Führerschein mit 17 (BF17)

5  18.02.2006 (11.03.2006)

Pro:
Eine sehr gute Möglichkeit die Verkehrssicherheit zu erhöhen

Kontra:
Zuviel Bürokratie bisher

Empfehlenswert: Ja 

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Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:85

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 75 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

GRUNDSÄTZLICHES:

Junge Fahrerinnen und Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren werden als Risikogruppe eingestuft und sind überproportional häufig in Verkehrsunfälle verwickelt, was national und international durch zahlreiche Studien belegt ist.
Psychologische Analysen zeigen, dass das besonders hohe Unfallrisiko in dieser Altersgruppe sich aus zwei Komponenten zusammensetzt, einer Anfängerkomponente und einer Jugendlichkeitskomponente, wobei die Jugendlichkeitskomponente hier nun keine Rolle spielen soll.

Die Anfängerkomponente des Unfallrisikos ist Ausdruck mangelnder Erfahrung - und zwar unabhängig vom Alter, in
dem man mit dem Autofahren beginnt, also egal ob nun 16 oder 45.
der Unterschied liegt da lediglich darin, das ein älterer fahranfänger deutlich mehr Zeit benötigt um gewisse Dinge in einen Routine zu bekommen. Das Unfallrisiko ist in den ersten Monaten nach Erwerb der Fahrerlaubnis am höchsten und lässt mit zunehmender Zeit und zunehmender Fahrpraxis anfangs sehr schnell, dann deutlich langsamer nach.
Das entspricht einer völlig normalen Entwicklung. Die
Erfahrung zeigt, dass das anfängliche Unfallrisiko beim Autofahren nach ca. neun Monaten bzw. ca. 5000 gefahrenen Kilometern in etwa halbiert ist.
Deshalb hat man sich auch darauf geeinigt, den Begleiter so ziemlich genau ein Jahr mitfahren zu lassen.

In der niedersächsischen Modellversion begleiten die Erziehungsberechtigten (im Regelfall die Eltern) die Fahranfänger.
Mittlerweile wurde hier eine Änderung eingebracht die am Schluß noch weiter erläutert wird.
Die Anfänger sollen "unter dem Schutz der Begleitung" in den risikoreichsten ersten Monaten die vielfältigen Situationen im Straßenverkehr üben und
bewältigen lernen. Denn Autofahren muss geübt und zur Routine werden was das Beobachten, reagieren und die Fahrzeugbedienung angeht.
Kontinuierliches Üben über einen längeren Zeitraum
vergrößert die Befähigung, Fahr- und Verkehrssituationen zu meistern.
Unmittelbar nach Aushändigung des Führerscheins zu Beginn des selbstständigen Fahrens ist das Unfallrisiko am höchsten, sinkt nach rund 9 Monaten auf die Hälfte und nach
gut 2 ½ Jahren auf 10% des Anfangsrisikos. Wenn
Handlungen wie z. B. die Fahrzeugbedienung durch längeres Üben routiniert vollzogen werden, bleiben mentale Kapazitäten frei, die zum sicheren Fahren notwendig sind.

Niedersachsen hat sich am 19. April 2004 im Alleingang dazu entschlossen in ausgewählten Landkreisen und Städten das begleitende Fahren mit 17 einzuführen und somit einen
Versuch im großem Stil durchzuführen.
Somit bekamen junge Fahranfänger die einzigartige Möglichkeit ihre Fahrausbildung um gut ein Jahr vorzuziehen und nach Erwerb des Führerscheins im Alter von 17 bis 18 in Begleitung ihrer Eltern praktische Fahrerfahrungen zu sammeln. Der Modellversuch wird von Anfang an wissenschaftlich begleitet durch die Professur für Pädagogische Psychologie des Fachbereichs 06 der Justus-Liebig-Universität Gießen. Er
endet nach der bisherigen Planung 2009.

ÄNDERUNGEN FÜR DAS BEGLEITENDE FAHREN MIT 17

In Niedersachsen gibt es nun Änderungen die ab 01.03.06 in Kraft treten und eine wesentliche Veränderung der Sache an sich zur Folge haben:

Es entfällt die Verpflichtung zum 90 Minütigen Seminar für die Fahranfänger, um sie dort nochmals darüber aufzuklären was passiert wenn z.B. jemand ohne seinen Begleiter fährt.
Dazu wurden die Eltern immer mit eingeladen damit auch sie einen Einblick haben und wissen, welche Forderungen an sie gestellt werden bzw. wurden.
Zu dem Zeitpunkt verlangte der Gesetzgeber noch das die Eltern als Begleiter eingetragen wurden.
Jetzt sieht die Änderung vor, das es nicht nur zwei sondern nun auch drei Begleiter sein dürfen, die mindestens 30 Jahre alt sind und innerhalb der vergangenen 5 Jahre mindestens 3 Jahre die Fahrerlaubnis Klase 3 oder B besitzen - ununterbrochen!
Zudem gilt jetzt eine Promillegrenze von 0,5 Promille, wobei der Begleitperson sondern der Fahranfänger als Verantwortlicher Fahrzeugführer die volle Verantwortung dafür trägt, das der Begleiter nicht mehr als 0,499...Promille hat und keine Drogen konsumiert hat.
Im weiteren können nun bis zu drei Begleiter eingetragen werden bzw. zugelassen werden, sofern die Erziehungsberechtigten damit einverstanden sind.


