Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Phantastisches Angebot |
| Kontra: |
Keine Nachteile zu erkennen |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Selten genug, aber dann und wann, genießen auch die beste Ehefrau von allen und der Schreiber dieser Zeilen auch ein wenig Kultur. Warum dies so selten geschieht, ist eigentlich nur schwerlich nachzuvollziehen, denn trotz des Lebens in einer Kleinstadt sind die Angebote durchaus vielfältig. Besonders positiv stellt sich da das Begegnungszentrum Druckerei dar. Darüber hier einige Informationen.
Die Anschrift
Kaiserstraße 14, 32545 Bad Oeynhausen, Telefon (0 57 31) 2 27 77, info@dbbo.de, www.dbbo.de
Die Anfahrt
Aus Richtung Osnabrück: Autobahn A30 bis zum Ende, an der dritten Ampel rechts in die Herforder Straße, unter der Brücke geradeaus in die Kaiserstraße, an der dritten Straße links in die Dr.-Louis-Lehmann-Straße zum Parkplatz.
Aus Richtung Hannover: Autobahnabfahrt Bad Oeynhausen Richtung Bad Oeynhausen, an der sechsten Ampel links in die Herforder Straße, unter der Brücke geradeaus in die Kaiserstraße, an der dritten Strasse links in die Dr.-Louis-Lehmann-Straße zum Parkplatz.
Vom Bahnhof: Vor dem Bahnhof links, am Busbahnhof vorbei, rechts in die Kaiserstraße, nach 100 Metern liegt links die Druckerei.
Der Verein
Seit 1985 betreibt der Verein "Druckerei Begegnungszentrum e.V." in Bad Oeynhausen ein Soziokulturelles Zentrum. Die Geschäfte führt ein ehrenamtlicher Vorstand, das Kulturprogramm wird durch eine Gruppe freiwilliger Helfer ausgewählt und organisiert. Drei hauptamtliche Mitarbeiter sind für die pädagogischen, wirtschaftlichen und administrativen Aufgaben zuständig.
Selbstbeschreibung
Die "Druckerei" bezeichnet sich als Sozio-Kulturelles Begegnungszentrum. Was für ein schwieriges Wort, das erstmal abschreckt, weil niemand so recht weiß, was damit eigentlich gemeint ist. Auf jeden Fall ist das Wort Kultur enthalten , doch das ist ein weites Feld. In den 70-er Jahren, als die ersten soziokulturellen Begegnungszentren entstanden, wurde der Begriff Kultur verstanden als etwas, das mit hoher Kunst zu tun hat. Dahinter verbarg sich ein uneingestandenes Vorurteil, das kulturelle Ausdrucksformen nur dann als gesellschaftlich wertvoll und vor allem förderungswürdig akzeptiert, wenn sie den traditionsfixierten Kriterien selbsternannter Kunstsachverständiger genügen. Klartext: Kultur wurde identifiziert mit Opern, Staatstheatern, Museen, Sinfoniekonzerten. Der Verein will die einengende Bedeutung des Begriffes Kultur nicht teilen und meint, dass die Forderung nach Demokratisierung der "Kultur" mehr als plausibel erscheint. Doch darf es dabei nicht darum gehen, "kulturferne" Bevölkerungsschichten an ein überkommenes Kulturverständnis und -angebot heranzuführen, sondern es geht um eine Ausweitung des Kulturbegriffs an sich. Nun sind sich Kulturwissenschaftler und Soziologen längst einig, was sie unter "Kultur" verstehen wollen: Mit dem Wort "Kultur" meinen sie jene Ebene, auf der gesellschaftliche Gruppen (alle Gruppen übrigens) selbständige Lebensformen entwickeln und ihren sozialen und materiellen Lebenserfahrungen Ausdrucksform verleihen. Kultur ist die Summe aller Bräuche, Normen, Institutionen, Werkzeuge, Wertorientierungssysteme, Bedürfnisse usw. in einer existierenden Gesellschaft. Damit ist auch der Begriff "Sozio-Kultur" besser zu verstehen, denn er umfasst eben alle Ebenen, auf denen Menschen miteinander umgehen, er beinhaltet, dass jeder einzelne sich selbst als "Träger von Kultur" begreift und aktiv und selbst bestimmend am kulturellen Prozess teilnehmen kann.
