Führerschein mit 17! Top oder Flop?
09.06.2012
Pro:
Verkürzte Probezeit, gute Starthilfe, Unfallrisiko sinkt
Kontra:
1 Jahr ist zu lang, störende Diskussionen mit Begleitperson über das Fahrverhalten
Empfehlenswert:
Ja
 miizore
Über sich:
Mitglied seit:09.06.2012
Erfahrungsberichte:1
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Bereits als ich 16 Jahre alt war sprach mein Onkel mich an: "Du, wie sieht es denn aus, wann fängst du mit dem Führerschein an?" Ich schaute ihn an und sagte: "Ich bin doch erst 16!!!". Doch das ist gar kein Problem mehr. Mit 16 1/2 Jahren fuhr ich mit meiner Mutter in eine benachbarte Fahrschule, von der ich schon viel Gutes hörte. Wir wurden vom Inhaber persönlich begrüßt und führten ein super Beratungsgespräch, sodass wir direkt die Anmeldung ausfüllten. Er lud mich dann direkt abends zu meiner ersten Theoriestunde ein. Anfangs kam ich mir ziemlich Fehl am Platz vor. Es waren ca. 7 andere Fahrschüler dort, die alle schon mehr Erfahrung hatten, das bemerkte ich sofort. Auf kleinen Mini-Touch-Computern (ähnlich wie iPads) füllte ich meinen ersten Bogen aus. Wuuups...47 Fehlerpunkte. Der Fahrlehrer sah es mit Humor, ich allerdings war schon gefrustet und gleichzeitig ziemlich ehrgeizig. In der nächsten Theoriestunde wollte ich glänzen. Also setzte ich mich nun immer öfters vor den Laptop und füllte fleißig Bögen in dem Online-Portal "Fahren-lernen-max" aus. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Nach 3 Monaten war ich dann sets unter der 10 Fehlerpunktegrenze. Im Juni 2011 meldete ich mich an, anfang September hatte ich meine Theorieprüfung. Der Prüfer hat uns in den Raum gebeten, wo ca. 14 Computer standen. Wir mussten unsere Personalausweise vorzeigen...(das Übliche halt). Vor lauter zittern konnte ich kaum die Maus des Computers festhalten. Bei 2 Fragen war ich mir so unsicher, dass ich im Kopf schon rechnete, ob ich durchfallen würde, falls ich die beiden Fragen falsch hätte. Aber alles war gut. Ich drückte auf "Abgabe", der Prüfer klopfte mir auf die Schulter, gab mir den Ausdruck und tatsächlich: 0 Fehlerpunkte. Theorie bestanden: Check!
Am nächsten Tag bekam ich einen Anruf von einem anderen Fahrlehrer, der mir zugeteilt wurde, also nicht der Inhaber der Fahrschule, bei dem ich den Theorieunterricht absolviert hatte. Wir verabredeten uns am nächsten Tag zu einer Einführungsstunde. Anfangs war ich ziemlich erschrocken, er war Anfang 70(!!!), sah ziemlich grimmig aus, aber ich bemerkte sofort, dass er Humor hat. Also ging es los. Auf einen großen "Kirmesplatz", wo keine Autos fuhren oder parkten. Er erklärte mir das Auto und die Funktionen. Dann übten wir die Kupplung richtig kommen zu lassen usw. In der nächsten Stunde fuhren wir auf einen Waldweg und so steigerte sich das Fahrtraining langsam. Der Fahrlehrer wurde mir immer sympatischer und ich freute mich jedes Mal auf die Fahrstunden. Doch irgendwann wurde er strenger, es ging auf die Prüfungsvorbereitungen zu. Er kam genervt rüber, jeder Fehler wurde ausdiskutiert, teilweise unnötige Kommentare von ihm. Ich war einfach nur froh, dass es bald vorbei war.
