...
* Bella Martha *
Der Film beginnt genau so, wie ich es gar nicht gebrauchen konnte. Eine angenehme Frauenstimme berichtet in allen Kleinigkeiten wie sie französische Küche zubereitet. Die Rede war, so meine ich von Tauben und Trüffeln. Nein, ich habe noch nie Trüffel gegessen, aber ... Bericht lesen
Bella Martha
In der Küche des Hamburger Edel-Restaurants Lido ist Martha der Chef. Kochen ist ihre ... mehr
Leidenschaft, die sie obsessiv betreibt. Wehe dem Gast, der es wagen sollte, eine ihrer Kreationen zu bemängeln! Martha steht fest im Leben - zumindest glaubt sie das. Und in diesem haben Freunde oder Männer keinen Platz. Letztere bekocht sie lieber, als mit ihnen auszugehen. Und auch auf der Couch des von der Restaurantbesitzerin verordneten Psychologen denkt Martha nur an eines: Kochen! Diese Routine wird gründlich aus dem Trott gebracht, als Marthas Schwester plötzlich bei einem Autounfall ums Leben kommt und Martha ihre verstörte achtjährige Nichte Lina bei sich aufnimmt. Von der neuen Aufgabe überfordert, versagen sogar Marthas Kochkünste - Lina verweigert vor Kummer jedes Essen. Martha beschließt, den Vater des Kindes ausfindig zu machen, der, von der Existenz seiner Tochter nichts ahnend, in Italien lebt. Währenddessen gibt es auch im Restaurant eine einschneidende Veränderung...
Bella Martha (DVD)
In der Küche des Hamburger Edel-Restaurants Lido ist Martha der Chef. Kochen ist ihre ... mehr
Leidenschaft, die sie obsessiv betreibt. Wehe dem Gast, der es wagen sollte, eine ihrer Kreationen zu bemängeln! Martha steht fest im Leben - zumindest glaubt sie das. Und in diesem haben Freunde oder Männer keinen Platz. Letztere bekocht sie lieber, als mit ihnen auszugehen. Und auch auf der Couch des von der Restaurantbesitzerin verordneten Psychologen denkt Martha nur an eines: Kochen! Diese Routine wird gründlich aus dem Trott gebracht, als Marthas Schwester plötzlich bei einem Autounfall ums Leben kommt und Martha ihre verstörte achtjährige Nichte Lina bei sich aufnimmt. Von der neuen Aufgabe überfordert, versagen sogar Marthas Kochkünste - Lina verweigert vor Kummer jedes Essen. Martha beschließt, den Vater des Kindes ausfindig zu machen, der, von der Existenz seiner Tochter nichts ahnend, in Italien lebt. Währenddessen gibt es auch im Restaurant eine einschneidende Veränderung: Die Besitzerin des Lido stellt in Marthas Abwesenheit kurzerhand einen zweiten Chefkoch ein - den lebensfrohen Italiener Mario, ein Meister seines Fachs. Martha fühlt sich übergangen und will dem Nebenbuhler die Suppe gründlich versalzen. Doch dann kommt alles ganz anders.
