Der Sommer hat viele gute Eigenschaften. Man spart Heizkosten, muss sich nicht mehrere wärmende Schichten übereinander anziehen, wenn man das Haus verlässt und kann vermehrt diversen Aktivitäten im Freien vom Schwimmen bis Eisessen nachgehen. Dass "frau" in dieser Jahreszeit des "leicht Geschürzten", in der naturgemäß mehr Fleisch gezeigt wird, vermehrt um haarlose Glätte an den Körperstellen, wo sie erwünscht bzw. gesellschaftliches "Must" ist, bemüht sein muss, gehört allerdings nicht unbedingt zu den angenehmsten "Verpflichtungen" der "Summertime".
Eure Pinkdawn hat bisher dieses heikle Thema unter Zuhilfenahme der Elektronik gelöst. Nein, kein solches Ding, das das Problem an der Wurzel packt - für Epiliergeräte oder wie diese Tools auch immer heißen mögen, bin ich bei allem Masochismus echt zu wehleidig. Ein ganz normaler Lady Shave, der ans Stromnetz angeschlossen werden kann, tat seine Dienste recht gut.
Recht gut heißt aber nicht sehr gut. Denn richtige seidige Glätte erzielt "frau" damit nicht - die Prozedur muss außerdem häufig wiederholt werden.
Mein erster Versuch mit Nassrasur
Pinkdawn kam deshalb anlässlich, innovativ, wie sie ist, eines geplanten Besuchs im Thermalbad (der Sommer ist auch nicht mehr das, was er mal zu den heißen Zeiten des drohenden Treibhauseffekts mal war…) auf die ja nicht ganz abwegige Idee, es einmal anders zu versuchen. Aber wie?
Im Drogeriemarkt ist mir schon längst ein Produkt aufgefallen, das sich shower & shave cream nennt - noch dazu mit Exotik-Duft. Gute Idee, schien mir - Duschen und Rasieren in einem.
Was tut man nun, wenn man ein Produkt nicht kennt und ungewiss ist, ob man es kaufen soll? Bingo! Man liest nach - in Ciao. Das tat eure Pinkdawn natürlich auch und die drei alles in allem enthusiastischen Berichte haben sie schließlich überzeugt, im Austausch gegen 2,49 Euro (vor einem Jahr oder so, war das Ding übrigens noch viel billiger, wenn man den ciao-Berichten glaubt - und warum sollte ich das nicht tun?) ein PVC-Gebinde namens bebe young care shower & shave cream (250 ml) über den Ladentisch wandern zu lassen. Stimmt übrigens nicht ganz, das mit dem Ladentisch. Es war nur eine Kasse bei bipa.
Da war eure Pinkdawn nun stolze Besitzerin der ultimativen Lösung für alle weiblichen Enthaarungsprobleme - dachte sie!
Ich war schon neugierig, wie das funktionieren würde.
Ein wenig bange war ich schon, weil ich bisher Rasierklingen immer aus dem Weg gegangen bin und da eben keine Erfahrung hatte.
Eine Freundin von mir hat sich mal die Beine unter der Dusche mit so etwas rasiert, ist ausgerutscht und hat sich eine hässliche, tiefe Wunde zugefügt. Daher mein Respektabstand vor solchen kleinen Einwegrasierern.
Aber auf der Packung der 5 Einwegrasierer for women,
Bilder von Bebe Young Care Shower & Shave Cream Exotic
die ich intelligenterweise zu meiner shower & shave cream um 1,25 Euro erstanden habe - Marke "My body", eine Eigenmarke von dm -, steht nicht nur "sensitiv" und "macht das Rasieren sanft, sicher und einfach", "sichere Handhabung", "hilft Schnittwunden zu vermeiden", "lässt Sie kontrolliert und problemlos die Haare an empfindlichen Hautoberflächen entfernen". Also was kann da - selbst bei einem Neuling in Sachen Nassrasur - schon schief gehen?