ERGEBNISS BISHER ZUM BF17:

Anfangs waren alle Verantwortlichen sehr skeptisch was BF17 betrifft, viele konnten sich nicht vorstellen das es Fahrschüler geben wird die mit 17 ihren Schein haben wollen.
Doch weit gefehlt.
Es war ein voller Erfolg wenn ich an die Anmeldezahlen in unserer Fahrschule denke, wobei die Bürokratie der Behörden etwas viel war, teilweise unsinnig, doch das ist ein anderes Thema.

AUSBILDUNG DER FAHRSCHÜLER:

Es ist mir als Fahrlehrer ziemlich egal ob ich einen 16,5 jährigen im Auto habe oder einen 17 oder auch 18 jährigen.
Der Unterschied ist absolut unbedeutend, denn es gibt solche und solche und niemand ist mit dem Führerschein auf die Welt gekommen.
Deshalb kommen diese Menschen ja in die Fahrschulen ;-)
Ausbildungsmäßig ist alles wie bei jedem anderen auch in der kompletten Ausbildung - 14 Doppelstunden Theorieunterricht, 4 Autobahnfahrten, eine davon mind. 90 Minuten, 5 Überlandfahrten, davon mind. eine 90 Minuten und 3 Beleuchtungsfahrten mindestens in der Dämmerung und nach Möglichkeit jeweils 45 Minuten auf der Autobahn, Landstraße und Stadt, das wäre das Optimum.
Übungsfahrten oder auch sogenannte Stadtfahrten sind nicht vorgeschrieben und werden nach Bedarf gemacht.
Das alles regelt die Fahrschülerausbildungsordnung.

UNFALLZAHLEN DER BF 17:

Die erhobenen Unfallzahlen sprechen deutliche Worte:

Ein Rückgang der schweren Unfälle mit ungefähr 80% !!!
Ein Rückgang der Bußgelder bei Fahranfängern von fast 60%!
Das sind wohl schon Ergebnisse die sich sehen lassen können.
Die Unfallzahlen waren recht einfach zu ermitteln, denn dieses Projekt unterliegt der wissenschaftlichen Überwachung und kann somit sehr schnell ausgewertet werden.


MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG:

Etwas besseres hätte man nicht machen können um die Verkehrssicherheit auf den Strassen zu verbessern.
Lediglich die "alten Hasen" sollten sich noch einmal Gedanken darüber machen ob sie selber immer so fahren wie es die Sicherheit erforderlich macht und den jugendlichen Fahranfängern als Vorbild dienen und nicht Dinge vormachen die sich im Strafgesetzbuch wiederfinden.
Wenn das zusammen klappt, das Fahranfänger von den "älteren" dazu erzogen werden so zu fahren, das alle Beteiligten sicher durch die Strassen kommen und sich auch die sich wieder einer besseren Fahrweise bedienen, die schon länger den Führerschein haben, kann nichts mehr schief gehen.
Und es muß wieder so sein, das man nicht immer nur auf die Technik hofft wie es bei der Einführung des ABS war, wo Fahrer glaubten sie könnten nun noch dichter auffahren weil sie ja ABS haben.
Weit gefehlt....


Ich hoffe Euch hiermit einen kleinen Einblick vermittelt zu haben, der wirklich nur klein sein kann, denn ansonsten müßte ich hier eine Pädagogische Abhandlung von machen was sicherlich nicht der Sinn ist.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
TheSmitty

TheSmitty

03.10.2008 16:55

cool! ich mach, wenns nicht zu teuer wird, auch die 17jahrefahrschule! das ist echt gut! weiß jemand wie teuer bzw. um wie viel teurer diese fahrschule im vergleich zur normalen b DURCHSCHNITTLICH ist (dass es da keine festen zahlen gibt weiß ich ;))?

Samtpfote1213

Samtpfote1213

09.07.2006 13:56

Dieses BH dient dem statistischen Ausgleich des Rache-TVs eines "Dummys" namens guneras. Speedige Grüße nach Berlin, und Gutschein über 400 IQ-Punkte, Ihr könnt sie echt brauchen!!!

guneras

guneras

10.06.2006 03:01

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