Studiengang der Zukunft
30.11.2000 (20.03.2002)
Pro:
Einblick in BWL, Praxisbezug, nur 3 Jahre, Vergütung
Kontra:
nicht mit Unistudium zu vergleichen
Empfehlenswert:
Ja
 Matze0200
Über sich:
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Wie ich bereits in anderen Berichten erwähnt habe, studierte ich in Mannheim an der Berufsakademie (BA). Da sich einige wahrscheinlich nichts darunter vorstellen können, werde ich die BA ein mal vorstellen. ALLGEMEIN:
Die BAs bieten ein dreijähriges duales Studium an. Man bekommt als Student einen privatrechtlichen Ausbildungsvertrag (nicht zu vergleichen mit dem Ausbildungsvertrag eines Auszubildenden). In dieser Zeit ist man abwechselnd an der BA und im Ausbildungsbetrieb. In der BA erfolgt das praxisnahe Studium, im Unternehmen eine gehobene Ausbildung in der Praxis. Voraussetzung ist wie bei jedem Studium die Hochschulreife, also Abitur oder vergleichbares. Zusätzlich benötigt man allerdings einen Ausbildungsvertrag mit einem Partnerunternehmen.
Es gibt in Mannheim zwei Hauptrichtungen: Technik -> Diplom-Ingenieur Wirtschaft -> Diplom-Betriebswirt
Diese beiden Hauptrichtungen haben verschiedene Fachbereiche: Technik:
Elektrotechnik Engineering Informationstechnologie Internationale Informationstechnologie Maschinenbau Wirtschaft:
Bank Dienstleistungsmarketing Handel Immobilienwirtschaft Industrie International Business Administration Öffentliche Wirtschaft Steuern- und Prüfungswesen Spedition Versicherung Wirtschaftsinformatik Um nun in einem dieser Bereiche studieren zu können, muss man sich bei einem Unternehmen bewerben, dass als Partner der BA dieses Studium anbietet. Zu diesen Unternehmen zählen je nach Fachrichtung zum Beispiel IBM, DaimlerChrysler, Deutsche Bank, SAP, Siemens usw.
Hat man nun einen der Plätze ergattert und kommt zum ersten mal an die BA, wird man wieder an die Schule erinnert. Man hat einen festen Saal mit festen Sitzplätzen, festen Stundenplan und Anwesenheitspflicht. Die Lehrer heißen hier Dozenten, der Unterricht Vorlesung. Doch sobald die Vorlesung beginnt, merkt man, dass man nicht mehr in der Schule, sondern in einer Uni ist. Die BA hat wie jede Hochschule eine Mensa und eine (kleine) Bibliothek. Dass die Bibliothek so klein ist, ist nicht schlimm, da die BA mit der Uni-Mannheim zusammenarbeitet und daher auch dessen Bibliothek genutzt werden kann. Auch der Hochschulsport in der Freizeit wird mit Studenten der Uni-Mannheim absolviert.
BANK: Ich selbst studierte im Fachbereich Bank. Ein Jahrgang besteht aus 3 Kursen mit jeweils 30 Studenten. Es ist allerdings ein weiterer Kurs in Planung. Die Vorlesung sind untergliedert in ABWL (allgemeine BWL), SBWL (spezielle BWL), VWL und Recht. Dazu kommen in den ersten beiden Semestern noch Mathe und EDV. In ABWL werden Bereiche theoretisch wie in der Universität behandelt (Bsp: Finanzierung, Unternehmensführung, Marketing, Insolvenzrecht, Personal, Organisation etc.) In SBWL sind die Themen speziell für den Fachbereich, bei mir also Bank (Bsp: Kredite, Firmenkundengeschäft, Bankmarketing, Anlageberatung, Bankrecht, Auslandsgeschäft).
Der Fachbereich hat 4 festangestellte Professoren, die alle vorher in einer Bank gearbeitet haben, und viele Dozenten aus der freien Wirtschaft, die für die Vorlesung in die BA kommen. Auch dadurch wird ein Praxisbezug gewährleistet. Innerhalb der ersten 4 Semester müssen 2 Praxisberichte geschrieben werden, im fünften die Studienarbeit und danach gleich die Diplomarbeit. Außerdem wird nach jedem der ersten vier Semester innerhalb von einer Woche der Stoff des Semesters in Klausuren abgefragt. Nach dem fünften Semester werden keine Klausuren geschrieben, dafür folgen nach dem sechsten Semester die Diplomklausuren, die über den Stoff der beiden Semester gehen.
Nach jedem Semester kommt man dann in seinem Ausbildungsbetrieb in die Bereiche, die man vorher in der BA durchgenommen hatte und kann dadurch das Wissen in der Praxis vertiefen. FAZIT:
Das Studium ist sicher lohnenswert. Man erhält einen Einblick in die BWL und VWL, hat gleichzeitig einen Praxisbezug, den man im Ausbildungsbetrieb noch vertiefen kann. Allerdings ist das Studium nicht mit einem Studium an der Universität zu vergleichen. Dazu fehlt die Tiefe. Der Abschluss rangiert daher auch unter dem Diplom-Kaufmann. Ein Vorteil gegenüber dem normalen Studium ist sicher die Bezahlung während des Studiums. Man erhält für die komplette Zeit eine Vergütung, die etwas mehr als bei der normalen Ausbildung ist, also auch für die Zeit, in der man studiert. Weitere Informationen gibt es unter:
www.ba-mannheim.de Auf dieser Seite gibt es auch Listen der Partnerunternehmen sortiert nach Fachbereichen.
Update: Seit 2001 können alle Studenten gleichzeitig mit dem Abschluss zum Diplom-Betriebswirt (BA) auch den Abschluss "Bachalor´s Degree with Honours" machen, der von der Open University of London vergeben wird. Somit bekommt man zusätzlich einen international anerkannten Abschluss.
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11.02.2005 11:23
Ich habe selbst an der BA Mannheim studiert und habe im letzten Herbst meinen Abschluss zur Diplom-Wirtschaftsinformatikerin erworben. Ich denke, dass das BA-Studium einen vergleichbaren Abschluss zur Fachhochschule hat. LG Meike
08.04.2003 17:29
An der BA MA studiert mein Freund auch... allerdings Elektrotechnik... ich fange im Oktober ein Bank-BA-Studium in Heidenheim an... Viele Grüße, Sab
28.11.2002 07:42
Meine Kollegin hat an der BA in Mannheim studiert, sie war schon während ihrer Ausbildung in unserer Abteilung ist dann übernommen worden. Das einzige Problem war wirklich, daß sie noch sehr jung war und manche Leute ein Akzeptanzproblem hatten. Hat sich natürlich mit der Zeit gegeben :-) Ich halte ein BA-Studium wirklich für sehr empfehlenswert. Gruß, Sabine