Die bebe young Care shower & shave cream kommt noch dazu wie die meisten Produkte von bebe Young Care in dieser ansprechenden zartrosa Farbe daher, die ebenfalls Zärtlichkeit für Haut und Körper suggeriert.
Die Marke bebe Young Care ist ja seit Jahren bekannt - der Hersteller Johnson&Johnson bürgt ebenfalls seit vielen Jahrzehnen für qualitativ hochstehende Produkte.
An sich ist die Flasche nicht sonderlich "schön". Das silbrige Zartrosa wirkt ansprechend, aber ansonsten ist von Exklusivität, Design oder Ästhetik wenig zu vermelden.
Na also, wenn Aloe vera drinnen ist, kann ja gar nichts mehr schief gehen
Auf der Etikett steht "neu" - na klar, wo steht das denn nicht drauf? -, eine Abbildung (siehe Foto) zeigt eine stilisierte Damenhand, die sich ein Bein rasiert. Eine Aufschrift verspricht "sanfte rasur & milde reinigung in einem" - dazu noch der Hinweis "exotic + aloe vera".
Die exzessive Beigabe dieser Modepflanze muss die armen Aloe-Vera-Stauden inzwischen doch alle ausgerottet haben, denke ich. Oder einige Produzenten dieser Wunderpflanze reich werden haben lassen.
Wie auch immer, wo Aloe Vera draufsteht, muss auch Aloe Vera drinnen sein und die ist ja bekanntlich für bzw. gegen alles gut.
Auf der Rückseite der Flasche lese ich "für alle Hauttypen" und: "Für zarte, seidig-glatte Haut gibt es jetzt die neue Shower & Shave Cream Exotic, die speziell fürs Rasieren unter der Dusche entwickelt wurde. Der cremige Schaum lässt den Rasierer besonders sanft über die Haut gleiten. Ein exotischer fruchtiger Duft inspiriert dich, während pflegende Feuchtigkeitsspender und Aloe Vera deine Haut beruhigen und lang anhaltende Feuchtigkeit spenden. Verträglichkeit dermatologisch bestätigt. Bebe Young Care - Natürlich schöne Haut."
Klingt ja alles sehr vielversprechend!
Das Experiment beginnt
Also dann ran an den Luxusbody…
Pinkdawn nimmt Platz in ihrer mit etwas warmem Wasser gefüllten Badewanne, öffnet die Plastikflasche und schnuppert einmal kräftig: mmmhhh - ja, da riecht's tropisch-frisch. Der süße Duft ist durchaus angenehm. Er erinnert an Mangos und Ananas.
Okay, nun kann's endlich losgehn.
Die Klinge liegt schon griffbereit - mit bereits entferntem "transparenten Klingenschutz".
Ich "drücke auf die Tube"… äh… Flasche und eine hellgelbliche Substanz, die wirklich mehr an eine Creme als an ein Duschgel erinnert, quillt zähflüssig heraus. Die bleiche Färbung der Creme finde ich nicht sehr ansprechend. Ich will jetzt nicht sagen, dass die Konsistenz und Farbe bei mir ein wenig die Assoziation an das hervorruft, was so in Erscheinung tritt, wenn man Pickel ausdrückt, weil vielleicht ist ja der eine oder andere weibliche oder männliche Leser grad beim Essen. Also bitte - letzten Satz wieder rückstandslos aus dem (Gedächtnis)Protokoll streichen!
Die "Eitercreme" lässt sich sehr gut und leicht mit so einer PVC-Badequaste aufschäumen. Sie entwickelt gleich reichlich dicken Schaum, der sich gut auf die Haut auftragen lässt. Unerfahren, wie ich bin, in dieser Prozedur, schmiere ich den Schaum natürlich gleich auf alle Körperstellen, die ich rasieren möchte - also Achseln, Beine und "Bikini-Line" im heiklen Bereich der inneren oberen Schenkel.
