft, kurz bevor sie getötet wird.
Das Sequel beginnt mit dem Ende der berühmtesten Szene aus "Bambi": Im Originalfilm (Originalton Englisch) sagt Bambis Vater am Ende der Szene: "Your Mother can't be with you anymore. Come.... my Son".
Im Sequel fehlen aber plötzlich die beiden letzten, sehr wichtigen Worte "my Son" (mein Sohn) in seinem Dialog.
Ronno hat nur eine rundliche Kerbe im rechten Ohr. Im Originalfilm sind es zwei längliche Kerben.
Fussnoten
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Die Besprechung bezieht sich auf die Original-DVD in englischer Sprache. Die deutsche Synchro im Kino kann durchaus von den erwähnten Zitaten in diesem Bericht abweichen.
Bambi: Reh oder Hirsch?
Da auch diesmal die Filmkritiker bei "Bambi 2" wieder viel Stuss verzapfen und etwa vom "Rehkitz, das zum stattlichen Hirsch heranwächst" fabulieren: Bambi im Film ist ein Weisswedelhirsch!!! Die Geschichte im Film spielt in Nordamerika! Die Mär vom "Rehkitz" Bambi entstand durch die Verwirrung, das in Felix Saltens Buchvorlage von 1923 Bambi tatsächlich noch ein Rehbock war und die Geschichte in Österreich spielte. Als das Buch nach Amerika kam, wurde Bambi in der englischen Übersetzung zu einem dort lebenden Weisswedelhirsch und auch die Verfilmung bezieht sich auf die US-Ausgabe des Buches. Als dann der Film 1950 nach Deutschland kam, wurde er falsch synchronisiert, und Bambi auch im Film wieder zum "Rehkitz", da sich, um die Verwirrung komplett zu machen, Weisswedelhirschkälber und Rehkitze auch noch sehr ähnlich sehen.
| weitere Erfahrungsberichte |
Bambi 2
Bewertung für Bambi 2 - Der Herr der Wälder von
ludga28465
Pro: Toller Film Für Kinder
Kontra: ???
...Die Stroy über diesen Film: Nach dem Tod seiner Mutter muß sich Bambi mit seinem Vater zusammen raufen was ihm gar nicht gefällt.Es ist gar nicht so leicht für ihn,denn der strenge Herr der Wälder ist mit der Erziehung seinem temperamentvollen Sohnes ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich |
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08.05.2006
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