Bank - BA Berlin

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... Mein Schwerpunkt ist Bank, da ich als Ausbildungsbetrieb eine Bank habe. Es wird mit dem Ausbildungsbetrieb ein Ausbildungsvertrag geschlossen. Für die Theoriezeit ist man dann für die Berufsakademie freigestellt, d.h. heißt aber nicht, dass man frei hat. Das hängt dann wieder vom Vorlesungsplan ... Bericht lesen





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Diplom in drei Jahren
Erfahrungsbericht von michimaen über Bank - BA Berlin
19.10.2001


Produktbewertung des Autors:   


Pro: kurze Studienzeit, Ausbildungsvergütung, gute Berufschancen
Kontra: Streß

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Das Studium an der Berufsakademie ist ein duales Ausbildungssystem. Duales Ausbildungssystem heißt, dass man drei Monate an der Berufsakademie studiert, dann drei Monate in einem Betrieb eine praktische Ausbildung macht. Das Studium richtet sich inhaltlich an der Ausbildung. Mein Schwerpunkt ist Bank, da ich als Ausbildungsbetrieb eine Bank habe. Es wird mit dem Ausbildungsbetrieb ein Ausbildungsvertrag geschlossen. Für die Theoriezeit ist man dann für die Berufsakademie freigestellt, d.h. heißt aber nicht, dass man frei hat. Das hängt dann wieder vom Vorlesungsplan ab.
Soweit ich weiß, ist die Idee der Berufsakademie in Baden-Württemberg entstanden und dort auch sehr weit verbreitet und hoch anerkannt. Dem Hörensagen nach ist das Berufsakademiestudium dort auch härter als in anderen Regionen, z.B. Berlin. Ich bin an der Berufsakademie in Berlin und also auch nur über meine Erfahrungen hier Berichten. Außerdem möchte ich ein paar allgemeine Sachen, die ein Berufsakademiestudium ausmachen, erzählen.

Vorteile

In meinen Augen gibt es eine Menge Vorteile, sich für diesen Weg der Ausbildung zu entscheiden. Zum einen bekommt man jeden Monat eine Ausbildungsvergütung. Für jemanden, der direkt aus der Schule kommt, ist das ne Menge Kohle. Das Gehalt liegt meist über dem eines änormalen Auszubildendenô. Man braucht also nicht nebenbei arbeiten gehen, wie es oft bei Studien an Hochschulen nötig ist, außer man hat nen Sponsor gefunden. Der zweite, entscheidene Vorteil ist die kurze Studiendauer. Insgesamt studiert man nur sechs Semester, also nach drei Jahren ist der Spaß vorbei. Man ist nach Abschluß des Studiums noch relativ jung und hat einen Titel und eine Ausbildung in der Tasche, was ein weiterer Vorteil ist. Hinzu kommen die guten Chancen, irgendwo einen Job zu finden, wenn einen der Ausbildungsbetrieb nicht haben möchte. Man ist also gewappnet für das Arbeitsleben.

Nachteiel

Jetzt hab ich so von den Vorteilen geschwärmt. Aber wie überall gibt es auch hier Nachteile. Ein Nachteil ist der Streß während der drei Jahre. Jedes Semester müssen Klausuren geschrieben werden. Man bekommt in kurzer Zeit viel Stoff gelehrt, sinnigen und unsinnigen. Um überhaupt einen Platz an einer Berufsakademie zu erhalten, muß man ein hartes Bewerbungsverfahren durchlaufen, was aber eigentlich auch wieder ein Vorteil ist, da dann nicht jeder an der Berufsakademie rumrennt. Insgesamt überwiegen die Vorteile.

