Das große Rätselraten!
01.09.2007
Pro:
Vertonung, Wechsel zwischen Hauptfiguren, Hintergrundgrafiken
Kontra:
Bedienfreundlichkeit, 3D Models
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Grafik
Sound
Multiplayer:
Bedienung
mehr
 MalteHarenberg
Über sich:
Bin jetzt auch bei YOPI und PREISVERGLEICH aktiv! Zusätzlich entstammen fast alle Berichte von meine...
Mitglied seit:25.05.2002
Erfahrungsberichte:52
Vertrauende:5
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 29 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Nach dem großen Erfolg von Dan Browns Romanen gab es eine riesige Aufruhr um Geheimbünde, die Kirche und alles was man irgendwie mit mysteriösem in Verbindung bringen konnte. Viele, so zum Beispiel die Filmindustrie oder aber auch die großen TV-Sender in Deutschland, nutzten dies aus und schwammen auf der Euphoriewelle ganz oben drauf mit. Nun ist auch die Spieleindustrie wieder ganz tief im Dschungel der Verschwörungstheorien angelangt. Mit Belief & Betrayal: Das Medaillon des Judas wagt sich der italienische Entwickler Artematica erneut in das Genre der Adventures. Die Story fängt dabei mit einem schockierenden Ereignis an. Ihr spielt Jonathan Denter welcher sich gerade auf eine berufliche Reise nach Miami vorbereitet als er von einem Anrufer aus seinen Vorbereitungen gerissen wird. Am anderen Ende der Leitung ist ein Inspektor von Schottland Yard welcher euch mitteilt, dass euer Onkel Frank Danter brutal ermordet wurde. Doch an der Sache ist ein kleiner Haken. Euer Onkel Frank ist eurer Meinung nach seit 10 Jahren tot. Doch Jonathan wird von dem Inspektor aufgeklärt, dass dieser Tod vor 10 Jahren nur vorgetäuscht war. Onkel Frank war ein Geheimagent des vatikanischen Geheimdienstes und musste somit seinen Tod vortäuschen um seine Familie zu schützen. Also geht es für euch und Jon auf nach London wo er viele neue Leute kennen lernt und mitten in einen lange laufenden Konflikt gerät. London bleibt im Laufe des Spiels nicht der einzige Schauplatz. Auch Chartres, Rom und Venedig werden von ihm und seiner neuen Freundin Kat unsicher gemacht. Hintergrund der ganzen Geschichte ist eine Story, welche auf dem Verrat Judas an Jesus basiert. Außerdem bleibt Jonathan nicht komplett auf sich allein gestellt. Wie oben schon beschrieben bekommt er Verstärkung durch Altphilologin Kat und den Computerexperten Damien. Zwischen den Charakteren kann man frei umschalten, jedoch sind die die ihre Aufgaben bereits erledigt haben nicht mehr anwählbar.
Ab an die Arbeit Belief & Betrayal läuft ab wie ein typisches Adventure. Mit der Maus schicken wir Jon, Kat oder Damien von einem Ort zum anderen. Gegenstände können wir anklicken um sie von den Hauptpersonen betrachten zu lassen. Dies ist jedoch leider recht problematisch, da zum Aufheben oder zum genaueren Betrachten von Gegenständen ein zweiter Klick notwendig ist. Dieser ist allerdings nicht immer selbsterklärend, zu oft sagen die Charaktere, dass ein gewisser Gegenstand nicht wichtig ist, klickt man ihn dann aber noch mal an so wird dann plötzlich doch entdeckt. Bestes Beispiel hierfür ist die Situation bei einem Müllhaufen. Hier müssen wir Jon erst 5-mal dazu zwingen den Müll zu durchsuchen ehe er schließlich etwas Sinnvolles darin entdeckt. Um ehrlich zu sein: das dies so ist haben wir erst nach dem studieren einer Komplettlösung herausgefunden. Es ist leider einfach nicht ersichtlich, wann man einen Gegenstand mehr als einmal anklicken muss. Trotzdem bleibt der Rest der Steuerung einfach und leicht verständlich. Will man Gegenstände benutzen so muss man zuerst einmal mit der Rechten Maustaste klicken, dann verändert sich der Mauszeiger zu einem Zahnrad. Will man mit Leuten reden reicht ein einfacher Linksklick. Die Gespräche laufen Adventureüblich im Multiple Choice verfahren ab. Das Inventar ist übersichtlich und ebenso leicht zu bedienen wie der Rest des Spiels. Außerdem gibt es noch eine Art Notizblock in dem wichtige Informationen und Entdeckungen festgehalten werden. Diese zusammen mit Gegenständen kombiniert ergeben zum Beispiel die Lösung von Rätseln. Zudem gibt es noch einem Messenger mit welchem die 3 Hauptcharaktere in Verbindung bleiben wenn sie getrennt sind. So kann der Spieler mit Damien etwas herausfinden, dies an Kat schicken und Kat benutzt dieses Wissen, um eine Lösung für ein Problem vor dem sie steht zu finden. Das ganze klappt wunderbar und frischt den Spielverlauf angenehm auf.
