Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Bela ! , Ton, Zusammenarbeit mit den anderen Musikern, live fast wie auf der CD |
| Kontra: |
irgendwie . . . kA . . |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
* Der Human Boss befiehlt gerne....
Zwei Mal hatte ich schon das Glück ein Konzert des Human Boss, des Grafen, des unglaublichen Bela B zu sehen. Ein Mal Open Air in Köln vor ein paar Jahren (26.08.2006) und ein Mal am 17.07.2010 in Würselen für gerade Mal 1,50€ (und das sind auch nur die VVK-Gebühren gewesen).
Beide Male trat der Stehdrummer der Ärzte mit seiner Band Los Helmstedt als Headliner auf und beide Male war ich fasziniert.
26.08.2006
Gut, da dieses Konzert nun wirklich schon etwas länger her ist, werde ich mich hier kurz fassen. An diesem Tag war Bela mit seiner Band der
Headliner des Monsters of Spexx-Festivals und eine doch noch etwas junge Frau Keks war den ganzen Tag alleine in Köln. Gekostet hat der Spaß (ohne An- und Abreise versteht sich) etwa 30€, was durchaus akzeptabel ist. Soweit ich weiß, kostet ein Ticket für ein „reguläres“ Konzert des Grafen zurzeit etwa 25€ oder so. Wer dieses Jahr bei Bela war und den Bericht hier liest, der möge mir doch bitte mitteilen, wie viel es gekostet hat.
Nunja, nachdem es im Laufe des Tages immer voller wurde, arbeitete ich mich nach den Dresden Dolls nach vorne an die Bühne und ergatterte auf diese Art und Weise einen
wunderbaren Platz in der zweieinhalbten Reihe.
Relativ pünktlich erschien der Human Boss auf der Bühne und die Menge war sofort begeistert und in den Bann gezogen. Da es zu diesem Zeitpunkt erst ein Soloalbum von Bela gab, sind trotz der recht kurzen Konzertdauer (Lärmschutz… daher ab 22h Sense) die meisten Lieder des Albums gespielt worden. Und soweit ich mich entsinne noch ein weiteres, englischsprachiges, von dem ich aber nicht mehr wirklich weiß, was das war.
Tatsache ist jedenfalls, dass Bela es auch ohne seine beiden Ärzte-Kollegen verstanden hat, die Menge zu begeistern (auch, wenn er etwas nervöser wirkte), mit dem Publikum zu spielen und seine Bandmitglieder zu beleidigen. Belas Ausstrahlung war mehr als deutlich zu spüren und seine Spielfreude ebenso.
Nicht fehlen durfte natürlich das obligatorische Glas Wein, das demonstrativ getrunken worden ist.
Die Lieder haben sich live nicht wirklich anders angehört als auf der CD, was ich sehr positiv bewerte, da es für mich einfach heißt, dass der Mann weiß, was er tut und seinen Beruf beherrscht.
Natürlich ist es erstmal etwas gewöhnungsbedürftig, dass nicht Lula mit Bela singt und bei 1.2.3. nicht Frau Roche, sondern in beiden Fällen Paule, aber da auch sie versteht, was sie da macht, hat man sich schnell daran gewöhnt und fand die kleinen Tanzeinlagen zwischen ihr und Bela durchaus gelungen.
Leider war alles viel zu schnell vorbei und Zugaben konnten nicht gegeben werden, da es nach 22 Uhr war. Schon beim letzten Lied wurde gehetzt, damit man die Auflagen noch erfüllen konnte und natürlich hat man sich verspielt – und dankenswerterweise doch noch zeit gehabt, neu anzufangen. Bela kam allerdings nach den „Zugabe“-Rufen nochmals auf die Bühne und hat mit den Leuten in den ersten Reihen (Weiter ging nicht, da der Saft schon abgedreht worden war.) gesprochen und erklärt, dass er nicht mehr dürfe. Eine sehr nette Geste, wie ich finde.
