Bitte bitte nicht
02.05.2012
Pro:
Nichts Opfer und Täter werden durch den Kakao gezogen Folgen für beide Seiten nicht abzusehen
Kontra:
Jeder erfährt Details, die besser im Gerichtssaal geblieben wären
Empfehlenswert:
Nein
 aquarius2
Über sich:
Mein 333. Bericht ist natürlich eine Filmkritik...
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Sicher der Fall Breijvik ist ein Fall, der das Interesse der norwegischen Bevölkerung und auch Menschen aus aller Welt weckt, aber ich bin froh, dass dies in Deutschland nicht erlaubt ist.
Warum ist Monika gegen Gerichtsverhandlungen live im Fernsehen? Es gibt verschiedene Prozesse, die Richterin Barbara Salesch hat ganz am Anfang mal Fälle im Fernsehen verhandelt, die angeblich auch rechtskräftig waren, das waren aber echt nur Bagatellen, keine Delikte am Menschen oder so. Wer erinnert sich nicht an Stefan Raabs Song "Maschendrahtzaun". Dieser Fall wurde auch in dieser Sendung verhandelt, es ging um einen Maschendrahtzaun und einen Knallerbsenstrauch. Die Frau hat einen Anteil an den Tantiemen von Stefan Raab erhalten, aber hat ihr das Geld Glück gebracht? Nein, die Leute pilgerten zu ihrem Haus und das ohne Facebook. Die Frau hatte einen Nervenzusammenbruch und tauchte ab. Inzwischen hat das die Bevölkerung vergessen, aber wie ist die Frau damit klargekommen? Wie gesagt, es ging um einen Nachbarschaftsstreit, der ungeahnte Wellen schlug, nachdem Stefan Raab einen Song darüber geschrieben hat. Kann irgendjemand im Vorraus sagen, was sich aus so einem Prozess entwickelt?Meine Schwester ist Schöffin, eines Tages hatte sie nur zwei Fälle zu verhandeln, einer war öffentlich. Meine Schwester ist Jugendschöffin, dass heißt sie verhandelt Fälle von Jugendlichen und jungen Erwachsenen und Delikte gegen Kinder und Jugendliche. Sie weiß vorher nie um was es geht. Nun, der Fall wurde verhandelt und der Angeklagte war der sexuellen Nötigung und Vergewaltigung angeklagt. Er war zur Tatzeit 19 Jahre, hatte eine problembelastete Kindheit und Jugend und lebte zu dieser Zeit im Obdachlosenasyl. Was er über seine Familie und Kindheit erzählt hat, sowas gehört in keine TV Verhandlung auch nicht die Delikte die er zuvor begangen hat. Auch sein Opfer, eine junge Mutter von 3 Kindern, die er schon seit seiner Kindheit kennt wollte das sicher nicht das ihre Aussage öffentlich wird, aber die Verhandlung war öffentlich jeder hätte da reingekonnt. Der junge Mann macht zur Zeit eine Therapie und muß ins Gefängnis, er bekam eine Strafe. Sollte er für immer als Täter gebrandmarkt werden? Hier ist ein Spagat zwischen Schutz anderer potentieller Opfer und Rehabilitation und Schutz des Täters vor der Meute gefragt. Was hätte es gebracht, diesen Fall öffentlich zu verhandeln? In den USA wurde ein Vergewaltigungsprozess live übertragen, es ging um einen Kennedyspross und der Mann wurde freigesprochen. Die junge Frau war erledigt und es kamen sehr intime Details ans Licht ebenso Fehler bei der Ermittlung und private Details über Leute, die weder Angeklagter noch Opfer waren. Im Prozess gegen Breijvik kam auch raus, dass sich ein Schöffe für Breijviks Hinrichtung ausgesprochen hat. Wer weiß, was noch rauskommt an Ermittlungspannen und Aussprüchen von Richter, Staatsanwälten oder Anwälten? Da fällt mir spontan der Fall Kachelmann ein. Der Wettermann Jörg Kachelmann wurde freigesprochen, aber ein Nachgeschmack blieb, ich weiß nicht wer hier gewonnen oder verloren hat. Das Publikum hat sehr intime Details über Kachelmann erfahren auf Grund dieser er für die meisten seiner ehemaligen Fans nun doch eine Persona non Grata ist. Juristisch gesehen ist er rehabilitiert, aber