Bänderriss

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Erfahrungsbericht über "Bänderriss"

veröffentlicht 13.01.2005 | TorstenEnders
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Über sich :
Nichts für mich
Pro Zwangspause
Kontra Schmerzen, Trainingsausfall
sehr hilfreich

"...autsch...."

Aircast-Schiene

Aircast-Schiene

Liebe Ciao Leser/Innen und Gäste,

seit knapp 4 Wochen laufe ich mit einer Aircast-Schiene herum. Wie man damit einen Bänderriss behandelt, kann ich euch heute aus eigener Erfahrung berichten.

Erwischt hat es mich beim Lauftraining. Pro Woche laufe ich zwischen 40 und 60 Km (je nach Saisonzeitpunkt, Zeit und Wetter) und somit war also auch am Sonntag, dem 19. Dezember eine ganz normale Trainingseinheit angesagt. Das Wetter war nicht besonders gut – recht kalt und nass, die Strecke im Wald ziemlich durchgeweicht. An einer Stelle gleicht der Waldweg zu dieser Jahreszeit mehr einer Seenplatte und deshalb laufe ich dort immer parallel zum Weg direkt im Wald.

Natürlich muss man auf diesem Teilstück besonders aufpassen, weil sehr viele Unebenheiten, am Boden liegende Äste, Wurzeln und manchmal richtige Bodenvertiefungen vorhanden sind. Bisher lief auch immer alles glatt – es sind ja auch nur ca. 150 Meter bis man wieder auf einem richtigen Waldweg ist.

Doch an diesem Sonntag hatte ich kein Glück. Als ich bei meiner Laufrunde in dieses Teilstück abbog, konnte ich noch genau 3 Schritte tun. Mit dem linken Fuß trat ich auf eine Wurzel, rutschte in eine Bodenvertiefung und knickte böse um und lag der Länge nach am Boden. Ein starker stechender Schmerz im Knöchel signalisierte mir, dass ich mich wohl ernsthaft verletzt haben würde.

Intuitiv zog ich mir erst einmal den Laufschuh aus und setzte mich hin. Blöd, dass ich allein unterwegs war. Am frühen Sonntagmorgen sind auch noch nicht so viele Leute im Wald unterwegs und mein Handy lag im Auto. Also musste ich mich aufraffen und circa 4 km zum Auto humpeln.

Dort angekommen rief ich meine Freundin an welche mich sofort abholte. In der Zwischenzeit war mein Knöchel doch erheblich angeschwollen, dafür waren aber die Schmerzen zurückgegangen. Zu Hause angekommen holte ich etwas Eis aus dem Kühlschrank, packte es mir auf den Fuß und verbrachte den Sonntag auf dem Sofa. Nachts wickelte ich zwecks Kühlung ein nasses Handtuch um den Fuß.

Am Montagmorgen brachte mich meine Freundin zum Arzt – zum Glück habe ich einen guten Orthopäden in der Nähe. Als er so meinen Knöchel ansah diagnostizierte er sofort einen Bänderriss und ordnete zur Sicherheit eine so genannte gehaltene Röntgenaufnahme an. Dabei wir der Fuß in einer Art Schraubzwinge fixiert und so weit es geht (bis zur Schmerzgrenze) einmal nach links und einmal nach rechts gedreht und bis zum Auslösen der Aufnahme festgehalten. Das tut noch mehr und vor allem länger weh als beim Umknicken selbst.

Die Röntgenaufnahmen bestätigten die Diagnose des Arztes – ein Außenband war gerissen. Nun bekam ich einen festen Tapeverband (vorher wurde noch mein Bein rasiert, damit es bei der Abnahme der klebrigen Binde nicht so ziept) und diese Aircast-Schiene zur Stabilisierung. Am Freitag (Heiligabend) sollte ich vor 11.00 Uhr wieder in seiner Praxis erscheinen.

Unter der Aircast-Schiene soll man auf jeden Fall Strümpfe tragen, ansonsten ist nichts weiter zu beachten. Bis der Tapeverband wieder ab ist sollte man den Fuß noch schonend behandeln, aber dann kann er wieder langsam belastet werden – je nachdem was möglich ist. Normales Gehen war am nächsten Tag schon wieder gut möglich, so dass ich ohne Probleme zur Arbeit gehen konnte.

Die Aircast-Schiene soll 6 Wochen getragen werden, dann haben sich Muskeln und die restlichen Bänder wieder soweit stabilisiert, dass normales Gehen und Laufen problemlos möglich sind. Zum Training werde ich mir allerdings einen Stützstrumpf anfertigen lassen, den ich sicherheitshalber noch länger tragen werde.

Nachdem der Tapeverband entfernt wurde, trug ich also nur noch die Schiene und zwar Tag und Nacht. Schmerzen spürte ich so gut wie keine mehr und das normale Gehen und Laufen wurde von Tag zu Tag besser. Nur Sport, vor allem das Lauftraining konnte ich erst einmal vergessen. Doch irgendwie fehlte mir etwas, ich bin ja doch regelmäßiges Training gewöhnt. Also war ich auf der Suche nach einer geeigneten Alternative.