Praxiszeit

Da ich in einer Bank lerne, mache ich auch die praktische Ausbildung hier. In einem Vorpraktikum, welches aber schon mit zur Ausbildung gehört, habe ich die Grundzüge des Servicebereiches meiner Bank kennengelernt. Dazu gehört die Annahme von Überweisungen, Bearbeitung des Zahlungsverkehrs, Unterschriftenprüfung usw. Kurz hab ich auch schon die Kundenberatung kennengelernt. Dann ging es ab zum ersten Semester in der Berufsakademie.
Nach dem ersten Theorieblock kam ich wieder in die Privatenkundenberatung und lernte dort so richtig intensiv die hauseigenen Produkte kennen. Dort wurde ich nach kurzer Einarbeitungszeit auch schon ins kalte Wasser geschmissen, d.h. ich bekam einen eigenen Schreibtisch und durfte die Kunden beraten. Dadurch lernte aber eine ganze Menge. Nach drei Monaten, die sehr schnell vergangen sind, ging es dann auch schon wieder an die Berufsakademie zum studieren.
Im zweiten Semester war dann großes Thema: Vermögensanlagen. Ich kam in eben diesen Bereich in der Bank. Nun kam ich so ziemlich zum erstenmal mit der Börse in Kontakt. Auch werden in diesem Kundensegment nicht nur Standardprodukte vertrieben. Man kann auch schon mal mit dem Kunden eine individuelle Lösung finden. Vor allem hab ich sehr viel gelernt. Und ich interessiere mich seit diesen Tagen für die Börse, beruflich und privat.
Nachdem eine weitere Zeit an der Berufsakademie mit studieren vergangen ist, ging es ab zu den Firmenkunden. Dort hat man mal so einige Firmen von innen gesehen, die man sonst nicht sehen würde. Alles in allem hab ich dort auch wieder viel gelernt, aber für ewig ist das für mich nix.
Im vierten und letzten Semester des Grundstudiums hab ich in der Kreditabteilung gesessen. War auch interessant, vor allem von der rechtlichen Seite und diese verbunden mit der Praxis. Aber auch Kreditsachbearbeitung ist nichts für meine weitere berufliche Zukunft.
Dann, ab Sommer diesen Jahres begann mein Hauptstudium. Nach erfolgreich absolvierter Vordiplomsprüfung kann ich mich nun Bankkaufmannsgehilfe schimpfen. Viel geändert hat sich dadurch nicht. Die Ausbildung geht auch ganz normal weiter. Im August war ich bei unserer Fondsgesellschaft. Das war natürlich meine Welt. Hat mir auch einen riesen Spaß gemacht und war super interessant. Jetzt bin ich auf grund der Personalpolitik meines Unternehmens wieder im Vertrieb gelandet, wo ich so nicht hinwollte. Ich wollte lieber mir den Konzern noch anschauen und so viel wie möglich mitnehmen, aber das ist eine andere Geschichte.

Theorie

Der Theorieteil ist das eigentlich gute an der Berufsakademie. Ihr denkt jetzt bestimmt, was ist das für ein Streber. Aber da sag ich euch, der Stoff ist ein ganz nettes Beiwerk, denn man soll ja ein bißchen was lernen. Eigentlich geht man ja zur Theorie, um die Leute treffen. Dann ist immer Party angesagt. Wir sind jetzt 32 Leute bei uns im Kurs. Also alles ist sehr übersichtlich. Man hat zwar ab und zu Schwierigkeiten, die kleine, undeutliche Schrift einiger Dozenten zu erkennen, vor allem in den hinteren Reihen. Aber man hat ja nette Kommilitonen, die einen unterstützen. So kann man sich irgendwie durchschummeln. Bis die Stunde der Wahrheit kommt, die Klausuren. Im ersten Semester noch recht human mit vier Klausuren. Der Knaller kam im zweiten, dritten und vierten Semester mit jeweils acht Klausuren. Da war büffeln ohne Ende angesagt. Man hätte ja auch das Semester über was machen können, aber feiern war in dem Augenblick wichtiger. Der Stoff in den einzelnen Fächern orientiert sich sehr an den Praxisinhalten oder umgedreht. Das kann man halten wie ein Dachdecker. Die Fächer sind BWL, VWL, BBL (Bankbetriebslehre), Rechnungswesen, Kostenleistungsrechnung, Recht, Mathe und EDV. Ein bißchen Englisch ist auch dabei.

Schriftliche Arbeiten

In den ersten drei Semestern muß man einen Semesterbericht schreiben. Dazu kann man sich das Thema selbst aussuchen und sich dann über dieses zehn Seiten lang auslassen. Die Formvorschriften sind etwas nervig. Manchmal fragt man sich auch, warum man diesen Semesterbericht schreibt, vor allem wenn von Leuten, die von der Materie Ahnung haben, den Bericht loben, aber die Nappel aus der Berufsakademie den voll runtermachen. Dann sagt man sich wieder, was solls, die haben eh keine Ahnung und die Note geht auch nirgends ein. Anders sieht das bei der Hausarbeit aus. Die Themen werden verlost. Jeder Student aus der Fachrichtung des entsprechenden Jahrgangs zieht ne Nummer und kann dann, wenn sein Los dran ist, sich ein Thema aus den vorgegebenen aussuchen. Wenn man natürlich Nummer 74 zieht, so wie ich, dann hat man die ...schkarte. Aber dennoch hatte ich halbwegs Glück mit meinem Thema. Nun liegen 20 Seiten Arbeit vor mir. Bei der Diplomarbeit kann sich sein Thema wieder selbst aussuchen, darf sich aber auf 50 Seiten auslassen. Das steht mir noch bevor.

Fazit

Ich finde die Berufsakademie eine gute Idee. Für Leute, die keine Lust zu einem reinem Hochschulstudium haben, aber trotzdem einen Titel haben möchten, ist das das richtige Ding. Vor allem die Vorteile überwiegen bei mir. Auch wenn es sich teilweise etwas lachs anhört, was es auch über einige Etappen ist, ist es doch einiger Streß. Aber ich bin der Meinung, man sollte nie den Spaß aus den Augen verlieren. Und nach diesem Motto zieh ich das auch durch.

Ich danke euch fürs Lesen und vielleicht hab ich dem ein oder anderen ja doch weiterhelfen können.
   
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