Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
nicht viel, außer nette Kunden und Kollegen |
| Kontra: |
Stress, unbezahlte Überstunden, Verstoß gegen Arbeitsrecht , Kunden werden belogen |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Die fröhlich gelben Märkte der Bio-Kette Basic machen einen sehr einladenden Eindruck. Als Kunde fühlt man sich hier wohl. Die Mitarbeiter sind meistens freundlich und sehr engagiert. Das Image der Firma geriet ein wenig ins Wanken, als 2007 eine Geschäftsbeteiligung von Lidl im Gespräch war. Genau aus diesem Grunde, wurde aus der Sache auch nichts.
Die Basic AG wirbt mit Bio zu einem günstigen Preis, legt Wert auf soziale Verantwortung und unterstützt den fairen Handel. Ein weiteres großes Thema ist die Frische, mit der die Werbetrommel gerührt wird.
So weit, so gut. Wer als Kunde bei Basic einkaufen geht, sieht dieses Image meistens auch bestätigt. Die Märkte wirken sauber, alles ist schön dekoriert und das Sortiment ist groß.
Ich bin früher auch sehr gerne bei Basic einkaufen gegangen.
Ich möchte in diesem Erfahrungsbericht aber nicht auf meine Erlebnisse als Kundin eingehen. Ich habe während meines Studium selbst 4 Jahre lang als Verkäuferin in Teilzeit bei Basic gearbeitet.
Und über das, was ich dort zum Teil erlebt habe, möchte ich an diese Stelle einmal berichten.
Ich versichere, dass alles, was ich in diesem Bericht schreibe, sich ganz genau so zugetragen hat. Ich habe nichts übertrieben, alles entspricht den Tatsachen.
Ich hatte, bevor ich bei Basic anfing, auch schon in einem kleineren Bioladen gearbeitet und kannte mich deswegen ein wenig im Bio-Bereich aus.
Mein Vorstellungsgespräch bei Basic war total klasse, die Marktleiterin war eine junge, sympathische und lockere Frau und ich habe mich sofort sehr wohl gefühlt. Das angebotene Gehalt war, für eine ungelernte Kraft im Einzelhandel, recht gut und ich habe mich sehr gefreut, als ich die Stelle bekam.
Ich fing zunächst im Bistro des Marktes an, habe aber später auch in anderen Abteilungen gearbeitet.
Die erste Zeit erlebte ich sehr positiv. Mit den Kollegen habe ich mich gut verstanden, was auch bis zuletzt so war und einer der Hauptgründe, warum ich so lange dort gearbeitet habe.
Nach einiger Zeit aber wurde begonnen, das Personal ein wenig zu reduzieren. Ausgebildetes Personal wurde in andere, neue Filialen versetzt und statt dessen, wurden die freien Stellen nur noch mit Auszubildenden besetzt. Die Azubis aber mussten, neben der eigentlichen Arbeit, erst einmal von uns ausgebildet werden.
Um zu verdeutlichen, wie sich das in der Praxis auswirkte, schildere ich als Beispiel einmal die Arbeit hinter der Theke der Bäckerei. Die Basic Filiale, in der ich angefangen habe, liegt mitten in der Innenstadt einer Großstadt und ist sehr gut frequentiert. Das heißt, es herrscht vor der Theke immer ein großer Andrang, gerade zu den Stoßzeiten. Neben Backwaren werden dort auch warmes Mittagessen und Snacks wie belegte Brötchen etc. verkauft, die vom Personal zubereitet werden müssen. Die Aufgaben einer Verkäuferin sind Kunden bedienen, Brötchen und Brot nachbacken, Ware einräumen, Kaffee und frische Säfte zubereiten, Brötchen schmieren, Geschirr abräumen, in die Spülmaschine stellen und abtrocknen und vieles mehr. Außerdem muss bis halb neun abends die komplette Theke einschließlich aller Geräte, Kühlschränke, Backofen, Glasscheiben etc. blitzblank geputzt werden. Um das zu schaffen, muss damit schon spätestens um 19 Uhr begonnen werden.
