Über sich:Ich werde, soweit es mit meinen Interessen vereinbar ist, die Meinungen der Personen die meine Meinu...
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Einmal im Leben die Welt aus den Augen des Schauspielers John Malkovich betrachten können, das wäre... nun, eigentlich gar nicht besonders erstrebenswert. Warum nämlich sollte man wie dieser blasierte Kerl denken, reden und empfinden können? Und warum ausgerechnet John Malkovich? Die real existierende Figur, um die es in Spike Jonzes Kinodebüt „Being John Malkovich“ geht, spielt freilich nur eine sekundäre Rolle. Der Spaß an der irrwitzigen Inszenierung ist es, den dieser Film auszeichnet. Das ganze obskure Treiben beginnt damit, dass Craig Schwartz (John Cusack), ein erfolgloser Puppenspieler, auf eine Stellenanzeige hin einen Job als Aktensortierer in einem New Yorker Bürohaus annimmt. Jene Firma, für die er arbeitet, sitzt im 7 1/2. Stock und die Etage ist so niedrig, dass man sich bücken muss, um nicht mit dem Kopf an der Decke anzuschlagen. Dr. Lester (Orson Bean), der Boss der Firma, redet andauernd nur wirres Zeug und von der sexy Kollegin Maxine (Catherine Keener) kriegt der verdutzte Lebenskünstler Craig einen Korb nach dem anderen. Eines Tages entdeckt Craig hinter einem Aktenschrank eine Tür zu einem Tunnel, in den er aus purer Neugier hinein kriecht - um flugs mitten im Körper von John Malkovich zu landen. Die Reise ins Ich des Schauspielers aber ist nicht von langer Dauer und alsbald plumpst Craig am Rande eines Highways in die Wirklichkeit zurück. Fortan wollen Craig und Maxine aus dieser „Nabelschnur“ angemessen Kapital schlagen - und verkaufen für 200 Dollar pro Kopf jedem Interessierten eine garantiert unvergessliche Reise ins Ich des Dandy-Akteurs, Abholung am Highway inklusive... Alle Figuren in diesem intellektuellen Hochvergnügen sind nicht ganz koscher. Selbst Craigs hauseigenen Schimpansen hat man dem nicht ganz alltäglichen Wahnsinn untergeordnet: das Tier leidet unter einem verdrängten Kindheitstrauma, das im Laufe des Films noch eine Rolle spielen wird. Unglaublich verrückt und dennoch hochanspruchsvoll - „Being John Malkovich“ ist mit seinem metaphysischen Humor ein absoluter Exot unter den Kinofilmen der Neuzeit. Nicht allein die Idee ist grandios, auch die Umsetzung in 113 Kinominuten ist dem Team um Spike Jonze vortrefflich gelungen. Kleines Suchspiel am Rande: Wer nicht genau hinschaut, dem wird entgehen, dass Cameron Diaz in diesem Film die weibliche Hauptrolle spielt...