Kooperationspartner
Der Verein arbeitet regelmäßig zusammen mit dem Amt für Jugend und Soziales der Stadt Bad Oeynhausen, der Gleichstellungsstelle der Stadt Herford und dem Deutschen Kinderschutzbund.
Das Programm
... ist entsprechend den Vorgaben des Vereins sehr vielfältig und umfasst ein Doppelkopf-Turnier, einen Pokerabend oder eine Salsa-Party ebenso wie den Kultuflohmarkt, Kabarettvorstellungen, Auftritte von Liedermachern und Punkrockern, Improvisions-Theater, ein Musical für Kinder, Vorträge, Lesungen und und und...
In der Druckerei treffen sich zudem regelmäßig unterschiedliche Gruppen wie die "Krabbelkäfer", der Camera-Club, der SPD-Ortsverein, das Union-Hilfswerk oder der Tango-Treff.
Über die Homepage kann auch ein Newsletter mit Veranstaltungs-Tipps bestellt werden.
Die Räumlichkeiten
Neben dem Veranstaltungssal mit kleiner Bühne und Bestuhlung für gut 100 Gäste gibt es auch eine Kneipe mit Tischen und Stühlen im Haus, die Treffpunkt für Jung und Alt sein soll und auch eine kleine Galerie mit wechselnden Werken beinhaltet. Hier trifft man sich, um zu klönen, gemütlich beisammen zu sitzen, zu spielen oder einfach mal im Internet zu surfen. Verzehrzwang gibt es nicht, denn in einem Begegnungszentrum soll man sich ja auch einfach nur so treffen können. Kostenlos steht den Besuchern neben unserem Internet-Terminal ein WLAN-Hotspot zur Verfügung. Auch der Biergarten ist von Mai bis September eine beliebte Anlaufstelle.
Eintrittskarten
Im Vorverkauf sind sie erhältlich in der Druckerkneipe von Montags bis Samstags jeweils von 18 bis 24 Uhr sowie im Druckerei-Büro von Montags bis Freitags jeweils von 9 bis 12 Uhr. Für eine Reihe von Veranstaltungen sind die Eintrittskarten auch über die Homepage online zu bestellen.
Meine Meinung
Eine phantastische Einrichtung, die für mich in erreichbarer Nähe liegt und die nun wirklich Kultur jeder Richtung anbietet. Eigentlich muss ich mir selbst einen Tadel erteilen, weil ich hier nur vergleichsweise selten zu Gast bin - dabei gibt es nun wirklich Angebote für jeden Geschmack. So habe ich zu meinem Leidwesen vor einiger Zeit auch mal wieder die Feierlichkeiten zum irischen St. Patrick's Day verpasst - ebenso wie einen Kabarett & Comedy-Abend mit Lioba Albus. Ich habe mir fest vorgenommen, das hervorragende Programm künftig mehr zu nutzen als bislang - und vor allen Dingen immer mal wieder auf die Homepage zu schauen.
Zu Gast war ich in der Druckerei bei einer Autorenlesung Jan Weilers. Dabei habe ich vor allen Dingen auch die überschaubare Größe des Veranstaltungssaales genossen, der für diesen Abend wie maßgeschneidert war. Ein größeres Publikum nämlich hätte hier nicht gut getan.
Ich finde es ansonsten ausgesprochen löblich, dass auch in einer Kleinstadt ein derart umfang- und abwechslungsreiches Kulturprogramm angeboten wird und ziehe für mich selbst das Fazit, dass ich hier künftig öfter als zuvor Gast sein muss.