Basso Devil

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... Ich fuhr mit meinem Vater nach Italien ins Basso Werk, dort wurde ich dann auf einem Fahrrad-Modell per Computer vermessen und der Rahmen wurde maßgeschneidert einige Wochen später ausgeliefert. Wer nicht die Möglichkeit hat nach Italien zu fahren, für den stehen auch einige Händler in Deutschland ... Bericht lesen





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ITALIENISCHER LUXUSRENNER
Erfahrungsbericht von benscho85 über Basso Devil
21.03.2004


Produktbewertung des Autors:   

Häufigkeit der Nutzung  

Pro: schönes italienisches Design, Maßanfertigung möglich, Vollcarbongabel verspricht geringes Gewicht, gute hauseigene Komponenten
Kontra: Steifigkeit, Kurvenverhalten

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Hallo zusammen, nachdem ich nun 10 ciao! –freie Tage hatte, melde ich mich nun mit einem Bericht zum Thema Fahrrad zurück, genauer gesagt springe ich in die Kategorie Rennrad.
Wieso? Dafür gibt’s zwei Gründe: Zum einen war ich früher selbst Lizenzrennradfahrer und zum anderen finde ich die bisherigen Berichte die ich über Rennräder lesen musste mehr als dürftig. Ich hab jährlich nach einer Saison meinen Rahmen inklusiver den meisten Komponenten gewechselt, Reifen hielten bei mir gerade mal 1 Monat, mein Jahrespensum lag bei ca. 20000km, wobei ich dieses Modell im Jahre 2001 die besagten Kilometer über die Straßen Deutschlands, Österreichs, Italiens und Spaniens bewegt und somit sowohl Abfahrten als auch Bergfahrten jeder Art fahren konnte und ca. 4000 Rennkilometer mit dem Rad zurück legen konnte. Hier nun der Test:


→ Anfertigung – Maßanfertigung !
→ Komponenten
→ Der Rahmen
→ Gabel
→ weitere Komponenten im Test
→ Allgemeiner Test
→ Fazit

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Anfertigung – Maßanfertigung !
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Die Anfertigung dieses Modells ist „profigleich“. Ich fuhr mit meinem Vater nach Italien ins Basso Werk, dort wurde ich dann auf einem Fahrrad-Modell per Computer vermessen und der Rahmen wurde maßgeschneidert einige Wochen später ausgeliefert.
Wer nicht die Möglichkeit hat nach Italien zu fahren, für den stehen auch einige Händler in Deutschland zur Verfügung, die diese Aufgabe durchführen. Des Weiteren steht eine breite Auswahl an Rahmenmodellen zur Verfügung in den Größen 47-64, was einer Körpergröße ab 1,55 bis über 2m entspricht, ist natürlich stark von der Beinlänge abhängig. Das neueste Basso Devil Modell, über das ich hier nicht schreibe ist in den Größen S, M, L und XL erhältlich.

Vorteil Maßanfertigung:
Ein Standartrahmen hat immer einen bestimmen Ausmaßbereich, d.h. die Proportionen zwischen Oberkörper, Arme und Beine werden bei zahlreichen Menschen im Durchschnitt errechnet und dann einer Rahmenzuordnung zugewiesen.
Hat man aber nun lange Arme, kurze Beine und einen durchschnittlichen Oberkörper stößt man mit den Standartrahmen schnell an die Grenzen, was bedeutet, dass man die Sattelstütze entweder weiter herausnehmen muss (Gewichtsverlagerung zu Kosten der Steifigkeit), eine kürzere Tretkurbel wählen muss (Kräfteverhältnisse werden gestört) oder aber man anhand des Vorbaus ausgleichen muss und so die Lenkeigenschaften so beeinflusst werden.
Für den Alltagsgebrauch und den Hobbyfahrer sicher keine nennenswerte Punkte, doch wer wirklich ein Rad für den ehrgeizigen Einsatz sucht, für den ist eine Maßanfertigung sicher überlegenswert.
Leider kenne ich nicht die aktuellen Preise für diesen Sonderservice für Jedermann, er dürfte sich jedoch auf ca. 200€ belaufen. Für den Rahmen selbst fallen momentan ca. 850€ Kosten an.