Ich jedenfalls bin beschwingt aber überstürzt wieder weggefahren und habe Erinnerungen an einen schönen Tag mitgenommen.
Diese Erinnerungen wollte ich dann am
17.07.2010
wieder auffrischen.
Zwar ging ich mit einem etwas schlechten Gewissen hin, da ich zwei Tage später eine Klausur schreiben sollte (und drei Tage später auch), doch trotzdem habe ich mich natürlich gefreut, mal wieder die Stimme von Bela live zu hören. Und wie Frau Cos und die Beere schon sagten: Ich wäre blöd gewesen, wenn ich die Chance (1,50€!!!) nicht wahrgenommen hätte.
Obwohl ich nicht wirklich früh am
Flughafen Merzbrück ankam, hätte ich noch locker einen Platz in der fünften Reihe oder zumindest recht weit vorne an einer Absperrung (Vorteil: Fotos ohne Köpfe drauf) bekommen, wenn ich gewollt hätte. Gut, an sich wollte ich auch, aber dieses Mal war ich nicht alleine da, sondern hatte meine gewisse Person (aber dasselbe Shirt) dabei und diese Person war der Auffassung, der Platz sei schon okay. Gut… weiter vorne hätte ich auch nicht mehr auf dem Boden sitzen können, bevor es losging.
Die Stimmung im Publikum war auch so „weit hinten“ (wirklich weit hinten war ich nicht... siehe Bilder) schon vor dem Auftritt gut, was vor allem an einer etwas extrovertierten Persönlichkeit in der Reihe vor mir lag. Der Kerl verstand es wirklich, Stimmung zu machen, hat mir aber während des Auftrittes leider das eine oder andere Mal fast die Brille aus dem Gesicht geschlagen. Ein Hoch auf meine Reflexe.
Als es endlich wirklich losging (Verspätung von etwa 5 bis 10 Minuten), kam direkt Bewegung in die Masse der Zuschauer. Wie zu erwarten war, war das erste Lied des Abends
Rockula. Die Band kam in Bela-Masken auf die Bühne, fing an zu spielen… und von irgendwo hinter der Bühne konnte man schon Belas Stimme einsetzen hören. Der
Ton war ausgesprochen gut, wurde im Laufe des Abends aber leider ab und zu etwas seltsam… fast leiernd. Auf jeden Fall habe ich schon bei diesem Opener gedacht, dass der Mann noch immer singen kann und kaum einen Unterschied zur CD-Version feststellen können.
Danach gab es natürlich die obligatorische Begrüßung: Soll heißen: Wir hießen alle zusammen „Hey Sexy“, weil das ja auf jeden zutreffe - „Aachen“ hingegen nicht. Hmm... Letzteres stimmt... aber Ersteres? Und natürlich gab es die obligatorischen Befehle des Human Bosses, die sich bei Rufen tatsächlich nur auf Handzeichen beschränken. Leider leider sind die Leute beim ersten Mal immer zu leise. Ein sehr gelungenes Video, auf dem man sieht, wie Bela sein Publikum im Griff hat und es dirigieren kann, habe ich unten als link hinzugefügt.
Der restliche Abend gestaltete sich mal lustig, mal niveaulos, mal niveauvoll (nein, das ist kein Scherz.. nicht wirklich zumindest.. immerhin hat Bela ja einen „bildungspolitischen Auftrag!“).
Eine genaue Aufzählung der Lieder (womöglich noch in der richtigen Reihenfolge) bekomme ich leider nicht hin, halte dies aber auch für relativ unwichtig.
Wichtig hingegen ist allerdings, dass
der Human Boss seine Band natürlich wieder sehr liebevoll schlecht gemacht hat und eine exzellente Bühnenshow hinbekommen hat: Er hat das Weintrinken vor Publikum perfektioniert. Ich schreibe nur „Ihr sollt das auch noch richtig sehen.“ – dann sollte man als Bela-Fan eigentlich schon wissen, wie das ausgesehen hat. (Wer es sich nicht vorstellen kann: auch das ist in einem der ersten beiden Videolinks zu sehen.)