Bella Martha (DVD)
Das Kino liebt die Küche -- zumindest immer dann, wenn in ihr wie in Bella Martha das ... mehr
Kochen als große Kunst zelebriert wird. Dann entpuppt sich der Küchenchef meist als eine Art von Regisseur. Nur sind dessen Kreationen eben noch vergänglicher als jeder Film, was vielleicht auch die Besessenheit und den Perfektionismus erklärt, von denen sich die Küchenchefin in Sandra Nettelbecks am Rande zum Melodram balancierender Komödie genauso wenig lösen kann wie die Köche in Ang Lees Eat Drink Man Woman oder Stanley Tuccis Big Night. Martha (Martina Gedeck) ist eine begnadete Köchin. In ihrem Reich, der Küche eines kleinen Hamburger Nobelrestaurants, bewegt sie sich mit einer Sicherheit und Anmut, die Ehrfurcht gebieten. Doch jenseits des Herdes und der Töpfe ist sie eine ganz andere. Wenn sie mit Menschen umgehen muss, seien es nun die Kollegen und Gäste im Restaurant oder Nachbarn und Verwandte, dann wirkt sie völlig hilflos. Außer ihrer Arbeit gibt es nichts für sie, und so hat sie sich mit einem Panzer aus Verschlossenheit und Aggressivität umgeben, der die Welt auf Distanz halten soll. Doch als sie sich plötzlich nach dem Unfalltod ihrer Schwester um ihre achtjährige Nichte Lina (Maxime Foerste) kümmern muss und ihre Chefin auch noch einen zweiten Koch, den Italiener Mario (Sergio Castellito), einstellt, kann Martha die Menschen und das Treiben um sich herum nicht mehr ganz aus ihrem Leben ausschließen. Martina Gedeck ist grandios in der Rolle der Martha. In der Art, wie sie in ihrer Arbeit in der Küche aufgeht, wie sie selbstvergessen ihre Kochkunstwerke komponiert, erkennen wir unzweifelhaft Marthas Genie. Aber die Bewunderung für ihr Können versperrt nie den Blick auf ihre emotionalen und sozialen Defizite. Martina Gedeck breitet vor uns einen Charakter aus, der sich sehr nahe an der Grenze zu einer Klischeefigur bewegt. Aber ihre Darstellerin überschreitet diese Grenze nicht einmal für einen Moment. Die von Martina Gedeck porträtierte Küchenchefin ist weit mehr als nur die Summe ihrer Ticks und ihrer Talente, sie ist eine ungeheuer komplexe Persönlichkeit, die sich jeder einfachen psychologischen Erklärung entzieht. Selbst Marthas langsame Wandlung verläuft längst nicht so glatt, wie vielleicht zu erwarten war. Dafür sind die Hauptdarstellerin und ihre Regisseurin viel zu sehr darauf bedacht, ihrem Charakter gerecht zu werden. Die Sorgfalt und Genauigkeit, mit der Sandra Nettelbeck Bella Martha und seine gebrochene Heldin inszeniert hat, machen diese "kleine" Produktion, dieses klassische Kinomärchen zu einem großen Filmerlebnis. --Sascha Westphal
Bella Martha (DVD)
Das Kino liebt die Küche -- zumindest immer dann, wenn in ihr wie in Bella Martha das ... mehr
Kochen als große Kunst zelebriert wird. Dann entpuppt sich der Küchenchef meist als eine Art von Regisseur. Nur sind dessen Kreationen eben noch vergänglicher als jeder Film, was vielleicht auch die Besessenheit und den Perfektionismus erklärt, von denen sich die Küchenchefin in Sandra Nettelbecks am Rande zum Melodram balancierender Komödie genauso wenig lösen kann wie die Köche in Ang Lees Eat Drink Man Woman oder Stanley Tuccis Big Night. Martha (Martina Gedeck) ist eine begnadete Köchin. In ihrem Reich, der Küche eines kleinen Hamburger Nobelrestaurants, bewegt sie sich mit einer Sicherheit und Anmut, die Ehrfurcht gebieten. Doch jenseits des Herdes und der Töpfe ist sie eine ganz andere. Wenn sie mit Menschen umgehen muss, seien es nun die Kollegen und Gäste im Restaurant oder Nachbarn und Verwandte, dann wirkt sie völlig hilflos. Außer ihrer Arbeit gibt es nichts für sie, und so hat sie sich mit einem Panzer aus Verschlossenheit und Aggressivität umgeben, der die Welt auf Distanz halten soll. Doch als sie sich plötzlich nach dem Unfalltod ihrer Schwester um ihre achtjährige Nichte Lina (Maxime Foerste) kümmern muss und ihre Chefin auch noch einen