Als ich bei Basic anfing, waren dazu drei Mitarbeiter gleichzeitig eingeteilt und Azubis zusätzlich, denn die sollten ja ausgebildet werden. Diese drei Mitarbeiter waren zu den Stoßzeiten schon ganz schön gut ausgelastet, man konnte die Arbeit zu dritt aber schaffen und es war auch gewährleistet, dass jeder einmal Pause machen konnte. Nach dem ersten Personalabbau sollte diese Arbeit von zwei Mitarbeitern erledigt werden, was uns schon ganz schön an die Grenzen der Belastbarkeit trieb, später war man sogar oft ganz alleine. Pausen konnten an manchen Tagen gar nicht gemacht werden. Was es heißt, an einem acht stündigen Arbeitstag keine Essenspause zu machen, kann sich sicherlich jeder vorstellen. Essen war dann nur heimlich hinter der Theke in der Hocke möglich, so dass es keiner sehen konnte. Unsere damalige Marktleiterin versuchte sich, denke ich, für uns einzusetzen, aber auch sie geriet zunehmend unter Druck. Überstunden waren bald in allen Abteilungen an der Tagesordnung, die dann wegen Personalmangels auch nicht mehr abgebaut werden konnten. In Folge wurden immer häufiger Mitarbeiter krank, was für die übrigen noch mehr Überstunden bedeutete. Die Spätschichten gingen bis 21 Uhr, manch einer war dann erst nach zehn zu hause und musste zur Frühschicht, die um 6 begann, schon wieder vor 5 aufstehen. Damit hat Basic regelmäßig gegen das Arbeitsrecht verstoßen. Die Stimmung im Unternehmen wurde immer schlechter, manche kündigten auch.
Der Sparkurs der Basic Aktionäre beschränkte sich aber nicht nur auf die Personalplanung. Plötzlich wurden auch alle Abteilungen dazu angehalten den Umsatz zu steigern und dabei den Wareneinsatz deutlich zu verbessern, was im Klartext bedeutet, dass mehr verkauft und am besten nichts mehr weggeschmissen werden sollte. Der Druck, der auf die Abteilungsleiter vom Unternehmen ausgeübt wurde, war sehr groß. Ich weiß, dass da indirekt auch mit Kündigung gedroht worden ist, wenn die vorgegebenen Zahlen nicht eingehalten werden. Mittlerweile war unsere Marktleiterin, die wirklich sehr in Ordnung war, auch nicht mehr im Unternehmen beschäftigt.
Um also die Vorgaben zu erfüllen, wurden die Regeln geändert. Zuvor war es bei Basic selbstverständlich gewesen, dass das Brot jeden Tag frisch verkauft wurde. Nun mussten wir das alte Brot vom Vortag am nächsten Tag wieder ins Regal legen. Die Salate in der Frischetheke wurden manchmal drei Tage lang verkauft. Die Anweisung war, für die Zubereitung nur dunkle Blattsalate zu nehmen, da man das hier nicht so sieht.
Sogar der Belag aus den nicht verkauften belegten Brötchen wurde manchmal abends aufgehoben und am nächsten Morgen wieder verwendet. Abgelaufene Feinkostsalate wurden einfach mit einem neuen Haltbarkeitsdatum versehen, wenn die Abteilungsleiterin der Meinung war, dass sie noch gut riechen.
Zur Ehrenrettung meiner Kollegen muss ich aber sagen, dass nicht jeder diese Anweisungen befolgte, einige hatten aber auch gar kein Problem damit. Ob diese Anweisungen direkt von Basic kamen oder eher eine Eigeninitiative der Marktleitung waren, um die Vorgaben zu erfüllen, kann ich nicht beurteilen.
Ich selbst habe mich dann, weil ich aus privaten Gründen umgezogen bin, in eine andere Filiale versetzen lassen.