Schön fand ich, dass Bela schwarz/weiss tatsächlich mit dieser furchtbaren Maskenbrille (wie heißen solche Dinger eigentlich) aus dem Video gespielt hat, bei Ninjababypowpow sehr publikumsnah war (siehe Link 2) und immer wieder mit dem Publikum gespielt hat. Wer schafft es schon, dass sich mindestens 4/5 des eigentlichen Publikums auf Befehl um die eigene Achse drehen? Oder dass sich zumindest die Hälfte auf den Kopf haut…
Die Ansage zu
1.2.3. war sicherlich die längste des Abends. Zum Glück musste das Publikum nur einen Arm nach oben strecken, denn „mit dem rechten Arm grüßen nur Arschlöcher!“ Der Arm musste dann auch ziemlich lange oben bleiben – trotz Zwicken. Wie Bela selber sagte, schafft er das auch und er ist altersmäßig durchaus in der Lage, der Vater von einem Teil des Publikums zu sein… da schafft man das als jemand, der um einiges jünger ist, doch locker, die Hand oben zu behalten.
Allerdings wurde hier für meinen Geschmack etwas zu sehr auf dem Zählen rumgeritten. Trotzdem ist es immer wieder erstaunlich, dass das Publikum auf Fragen nach dem Schema „Was trinkt die Kuh?“ immer wieder reinfällt.
Nein, der Erfinder der Atombombe heißt nicht Sechstens!Sehr gefallen hat mir die Darbietung von Ninjababypowpow - nicht nur, weil Bela sich dort so publikumsnah zeigte, sondern auch, weil hier die Spielfreude wirklich zu bemerken war und Bela seinen sehr eigenen Tanzstil (der leider seine doch nicht mehr so ganz schlanke Figur betont) zeigte. Ebenso schön waren die Darbietungen von Der Vampir mit dem Colt, Sie hat was vermisst und Liebe und Benzin oder auch des ruhigen, nachdenklichen Irgendetwas bleibt , das seit jeher zu meinen Lieblingen zählt.
Der Höhepunkt des Abends war allerdings sicher, das Apfelwettessen. Bela B y Los Helmstedt haben sich gedacht, dass man ja das Publikum daran teilhaben lassen könne, wie man sich auf der Bühne gesund ernährt. Folglich wurde während
Traumfrau ein Apfel verzehrt und wer es nicht schaffte, mehr als zwei Drittel zu essen, der musste eine Person (ich schreibe absichtlich nicht „Frau“) küssen, die von einem Bandkollegen ausgesucht worden ist.
Da der Schlagzeuger keine Äpfel essen kann, wurde Bela ein zweiter ans Mikrofon gehängt, denn „you’re a drummer too“ – außerdem ist Bela ja der Human Boss. Der kann so viele Äpfel essen, wie er will. ;-)
Was nun folgte war durchaus amüsant und auch recht lustig anzuhören. Die meisten Musiker waren natürlich etwas eingeschränkt in ihrem Apfelessen, da sie ja auch spielen mussten und so wurden die Pausen etwas verlängert. Wer da von „fudeln“ spricht, hat sie – in meinen Augen- nicht mehr alle. Vor allem für Bela war es natürlich sehr schwierig, denn neben der Aufgabe, Gitarre zu spielen, hatte er ja auch noch zu singen. Nachher (nach dem ersten Apfel) hat er sogar gekniet und sich quasi von einem Security-Typen füttern lassen. Trotzdem hat er natürlich verloren, während Paule es mehr als einfach hatte, da sie bei dem Lied nichts zu tun hatte… Seine Wettschuld löste er natürlich ein, der Kuss war nach Aussagen der Geküssten „geil“ und Bela habe die Zunge
nicht drin gelassen. Sein Kommentar dazu: „Das war ein Stück Apfel!“
Die Mischung der Lieder aus den beiden Alben war erstaunlich homogen, obwohl ich das Gefühl hatte, dass Bingo ein wenig bevorzugt worden ist.