zweiten Koch, den Italiener Mario (Sergio Castellito), einstellt, kann Martha die Menschen und das Treiben um sich herum nicht mehr ganz aus ihrem Leben ausschließen. Martina Gedeck ist grandios in der Rolle der Martha. In der Art, wie sie in ihrer Arbeit in der Küche aufgeht, wie sie selbstvergessen ihre Kochkunstwerke komponiert, erkennen wir unzweifelhaft Marthas Genie. Aber die Bewunderung für ihr Können versperrt nie den Blick auf ihre emotionalen und sozialen Defizite. Martina Gedeck breitet vor uns einen Charakter aus, der sich sehr nahe an der Grenze zu einer Klischeefigur bewegt. Aber ihre Darstellerin überschreitet diese Grenze nicht einmal für einen Moment. Die von Martina Gedeck porträtierte Küchenchefin ist weit mehr als nur die Summe ihrer Ticks und ihrer Talente, sie ist eine ungeheuer komplexe Persönlichkeit, die sich jeder einfachen psychologischen Erklärung entzieht. Selbst Marthas langsame Wandlung verläuft längst nicht so glatt, wie vielleicht zu erwarten war. Dafür sind die Hauptdarstellerin und ihre Regisseurin viel zu sehr darauf bedacht, ihrem Charakter gerecht zu werden. Die Sorgfalt und Genauigkeit, mit der Sandra Nettelbeck Bella Martha und seine gebrochene Heldin inszeniert hat, machen diese "kleine" Produktion, dieses klassische Kinomärchen zu einem großen Filmerlebnis. --Sascha Westphal
Bella Martha (DVD)
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Kochen als große Kunst zelebriert wird. Dann entpuppt sich der Küchenchef meist als eine Art von Regisseur. Nur sind dessen Kreationen eben noch vergänglicher als jeder Film, was vielleicht auch die Besessenheit und den Perfektionismus erklärt, von denen sich die Küchenchefin in Sandra Nettelbecks am Rande zum Melodram balancierender Komödie genauso wenig lösen kann wie die Köche in Ang Lees Eat Drink Man Woman oder Stanley Tuccis Big Night. Martha (Martina Gedeck) ist eine begnadete Köchin. In ihrem Reich, der Küche eines kleinen Hamburger Nobelrestaurants, bewegt sie sich mit einer Sicherheit und Anmut, die Ehrfurcht gebieten. Doch jenseits des Herdes und der Töpfe ist sie eine ganz andere. Wenn sie mit Menschen umgehen muss, seien es nun die Kollegen und Gäste im Restaurant oder Nachbarn und Verwandte, dann wirkt sie völlig hilflos. Außer ihrer Arbeit gibt es nichts für sie, und so hat sie sich mit einem Panzer aus Verschlossenheit und Aggressivität umgeben, der die Welt auf Distanz halten soll. Doch als sie sich plötzlich nach dem Unfalltod ihrer Schwester um ihre achtjährige Nichte Lina (Maxime Foerste) kümmern muss und ihre Chefin auch noch einen zweiten Koch, den Italiener Mario (Sergio Castellito), einstellt, kann Martha die Menschen und das Treiben um sich herum nicht mehr ganz aus ihrem Leben ausschließen. Martina Gedeck ist grandios in der Rolle der Martha. In der Art, wie sie in ihrer Arbeit in der Küche aufgeht, wie sie selbstvergessen ihre Kochkunstwerke komponiert, erkennen wir unzweifelhaft Marthas Genie. Aber die Bewunderung für ihr Können versperrt nie den Blick auf ihre emotionalen und sozialen Defizite. Martina Gedeck breitet vor uns einen Charakter aus, der sich sehr nahe an der Grenze zu einer Klischeefigur bewegt. Aber ihre Darstellerin überschreitet diese Grenze nicht einmal für einen Moment. Die von Martina Gedeck porträtierte Küchenchefin ist weit mehr als nur die Summe ihrer Ticks und ihrer Talente, sie ist eine ungeheuer komplexe Persönlichkeit, die sich jeder einfachen psychologischen Erklärung entzieht. Selbst Marthas langsame Wandlung verläuft längst nicht so glatt, wie vielleicht zu erwarten war. Dafür sind die Hauptdarstellerin und ihre Regisseurin viel zu sehr darauf bedacht, ihrem Charakter gerecht zu werden. Die Sorgfalt und Genauigkeit, mit der Sandra Nettelbeck Bella Martha und seine gebrochene Heldin inszeniert hat, machen diese "kleine" Produktion, dieses klassische Kinomärchen zu einem großen Filmerlebnis. --Sascha Westphal
