Basteln mit Holz

Erfahrungsbericht über

Basteln mit Holz

Gesamtbewertung (4): Gesamtbewertung Basteln mit Holz

 

Alle Basteln mit Holz Testberichte

 Eigenen Erfahrungsbericht schreiben


 


selbst ist der Mann - oder die Frau

5  29.07.2007

Pro:
der Gedanke, etwas selbst gemacht zu haben

Kontra:
etwas handwerkliches Geschick erforderlich, Kosten

Empfehlenswert: Ja 

EarlSneedSinclair

Über sich: im Moment inaktiv

Mitglied seit:09.06.2007

Erfahrungsberichte:26

Vertrauende:13

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 50 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hallo zusammen!

Ich möchte euch heute über eines meiner Projekte erzählen. Ich bin mir nicht sicher ob ich hierzu die richtige Rubrik gewählt habe, aber etwas passenderes habe ich nicht gefunden.


Um was geht es eigentlich?

Mein Ziel war es, die klassischen Nachttischkommode im Schlafzimmer abzuschaffen und etwas neues, modernes, selbstgebautes zu erschaffen. Eine Art Ablage am Kopfteil des Bettes also, das als Stellplatz für Wecker und ähnliches dient. Das Highlight: Die Beleuchtung mit Farbenwechsler.


Wie soll ich mir das vorstellen?

Meine Entwurfsskizzen änderten sich fast täglich, aber die endgültigen Bleistiftstriche zeigten einen Holzkasten der etwas breiter als das Bett ist, 204 mm breit und 200 mm hoch ist. Als Material wähle ich 12 mm starke Birke-Multiplexplatten. Darüber kommt eine Plexiglasabdeckung mit 60 % Lichtdurchlässigkeit, also im Prinzip Milchglas aus Kunststoff. Auf der Seite habe ich noch ein kleines Regal montiert, das 350 mm hoch und 200 mm tief ist. Das ergibt eine Gesamthöhe von 550 mm, also so hoch dass es ideal für mein geschwungenes Kopfteil passt. Innen drin befinden sich dann jeweils 26 blaue und gelbe LEDs die an einem 12V Trafo hängen. Mehr dazu aber später noch.


Somit wären wir schon bei der Materialliste:

- Überspannungsschutz für das elektrische System 4,70 €
- LEDs 5,96 € (ich hab beide Farben im 50er Pack gekauft, hier habe ich nur die benötigte Stückzahl berechnet)
- spezieller LED Trafo 23,95 €
- Montageringe für LEDs 5,02 €(diese habe ich im 100er Pack gekauft, wieder habe ich nur die benötigten berechnet) bzw. Sekundenkleber
- Das Birkenholz im Zuschnitt 25,70 €
und dann kommen noch ein Serienschalter für ca. 3 €, Kabel im Wert von ca. 5 €, das Plexiglas für ca. 20 € und Kleinmaterial wie Schrauben dazu. Für diese Sachen konnte ich die Rechnungen gerade nicht finden.
Alles in einem also keine billige Sache

Man kann aber die Montageringe durch Sekundenkleber ersetzen und es muss nicht unbedingt ein spezieller Trafo sein, ein einfacher funktioniert genauso.


Was braucht man sonst noch?

Geduld, handwerkliches Geschick, und Werkzeug wie Bohrmaschine, Winkel, Schraubendreher (wir im Süden nennen es ja "Schraubenzieher"), Stichsäge bzw. Laubsäge, Schleifpapier und Wasserwaage


Nun geht's los:

