Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Kreative Freizeitbeschäftigung |
| Kontra: |
Ausdauer und Geduld sind gefordert, man sieht nicht sofort das Ergebnis |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Update 21.07.2005:
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Aus aktuellem Anlass habe ich den Beitrag wieder nach vorne geholt und mit 7 Bildern meiner Batiken „bestückt“.
Die Batiken und meine damit verbundene Homepage uschis-batiken.de sind für mich neben der Stellensuche wieder ein Hauptthema geworden. Ich will mich wieder um Ausstellungen bewerben und bei Gelegenheit auch wieder entsprechende Kunsthandwerkermärkte aufsuchen. Wer also einen Tipp für mich hier in der Nähe hat, teile ihn mir doch bitte mit ;-)!
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Gemalt habe ich schon immer gern, und die Grundlage für eine Batik ist eine gemalte Vorlage, entweder grob skizziert oder genau gezeichnet.
Zufällig lernte ich die jahrhundertealte Technik des Batikens vor rd. 22 Jahren im Kindergarten, den seinerzeit unsere Tochter besuchte, kennen. Es bereitete mir auf Anhieb viel Spaß, und ich fand darin mein „Zuhause“. So entwickelte autodidaktisch meine eigene Stilvielfalt.
Was ist (Wachs)Batik überhaupt?
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Der Begriff Batik wird von dem javanischen Wort „amatik“ abgeleitet. Das bedeutet zeichnen, malen oder schreiben oder malaisch = gesprenkelt. Wie alt diese Kunst ist und wie sie nach Java gelangte, ist nicht bekannt. Doch noch heute ist das gebatikte Kleidungsstück für die Javanerin eine Kostbarkeit.
Nach Europa ist die Batik durch Kaufleute gekommen, die gebatikte Kleidungsstücke aus Indonesien mitbrachten. Später trat die Batik als Wandbehang in Erscheinung, sie wurde zum Bild. Jede Batik ist ein Unikat.
Ich habe - mit Ausnahme damals in der Schule T-Shirts - keine Kleidungsstücke gebatikt. Dies waren allerdings auch keine Wachsbatiken, sondern Batik mit Abbindtechnik, völlig ohne Wachs. Darauf werde ich hier nicht eingehen.
Ich mache nur Batikbilder mit Wachs, dafür überlege ich mir zunächst einmal ein Motiv und die Größe der Batik.
Als Motiv kommt bei mir zum Beispiel folgendes in Frage:
- Storch, Libelle oder Schmetterling sind in entsprechender Umwelt versammelt
- vor Sonnenaufgang macht sich Farn breit
- Sonnenblumen recken ihre Blüten über den Zaun
Landschaftsansichten und Gebäude, vorwiegend Fachwerk oder historische Bauten, die Urtümlichkeit ausstrahlen, gehören ebenso dazu wie farbenfrohe Clowns.
Wie macht man eine (Wachs)batik? - Technik
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Habe ich mich für ein bestimmtes Motiv und die Größe entschieden, trage ich es mit einem weichen Bleistift auf einen weißen Naturstoff auf.
Dies brauche ich natürlich nur, wenn ich keine freie Musterinspiration machen, sondern ein vorgegebenes Motiv batiken möchte.
Viele nehmen als Stoff Seide, ich persönlich bevorzuge dünne Baumwolle. Auf jeden Fall sollten es Naturstoffe und keine synthetischen Stoffe genommen werden. Sehr gut geeignet sind die alten, dünn gewordenen Bettlaken oder Bezüge und Kissen, die ohne Musterung sein sollten. Neue Stoffe werden erst einmal gewaschen.
Steht der Entwurf auf dem Stoff, setzt man die Arbeit fort, indem die Muster mit heißem, flüssigen Wachs „gemalt“ werden.
Hierfür besitze ich einen Wachsschmelzer, den man sich wie einen kleinen Topf zum Milch kochen vorstellen muss, und der über ein Kabel mit dem Stromnetz verbunden wird. Dadurch erhitzen sich die Innenwände des Topfes und die hineingelegten Wachsplatten schmelzen. Es gibt spezielle Batikwachsplatten, die aber sehr teuer sind. Ich habe für sämtliche meiner Arbeiten ganz normale weiße Haushaltskerzen benutzt.
Ist das Wachs geschmolzen, wird es mit einem Pinsel (die Größe richtet sich nach der zu reservierenden Fläche) oder einem Tjangting (s.u.) auf den Stoff auf die Stellen aufgetragen, die bei der fertigen Batik weiß bleiben sollen. Nach dem Auftragen kühlt das Wachs sehr schnell ab und erstarrt. An diesen Stellen wird der Stoff somit wasserundurchlässig und die abgedeckte (reservierte) Fläche behält beim Eintauchen in ein kaltes Farbbad ihre ursprüngliche Farbe.
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Was ist ein Tjanting?
