... Doch welcher Fernsehkrimi eignet sich für einen gemütlichen Fernsehabend? So habe ich mich am Samstagabend für den Krimi "Bella Block - Die Frau des Teppichverlegers" gesehen. Was mich an diesem Krimi ganz besonders gefiel, dass ich mir durch die dargestellte Geschichte durchaus die Polizeiarbeit ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von WM_2006 über Bella Block - Die Frau des Teppichlegers 29.10.2005
Produktbewertung des Autors:
Kultstatus:
hype
Action:
geht so
Spannung
ziemlich spannend
Spaß
groß
Romantik:
viel
Dialoge:
hochwertig
Pro:
spannend, amüsant, könnte ich mir auch durchaus in Deutschland vorstellen
Kontra:
keine
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Krimis sind immer noch meine große Leidenschaft. Früher habe ich ja immer wieder gerne "Derrick", "Tatort" und "Der Alte" gesehen, aber inzwischen hat man als Fernsehzuschauer ja die große Auswahl. Doch welcher Fernsehkrimi eignet sich für einen gemütlichen Fernsehabend? So habe ich mich am Samstagabend für den Krimi "Bella Block - Die Frau des Teppichverlegers" gesehen. Was mich an diesem Krimi ganz besonders gefiel, dass ich mir durch die dargestellte Geschichte durchaus die Polizeiarbeit vorstellen könnte. Viele Klischees wurden hier vorgestellt und ein wenig Wahrheit steckt hier bestimmt drin.
Wer ist Bella Block? ------------------------------- Bella Block ist eine Fernsehkommissarin, die von Hannelore Hoger dargestellt wird, die sich hauptsächlich um Morde beschäftigt. Aber sie hat meistens auch ein Herz und löst ihre Fälle auch meist von der menschlichen Seite. Es liegt dabei auf der Hand, dass dies ihrem Chef nicht immer gefällt, aber die Erfolgsstatistik spricht eindeutig für die Kommissarin aus Leidenschaft.
Der Inhalt ------------------ Bella Block hat einen neuen Fall zu lösen: Ein Mann ist erstochen worden und die Suche nach dem Mörder scheint verzwickt. Aber die Kommissarin hat ganz andere Probleme: Bei der morgendlichen Besprechung in der Abteilung stellt sie fest, dass sie am Wochenende Zeugin einer Vergewaltigung geworden ist. Sie macht sich große Vorwürfe, denn die Kommissarin hätte diesen Vorfall verhindern können. Aber warum haben andere Passanten nichts getan, denn das Vergehen passierte auf einem öffentlichen Platz vor einem Einkaufszentrum? Sie sucht das Opfer auf, um ihr ihr Mitgefühl auszusprechen, doch was hilft es dem Opfer jetzt? Bella erinnert sich an jenen Nachmittag und ihr fällt ein, dass die Elektronikabteilung gerade eine Videokamera auf dem Marktplatz ausprobierte und sie auf dem Tape vielleicht Zeugen aufspüren kann. Aber auf die Zeitungsannonce haben sich keine weiteren Zeugen gemeldet. Bella kommt tatsächlich an das Tape heran und sie versucht anhand dieses Videomaterials die Zeugen ausfindig zu machen. Viele hatten allerdings gute Ausreden, so dass sie nicht für unterlassene Hilfeleistung belangt werden konnten. Aber das Ehepaar Voss scheint irgendwas zu verbergen. Sie saßen auf der Terrasse eines Restaurants und hätten alles gut sehen können. Aber der Ehemann streitet alles ab, dass er nichts gesehen hat. Die Ehefrau machte bei Bella Block aber einen verstörten Eindruck und sie versucht sie noch einmal aufzusuchen, während ihr Ehemann sich bei einem Skatabend vergnügt. Die Hartnäckigkeit scheint sich zu lohnen, denn Bella Block kommt ziemlich an die Wahrheit dran. Ganz nebenbei löst Bella dann sogar ihren Hauptfall, aber der andere Fall interessiert sie viel mehr, obwohl sie von ihrem Chef bereits zurückgepfiffen worden ist. Sie soll sich eben für die Arbeit interessieren, für die sie bezahlt wird. Immerhin gibt es für solche Spezialfälle besondere Abteilungen. Aber Bella weiß zu genau, dass der Fall nicht weiter verfolgt wird, weil der Täter beweisen kann, dass das Opfer sich aufreizend angezogen hat. Das Opfer aber ist aber wieder in ihre polnische Heimat zurückgekehrt, weil sie kein Vertrauen in die deutsche Behören hat und dass die Opfer anscheinend auch noch beweisen müssen, dass sie wirklich vergewaltigt wurden. Ich finde, es ist ein sehr brisantes Thema, das hervorragend umgesetzt worden ist. Und der Zuschauer sieht erst spät, was das Ehepaar wirklich gesehen hat. Also bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten.