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Komponenten
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Das Problem bei Fahrrädern ist, das man in der Kategorie Basso Devil ja eigentlich nur den Rahmen vergleichen kann, da die restlichen Komponenten je nach Kundenwünschen zusammengebaut werden, oder aber von ihrem Händler bereits ausgesucht wurden. Aus diesem Grunde beschränke ich mich bei diesem Test auf den Rahmen, die Gabel, den Vorbau sowie den Lenker, dem Steuersatz, der Sattelstütze, den Brems/Schaltzügen, sowie das Zusammenspiel aller Komponenten mit meiner Ausstattung.
Ich verwendete zum Test folgende Komponenten

Gruppe: Mischung aus Chorus und Record mit 2x9 und Zahnkranz von 16-23
Pedale: Look 396 in gelb
Rahmen, Gabel, Steuersatz, Sattelstütze, Vorbau und Lenker sowie Brems/Schaltzüge: Basso
Sattel: Selle Italia SLR
Reifen: Continental Grand Prix 3000
Laufräder: Mavic Ksyrium Elite sowie Campagnolo Record

Die Komponenten wechselte ich wegen dem großen Kilometerzahlen und etwaigen Rennumfällen des Öfteren.

Der Rahmen hat ein gewicht von etwa 1500g, das Komplettrennrad kam somit auf gute 8,2kg Gesamtgewicht.

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Der Rahmen
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Leider hab ich mein Rad zum Beschreiben nun nicht neben mir stehen, da ich es beim Umzug bei meinen Eltern gelassen habe, da der Rahmen inzwischen zu klein ist und nun von meinem Vater genutzt wird. Aber ich denke das bekomme ich auch so hin:
Der Rahmen ist aus Aluminium, wiegt knapp 1500g und zählt somit zu den leichten Rahmen der Rennradbauer. Der Rahmen ist das Wichtigste für die Steifigkeit des Rades, er ist das wichtigste Element um später schnell zu sein. So darf er weder zu leicht noch zu schwer sein, denn auch das Gewicht ist schließlich entscheidend. Viele sind der Meinung, wenn man selbst 20kg Übergewicht hat kommt es auf 200g beim Fahrrad nicht an, doch da liegt man sehr falsch. Das Fahrrad ist die bewegt Masse und beeinflusst bei höherem Gewicht sofort die Krafteinwirkung des Fahrers. Da bringen 200g weniger schnell mal 5% mehr Ausschöpfung. Ich weiß der Hobbyfahrer schüttelt nun den Kopf und denkt sich seinen Teil über meinen Bericht, doch der ambitionierte Rennfahrer weiß wovon ich rede.

Nun zum Basso Devil Rahmen:
Den Basso Devil Rahmen gab es in mehreren Farben, ich entschied mich für eine anthrazit metallic Besprühung mit gelb-rotem Schriftzug. So wirkte der Rahmen sehr edel und reflektierte schön unter Sonneneinstrahlung. Der Lack ist eigentlich so gut wie gar nicht Kratzempfindlich und verspricht so eine lange Lebensdauer. Auch nach einigen Stürzen konnte ich keine Abschürfungen erkennen.
Im Notfall liefert Basso die passenden Lackfarben zum Nachbessern.

Der Härtetest:
Doch auf schnellen Abfahren mit über 80km/h oder während des Rennens an Anstiegen zeigen sich schnell die Schwächen dieses Rahmens. Man bekommt aufgrund der geringen Seitensteifigkeit schnell ein unwohles Gefühl auf dem Rahmen.
Kleines Beispiel:
An einer Verkehrsinsel zeigt sich ziemlich schnell, wie gut ein Rad „liegt“. Versucht man mit mehreren Räder so schnell wie möglich diese Verkehrsinsel zu umkreisen, stellt man relativ schnell fest das das Basso schnell an seine Grenzen stößt. Es fühlt sich schwammig an, man hat nicht den „Mut“ noch schneller zu fahren, da man Angst hat man könnte stürzen. Und das ist nicht nur für einen Lizenzfahrer zu spüren, mit diesem Rahmen wird auch ein Hobby und Freizeitsportler keine große Lust haben die Kurvengeschwindigkeiten zu erhöhen.
Dies wirkt sich natürlich auch im Rennen aus, vor Allem bei Abfahrten ist es wirklich ein Problem, das Fahrrad durch die Kurven zu bewegen. Im Rennfeld, wo Ellenbogeneinsatz gefragt ist, wird man sich mit diesem Rad wohl weniger zumuten, als mit einem mit mehr Steifigkeit.

Fazit Rahmen: Der Rahmen ist optisch mehr als schön, die Rohre sind nicht zu dick, die Form ist sehr geschwungen. Sehr schön auch, dass das Schaltauge auswechselbar ist (Info: Das Schaltauge ist am Ende des Rahmen, an der Stelle des Schaltwerks, und ist die anfälligste Stelle bei einem Sturz. Man spart sich so viele Kosten, da ansonsten ein neuer Rahmen fällig wäre.). Der Steuersatz ist bei diesem Rahmen, im Gegensatz zu den neueren Modellen, noch nicht integriert. Allerdings gibt es doch eben DEN entscheidenden Nachteil, die Steifigkeit, eines der wichtigsten Argumente eines Rennradrahmens. Da wirkt der Devil Rahmen einfach zu schwammig und somit eher rennsportungeeignet.

