Bärlauch

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Was riecht denn da im Walde?

5  07.08.2002

Pro:
Geschmack, Wirkung, Geruch

Kontra:
vom Aussterben bedroht, event .  der Knoblauchgeruch

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

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Schnellwüchsigkeit:

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Anke.Braun1

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 112 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Heute möchte ich euch eine besondere Pflanze vorstellen, den Bärlauch.
Mein Schwiegervater ist ein Naturliebhaber und kennt sich als Biologielehrer natürlich sehr gut in unserer Pflanzenwelt aus. So kommt es oft vor, das er uns mal wieder ein neues Gewächs vorbeibringt oder wir außergewöhnliche Gewürze, Pflanzen... bei ihm zum probieren bekommen.

Eines Tages nahm er uns mit in einen schönen Saarländischen Wald (welcher wird natürlich nicht verraten ;-)). Er sagte wir sollen mal schnuppern und ihm sagen wonach es im Wald riecht. Eindeutig nahm ich einen strengen Knoblauch Geruch wahr. Ich dachte, das kann ja wohl nicht sein, das es im ganzen Wald so streng riecht.

Er führte uns ein Stück in den Wald hinein und wir standen in einem Meer einer Pflanze die ich nicht kannte, deren Blätter aber denen des Maiglöckchens ähnelten. Es war eine riesige Menge, unvorstellbar. Mein Schwiegerdaddy klärte uns auf, das es sich hier um Bärlauch handelt. Davon hatte ich noch niemals vorher auch nur gehört.

Ich sollte ein Blatt abreißen, es zerreiben und dann riechen. Unglaublich es roch nach Knoblauch. Wir hatten eine große Tüte dabei und sammelten eine große Menge dieser, für mich, wohlriechenden Pflanze.

Was ist Bärlauch?
Bärlauch (Allium ursinum/wilder Knoblauch) gehört zur Familie der Lauchgewächse.
Im Bärlauch enthalten sind, wie beim Knoblauch auch, ätherische Öle.

Die Bärlauchzwiebel ist kleiner als die des Knoblauchs und findet selten Verwendung. Am besten sind die jungen Blätter, die man im Frühjahr vor der Blütezeit (März bis Mai) sammelt.

Bärlauch gilt als sehr gesund und wird mittlerweile bei z.b. Darmpilzerkrankungen zur Reinigung und Desinfektion verwendet. Auch auf das Blut hat er eine positive, reinigende Wirkung. Er ist Cholesterin- und blutdrucksenkend.

Bärlauch ist vom Aussterben bedroht, was ich mir fast nicht vorstellen kann, bei der Menge wie er bei uns zu finden ist.

Es ist aber eigentlich nicht zu empfehlen auf eigene Faust und ohne Kenntnis der Pflanzenwelt den Wald nach Bärlauch zu durchsuchen. Denn es gibt zwei Pflanzen die dem Bärlauch zum verwechseln ähnlich sehen. Davon ist eine sogar tödlich.
Zum einen sieht, wie schon erwähnt, das Maiglöckchen so aus. Dieses enthält herzaktive Glycoside, die bei einem gesunden Menschen jedoch keine lebensgefährlichen Vergiftungen zur Folge haben.
Jedoch eine Pflanze, vor dieser hat Schwiegerdaddy uns sofort gewarnt und sie uns auch gezeigt, führt nach Genuss den Tod herbei. Es ist die Herbstzeitlose! Diese Pflanze enthält in all ihren Pflanzenteilen das Alkaloid Colchicin in hoher Dosis.
Nur mit Erfahrung kann man die Blätter voneinander unterscheiden. Und nur im direkten Vergleich kann man die Unterschiede erkennen.

Deshalb sollten Menschen die sich in diesem Gebiet nicht auskennen (zu dieser Gattung zähle ich auch, aber ich hab ja meinen Schwiegerpapa) den Bärlauch besser kaufen.
Über Preis und Einkaufsmöglichkeit kann ich leider nichts sagen, da wir ihn ja immer selbst pflücken, aber er soll sehr teuer sein und ich denke das man ihn auf jeden Fall in Feinkostläden erwerben kann.
Bärlauch sollte nicht gekocht, sondern roh verwendet werden, da sonst das Aroma verloren geht. Wird er zu hohen Temperaturen ausgesetzt, nimmt die Speise nicht den Geschmack, aber die Luft den Geruch des Bärlauches auf.