Des Rätsels Lösung Die Rätsel sind in Belief & Betrayal relativ einfach gestrickt. Sofern nicht Komponenten wie das Verbinden zweier Charaktere auftauchen sind die Lösungen meistens sehr nahe liegend. So müssen zum Beispiel Gegenstände zuerst gefunden und dann miteinander kombiniert werden oder aber es muss eine bestimmte Entdeckung innerhalb des Raumes gemacht werden damit es weiter geht. Meistens bekommt man von den Charakteren dabei Tipps was man machen muss. So soll in einem Rätsel ein Penner überredet werden seinen Unterschlupf, ein Passfotoautomat, zu verlassen. Bei seinem Anblick meint Jon dabei die ganze Zeit, dass Alkohol ihn wohl freundlicher stimmen würde. Zudem gibt es noch eine Hilfefunktion welche alle Objekte mit denen man was machen kann anzeigt. Die Ausgänge aus dem Level werden dabei allerdings nicht angezeigt. Leider hat Belief & Betrayal auch einige nervige Komponenten. So können die Dialoge zwar komplett abgebrochen werden, die Kommentare die die Spielfiguren zu Gegenständen geben ("Das kann ich nicht.") laufen hingegen jedes Mal durch und stören so unweigerlich den Spielfluss. Außerdem sind zudem gelegentlich die Perspektiven sehr komisch was nicht nur das Suchen nach Gegenständen sondern manchmal auch das Suchen nach der eigenen Spielfigur zu einer echten Qual macht.
Grafik und Sound Zuerst zum Positiven: Die Vertonung von Belief & Betrayal: Das Medaillon des Judas ist hervorragend gelungen. Die Kommentare der Charaktere sind, sofern sie sich nicht so oft wiederholen wie die oben genannten nicht wegschaltbaren, gelegentlich recht lustig. Die Hauptcharaktere wurden von bekannten Sprechern vertont und auch die Stimmen der anderen Personen sind passend und wirken professionell. Die Hintergrundmusik und eingespielte Geräusche passen gut in das Szenario und erzeugen somit die genau richtige Stimmung die man für das Spiel braucht. Ähnlich positiv auf die Stimmung wirken sich die Hintergründe der verschiedensten Orte die man besucht aus. Diese sind sehr detailverliebt und wirken nicht zu statisch. Mal fliegt eine Zeitung durch die Gegend, mal laufen NPCs durch die Gegend oder Autos fahren auf einer Straße im Hintergrund entlang. Gelegentlich kündigt ein rattern einen kurz darauf vorbeirauschenden Zug an. Dies waren die positiven Punkte. Negative gibt es hier leider auch. So verschwimmt die Grafik zu Pixelmatsch wenn Gegenstände zu nah an der "Kamera" dran sind, die 3D Models wirken ebenso schlecht animiert wie lieblos. Sie passen somit nicht in das stimmungsvolle positive Gesamtbild das einem die Grafik sonst bietet.
Fazit Bei Belief & Betrayal erwartet einen ein holpriges Spielerlebnis. Die aufgebaute Stimmung wird immer wieder zerstört, Gegenstände müssen zu oft angeklickt werden und selbst dann kann man sich noch nicht sicher sein ob es genug war. Die Rätsel sind teilweise zu leicht zu durchschauen, werden aber von der schönen Sprachausgabe und der gute Hintergrundmusik gut rübergebracht und inszeniert. Somit ergibt sich leider ein schwammiges, mittelmäßiges Spiel welches es nicht bis in den oberen Bereich der Adventures schafft. Wen die angesprochenen negativen Punkte aber nicht stören darf hier gerne zugreifen!
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01.09.2007 10:16
für diesen Bericht bekommst du von mir definitiv ein sehr hilfreich!
01.09.2007 05:11
Hallo :) Fand das Spiel auch nciht so doll.. habe deswegen auch nur die ersten Kapitel gespielt und dann zur Seite gelegt.. Steffi
01.09.2007 02:34
Bin zwar ein Adventure Fan aber dieses Game war eines der ganz wenigen, die ich nicht zu Ende gespielt habe. Ich fands absolut öde. Gruß aus Berlin, Todd