Die Holzplatten habe ich im Baumarkt meines Vertrauens (Bauhaus Regensburg) erworben. Ich habe eine halbe Stunde Wartezeit in Kauf genommen (5 Personen vor mir die teils wesentlich größere Projekte verwirklichen wollten) um alles direkt zuschneiden zu lassen. Somit habe ich exakte Kanten und genaue Maße, außerdem bezahle ich nur die benötigte Ware, da der genaue Quadratmeterpreis ausgerechnet und berechnet wird.
Das Plexiglas besorgte ich über einen Ebay-Händler, ebenfalls im Zuschnitt. Für die Abdeckung bestellte ich 3 mm starkes Milchglas und für die Platte wo die LEDs montiert sind ein normales, durchsichtiges 2 mm starkes Plexiglas.
Die LEDs, die Widerstände (mehr zurTechnik später), den Trafo und die Montageringe bestellte ich bei ebenfalls über Ebay.
Der Schalter wurde günstig vom Baumarkt erworben (gute Qualität von z. B. Busch-Jäger kostet ca. 8 €, das war mir zu teuer und ich entschied mich für ein Billigprodukt das jedoch auch sehr schick aussieht und ebenfalls super funktioniert).
Als Drähte habe ich einfach Kabelreste benutzt, die irgendwo mal übrig geblieben sind. Bei den derzeitigen Kupferpreisen wäre das sonst kein billiger Spaß geworden.
Als zusätzlichen Schutz vor den "gefährlichen Spannungen" habe ich noch eine ganz billige Verteilerdose für ein paar Cent (Internethandel www.pollin.de) erworben. Als Zuleitung von der Steckdose diente das Kabel vom alten Kühlschrank, das ich zufällig im Keller gefunden habe.

Eins noch vorweg: Wer sich nicht mit Elektrik auskennt sollte die Beleuchtung besser weglassen, es ist zwar eine einfache Schaltung aber für Anfänger trotzdem nicht ohne!!

Zuerst habe ich das Holzgehäuse mit speziellen Zwingen die zum Bau von Bilderrahmen gedacht sind eingespannt und zusammengeschraubt. Dann habe ich ein Loch im Boden für die Zuleitung und ein großes auf der Seite für den Schalter gebohrt bzw. gesägt.
Die nächsten zwei Wochen war ich nur mit dem Löten der LEDs beschäftigt. Aber was sind LEDs eigentlich? Es wird mit Sicherheit die Beleuchtung der Zukunft! Sie brauchen nicht viel Strom, leuchten sehr hell (es gibt auch so helle bei denen man nicht mit dem Auge hineinschauen darf weil es sonst zu schweren Schäden kommen kann!), haben eine extrem kleine Bauweise (ca. 5 mm hoch) und lassen sich überall einsetzen. Die Abkürzung bedeutet light emitting diode, also Licht aussendende Diode. Die Funktionsweise lässt sich relativ einfach erklären: Es ist das Gegenteil der Solaranlage. Dort wird durch Lichteinstrahlung Strom bewegt und bei den LEDs wird durch Strombewegung Licht ausgesendet.
Ganz wichtig ist der Vorwiderstand, an dem ein bestimmt der Teil der Spannung in Wärme umgewandelt wird. Sonst würde die LED unendlich viel Strom "saugen" und irgendwann platzen. Aber ich denke, genauer brauche ich gar nicht ins Detail gehen weil ich sonst zuerst eine Einführung in die Elektrotechnik geben müsste.
Am Pluspol der LED habe ich den Widerstand angelötet und daran das Kabel und am Minuspol das andere Kabel. Darüber kamen jeweils Schrumpfschläuche, die bei Erwärmung (z.B. durch Feuerzeug oder Heißluftpistole) schrumpfen (was ja der Name schon sagt) und somit ganz eng am Kabel anliegen und isolieren. Es ist egal, ob der Widerstand am Plus- oder Minuspol angelötet wird, aber man muss beachten dass man sie richtig am Trafo anschließt!
Leider funktionierten die Montageringe nicht richtig da sie einfach zu brüchig waren. Na toll, für diesen Beutel hab ich fast 10 € gezahlt, das war rausgeworfenens Geld! Also griff ich zur normalen Methode und klebte die LEDs mit Sekundenkleber in die vorher gebohrten Löcher in das Plexiglas.
Alle LEDs habe ich parallel, also nicht nacheinander sondern nebeneinander geschalten. Das geht aber wieder leider zu sehr in die Fachrichtung. Für diejenigen, die sich damit auskennen lade ich später noch einen Schaltplan hoch.
Den Trafo hab ich am Boden festgeschraubt, die Zuleitung angeschlossen (L und N, eine Erdung ist nicht nötig da sich keine elektrisch leitenden Materialien im Gehäuse befinden) und darüber die Verteilerdose befestigt. Das kann man ebenfalls einem Bild entnehmen.
Vom Pluspol des Trafos ging ich zum Serienschalter. Aber halt, was ist ein Serienschalter überhaupt? Es ist ein Schalter mit einem Eingang, zwei Schaltern (in einem Gehäuse) mit denen man jeweils einen Ausgang schalten kann. Meistens wird diese Art im Bad verwendet, ein Schalter für die Decken- und der andere für die Wandbeleuchtung. Von einem Ausgang ging ich dann zu dem Strang an dem alle blauen LEDs angeschlossen sind und das vom anderen Ausgang zu dem mit den gelben LEDs. Nun kann man beide Farben unabhängig voneinander schalten. Das blau gibt einen kühlen Farbton und das gelb bringt einen schönen, warmen Effekt. Auch hierzu habe ich ein Bild eingestellt.
Die Seite der Ablage, die nicht ein Regal auf der Seite hat würde ja praktisch umkippen, also habe ich sie mit Sechskant-Holzschrauben und Karosseriescheiben von innen am Gehäuse an die Wand geschraubt. "Das hält" waren meine Worte nach dem Belastungstest.