Aufbewahrung
Trocknet man Bärlauch verliert er einiges seines Aromas und kann dann nur noch in großen Mengen verwendet werden.
Er lässt sich aber, entgegen der landläufig verbreiteten Meinung, sehr gut einfrieren. Wir haben eine ganze Schublade voll in der Truhe und verfeinern damit so allerlei Gerichte.
Noch eine sehr gute Art Bärlauch zu konservieren, man macht eine Pesto daraus.

Pesto-Rezept
50g Bärlauch
2 EL Pinienkerne (ca. 20g)
2-3 Knoblauchzehen (geschält, geviertelt)
50 – 100 ml kaltgepresstes Olivenöl oder Bärlauchöl
ein wenig Salz
gemahlener schwarzer Pfeffer (reichlich)
50g frisch geriebener Parmesan

Bärlauch waschen und trocknen, grob zerreißen, mit Pinienkernen, dem Knoblauch, Öl, Salz und Pfeffer fein pürieren.
Dann den Parmesan darunter mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Tipp: Käse und Knoblauch weglassen, dann ist die Pesto in einem verschlossenen Glas und mit 1 cm Öl bedeckt, 1 Jahr haltbar. Den Käse und den Knoblauch macht man dann vor der Verwendung dazu.

Die Pesto machen wir einfach über Nudeln. Die können nach Geschmack mit Soße sein oder auch pur. Auch zu Suppen passt sie sehr gut.
Bärlauch-Pesto steht bei uns immer im Kühlschrank und eignet sich auch sehr gut als Mitbringsel. Unsere Verwandtschaft hat sich bisher immer riesig gefreut und die Pesto und es fand großen Anklang.

Wir verwenden Bärlauch überall da wo Knoblauch passt. Er ist auch herrlich zu Frischkäse.
Wir haben schon Bärlauchgnoccis daraus gemacht, das war auch super lecker (einfach ein Bund Bärlauch in den Nudelteig).

Also für uns ist diese Pflanze nicht mehr aus der Küche wegzudenken. Und da wir den Vorteil haben zu wissen wo er wächst und darüber hinaus auch welchen im Garten haben (einfach einige Zwiebeln ausbuddeln und zu Hause an einem schattigen Ort einpflanzen), findet man ihn bei uns in vielen Speisen.

Das einzigste was mich stört ist der penetrante Geruch in der Truhe, der mittlerweile auch auf viele andere Lebensmittel übergegangen ist. Frisch eingefroren hat er noch extremer gerochen, jetzt riecht man nichts mehr. Es kann natürlich auch sein das ich es nicht mehr rieche. Bin ja tagtäglich hier und man gewöhnt sich mit der Zeit an alles ;-)
Ach noch was, Bärlauch riecht zwar wie Knoblauch, hat aber nicht die Wirkung den Körpergeruch zu verändern. Die unerwünschte Knoblauchausdünstung entfällt also ;-)

So, ich hoffe nichts vergessen zu haben, das wichtigste ist gesagt.

Anke.Braun1, am 7. August 2002
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Lucky2112

Lucky2112

26.02.2004 21:19

aber nich in dem Wald, wo wir uns Samstag verlaufen haben, oder? *g*

trampastheo

trampastheo

20.06.2003 10:57

Knoblauchgeruch? Ich liebe ihn:) Aber Tsatsiki kann man damit nicht machen oder? Gruss, Theo

Heksen

Heksen

02.05.2003 21:10

Naja. Wenn jemand Herbstzeitlose im Herbst für Bärlauch einsammelt, gehört er auch bestraft ... dann ist der Bärlauch nämlich schon längst wieder in seiner Zwiebel und wartet auf den nächsten Frühling :-)

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