Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Die meisten, ziemlich bekannten, Schauspieler liefern eine passable Leistung ab, viel Action und recht gute Unterhaltung |
| Kontra: |
Hat mit den alten Batmanfilmen nicht mehr viel zu tun, durch den bunten Look geht die Atmosphäre verloren, Robin wirkt deplatziert, siehe Bericht |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Eigentlich habe ich mir ja vorgenommen, mir erst einmal keine Comicverfilmungen mehr anzusehen und dementsprechend auch nicht darüber zu schreiben. Gestern jedoch hat es mich wieder erwischt und ich beschloss ganz spontan, wiedermal das alte "Batman Forever" Tape aus den hintersten Ecken meines Regals zu kramen. Und das, obwohl ich den Film ab der zweiten Hälfte so gut wie auswendig kenne. Als ich gute 9 oder 10 Jahre alt war hat mir mein Vater nämlich ein Hörspiel eben dieses Films gekauft, leider war auf diesem nur die letzte Hälfte enthalten, die erste habe ich mir nie dazugekauft. Naja, aber das mal nur so nebenbei, das wirkt sich natürlich weder positiv noch negativ auf meine Bewertung des Films aus! Wenn ihr jetzt wissen wollt, ob "Batman Forever" genauso gut wie seine beiden Vorgänger ist, wünsche ich euch jetzt viel Spaß beim Lesen meines Berichts.
Story
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Chaos herrscht in Gotham City. Der diabolische Schwerverbrecher Harvey Dent (Tommy Lee Jones), auch Two-Face genannt, hat eine Bank gesetzt, um so Batman (Val Kilmer) in eine Falle zu locken, den er unbedingt tot sehen will. Seit der ehemalige Anwalt Dent nämlich von einem Mafiaboss das halbe Gesicht mit Säure verätzt bekam, schwört er Rache an Batman, da dieser nichts dagegen unternahm. Die Falle geht auf, aber Batman kann sich befreien und Two Face fürs erste in die Flucht schlagen.
Am nächsten Tag besichtigt Batman alias Bruce Wayne seine Firma Wayne Enterprises, wo er auf einen seiner Mitarbeiter, den verrückten Wissenschaftler Edward Nygma (Jim Carrey) trifft, der ihm seine neueste Erfindung vorstellt: Ein Gerät, mit dem man die Gedanken des Konsumenten derart manipulieren kann, dass dieser meint, er wäre Teil des jeweiligen Fernsehprogramms, das er gerade sieht. Nun bittet Edward Bruce Wayne darum, sein Gerät derart weiterentwickeln zu dürfen, um es danach verkaufen zu können, doch Bruce lehnt ab. Das begründet er damit, dass die Manipulation von Gedanken noch zu viele unbeantwortete Fragen offen lasse. Edward Nygma kann diese Absage aber nicht einfach auf sich sitzen lassen, bringt einen Mitarbeiter von Wayne Enterprises um und hinterlässt ein Rätsel am Tatort.
Bald darauf besucht Bruce Wayne mit der Psychologin Chase Meridian (Nicole Kidman) eine gigantische Zirkusvorstellung, bei der unter anderem auch die Grayson-Familie einen sehr riskanten Hochseil-Akt aufführt. Mitten in der Vorstellung taucht Two-Face mit seinen Gangstern auf, der droht, das ganze Gebäude in die Luft zu jagen, wenn er nicht von irgend einem der tausenden Besuchern erfährt, wer Batman ist. Darauf bricht eine Massenpanik aus. Dick Grayson (Chris O'Donnell), einer der Hochseilartisten schnappt sich die Bombe und kann sie aus der Gefahrenzone bringen, in der Zwischenzeit zerschießt Two-Face aber das Hochseil, was zur Folge hat, das Dick´s komplette Familie in den Tod stürzt.. Bruce Wayne, den das an den Tod seiner eigenen Eltern erinnert, nimmt den jungen und rebellischen Dick bei sich auf..