Ein klein wenig stolz war ich schon auf mich selbst als dann am Schluss tatsächlich alles doch noch so funktioniert hat wie ich es mir vorgestellt habe. Leider darf ich hier nicht so viele Bilder einstellen. Wer aber Interesse am Nachbauen hat, darf das gerne tun und kann sich bei mir noch mehr Bilder oder Tipps holen, wenn dies nötig ist. Ich danke euch fürs Lesen und freue mich auf Bewertungen!

Und jetzt Licht aus!
Liebe Grüße, Earl

Bilder von Basteln mit Holz
  • Basteln mit Holz Bild 73506969 tb
  • Basteln mit Holz Bild 73507332 tb
  • Basteln mit Holz Bild 73506887 tb
  • Basteln mit Holz Bild 73506890 tb
Basteln mit Holz Bild 73506969 tb
gute Nacht!
Ihre Bewertung dieses Erfahrungsberichtes

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht für Ihre (Kauf-)Entscheidung?

Bewertungsrichtlinien

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
mozarteum

mozarteum

12.02.2012 16:45

na, das ist schon ein wenig mehr als basteln ... :-) lg

Hexi-Meckie

Hexi-Meckie

23.07.2008 23:03

Ich bastle/baue ja auch ganz gern. Allerdings mehr schlecht als recht, weil mir das nötige Kleingeld und die richtigen Werkzeuge fehlen. Aber DAS sieht ja nun echt mal VERDAMMT GUT aus :) BH dafür (den gibts gratis ;) ) LG Tina

Tazi

Tazi

27.04.2008 21:52

Sieht super aus! *auch haben will* :o)))

Eigenen Kommentar schreiben

max. 2000 Zeichen

  Kommentar abschicken


Mehr über dieses Produkt lesen
Basteln mit Holz - Testbericht von SeptemberSun Holz macht Spaß!
  sehr hilfreich
Basteln mit Holz - Testbericht von Blutengel1984 Badregal zum selber bauen
  sehr hilfreich
Basteln mit Holz - Testbericht von dora1 Eisstiele
  hilfreich
Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 4174 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"besonders hilfreich" von (2%):
  1. Hexi-Meckie

"sehr hilfreich" von (98%):
  1. mozarteum
  2. lueckingb
  3. Tazi
und weiteren 46 Mitgliedern

Informationen zur Berechnung der Gesamtbewertung.