Superheldenfilm meets Sicherheitspolitik!
28.05.2011
Pro:
Bester Batman - Film, grandioser Heath Ledger, düstere Atmosphäre, lange Laufzeit
Kontra:
keine Katie Holmes mehr
Empfehlenswert:
Ja
 aamaro
Über sich:
Mitglied seit:22.05.2011
Erfahrungsberichte:17
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 28 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Gerade vorgestern habe ich mir den Film zum inzwischen vielleicht 7. Mal angeschaut. Immernoch bin ich mehr als begeistert von diesem Film. Er ist in meinen Augen kein typischer Superhelden-Streifen mit vorhersehbarer oder kaum überraschender Story à la Superheld rettet Frau und die Welt. Er ist in meinen Augen ein wahres Meisterwerk und als einer von wenigen Superheldenfilmen überhaupt sogar durchaus oskarwürdig!
Was der Regisseur Christopher Nolan hier abliefert ist mehr als ein Reboot der gegen Ende ziemlich langweiligen Batman-Filme der 80er und 90er Jahre. Man erinnere sich an das popcornbunte Batman Forever Spektakel. Trotz guter Filmkritiken und Schauspielprominenz von Schwarzenegger über Uma Thurmann bis hin zu Jim Carrey: Ich fand diesen Film schrecklich und des dunklen Ritters nicht würdig. Anders bei dem "neuen" Batman von Nolan... Bereits mit Batman Beginns aus dem Jahre 2005 startete Nolan die Serie neu und verlieh dem Superhelden einen realistischen und düster-pessimistischen Anstrich. Schon "Begins" war damals ein Meilenstein. Durch The Dark Knight und den medienwirksamen Tod von Heath Ledger als Folge seiner Rolle als Joker (wird zumindest gemunkelt...) hat sich Nolan allerdings einen Eintrag in die Geschichte des Filmes verdient.
Story:
Der Film knüpft genau dort an, wo Begins damals aufhörte. Sogar die Vogelscheuche hat am Anfang einen kurzen Gastauftritt in "The Dark Knight". Gotham City wird nach wie vor von der Mafia und Schwerstkriminellen tyrannisiert. Ein motivierter Staatsanwalt (Harvey Dent) macht sich daran, die Korruption in der Polizei und die Mafia zu bekämpfen. In ihrer Verzweiflung wegen der Koalition aus Batman, Staatsanwalt und Polizeichef Gordon, wenden sich die Verbrecher Gotham Citys an den Joker. Dessen Versprechen: Batman zu töten. Ein Kampf zwischen Gut und Böse beginnt, der beinahe ganz Gotham in den Abgrund reißt....
Schauspieler: Christian Bale als Batmann wusste schon in Batman Begins zu überzeugen. Man nimmt ihm die Rolle des reichen Jigolos Bruce Wayne genauso ab wie die des düsteren Rächers. Leider ist in Dark Knight nicht mehr Katie Holmes mit von der Partie, die Jugendfreundin von Bruce Wayne. Ihre Rolle wurde kurzerhand einfach anderweitig vergeben.
Auch die anderen Schauspieler bieten eine wirklich gute Leistung. Sei es Harvey Dent oder Gordon. Alle spielen die Rollen leidenschaftlich und glaubwürdig. Die Glanzrolle in dem Film hatte aber ohne Zweifel Heath Ledger als Joker.
Joker: Wirklich oskarreif ist die schauspielerische Leistung von Ledger. In den alten Batman-Filmen (Jack Nicholson) war der Joker noch eher ein etwas düsterer Clown mit Verbrecherambitionen. In The Dark Knight ist er das personifizierte Böse. Er hat es auf die Seele von Gotham City abgesehen. Hierbei zeigt auch er Humor, ist aber wesentlich brutaler, düsterer, cleverer und skrupelloser als die meisten anderen Filmbösewichte.
Er steht für Anarchie und Chaos und vermittelt dem Zuschauer wirkliche Gänsehaut. Auch weiß man nicht, wer er ist, woher er kommt und was er letztendlich überhaupt will. Ein Alptraum für die Menschen von Gotham. Gerüchten zufolge belastete Heath Ledger die Rolle so sehr, dass er sich nach Drehende wegen ihr das Leben nahm. Zu sehr habe er sich mit der Rolle des Jokers identifiziert und auseinandergesetzt. Ob dies tatsächlich der Grund war oder alles nur PR ist, keine Ahnung. Eine solche Rolle verkraftet aber vielleicht tatsächlich nicht jeder.
Ledger legte mit dem Joker aber definitiv die Messlatte für Bösewichte in fast unerreichbare Höhen. Nach seinem Tod erhielt er dafür sogar noch den Oskar.
Message: Besonders interessant für mich war die Verknüpfung zwischen Politik und Film. In dem Film dreht sich vieles um das politische Verhältnis zwischen Sicherheit und Freiheit. Wie weit darf die Polizei und der Staat gehen, um Sicherheit herzustellen? Wann leidet die persönliche Freiheit darunter? In dem Film werden einige Elemente aufgegriffen, die politisch sehr interessant sind. Darf man Menschenleben gegeneinander abwiegen? (die Szene auf den Schiffen, anständige Menschen gegen Schwerverbrecher..wer ist mehr wert?)
Wie weit darf ein Staat die persönliche Freiheit einschränken, um Verbrecher effektiv zu bekämpfen? (Bruce Waynes Super-Sonar gegen Ende des Films) Sicherlich waren auch die Anti-Terrorgesetze der USA verantwortlich für die Thematik in diesem Film, wo ebenfalls die Freiheit der Sicherheit weichen musste. Darf ein Staat foltern, um schlimmste Verbrechen zu verhindern (Szene mit dem gefangen genommenen Joker und Batman in einer Zelle)? Wann kommt ein ansonsten funktionierender Rechtsstaat an seine Grenzen und was kann man dagegen unternehmen? Für politisch Interessierte sicherlich auch ein sehr empfehlenswerter Film. Egal ob man für mehr polizeiliche Befugnisse oder dagegen ist. Wenn es mehrere Jokers in der realen Welt gäbe, wäre mein Standpunkt zumindest klar...
Fazit:
Klasse Story, super Schauspieler, wahrscheinlich der anspruchsvollste Superhelden-Film überhaupt, grandioser Heath Ledger, super Spezial-Effekte, klasse Soundtrack, düstere Stimmung. Kurzum: Der beste Superhelden-Film aller Zeiten! Auf jeden Fall auch für Nicht-Fans von Batman eine Empfehlung wert.
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29.05.2011 08:30
Das ist einer der Batman Filme die ich schon nicht mehr mag
28.05.2011 18:38
Leider keinerlei Infos zur DVD..
28.05.2011 18:23
interessanter Bericht :-)