12 Tage nach meinem 17. Geburtstag, also am 15. Dezember 2011 stand dann die Fahrprüfung an. Ich fuhr mit meiner Mutter frühzeitig zum TÜV. Es war Prüfungstag, der Prüfer hatte jede Menge zu tun. Vor mir fuhr bereits eine andere Fahrschülerin meiner Fahrschule. Sie hat bestanden. Nun kam ich an die Reihe. Der Prüfer und mein Fahrlehrer gingen noch schnell einen Kaffee trinken, mir gab er den Autoschlüssel: "Stell schon mal alles ein, du machst das schon!", zunächst völlig überfordert und ZITTRIG! Ich sagte meinen Fahrlehrer, dass er sich doch ein Wenig mit dem Prüfer unterhalten solle während der Fahrt. Ich mag keine Stille im Auto. 10 Minuten später kamen die beiden mit einem Lächeln im Gesicht. Gleiches Spiel: Personalausweis abgeben..."Sooo Frau XXXX, dann starten Sie die Prüfungsfahrt, wie fahren geradeaus von dem Gelände herunter." Alles klar, kein Problem...Fahrradfahrer korrekt vorbei gelassen, gutes Gefühl. Die beiden unterhielten sich so ziemlich ununterbrochen, sodass meine Aufregung weg war. Wir fuhren in ein Wohngebiet, ich sollte rückwärts, hinter einem anderen Auto einparken. Ich stellte mich ziemlich ungeschickt an, da das Einparken JEDES Mal schief ging. Meinem Fahrlehrer standen die Schweißperlen auf der Stirn. 2 Mal nockte ich am Bordstein an...3 Mal vor und wieder zurück. Meiner Meinung nach stand ich noch nicht richtig, doch der Prüfer sagte schnell: "Dann setzen wir die Prüfungsfahrt nun fort, suchen sie sich bitte eine Möglichkeit zum Wenden." Das löste ich mit links; rechts-vor-links-Kreuzung, zack hatte ich gewendet. Wir fuhren mitten durch die Stadt, zurück zum TÜV, dann der Albtraum jedes Prüflings, Tempo 50, die Ampel springt auf Gelb. Ich Trottel stand unter Schock, sodass ich eine regelrechte Gefahrenbremsung ablegte. Der Prüfer war wütend am fluchten, ich stand auf dem Fußgangerüberweg. Shit happens... Ich dachte mir schon, dass ich durchgefallen sei.
Zurück auf dem TÜV-Gelände sagte er: "Frau XXXX, ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für Sie. Die Schlechte ist, die Prüfungsfahrt ist beendet. Die Gute: Sie haben bestanden." Ich freute mich riesig, mein Fahrlehrer im ersten Moment auch, danach bekam ich dann den letzten "Anschiss!!!" wegen der Gefahrenbremsung. Nun darf ich ein Jahr mit meinen Eltern fahren. Die ersten 3 Monate war ich richtig genervt. Mir wurde ständig gesagt, dass ich unkonzentriert fahre, unnötige Fehler mache, zu schnell fahre, einen zu sportlichen Fahrstil habe, sie zu oft nach etwas fragen würde usw. Ich war dann soweit, dass ich einen Monat lang kein Auto mehr gefahren bin. Mittlerweile (nach meinem kleinen Streik) klappt es viel besser. Ich fahre selbstständig, muss kaum noch nachfragen und fühle mich nun bereit alleine Auto zufahren, was am Anfang nicht der Fall war. Das einzig Negative ist, dass ich in letzter Zeit kaum Möglichkeit habe Auto zufahren. Habe ich Zeit, haben meine Eltern keine Zeit... Mittlerweile bin ich schon 3 Wochen kein Auto mehr gefahren, was ich viel zu lang finde. Schließlich muss man in Übung bleiben.
Es ist nun Juni 2012, ich habe noch weitere 6 Monate begleitendes Fahren vor mir. Mein Tipp an Euch: Ihr müsst nicht an Eurem 17. Geburtstag den Führerschein in der Hand halten...lasst euch Zeit, mach Euch keinen Stress. Denn nach spätestens 6 Monaten fühlt ihr Euch fit, auch ohne Begleitperson zufahren.
Die Angsfangszeit hat mir echt geholfen, doch mittlerweile nervt es, niergendswo allein hinfahren zudürfen, obwohl man den Führerschein nun schon seit einem halben Jahr hat. Ich wünsche Euch viel Erfolg und Glück beim Erwerb des Führerscheines!!!
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09.06.2012 17:09
also ich fand BF 17 super... Herzlich Willkommen bei Ciao...LG
09.06.2012 14:10
bh
09.06.2012 13:03
Guter Erstbericht, doch die Rechtschreibfehler fallen schon auf...Lies den Bericht nochmal durch, dann fallen sie Dir auch auf. Ansonsten, willkommen bei Ciao. ;)