Nach mehreren Zugaben war das Konzert dann nach etwas weniger als zwei Stunden leider schon gegen zehn vor 11 (und nicht erst um 11) zu Ende.
Davor gab es aber auch wieder ein englischsprachiges Lied ( Laut Zeitung I want you to want me ... ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung mehr....), das beim Publikum gut ankam.
Licht aus. Ende.
Halt! Moment! Da läuft ja jemand umringt von Security nur ein paar Meter vor mir über den Weg! Tjaja… schon blöd, wenn das Catering etc nicht hinter der Bühne ist sondern in den anderen Gebäuden am Flughafen…
Ein Bela-Autogramm wäre aber nicht drin gewesen.
Fazit
Bela ist ohne Farin und Rod an seiner Seite keineswegs aufgeschmissen. Er liefert eine solide Show ab, versteht es, sein Publikum zu begeistern und ist für Späße zu haben. Wer einen Ärzte-Abklatsch erwartet, der ist hier falsch (so ein bisschen…). Ich selber gehe jederzeit gerne wieder zu einem Bela-Konzert, wenn die Zeit und das Geld sowie die Gesundheit es zulassen. Denn ich bin immer wieder begeistert – und muss nächstes Mal endlich mal bessere Bilder machen können (dieses Mal ist die Hälfte einfach nur verschwommen, weil ich zu weit weg war und meine Kamera damit nicht klarkam). Die Show ist nicht zu übertrieben, das Zusammenspiel der Musiker passt und es kommt einfach alles gut rüber – auch, wenn es absolut ekelhaft ist, dass Herr B die Plektren, die er ins Publikum wirft, vorher ableckt.
http://www.youtube.com/watch?v=Wi-G1Dc4pYQ&NR=1 (nicht von einem Tag, als ich dabei war... nur zur Verdeutlichung)
http://www.youtube.com/watch?v=axdqDCe2j-A (Ich weiß, hier nervt das Gekreische)
PS: Interessant.. ich habe den Bericht unter "Konzerte" geschrieben... und er taucht unter Konzert-Tickets auf.
PPS: Das Ärzte-Konzert damals war besser... ABER: Das sollte man an sich auch nicht vergleichen!!!!!!!
PPPS: Die Klausuren haben nicht drunter gelitten ;-)
| weitere Erfahrungsberichte |
"Mit Niveau hat das nichts zu tun. Aber egal!"
Bewertung für Bela B . Tickets von
anna_susanna
Pro: Mit Niveau hat das nichts mehr zu tun
Kontra: Der Bela ist wohl etwas schüchtern, so solo
...Eigentlich ist anna ja gar kein ausgewiesener Fan von Herrn Bela B., seines Zeichens ausgewiesener Drummer der, ja, so sagt man das wohl, 'Kult-Band' "Die Ärzte". Die ja von sich behauptet, die beste Band der Welt zu sein. Das würde anna niemals einfach s ...
Bericht lesen
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich |
|
sehr hilfreich
27.09.2006
|
Bela zum anfassen...
Bewertung für Bela B . Tickets von
basti2104
Pro: BELA B., gute Show, Nähe zur Band
Kontra: kleinere Fehler eines solo leicht verunsicherten Bela B.
...Allgemein:
~~~~~~~~~
Lange hatte ich mich drauf gefreut, am 01.09.06 endlich meinen großen Helden Bela B. im Rahmen seiner "Bela B.'s Bingo-Show 2006"-Tour live sehen zu können. Im Mai 2006 war sein Solo-Album "Bingo" (Platz 2 in den deutschen Charts) ...
Bericht lesen
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich |
|
sehr hilfreich
25.08.2007
|