Edward Nygma, der das ganze Ereignis fasziniert beobachtet hat, beschließt, auch ein Schurke zu werden und sich mit Two-Face zusammenzutun. Durch seine Erfindung findet er dessen Versteck und Two-Face willigt ein. Nygma wird fortan von der Bevölkerung Gotham´s "Der Riddler" genannt.. Gemeinsam wollen er und Two-Face Batman töten. Ihre Chancen stehen nicht schlecht, denn durch Nygma´s Erfindung erfahren sie die wahre Identität des dunklen Helden.. Es kommt zum erbitterten Kampf, den Batman allerdings nicht alleine bestreiten muss, er hat in der Zwischenzeit schlagkräftige Unterstützung bekommen..
Schauspieler
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Wenn es einen Aspekt gibt, unter dem der Film voll punkten kann, dann dieser hier! Insgesamt dürfen wir 6 berühmten Darstellern bei ihrem Spiel zusehen, von denen jeder wahrscheinlich schon mal gehört hat. Beginnen wir als erstes mit Val Kilmer als Batman:
Naja, wenn man mit dem Gedanken an den Film ran geht, dass Michael Keaton schon zwei Mal zuvor einen schlichtweg genialen Batman gegeben hat, dann fällt es schwer, sich mit Val Kilmer (Der Geist und die Dunkelheit, The Saint) anzufreunden. Viel zu brav sieht der Mann aus, keine Spur von Wut oder dergleichen. Je länger man sich aber "Batman Forever" ansieht, desto mehr fällt auf, dass Kilmer seine Sache garnicht soo schlecht macht. Verglichen mit George Clooney in "Batman & Robin" spielt er sogar fast schon himmlisch. Ok, wollen wir mal nicht übertreiben. Es hätte sicherlich bessere Darsteller für diese Rolle gegeben, aber zumindest versucht Kilmer es wenigstens, unheimlich und unnahbar zu wirken, was man von Clooney zwei Jahre später nicht mehr sagen konnte. So würde ich sagen, platziert sich Kilmer auf der Liste der bisherigen Batman-Darsteller, klar hinter Keaton, aber wenigstens noch vor Clooney. Und achja, "Batman Begins" vergleiche ich erst garnicht mit dieser, vier Filme umfassenden, Batman Reihe, da er schlichtweg nicht dazu gehört.
Weiter geht es mit Tommy Lee Jones (Men in Black, Auf der Flucht), von dem ich zwar noch längst nicht alle Filme gesehen habe, aber es ist wohl sicher, dass die Rolle des Two-Face seine bis dato verrückteste war. Two-Face, ala Harvey Dent war früher ein erfolgreicher und beliebter Anwalt, bis ein Mafiaboss ein Attentat auf ihn verübte und ihm Säure ins Gesicht spritzte. Seither ist eine Gesichtshälfte Dent´s komplett verätzt, was sich wohl auch auf seinen Verstand auswirkte. Er wurde wahnsinnig und braucht seit dem Attentat immer eine Münze, um Entscheidungen fällen zu können. Auch wenn man sich zuerst garnicht vorstellen kann, dass jemand wie Tommy Lee Jones in so eine Rolle passt, so muss man doch beim Betrachten des Films feststellen, dass er perfekt ist. Er und Jim Carrey sind zusammen das wohl schrägste Schurkenduo aller Zeiten, genauso brillant wie gestört. Nun gut, man kann sich nun darüber streiten, ob man das ganze auch als "Overacting" bezeichnen könnte, aber das sei mal dahingestellt. Alles, was ich zu den Schurken zu bemängeln habe, gibt es übrigens nachher in der Kritik.