Bella Martha (DVD)
Das Kino liebt die Küche -- zumindest immer dann, wenn in ihr wie in Bella Martha das ... mehr
Kochen als große Kunst zelebriert wird. Dann entpuppt sich der Küchenchef meist als eine Art von Regisseur. Nur sind dessen Kreationen eben noch vergänglicher als jeder Film, was vielleicht auch die Besessenheit und den Perfektionismus erklärt, von denen sich die Küchenchefin in Sandra Nettelbecks am Rande zum Melodram balancierender Komödie genauso wenig lösen kann wie die Köche in Ang Lees Eat Drink Man Woman oder Stanley Tuccis Big Night. Martha (Martina Gedeck) ist eine begnadete Köchin. In ihrem Reich, der Küche eines kleinen Hamburger Nobelrestaurants, bewegt sie sich mit einer Sicherheit und Anmut, die Ehrfurcht gebieten. Doch jenseits des Herdes und der Töpfe ist sie eine ganz andere. Wenn sie mit Menschen umgehen muss, seien es nun die Kollegen und Gäste im Restaurant oder Nachbarn und Verwandte, dann wirkt sie völlig hilflos. Außer ihrer Arbeit gibt es nichts für sie, und so hat sie sich mit einem Panzer aus Verschlossenheit und Aggressivität umgeben, der die Welt auf Distanz halten soll. Doch als sie sich plötzlich nach dem Unfalltod ihrer Schwester um ihre achtjährige Nichte Lina (Maxime Foerste) kümmern muss und ihre Chefin auch noch einen zweiten Koch, den Italiener Mario (Sergio Castellito), einstellt, kann Martha die Menschen und das Treiben um sich herum nicht mehr ganz aus ihrem Leben ausschließen. Martina Gedeck ist grandios in der Rolle der Martha. In der Art, wie sie in ihrer Arbeit in der Küche aufgeht, wie sie selbstvergessen ihre Kochkunstwerke komponiert, erkennen wir unzweifelhaft Marthas Genie. Aber die Bewunderung für ihr Können versperrt nie den Blick auf ihre emotionalen und sozialen Defizite. Martina Gedeck breitet vor uns einen Charakter aus, der sich sehr nahe an der Grenze zu einer Klischeefigur bewegt. Aber ihre Darstellerin überschreitet diese Grenze nicht einmal für einen Moment. Die von Martina Gedeck porträtierte Küchenchefin ist weit mehr als nur die Summe ihrer Ticks und ihrer Talente, sie ist eine ungeheuer komplexe Persönlichkeit, die sich jeder einfachen psychologischen Erklärung entzieht. Selbst Marthas langsame Wandlung verläuft längst nicht so glatt, wie vielleicht zu erwarten war. Dafür sind die Hauptdarstellerin und ihre Regisseurin viel zu sehr darauf bedacht, ihrem Charakter gerecht zu werden. Die Sorgfalt und Genauigkeit, mit der Sandra Nettelbeck Bella Martha und seine gebrochene Heldin inszeniert hat, machen diese "kleine" Produktion, dieses klassische Kinomärchen zu einem großen Filmerlebnis. --Sascha Westphal
Bella Martha (DVD)
In der Küche des Hamburger Edel-Restaurants Lido ist Martha der Chef. Kochen ist ihre ... mehr
Leidenschaft, die sie obsessiv betreibt. Wehe dem Gast, der es wagen sollte, eine ihrer Kreationen zu bemängeln! Martha steht fest im Leben - zumindest glaubt sie das. Und in diesem haben Freunde oder Männer keinen Platz. Letztere bekocht sie lieber, als mit ihnen auszugehen. Und auch auf der Couch des von der Restaurantbesitzerin verordneten Psychologen denkt Martha nur an eines: Kochen! Diese Routine wird gründlich aus dem Trott gebracht, als Marthas Schwester plötzlich bei einem Autounfall ums Leben kommt und Martha ihre verstörte achtjährige Nichte Lina bei sich aufnimmt. Von der neuen Aufgabe überfordert, versagen sogar Marthas Kochkünste - Lina verweigert vor Kummer jedes Essen. Martha beschließt, den Vater des Kindes ausfindig zu machen, der, von der Existenz seiner Tochter nichts ahnend, in Italien lebt. Währenddessen gibt es auch im Restaurant eine einschneidende Veränderung: Die Besitzerin des Lido stellt in Marthas Abwesenheit kurzerhand einen zweiten Chefkoch ein - den lebensfrohen Italiener Mario, ein Meister seines Fachs. Martha fühlt sich übergangen und will dem Nebenbuhler die Suppe gründlich versalzen. Doch dann kommt alles ganz anders.