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Gabel
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Die Gabel des Basso Devils ist aus Vollcarbon, den wohl leichtesten Werkstoffes im Rennradbau.
Bei den Gabeln unterscheidet man bei den Carbon-Gabeln eben zwischen Teilcarbon (die Gabel ist aus Carbon, der Schaft aus Alu), die zwar billiger ist, aber meistens eine größere Steifigkeit liefert und der Vollcarbon Gabel die leider meistens etwas weniger Steifigkeit bringt, dafür aber etwas leichter ist. Da gespartes Gewicht im Radsport mit Geld gleichgesetzt werden kann, ist diese doch etwas teurer.
Das entscheidende Problem ist jedoch wieder die Steifigkeit. Die Gabel ist mit dem Rahmen mit dem hauseigenen 1 Zoll Steuersatz verbunden, der deutlich weniger Steifigkeit verspricht als die neuen 1 1/8 Zoll Steuersätze. Hinzu kommt eine sehr unsteife Carbongabel, die zwar leicht ist, aber die bereits unter „Rahmen“ genannte Probleme doch noch weiterhin verstärkt.
Optisch ist die Gabel mehr als schön, sie ist im Design des Rahmens und man sieht aus der Matalliclackierung die Carbonfarben hervorschimmern.

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weitere Komponenten im Test
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Sattelstütze: Alu 7075, CNC-gefräst. Die Sattelstütze ist erstaunlicher Weise sehr leicht wiegt nur 200g in der 240mm Ausführung. Sie ist aus Aluminium gefertigt, und steht den Carbonsattelstützen in nichts nach. Sie ist sehr steif, leicht und der Verschluss ist gut gelöst.

Vorbau/Lenker: Der Vorbau und Lenker ist aus dem selben Material, wie die Sattelstütze. Der Vorbau ist in allen gängigen Längen erhältlich, ebenso der Lenker in allen Breiten. Die Steifigkeit ist hier auch überzeugend. Es macht Spaß mit diese Kombination zu fahren. Der Vorbau war dann allerdings nach meinem ersten Sturz so stark beschädigt, dass er ebenso wie der Lenker ausgetauscht werden musste. Basso bespannt den Lenker mit dem passenden Lenkerband, damit das Design des Gesamtwerkes stimmt. Es ist ein offener Vorbau, was bedeutet, das man ihn ohne Demontage der Bremshebel an den Lenker anbringen kann.

Brems/Schaltzüge: Eigentlich in der Gruppe enthalten, dennoch verbaut Basso hier die Hauseigenen Züge. Sie sind auffallend etwas dicker, aber gerade dadurch sind sie sehr präzise und müssen kaum Nachgestellt werden. Ich würde diese Züge über derer der Record Gruppe einstellen.


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Allgemeiner Test
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Zusammen mit all meiner Komponenten konnte ich die Steifigkeit wieder etwas abgleichen. Ich nutze das Zeit in allen Lebenslagen, und es war sehr gut im Bergzeitfahren. Dort kam mir die Leichtigkeit des Rahmens zu Gute und verhalf mir zu einer guten Platzierung.

Ebenfalls setzte ich den Rahmen während eines normalen Zeitfahrens zusammen mit Scheibenräder und Vorbau ein. Da dort relativ starker Seitenwind herrschte, war das Rad fast unkontrollierbar. Die Lenkung ist im Zusammenhang mit einem Vorbau einfach zu unpräzise. Man kann während des Zeitfahrens so sehr schwer die Kurvengeschwindigkeiten halten.

Im normalen Renngebrauch stellten sich die unter „Rahmen“ genannten Punkte in den Vordergrund und es war oft schwierig taktisch im Feld zu reagieren.
Dennoch gelangen mir einige Siege mit diesem Rennrad.

Es war ein sehr gutes Trainingsrad, das mir stets treue Dienste leistete.

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Fazit
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Da sich der Preis für ein Komplettrad dann doch auf mindestens 2500€ mit dem Basso Devil Rahmen beläuft, ist es doch eher eine abzuratende Kaufentscheidung. Ich entschied mich im darauf folgendem Jahr für das Spitzenmodell der Canyon Serie, dass doch einige bessere Dienste leistete und mir erst die Nachteile des Devil Rahmens Nahe legte. Wer ein schönes italienisches Rad, mit schönem Lack sucht, wird hier zwar sicher fündig, aber in Sachen Basso würde ich euch dann doch denZer Rahmen empfehlen, der deutlich mehr Steifigkeit aufweist.

Hoffe konnte euch einen kleinen Einblick in die Erfahrungen mit dem Basso Devil geben.

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© benscho85
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Basso Devil

Haupteigenschaften

Produkttyp: Rennräder

Hersteller: Basso

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