In der Rolle des Riddler ist Jim Carrey (Die Truman Show, Bruce Allmächtig) zu sehen, der sich hier sichtlich wohl fühlte. Wer Carrey genau so gerne sieht wie ich, der weiß, dass viele seiner Rollen nur daraus bestehen, Grimassen zu schneiden und sich total daneben zu benehmen. Nun, genau das ist hier auch der Fall, nur eben NOCH verrückter, NOCH abgedrehter. Ich würde sogar behaupten, dass Carrey NOCH eine Spur geisteskranker daherkommt als sein Kollege Tommy Lee Jones. Die knallroten Haare, der enganliegende, grüne Fragezeichenanzug; das alles passt perfekt zu Carrey. Der Riddler war ja auch schon in den Batman-Comics dafür bekannt, eher schmächtig zu sein, er ist eben jemand, der mit anderen Mitteln als direkter Gewalt kämpft, nämlich der Intelligenz. Jim Carrey passt wie kein zweiter in die Rolle des durchgeknallten Genies, was mich aber daran gestört hat, dazu später.
Nicole Kidman als Chase Meridian, Chris O'Donnell als Batmans Partner Robin und schließlich und letztendlich noch Drew Barrymore als Gangsterbraut - das sind Namen, die man kennt und denen man automatisch schauspielerisches Können zuschreibt. Zwar wäre O'Donnell auch locker durch irgend einen anderen Jungstar ersetzbar gewesen und Drew Barrymore kommt viel zu kurz - dafür aber kann Nicole Kidman als Psychiaterin um so mehr überzeugen. Und außerdem: Richtig schlecht spielt eigentlich keiner.
Daten zum Film
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Originaltitel: Batman Forever
Alternativtitel: -
Land: USA (1995)
Regie: Joel Schumacher
Länge: ca. 117 min.
Freigabe: 12
Indiziert: Nein
@ Realjackass
Die Deutsche DVD
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Der Film wird in Deutschland von Warner vertrieben, einmal als einzelne DVD und außerdem in einem Pappschuber, welcher "Batman", "Batmans Rückkehr", "Batman Forever" und "Batman & Robin" enthält. Zu welcher der beiden Versionen man greift, macht eigentlich überhaupt keinen Unterschied, die DVDs unterscheiden sich, außer eben dem Pappschuber, nicht voneinander. Außer ein paar Filmographien gibt es übrigens auch keine Extras, weswegen man sich gut überlegen sollte, ob man sich diesen Film kaufen will oder nicht lieber wartet, bis er irgendwann mal wieder von RTL 2 ausgestrahlt wird.
Kritik
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So, als erstes gibt es ein paar allgemeine Infos zum Film, damit auch Leute, die nicht so sehr mit den Bat-Streifen vertraut sind, einen kleinen Einblick in das Universum des dunklen Rächers bekommen.
Als 1989 Tim Burton´s "Batman" erschien, waren sich viele Fans einig, dass dieser Film nie wieder getoppt werden könnte. Die recht düstere Atmosphäre passte einfach perfekt, zudem lieferten Jack Nicholson und Michael Keaton regelrechte Glanzleistungen ab. 1992 kam dann "Batmans Rückkehr", für den wieder Tim Burton auf dem Regiestuhl Platz nahm. Das Resultat war beeindruckend und stellt für mich den besten der 4er Batman Reihe dar (Klar ist "Batman Begins" besser, aber dieser ist ja auch ein eigenständiger Film). Als dann aber 1995 der dritte Batmanfilm erschien, bei dem Tim Burton nur noch Produzent war und Joel Schumacher als Regisseur fungierte, war für mich (und auch viele andere Batman "Fans) die ganze Serie zerstört. Viel zu bunt, aufgedreht und schrill wirkt das ganze, wobei die komplette, romantisch-düstere Atmosphäre der Vorgänger verloren geht. Batman ist nicht länger ein trauriger, düsterer Rächer, sondern ein stinknormaler Mensch, der des Nachts in einem Nippel-versehenen Gummianzug Jagd auf Verbrecher macht. Doch während "Batman Forever" wenigstens noch gut zu unterhalten wusste, wurde 1997 mit "Batman & Robin" der absolute, traurige Tiefpunkt der Serie erreicht. Gut, jetzt könnte ich noch schreiben, wie genial dann der 2005 erschienene "Batman Begins" ist und so weiter und so fort, aber wie gesagt, bei diesem Film handelt es sich weder um ein Prequel, noch um ein Sequel; sondern um einen eigenständigen Film.