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Erfahrungsbericht von Elli-Spirelli über Bella Martha 20.04.2002
Produktbewertung des Autors:
Humor
durchschnittlich humorvoll
Spannung
wenig spannend
Anspruch
geht so
Action:
null
Romantik:
geht so
Pro:
eine gewisse Art behutsame Leichtigkeit, die schauspielerischen Leistungen, Botschaften mit Ironie
Kontra:
nur für ein ganz bestimmtes Publikum, der Film hat gewisse Längen und mir gefielen einige Hintergründe (bildlich) nicht
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Ich wippe hier auf meinem Stuhl und höre ein Lied, daß mir nicht unbekannt war und dennoch nie zu dem Kreis meines Besitzes zählte, bis, ja bis ich es in einem Film hörte...Witzig, komisch und dennoch nichts besonderes – aber It´s wonderful – düdüdududu.
Mittwochs um 22.15 Uhr startet wöchentlich die Sneak-Preview in einem der Kinos, die ich gerne besuche. Abgesehen davon, daß ich nur zu gerne "The Skorpion King“ oder „Blade2“ gesehen hätte, hab ich ja zumindest einen Film gesehen. Und um mit den Abschiedsworten des Kinobesitzers meine Einleitung zu schließen: Und nächste Woche um 22.15 Uhr gibt es wieder einen Film....
Der Film beginnt genau so, wie ich es gar nicht gebrauchen konnte. Eine angenehme Frauenstimme berichtet in allen Kleinigkeiten wie sie französische Küche zubereitet. Die Rede war, so meine ich von Tauben und Trüffeln. Nein, ich habe noch nie Trüffel gegessen, aber die Zubereitungsanleitung vermischt mit dem Knurren im Magen bereiteten mir Hunger. Schnell wird klar, daß sich diese Frau auf einer Psychiatercouch befindet. Freudig sah ich, daß der Therapeut kein geringerer war als August Zirner, der die Frau auch sogleich fragte: „Martha, wieso sind sie eigentlich hier?“. Aber selbst Martha weiß es nicht genau. Alles, was sie weiß: Wäre sie nicht bei ihm stünde ihr Job auf dem Spiel.
Martha ist Köchin mit Leib und Seele. Aber trotz allem nicht normal. Währenddessen bei anderen eingefleischten Köchen es eine Kunst ist und sich der Gaumen daran erfreut ist Martha eine Perfektionistin, die ihr Handwerk bis zum letzten beherrscht oder beherrschen muß. Das Kochen richtet sich strikt an die perfektionierte Zubereitung. Jede Sekunde spielt eine Rolle und nichts darf falsch sein. Ein Zwang und auch eine gekonnte Art alles andere in ihrem Leben zu überspielen. Ihre Einsamkeit zum Beispiel. Einen Mann in ihrem Leben gibt es nicht. Ihre Küche ist genauso fein geordnet, wie sie ihr Leben und ihre Kochkunst im Griff hat. Einzig und allein ihre Schwester und dessen Tochter telefonieren mit ihr und besuchen sie auch hin und wieder mal. Alles, was Martha dann auf jeden Fall macht: Kochen. Ausgehen ist ein Fremdwort und der Versuch sich einem neuen Nachbarn zu nähern scheitert schon bei der Frage, ob er was gegessen hat an diesem Tage.
Martha selber ißt nicht etwa all das, was sie kocht, es scheint eher so als gäbe ihr das Wissen der perfekten Zubereitung ein Stück mehr Panzer gegen Emotionen und vermeintlicher Lebensunordnung. Ihre Arbeit in einem französischen Restaurant namens „Lido“ ist ein großer Bestandteil ihres Lebens. Frida, ihre Chefin hat sich sicher auch etwas dabei gedacht Martha in Therapie zu schicken, denn abgesehen davon, daß Frida froh ist gerade Martha in ihrem Laden zu haben, so hat Martha gerade bei Gästen ganz gewisse Eigenarten. So kann es sein, daß sie sich mit einem Gast darum streitet, wie perfekt das Essen zubereitet ist und welch Banause sich wagt anzuzweifeln, daß das Gericht nicht perfekt sei. Schwäche? Ja, ganz besonders zeigt sich dies, wenn sie immer wieder sich in den Kühlraum zurückzieht, kaputt und einsam, so wie ihr Leben. In diesen Momenten scheint sie jegliche Masken des Lebens abzulegen und einfach nur sie selbst zu sein.