Die war auch relativ schnell gefunden in Form meines Fahrrades, welches ich mir auf eine Rolle für die Hinterachse (ähnlich wie ein Hometrainer) in den Keller stellte. So begann ich gut zwei Wochen nach dem Sturz mit leichtem Konditionstraining. Anfangs waren 10 Minuten völlig ausreichend. Immer wenn sich Schmerzen einstellten sollten, wollte ich das Training sofort abbrechen. Die Bedenken waren aber unnötig. Nach kurzer Zeit schaffte ich problemlos täglich eine Stunde. Dabei steigerte ich auch langsam den Widerstand der Rollen um den Trainingseffekt zu erhöhen.

27. Dezember – eine Woche Winterurlaub in Mittenwald war angesagt. Mittenwald deshalb, weil dort sehr gute Langlaufloipen vorhanden sind und auch alpine Strecken in der Nähe sind. In den letzten Jahren bin ich oft beides gefahren. Dieses Jahr ließ ich die Alpin-Ski gleich zu Hause (in die Skistiefel komme ich mit der Schiene eh nicht rein), aber da die Langlaufschuhe passten, wollte ich zumindest das Klassischlaufen ausprobieren. Eigentlich laufe ich viel lieber in der Skating-Technik, mit Bänderriss war mir das aber zu heiß.

Als wir in Mittenwald ankamen fanden wir (meine Freundin und ich) beste Bedingungen zum Skilaufen vor – ausreichend Schnee in super Qualität, bestens gespurte und präparierte Loipen, wenig Anfänger die als Hindernis im Weg standen… ;-). So probierte ich das Laufen mit Schiene aus und ich war begeistert.
Es lief super – keine Schmerzen nach jeweils 2 – 3 Stunden zügigem Langlauf in klassischer Technik. Der Winter-Kurzurlaub war gerettet.

Heute (13.01.) war ein besonderer Tag. Zum ersten Mal nach dem Bänderriss versuchte ich wieder mit dem Lauftraining zu beginnen. Ich hatte mir vorgenommen auszutesten, ob man mit der Aircast-Schiene überhaupt laufen kann, ob Schmerzen auftreten und wie lange ich zuzusagen ein gutes Gefühl im Fuß behalte. Nach 25 Minuten lockerem Dauerlauf auf glatter Straße beendete ich den Test mit einem sehr guten Gefühl. Ich hätte auch problemlos weiterlaufen können, aber ich wollte es noch nicht gleich übertreiben. In den nächsten Tagen werde ich allerdings Streckenlänge und Lauftempo langsam steigern – schließlich habe ich mir ja für die nächste Laufsaison viel vorgenommen.

Fazit:
Ein Bänderriss ist sicher eine schmerzhafte Verletzung und kann nicht nur beim Sport passieren. Auch auf Treppen oder im Garten sind schon viele Leute umgeknickt und haben sich dabei einen Bänderriss zugezogen. Deshalb muss man aber nicht verzagen. Schon nach kurzer Zeit sind bestimmte Belastungen wieder möglich. Man muss es einfach austesten und schrittweise vorgehen.

Falscher Ehrgeiz ist da sicher falsch am Platz, aber mein Arzt sagte, was möglich ist solle ich tun. Ich kann allen Betroffenen nur empfehlen, nicht den Kopf in den Sand zu stecken sondern nach Möglichkeit so schnell wie möglich zum normalen Alltag wieder zurückzukehren. Für einen aktiven Sportler heißt das, das Training möglichst zügig wieder aufzunehmen.

Das Hilfsmittel zum Stabilisieren des Fußgelenkes – die Aircast-Schiene – kann ich bestens weiterempfehlen. Ich habe bisher damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Wenn sie euer behandelnder Arzt nicht gleich verschreibt fragt danach und besteht notfalls darauf. Besser jedoch euch passiert nicht solch ein Missgeschick und deshalb wünsche ich allen Lesern ein verletzungsfreies Jahr 2005.

© Torsten Enders 13.01.2005 (auch bei dooyoo unter Schnorpsi)

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • gaenseblume234 veröffentlicht 08.08.2005
    Wirklich sehr informativer Bericht, ich habe mir gestern einen Bänderriß im Sprunggelenk zugezogen, und kann von daher alles sehr gut nachvollziehen. Jetzt bin ich nur etwas anggenervt, weil ich 10 Tage krankgeschrieben bin ... Sobald ich wieder schmerzfrei bin, werde ich auch langsam wieder auf das Fahrradergometer gehen ... Und jetzt ist bei Dir wieder alles okay? LG Anja
  • roter_teufel veröffentlicht 18.03.2005
    Hallo, das kenne ich leider auch, und das sind hölliche Schmerzen. Ich hoffe das bei dir alles so schnell wie möglich wieder in Ordnung kommt. Gruß Sebastian
  • nilman veröffentlicht 17.03.2005
    oh oh!! Kenn ich auch ... Sehr sehr guter Bericht; mach weiter so ... mfg
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Produktdaten : Bänderriss

Produktbeschreibung des Herstellers

Ciao

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