Tief durchatmen - und ein zögernder, vorsichtiger erster Schnitt… Na bitte, wer sagt's denn? Klappt ja! Die Klinge zieht einen glatten Streifen durch den Schaum. Ich mache weiter. Eine haarlose "Schneise" nach der anderen entsteht auf meinem Bein. Langsam werde ich sicherer. Aber schneller geht die Prozedur trotzdem nicht. Mit dem elektischen Lady-Shave-Rasierapparat bin ich munter drauf los gefahren und war im Nu fertig. Dieses Prozedere dauert und dauert und dauert. Denn "frau" muss sehr sorgfältig arbeiten und die Klinge dazwischen immer wieder im warmen Wasser spülen.
Die Klinge gleitet an sich gut im Schaum dahin, aber es ist sehr zeitraubend, jedem noch bestehenden Härchen hinterherzujagen, das der Klinge entgangen ist - und das passiert ständig. Da war das Ergebnis mit dem elektrischen Rasierer wesentlich besser, sprich konstanter.
Okay, nun bin ich mit dem einen Bein endlich fertig - aber inzwischen ist der Schaum auf dem anderen eingetrocknet. Also neu einschäumen. Die Creme ist ja sehr sparsam. Das muss man ihr lassen.
Zum Glück hab ich nur zwei Beine
Ich mache also auf Bein Nummer 2 weiter - zum Glück hab ich eh nur zwei davon…
Plötzlich - ein brennender Schmerz unterm Knie, den ich nicht gleich zuordnen kann. Ist das eine Allergie auf die Creme oder hab ich mich gar geschnitten? Ich schau - aber nichts zu sehen. Gut. Ich bin beruhigt, versuche den Schmerz zu ignorieren. Verletzungen, Wunden oder Narben hatte ich keine auf den Beinen, darauf hätte ich natürlich aufgepasst.
Hm… naja, also doch…! Der Schaum beginnt sich rötlich zu färben. Ich starre ungläubig. Wie kann es möglich sein, dass ich mich mit diesem sicheren Einwegrasierer, der dezidiert verspricht, Schnittwunden zu vermeiden, nun doch geschnitten habe?
Kreisch! Pinkdawns können nämlich kein Blut sehn… Freund Tam eilt zum Glück gleich herbei und schüttet ein halbes Flascherl Desinfektionsmittel über mein lädiertes Knie.
Die Wunde blutet noch eine ganze Weile munter weiter. Mein Kinderglaube an sichere Einwegrasierer bekommt einstweilen immer stärkere Risse.
Ein Indianer kennt keinen Schmerz - und wie ist das mit Indianerinnen?
Indianer, Indianer… Ich mach natürlich trotz der Wunde weiter, wenn ich schon mal dabei bin. Jetzt kommen ja erst die Achseln dran. Die gehen erfreulicherweise ohne Blut ab, das Resultat ist aber nicht überzeugend. Auch in der "Bikini-Zone" rasiere ich noch ein wenig herum. Geht problemlos.
Inzwischen - fällt mir auf - hat sich der Geruch der Creme verändert. Statt dem leckeren Exotic-Duft riecht es jetzt irgendwie lavendelartig und nicht besonders angenehm, fast wie nach einer Enthaarungscreme, also ein wenig scharf.
Diese nun so scharf riechende, dickflüssige Creme mag ich eigentlich nicht als Duschcreme für meinen ganzen Körper verwenden. Ich hab eher das Bedürfnis, mir das Zeug mit einer anderen, besseren Duschcreme abwaschen zu müssen.
Ich denke an die Ciao-Userinnen, die dieses Produkt so gelobt haben, weil "frau" es - platzsparend - statt einer Duschcreme vor allem im Urlaub verwenden kann. Also das kann ich wirklich nicht nachvollziehen. Sollte ich das Produkt noch einmal verwenden, dann sicher nur als Rasiercreme, aber nie als Ersatz für ein Duschgel.
Nach der Rasur ist die Haut weich, sanft, seidig und glatt. Enttäuscht bin ich davon, dass man immer "nacharbeiten" muss, weil immer einzelne Härchen stehen geblieben sind. Da ich wie erwähnt keine Erfahrung auf dem Gebiet der Nassrasur hab, kann ich nicht sagen, ob das "normal" ist oder am Rasierer liegt.