Über den Film ---------------------- Ich fand den Film sehr anschaulich und ich könnte mir gut vorstellen, dass viele Opfer auch in der Realität die Probleme haben, zu beweisen, dass sie das wahre Opfer sind und nicht der Täter. Sehr gute schauspielerische Leistungen sorgen zudem dafür, dass mir der Film auch ziemlich nahe ging. Viele Menschen versuchen bei solchen Fällen leider immer noch wegzuschauen und erkennen nicht, dass sie hier den Opfern wirklich helfen können. Und unterlassene Hilfeleistung ist kein Kavaliersdelikt. Die dargestellte Story war zwar frei erfunden, aber ein wenig Wahrheit steckt bestimmt drin. Ich möchte nicht wissen, wie viele solcher Fälle eingestellt werden müssen, weil das Opfer nicht beweisen kann, dass sie sich auch gewehrt haben. Und was den Tätern an Strafen blüht ist manchmal der blanke Hohn. Im schlimmsten Fall kommen sie nach fünf Jahren wieder aus dem Gefängnis frei und können sich das nächste Opfer suchen. Aber wer hilft den Opfern? Sie müssen meist ein Leben lang mit den Geschehnissen leben und in vielen Fällen hilft ihnen keiner, darüber hinwegzukommen. Ich kann nur hoffen, dass die deutsche Justiz sich hier einmal ein wenig überlegt, wie sie Opfer schützen kann und wo diese psychologische Hilfe bekommen können.
Die Schauspieler --------------------------- Die Hauptrolle in der Krimireihe "Bella Block" übernimmt schon seit einigen Jahren Hannelore Hoger, die ich immer recht gerne sehe. Sie löst ihre Fälle immer mit Köpfchen und setzt ihren eigenen Willen auch meist durch. In der Episode "Die Frau des Teppichlegers" zeigt sie sich aber mal wieder auch von ihrer menschlichen Seite. Überraschend fand ich aber, welche bekannten Gesichter man in dieser Episode sehen konnte. So sind einige Schauspieler zu sehen, die in Serien wie "Lindenstrasse" oder auch "Verliebt in Berlin" sonst zu sehen sind.
Meine Meinung ------------------------ Ich fand es gut, dass solch eine Thematik auch einmal in einen deutschen Krimi zu finden ist. Manche Arroganz von männlichen Polizeibeamten ist manchmal nämlich nicht von der Hand zu weisen und die Opfer stehen meist alleine und müssen sich selbst helfen. Vieles wurden in dem Krimi vielleicht ein wenig übertrieben, aber es war irgendwie eine richtige Genugtuung, dass die Täter eine gerechte Strafe bekamen, auch wenn diese fast ein wenig zu niedrig ausgefallen ist. Hannelore Hoger spielt die Rolle der Kommissarin jedenfalls sehr glaubwürdig und man nimmt ihr die Rolle durchaus ab. Der Krimi zeigt aber auch, dass die Kommissarin auch ein Privatleben hat und dass sie auch hier Probleme zu bewältigen hat, die man ansonsten in keiner anderen Krimireihe sieht. Ich finde, dass der Krimi sehr spannend und anschaulich war, und dass man beim Thema Vergewaltigung nicht wegschauen sollte. Die Täter sollten einfach härter bestraft werden, denn die Opfer müssen damit ein Leben lang leben.
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