Kommen wir nun aber speziell zu "Batman Forever". Ich habe diesen Film nun schon weitaus mehr als nur ein mal gesehen und muss gestehen, dass er mich bisher immer zu unterhalten wusste. Zugegeben: Die Story ist schwach und absolut nicht plausibel, aber wer erwartet das schon bei einer Comicverfilmung? Was da schon eher stört, ist die Tatsache, dass die Titelfigur Batman absolut in den Hintergrund geschoben wird, um für Tommy Lee Jones und Jim Carrey Platz zu machen. Über das Ergebnis kann gestritten werden. Während die einen gerade diese überdrehte, knallbunte Art des Films mögen, wünschen sich die anderen nur wieder den Charme der alten Batman-Streifen zurück. Wo ich mich da bewege? Nun, irgendwo in der Mitte. Klar, dieser knallbunte Look hätte nicht sein müssen, dafür wissen aber Jones und Carrey zu überzeugen, auch wenn sie sowas wie Overacting an den Tag legen und zu sehr in den Vordergrund gestellt werden. Eine wie ich finde absolut unsinnige Figur ist Robin, ihn einzubringen hat vielleicht die Handlung vorangetrieben, nicht aber besonders viel Sinn ergeben. Auch, dass Robin, bzw. Dick die ganze Zeit davon redet, seine Eltern zu rächen, macht ihn nicht gerade symphatischer. Ok, wenigstens hat er hier nicht ganz so sehr genervt wie in "Batman & Robin" (anscheinend ein perfektes Negativ-Beispiel).
Was die Hardcore-Batman-Fans auch stören könnte, ist die Tatsache, dass die Figur des Two-Face der Handlung zuliebe verändert wurde. Im Film lässt Two-Face seine Münze so oft flippen, bis er sie das Ergebnis zeigt, das er will. In den Comics ist es allerdings ein Schlüsselelement seiner gespaltenen Persönlichkeit, dass er die Entscheidung der Münze akzeptieren muss. Inwiefern es also sinnvoll ist, einen derart interessanten Charakter der Handlung willen zu verändern, ist fraglich. Aber naja, so etwas ähnliches hat man ja schon 1989 beim Joker erlebt.
Fazit
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Wer hier einen düsteren Helden ala "Batman", "Batmans Rückkehr" oder "Batman Begins" erwartet, ist an der falschen Adresse. Vielmehr gibt es einen Batman zu sehen, der im Nippel-Anzug gegen einen widerspenstigen Robin konkuriert und ganz nebenbei zwei absolut durchgeknallte Schurken den Garaus macht. Diese sind zwar überragend von Tommy Lee Jones und Jim Carrey gespielt, rücken aber viel zu sehr in den Vordergrund. Hinzu kommt der bunte Look, der auch das letzte bisschen an Atmosphäre zerstört. Als positiv könnte man aber immer noch ansehen, dass der Film einen gut unterhält (und das tut er wirklich) und zudem noch Lichtjahre besser ist als die Fortsetzung "Batman & Robin". Wer kein Meisterwerk, sondern sinnloses Popcornkino für die "Bravo-Generation" erwartet, wird seine Freude an dem Film haben, alle anderen greifen zu den beiden Vorgängern oder eben "Batman Begins".
Mfg
Realjackass
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Pro: lustig
Kontra: zu kitschig
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sehr hilfreich
01.05.2000
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klasse
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10Poppel
Pro: k.a.
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14.04.2000
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