Ihr geregeltes Leben, was sie zumindest als solches betrachtet hat einen Einbruch als ihre Schwester ums Leben kommt und Nichte Lina nun niemanden mehr hat. Der Vater ist unbekannt und Italiener, Martha hat keine Ahnung von Kindern. Lina möchte zu ihrem Vater und beharrt darauf, daß Martha ihn auch finden wird. Martha bricht schon beim ersten Babysitter zusammen, da diese nicht einmal kochen kann und zu allem Übel wird ihr noch ein zweiter Koch in die Küche gestellt. Bedrohung und Konkurrenz, so sieht es Martha. Dabei hat Mario nur das, was Martha für sich nicht benutzen kann: Leichtigkeit. Und vielleicht spielt ab diesem Zeitpunkt auch „Its wonderful“ von Paolo Conte eine Rolle und trägt durchaus dazu bei dieses amüsante Treiben zwischen den Beiden zu unterstützen.
Die Leichtigkeit ist übrigens nicht nur dem Italiener Mario zuzusprechen. Vielmehr ist der ganze Film von einer gewissen Leichtigkeit geprägt. Voller Klischees treibt er sich dahin auf einer Woge von Emotionen, humoristischen und spitzfindigen Anekdoten und ja sogar leichter Ironie. Martha, Frau Mitte dreißig hat auf einmal widerwillig oder nicht ein Kind und einen Mann in ihrem Leben. Beides hatte sie sicherlich nicht gewollt. Die Probleme werden größer und alle Lebensordnung, die sie für sich hart erkämpft hat fällt zusammen wie ein Luftschloß. Wie soll sie, die Meisterköchin sich mit einem Kind unter einen Hut bekommen? Die Frau, die doch in so vielen Köpfen alles vereinbaren muß – ein Thema, daß hier versteckt aber sichtbar zum Tragen kommt. Soll eine Frau nicht alles schaffen – wie war das noch mit dem Superweib und der Powerfrau? Karriere, Kinder, Haushalt, Küche und Beziehung. Frau von heute hat das einfach zu schaffen. Und wenn sie es nicht schafft so hat sie sich gefälligst den Schuldgefühlen zu unterwerfen, die ihr die Gesellschaft an jeder Ecke aufzeigt. Nein, Schwächen darf eine Frau heutzutage nicht haben. Eine Eigenschaft des Filmes, die ich doch sehr schätzte, da es hier nicht unbedingt ein purer Frauenfilm war und eben nur graziös die Wage hielt und dennoch alles aufzeigte, was so eine Botschaft braucht.
Gefühle wurden groß geschrieben und leider auch in das Spiel von Gegensätzen getrieben. Italiener mit Liebe und Leichtigkeit trifft auf deutsche Stute mit einer gewissen Lebenskälte. Schade, daß genau das ein zu großes Klischee ist und auch als solches behandelt wurde. Sympathieträger Mario (Sergio Castellitto) ist durchaus gut aufgehoben. Gerade mit seinem Eintritt in den Film begann etwas Interessantes dazuzukommen, was einige Zuschauer dann auch bei der Stange gehalten hat. Allerdings ist Bella Martha dann in meinen Augen nur für ein gewisses Publikum in allen Punkten eine Befriedigung. Für mich wäre dies ein typischer Fernsehfilm um auf der Couch zu liegen und zuzusehen, sich von den Gedanken treiben zu lassen und emotionell besser einzusteigen. Sicher, selbst dann hätte er gewisse Schwächen. Die größte hierbei ist die Voraussehbarkeit der Handlung. Schon lange bevor etwas geschieht hat man den Gedanken daran und die etwas zu schmalzige Endbotschaft ist nicht jedermanns Sache.