Dort war dann allerdings alles noch viel schlimmer. Die Marktleiterin war voll auf Unternehmenskurs. Fleisch und andere Waren wurden, nachdem sie abgelaufen waren, im Bistro zum Mittagessen verkocht, ebenso altes, schon halb vergammeltes Gemüse, aus dem wir mühsam die noch brauchbaren Teile herausschneiden mussten. Das daraus gekochte Mittagessen wurde dann für 4-8 Euro verkauft. Das Essen wurde von morgens 7 Uhr bis zum Nachmittag warm gehalten. Abends sollten die Reste dann kalt gestellt werden um am nächsten Tag wieder in den Warmhaltebehälter zu wandern. Dass dies gesetzlich nicht zulässig ist, hat die Verantwortlichen nicht interessiert. Ganz zu schweigen davon, dass hier gesunde Ernährung für viel Geld verkauft wird, die im besten Falle nur frei von Vitaminen ist. In einer Mitarbeiterbesprechung ging es darum, das Angebot des Mittagessens zu erweitern. Die Marktleiterin sagte, dass sei eine lohnende Sache weil: „ da können wir unseren Abfall verwerten“. Das hat sie wirklich wortwörtlich so gesagt.
Das Personal war auch in dieser Filiale so knapp, dass man die Arbeit gar nicht mehr schaffen konnte. Abends wurde oft eine halbe Stunde länger gearbeitet, die man zwar theoretisch aufschreiben konnte. Da aber die meisten Mitarbeiter Angst hatten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, wurde die Mehrarbeit in der Regel unbezahlt verrichtet. ( Die Angst um den Arbeitsplatz wurde durch Basic ganz bewusst forciert, ein weit verbreitetes Mittel …)
Außerdem trug zur gedrückten Stimmung der Mitarbeiter die Behandlung durch Vorgesetzte bei. Mitarbeiter wurden vor den Kunden von der Regionalleiterin angebrüllt und auf ekelhafte Art und Weise schikaniert. Da wurde z.B. einem Azubi verboten nach 6 Stunden Arbeit ohne Pause auf die Toilette zu gehen, mit der Androhung einer schriftlichen Abmahnung.
Ich hatte immer noch mein recht gutes Anfangsgehalt, die meisten meiner Kollegen, die später angefangen hatten, verdienten aber weniger als ich.
Bald war es auch mir alles zu bunt und ich kündigte. Später habe ich einen unserer Azubis auf der Straße getroffen, der mir erzählte, er habe schon seit zwei Monaten sein Gehalt nicht mehr bekommen. Wie es heute im Unternehmen aussieht, möchte ich gar nicht wissen.
Ich kann auf Grund meiner Erfahrung nur sagen, dass bei Basic nicht nur das Image in keinster Weise mit der Wirklichkeit übereinstimmt, sondern dass hier der Kunde auch gezielt belogen wird. Basic ist eine Aktiengesellschaft und wie die meisten Unternehmen nur an immer höheren Gewinnen interessiert. Und so heißt Bio leider heute oft mit dem schlechten Gewissen der Leute viel Geld zu machen.
| weitere Erfahrungsberichte |
QWERTZ
Bewertung für Basic AG von
Glutamine
Pro: Alle
Kontra: Keine
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Bericht lesen
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich |
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sehr hilfreich
03.01.2010
(14.09.2010)
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basic beeindruckt
Bewertung für Basic AG von
relaxo_pokemon
Pro: Tolle Ware, breites Sortiment, nette Mitarbeiter, tolle Ladenlokale
Kontra: Märkte haben zu wenig Parkplätze (die, die ich kenne)
Ich möchte für basic eine Lanze brechen! Dort finde ich alles, was ich im konventionellen Handel nicht bekommen kann, bzw. nicht in den bei basic angebotenen Qualitäten. EDEKA & Co. führen eben keine Verbandsware à la demeter, Naturland usw.. Wahrlich ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich |
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hilfreich
29.01.2010
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