Erfahrungsbericht über

Asterix, Asterix / Die Lorbeeren des Cäsar / Albert Uderzo, René Goscinny

Gesamtbewertung (10): Gesamtbewertung Asterix, Asterix / Die Lorbeeren des Cäsar / Albert Uderzo, René Goscinny

 

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Cäsar nehmen, was Cäsars ist

5  24.04.2011

Pro:
eine originelle Geschichte, witzige Texte, schöne Zeichnungen

Kontra:
-  nichts  -

Empfehlenswert: Ja 

Spassprediger

Über sich: “We're all mad here. I'm mad. You're mad.” “How do you know I'm mad?” said Alice. “You must be,” sai...

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Schnäuzelchen und sein Minchen reisen nach Lutetia, um dort Minchens Bruder zu besuchen. Dieweil es sich bei Schnäuzelchen um keinen Geringeren als Gallier-Häuptling Majestix und bei seinem Minchen um Göttergattin Gutemine handelt, reist man nicht allein, sondern mit gebührender Entourage in die Hauptstadt.

Schließlich ist ein gallischer Clanchef nicht irgendwer, und schon gar nicht irgendein hinterwäldlerischer Provinzheini oder nur ein großes, dickes Wildschein.

In Begleitung der kurzerhand als Leibgarde abkommandierten Freunde Asterix und Obelix begibt man sich also nach Lutetia, dortselbst Majestix’ Schwager Homöopathix in der schnieken Stadtwohnung Schweinsfüße und andere reichlich ausgefallene Delikatessen serviert: Offensichtlich hat der Mann es zu finanziellem Wohlstand gebracht und lässt auch keine Gelegenheit aus, den erworbenen Status zu demonstrieren. Schwesterherz Gutemine zeigt sich vom mondänen Stadtleben erwartungs- und wunschgemäß schwer beeindruckt, Gespons Majestix köchelt derweil vor sich hin und spült den Ärger über die kleinen Sticheleien seines Schwagers mit reichlich Rotwein hinunter.

Asterix und besonders Freund Obelix tun’s ihm gleich, und bevor der Abend zu Ende ist, haben unsere Gallier sich ein hübsches Räuschlein angetrunken. Und da der Wein die Zunge lockert, kommt es irgendwann zum Eklat. Majestix hat endgültig genug von den Angebereien seiner angeheirateten Verwandtschaft, haut kräftig mit der Faust auf den Tisch und verkündet, er werde seinem Schwager demnächst mal etwas servieren, was der sich mit seinem ganzen Geld nicht kaufen könne: ein Ragout – gewürzt mit Lorbeer aus dem Siegerkranz des großen Julius Cäsar persönlich!

Asterix verschluckt sich erstmal kräftig am Wein, der selig berauschte Obelix aber befindet sich in „Seid umschlungen, Millionen“-Stimmung: Irgendwie wird man das Gewünschte schon beschaffen – latürnich!

Absichtserklärungen wie Begeisterungsbekundungen geschehen, man kennt so was ja, mit gehöriger Lautstärke und auf offener Straße, bis verärgerte Anwohner die Fenster aufreißen und den Fragenklassiker „Wisst ihr eigentlich, wie spät es ist?“ stellen, der uns hier in der ergänzten Form „Ihr mit eurem Weibsbild“ begegnet. Besagtes Weibsbild ist natürlich Gutemine, die sich für den Gatten und die beiden tapferen Krieger an seiner Seite in Grund und Boden schämt und schließlich schluchzt, ihre Mutter habe sie ja vor ihm, Majestix, dem großen, dicken Wildschwein gewarnt. Aus spätem Abend wird früher Morgen, der Gefühlsüberschwang weicht einem ordentlichen Katzenjammer, und bei Lichte betrachtet stellt sich die bange Frage, ob man den Mund am Vorabend nicht vielleicht etwas sehr voll genommen hat. Wie war das doch gleich: Man reist mal eben nach Rom, entwendet Cäsar den Lorbeerkranz, reist zurück und trifft sich zum Ragout ... ?

Es hilft, latürnich, alles nichts: Man steht beim Chef im Wort, Kneifen gilt nicht, und schließlich ist die ganze Angelegenheit eine Frage der Ehre.

Asterix und Kumpel Obelix begeben sich folglich ins Herz des Imperium Romanum. Dort treffen sie auf einen Sklavenhändler namens Tifus und auf entflohene Gladiatoren, die in den Katakomben unter der Stadt hausen, erfinden ganz nebenbei eine Rosskur, die schlagartig jeden Kater vertreibt, landen in einem Panel, das die Laokoon-Gruppe karikiert, werden als „Zuckerpüppchen“ tituliert und bürsten die grausamen Volksbelustigungen im Circus Maximus mal so richtig gegen den Strich.

R e s ü m e e

Der Band „Die Lorbeeren des Cäsar“ stammt aus einer Zeit, in der noch der 1977 allzu früh verstorbene René Goscinny für die Plots und Texte der „Asterix“-Abenteuer verantwortlich zeichnete. Das merkt man auch diesem Band an, der vor Witz sprüht. Die Zeichnungen sind freilich nicht minder erbaulich: Uderzos Bilder vom römischen Alltag und die detaillierten Ansichten römischer Architektur machen diesen Band auch visuell zum reinen, ungetrübten Vergnügen: Wer wissen will, warum ein Imperator plötzlich Appetit auf gegrillten Fisch mit Fenchel hat, sollte sich schleunigst Band 18 der asterigischen Abenteuer zulegen.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
mp3undlos

mp3undlos

27.04.2011 11:21

ich weiss, dass ich den Band kenne...und doch sagen mir einige Feinheiten Garnix mehr;-)

CiaoFonzie

CiaoFonzie

25.04.2011 19:23

den Band kenne ich auch. LG Matthias

KaiRabe

KaiRabe

24.04.2011 17:02

Guter Bericht. Die Darstellung der Gebäude im alten Rom ist sicher sehr gelungen. Und dann dieser überhebliche Einfall von Majestix, Cäsars Lorbeeren zum Würzen zu verwenden... Ich bekomme bei diesen Berichten auf jeden Fall große Lust, mir die Stories mal wieder vorzunehmen. LG KaiRabe

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