~*~*~*~*~*~ Zusatzinfos ~*~*~*~*~*~
Der Originaltitel ist „Mostly Martha“ aber komischer Weise ist der Film auch unter dem Namen „3 Sterne“ ein Begriff und als solcher auch bei der Premiere auf der „Piazza Grande“ in Locarno aufgeführt worden. Was mich wundert ist die Tatsache, daß Filmrechte sogar nach Big America verkauft worden sind. Regisseurin Sandra Nettelbeck wird größtenteils gelobt. 1966 im kalten Deutschland geboren hat sie in San Francisco ihr Filmstudium gemacht und man staune, sie war sogar Redakteurin beim Spiegel-TV Magazin. Und ob es nun förderlich ist, weiß ich nicht, aber auch eine Mitarbeit bei Premiere hat sie vorzuweisen. Ob das sie nun letztendlich zum Regiesternchen macht laß ich einfach mal offen.
Der Film hat sogar in mehr als einer Sparte eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis 2002. Einmal als bester Spielfilm(unter dem Namen Bella Martha) und zum anderen die Nominierung für die beste Hauptdarstellerin. Martina Gedeck in der Rolle der Martha hat ja auch durchaus den Filmpreis verdient.
Der Punkt der Empfehlung ist hier nicht einfach. Ich denke, wer Interesse an solchen Liebhaberfilmen hat wird um Bella Martha sicher keinen Bogen machen wollen. Aber für das normale Kinopublikum ist der Film zu Fernsehreif, denn der Gedanke an ARD und ZDF kommen sehr schnell. Trotz allem ein Film, den man an einem netten Abend ansehen kann, sich ein bisschen zurücklehnt und einfach zusieht und berieseln lässt. Keine Action, keine Gewalt, kein Popcornkino, aber schauspielerisch obere Filmklasse. Ich persönlich mochte manche Hintergründe nicht, so störten mich die Bilder der Umgebung in vielen Situationen doch ungemein, denn so konnte ich das französische Restaurant nicht als gemütlich empfinden und schon gar nicht daran denken, daß hier was anderes als ein deutscher Braten auf dem Tisch landen würde. Martina Gedeck und Maxim Foerste, sowie auch Sergio Castellitto haben sehr viel dazu beigetragen, daß man in den langen 108 Minuten nicht verzweifelt an so manchen unpassenden Bildern.
Lieblingszitat: Martha: „Das ist als wenn zwei Personen gleichzeitig Auto fahren“ Therapeut: „ Ich fahre oft mit meiner Frau Auto“ Martha: „Ja, aber sie sitzen nicht zu zweit hinterm Steuer!“ (persönlicher Einschub: Woher will Martha das denn wissen?)
Und zum Ende noch die Bemerkung: Hätte „It´s wonderful“ nicht an den richtigen Stellen eingesetzt, den Film unterstützt, hätte eine gewisse Leichtigkeit gefehlt, drum:
„It’s wonderful, it’s wonderful, it’s wonderful Good luck my babe It’s wonderful, it’s wonderful, it’s wonderful I dream of you Chips, chips düdüdududu ....”
Pro: Ein deutsches Film-Wunder?! Kontra: Nichts für Unterhaltungskonsumenten
UPDATE !
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Denn dieser wunderbare Film ist nun auch als DVD erhältlich!
Diese DVD ist unterteilt in 20 Kapitel, die einzeln
angewählt werden können.
Als "Special Features" sind zudem vorhanden:
- Ausschnitte aus der Probenarbeit
- A ...
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Hallo liebe Leser,
letzte Woche in der Sneak sah ich einen Film, welcher beim Publikum gemischte Gefühle auslöste. Die einen fanden ihn nur langweilig, der andere Teil war angenehm überrascht. Es handelt sich um den Film „Bella Martha“. Es ist ein ruhi ...
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Pro: Die Schauspieler! Die Musik! Die ruhige Inszenierung!! Kontra: Nur bedingt massentauglich!
Schicksalsschläge, die unser Leben verändern, immer wieder ein gern gewähltes Thema für herzergreifende Dramen in der Filmgeschichte. Und auch das Kinodebüt der Fernsehregisseuren Sandra Nettelbeck befasst sich mit einem dieser Schicksalsschläge, die das ...