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Das ist ein kleines spezielles Gerät, ein Stiel mit einer Tülle daran, die einen feinen Ausfluss ab ca. 0,3 mm hat. Mit der Tülle holt man das flüssige Wachs aus dem Topf und mittels des Ausflusses fließt es auf den Stoff, wobei man sehr aufpassen muss. Das Wachs fließt unaufhörlich aus der Tülle und es kann schon mal passieren, dass Wachs auf den Stoff tropft, wo man es gar nicht haben möchte. Doch für feine Linien und kleine Flächen ist der Tjanting unabdingbar.
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Wie geht es weiter?
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Nach dem Färben ist der Stoff also einheitlich gefärbt, bis auf die Stellen, die man vorher weiß reserviert hat. Bevor man weitermachen kann, muss der Stoff nun erst einmal trocknen. (Aber bitte nicht auf der Heizung oder mit einem Fön! Was könnte sonst passieren? .... Na, wisst ihr es? ...........Ja, ganz genau .......... das Wachs würde schmelzen und verlaufen!) Nach dem Trocknen werden erneut die Flächen mit Wachs abgedeckt, deren Farbe erhalten bleiben soll. Dieser Vorgang (Wachsen, Färben, Trocknen) wird so oft wiederholt, bis das gewünschte Motiv gefertigt ist. Beim Wachsen bzw. Färben wird von der hellsten bis zur dunkelsten Farbe gearbeitet, da sich jede Färbung mit der vorherigen Farbe vermischt. Man beginnt beispielsweise mit Gelb und die letzte Farbe wäre dann schwarz.
Eine sehr harmonische Farbgebung erziele ich durch die Verwendung von nur vier Grundfarben (Gelb, Rot, Blau, Schwarz) und die Beimischung von mal mehr oder weniger Wasser und Farbzugabe für die Nuancen. Damit lassen sich weit mehr als 50 Farbtöne erzielen!
Ist die letzte Färbung abgeschlossen (meistens schwarz), wird das Wachs zwischen saugfähigem Papier aus dem Stoff durch Bügeln entfernt.
Dieser Vorgang ist immer wieder spannend, denn erst jetzt (nach bis zu vier Wochen, je nachdem wie viele Färbungen gemacht wurden) lässt sich endgültig erkennen, ob die Batik den Vorstellungen entspricht.
Als charakteristisches Merkmal der Batik gelten die Krakeluren (dunkle Brüche in den hellen Farben), die dadurch entstehen, dass der Farbstoff durch die Bruchstellen in der Wachsreservierung eindringen kann.
Fazit
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Die Vorlage für die Batik setzt zeichnerisches Talent voraus, das Reservieren der Flächen mit heißem flüssigen Wachs erfordert kunsthandwerkliches Geschick und die bis zu 50 Färbevorgänge verlangen ein ausgeprägtes Vorstellungsvermögen. 20 bis 30 Stunden Arbeit stecken in jedem Bild und der Prozess zieht sich über mehrere Wochen hin.
Hat man am Anfang zum Beispiel nur eine Fläche übersehen zu wachsen, die weiß bleiben soll, z.B. bei einem Fachwerkhaus, ist die Batik nicht mehr zu retten und man muss noch einmal von vorn beginnen. (Oder aber man setzt die Arbeit als neue Kreation oder Experiment fort ;-)) ........)
Auch wenn ich schon etliche Male weiße Tücher in sanfte Landschaften oder in Rot getauchte Clowns verwandelt habe, ist die Faszination für mich heute noch ungebrochen, denn erst am Ende zeigt es sich, ob die Batik der Vorstellung entspricht.
Noch etwas Persönliches
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Nach ca. 6 Jahren hatte ich meine Fähigkeiten so weit ausgebaut, dass ich auf unzähligen Kunsthandwerkmärkten war und selbst auch etliche eigenen Ausstellungen hatte, denn meine Batiken befinden sich alle hinter Glas und sind entsprechend gerahmt.
Ich habe noch heute einen ziemlich großen Bestand, da ich jetzt weder auf Märkte gehe noch Ausstellungen mehr mache bedingt durch den Wiedereinstieg ins Berufsleben vor 10 Jahren. Wen es mal interessiert, der kann sie sich ja mal anschauen kommen *g*.
Obwohl ich nicht mehr so viel Zeit zum Batiken habe, hoffe ich doch, dass ich vielleicht in den nächsten Jahren mal wieder die Zeit und Muße finde, meine noch so vielfältigen Ideen in die Batik umsetzen zu können.
Ich habe es mal mit sehr gut bewertet, da es mir immer sehr viel Spaß und Freude bereitet hat!
Ich hoffe, dass ich hiermit die Technik rüberbringen konnte, vielleicht sogar Interesse dafür geweckt habe und freue mich über jedes Lesen, Bewerten und vielleicht Kommentieren meines Berichtes!
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ursand@10.10.2003
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