in seinem Leben ist nichts mehr wie bisher. Auch für seine Ex-Geliebte ist nichts mehr wie bisher, vor der Tat war sie bei einem Radiosender Moderatorin, sie kann auch nicht mehr wie bisher Sendungen moderieren und ewig wird wie bei Kachelmann ein Zweifel bleiben, wer lügt, wer sagt die Wahrheit. In Deutschland darf in einem Gerichtssaal nicht während der Verhandlung gefilmt oder für Privatzwecke eine Film oder Tonaufnahme gemacht werden, das ist gut so, es gibt Gerichtsreporter wie Gisela Friederichs, die hinterher darüber reden und schreiben. Der Fall O.J. Simpson ist auch so ein Fall, da kamen so viele Details ans Licht und wie sollen da die Geschworenen, die nun mal darüber entscheiden sollen, ob ein Angeklagter schuldig ist oder nicht.Eind Gerichtssaal soll niemals eine Bühne sein, weder für den Angeklagten, noch für die/das Opfer, die Staats/-Anwälte für Gutachter oder Zeugen. Es geht hier um mehr als wer stellt sich am besten hin, es geht um Schuld oder Unschuld um Sühne und Verarbeitung. Sicher sind wir alle mehr oder weniger neugierig, aber wenn es um uns oder uns nahestehende Menschen geht, wollen wir, dass jedes noch so kleine Detail hier vor einem Millionenpublikum ausgebreitet wird? Die Opfer und ihre Angehörigen erleben die Straftat noch einmal mit aller Deutlichkeit und die Täter bekommen eine Öffentlichkeit, die ihen vielleicht sogar Spass macht. Täter bekommen hier Aufmerksamkeit und das gefällt einigen von ihnen sehr. Die Angehörigen und das soziale Umfeld eines Täters sind teilweise fast mitangeklagt, wie kann die nur so ein Kind haben? Warum bekamen die Freunde/Familie/Kollegen von den Taten nichts mit? Hat der Täter etwa auch den seinen sowas angetan? Willst Du als Angehöriger eines Sexualstraftäters über sowas befragt werden?
Fazit Delikte wie der Amoklauf in Norwegen sind auch so schlimm genug, keinesfalls sollte man dem Täter ein Podium geben, um sich darzustellen, das ist eine Ohrfeige für alle seine Opfer und auch für die die ihnen nahestanden. Kann ausgeschlossen werden, dass es später Trittbrettfahrer gibt, die wegen der breiten Öffentlichkeit auch morden? Kein Fall gehört live in die Öffentlichkeit. Schon die Berichte über die aktuellen Kriminalfälle gehen oft über gewisse Grenzen hinweg da ist es gut, nicht alles live im Saal mitanzusehen, sondern mehr oder weniger differenziert aus der Presse, dem Radio oder TV zu erfahren. Über Selbstmorde wird in der Presse nicht groß berichtet, als sich mal ein Selbstmörder von einem Hochhaus gestürzt hat wurde keine Zeile drüber geschrieben auch nicht, als sich kurz hintereinander mehrere Patienten in einer Klinik vom Dach gestürzt haben, um nämlich keine Nachahmer anzuziehen und sowas sollte auch für Angeklagte gelten, wer allzuviel über Täter schreibt riskiert eben, dass es Leute gibt, die das toll finden und sowas nachahmen. Die Öffentlichkeit sollte Empathie für die Opfer und deren Angehörige haben und dazu gehört auch die Fääle nicht bis ins kleinste Detail der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, die aus purer Lust am Schrecklichen fasziniert zuschauen, nicht weil sie Mitleid mit dem Opfern haben, sondern aus purer Sensationsgier und das ist wirklich kein Grund sowas zu erlauben. Nach einer Straftat ist alles anders für Täter wie Opfer das ist schon schlimm genug!
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13.10.2012 14:27
Ich bin auch dagegen.
25.08.2012 22:51
Wer dem die Möglichkeit zum reden gibt ist selbst schuld. Einzelhaft in einem dunklen Keller.
22.07.2012 16:29
Ist heute schon ein Jahr her! Und das Kinomassaker war vor einigen Tagen, was geht in solchen Menschen vor?