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Pro: hervorragende Darsteller, wunderschöner Soundtrack Kontra: schleppender Verlauf des Filmes, viele Klischees
So nach langer Abwesenheit bei Ciao habe ich mich entschlossen einen neuen Bericht zu schreiben. Anlass dafür gab mein letzter Kinobesuch im Cubix am Alexanderplatz in Berlin . Vollkommen ahnungslos stapfte ich in den Kinosaal Nr. 4 , wo ein Film namens " ...
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Pro: siehe Text, leider net viel! Kontra: siehe Text - aber mein Gott, leider spricht vieles gegen diesen Film *grusel*
Martha beim Psychiater – ein passender Anfang für einen langatmigen Film ohne Höhepunkte, der einen selbst „therapiereif“ hinterlässt - schlimmer als „Tattoo“ ließ er mich bedauern, dass man bei Ciao keine 0 Sterne vergeben k ...
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Pro: Ganz nett... Kontra: Dahinplätschernd und oberflächlich...
...mich nicht überzeugen. Das mag natürlich daran liegen, dass ich ständig mit dem Original und mit Martina Gedeck vergleichen habe.
AARON ECKHART..........
Ein charmanter Sunnyboy, dem ich die Rolle des italienischen Kochs nicht wirklich abnehmen konnte. Zwar sah er besser aus als Sergio Castellitto in Bella Martha, erschien mir aber nicht passend, zu glatt und ziemlich amerikanisch.
ABIGAIL BRESLIN..........
Auf eine Menge Erfahrung kann die Schauspielerin, die für Ihre Rolle in Little Miss Sunshine sogar für einem Oscar als beste Nebendarstellerin nominiert wurde , zurückblicken. Denn bereits als Kleinkind stand sie für Werbeaufnahmen vor der Kamera. Abigail Breslin überzeugt mich in ihrer Rolle als Zoe mehr, als es Catherine Zeta-Jones und Aaron Eckhart tun.
MEINE MEINUNG..........
Ich wusste, dass diese...
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...So, heute soll es zu Abwechslung im einen Film aus meiner recht beschaulichen DVD-Sammlung gehen, den sich seit ein paar Monaten mein Eigen nennen darf.
Aufmerksam gemacht auf den Film wurde ich von einer Bekannten, die ihn mir ans Herz gelegt hat. Als sie von "Bella Martha" erzählte, konnte ich ihr zunächst nicht folgen, da ich den Titel noch nie zuvor gehört hatte. Der Film klang jedoch nicht nach einem Massenprodukt, und die Geschichte machte mich neugierig. Ich muss dazu sagen, ich mag lieber Filme, die keine großen Menschenmengen ins Kino locken. Bei den eher unscheinbaren Filmen gibt es doch den ein oder anderen Geheimtipp. Dazu gehört "Bella Martha"
Ich machte mich also, den Empfehlungen folgend, auf die Suche nach der DVD, und wurde fündig.
Gekauft habe ich den Film im Drogeriemarkt Müller für 4,99?. Bei dem Preis habe ich...
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Pro: unterhaltsam, bewegend, intelligent, fabelhafte Darsteller, gute Musik; umfangreiches Bonusmaterial, gute Bild- & Soundqualität Kontra: kein Regiekommentar, nur dt. Sprache unterstützt
...Maxime Foerste, ist zu Martha passiv-aggressiv: Sie verweigert die Nahrungsaufnahme. Erst bei Mario (Sergio Castellito) besinnt sie sich eines Besseren und schnabuliert die Spaghetti al pesto in Nullkommanix weg.
Sergio Castellito spielt in seinem Heimatland die größten historischen Rollen - etwa Garibaldi oder Verdi -, ist aber hierzulande fast völlig unbekannt. Das sollte sich nach seinem einfühlsamen Auftritt in "Bella Martha" möglichst schnell ändern. Er erscheint sinnlich und intuitiv emotional, aber er stellt sich auch als intelligent heraus, ja sogar als clever. Und er fällt keineswegs mit der Tür ins Haus.
In den Nebenrollen brillieren ebenfalls hochkrätige Darsteller, so etwa Ulrich Thomsen, um nur einen zu nennen. Cineasten kennen ihn aus dem Dogma-Film "Das Fest". Er spielt Marthas Nachbar, für den sie aber irgendwie nie Zeit...
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