Heute ist die Haut immer noch sehr glatt - keine "Stoppeln" trüben das angenehm seidige Glättegefühl. Was mich überzeugt, ist, dass auch an den Stellen der "Bikini Line", also im besonders empfindlichen Oberschenkelbereich, keine Rötungen aufgetreten sind. Die hatte ich nämlich bei der Trockenrasur relativ häufig. Mit dem Effekt, dass die Haut dort dann zwar haarfrei war, aber mindestens ein, zwei Tage lang hässliche rote Flecken hatte.
Fazit
Ich glaube aber nicht, dass ich das Produkt nachkaufen werde. Die Prozedur dauert mir einfach zu lang, das Ergebnis ist nicht so ganz befriedigend und ich hab ehrlich gesagt Angst davor, mich wieder zu schneiden. Die kleine Wunde hat doch ziemlich stark geblutet und auch geschmerzt.
"Wieso hab ich mich da geschnitten - der Rasierer gilt doch als total sicher?", frage ich Tam, der auf so gut wie alles, was nicht Kunst und Kultur betrifft, eine Antwort hat. "Das kommt eben vor", spricht er weise. Na, jetzt weiß ich's. "Nimm mein After Shave und reib dir die eine damit ein, das soll man immer machen nach einer Rasur."
Folgsam wie ich bin, gehorche ich seinem Rat und rieche daraufhin stundenlang nach Gillette Storm Force After Shave Tonic. Mein Freund Tam ist aussehensmäßig ein etwas orientalischer Typ, dem dieser würzig-frische Duft ausgesprochen gut steht. Aber ich fürchte, dass die Blicke der Damen, die mich später, als wir in die City ausgingen, so seltsam "verfolgten", weniger meinen so schön glatt rasierten Beinen galt, sondern eher dem tollen Typen, den ihnen ihr Näschen fälschlicherweise da suggerierte… Und irgendwie fühlte ich mich wie in einem dieser Fernsehwerbespots, wo die hübschen, jungen Frauen dann alle einen Typen jagen, der so ein Ding benutzt hat… Aber holla - da fällt mir ein (kreativ, wie ich bin): Das wär doch DIE Marktlücke: ein Aftershave für Damenbeine - Duftnote exotic, meeresfrisch oder Frühlingszauber… Naja, die Fantasie geht da vielleicht wieder mal zu sehr mit mir durch… ;-)
Empfehlen kann ich das Produkt nur jenen Frauen, die viel Zeit für ihre Schönheitspflege haben, Freundinnen der Nassrasur sind und dafür begabt sind bzw. keine Probleme damit haben, wenn sich der Schaum mal rot färbt…
Als Duschgelersatz kann ich die shower & shave cream nicht empfehlen - sie trocknet zwar die Haut nicht aus, aber der Schaum ist zu dick für ein "normales" Duschbad - er wirkt eher wie ein gehaltvolles Balsam-Haarshampoo - und der Geruch ist auch sehr fragwürdig bis penetrant, wenn die erste Briese Exotic verflogen ist.
Für Freunde der Inhaltsstoffe in Ciao-Berichten (als chemisch zu wenig Versierte zähle ich nicht dazu): Ihr findet diese auf meinem Foto - bevor ich mir jetzt einen Wolf tippe bei "Isethionate" und "Benzoate" hab ich für die Chemie-Fans unter auch und jene, die es noch werden wollen, lieber ein Foto von den Ingredients gemacht.
Ja, noch etwas: Ein Haltbarkeitsdatum ist auf dem Produkt nicht angegeben.
© DMK 8/2008
25.02.2011 00:15
Sehr schön geschrieben. Viele Grüße!
29.08.2008 15:08
das hört sich schon sehr gut an...LG, Vanessa
28.08.2008 20:10
ich warte schon auf das Update mit dem Luxusvibrationsshave