Rollerjournalist Ernst Jettmar hat ihn getestet
14.11.2000
Pro:
Sieht gut aus
Kontra:
Etwas veralteter Motor (Verbrauch, Spitze usw . ), Preis, Ausstattung
Empfehlenswert:
Ja
 jettmar.at
Über sich:
Mitglied seit:22.04.2000
Erfahrungsberichte:9
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Benelli Velvet 250 - ein Viertakter der etwas anderen Art Der italienische Traditionshersteller Benelli verfolgt mit dem Velvet, einem Viertakter mit 125 oder 250 ccm Hubraum, ein eigenständiges Konzept. Ernst Jettmar hat ihn für das Roller-Journal getestet.
Wenn man den Velvet (engl. "Samt") zum ersten mal betrachtet, erhält man den Eindruck einer gekonnten Mischung zwischen Klassik und Dynamik: Verchromte Kunstoffteile ergänzen sich mit sportlichen Elementen zu einem kompakt wirkenden Design. Die nur 191 cm Länge sieht man dem Velvet an, und da Benelli ihm nur die notwendigsten Instrumente spendiert hat, wirkt er nicht nur kleiner und wendiger als die Viertakt-Konkurrenz, sondern auch ein wenig puristischer. Sobald der 250 ccm-Zweiventiler, den Benelli von Yamaha bezieht, warmgefahren ist, macht die Fahrt mit ihm viel Spaß: Begleitet von einem sonoren, aber nicht störenden Brummen hängt er gut am Gas, dreht kontinuierlich bis zur Höchstgeschwindigkeit von knapp 120 km/h. Dabei gönnt er sich 4,2 Liter Benzin auf hundert Kilometer (Testschnitt). Ein akzeptabler Wert, nicht besonders sparsam, aber dafür braucht man nur Normalbenzin (91 Oktan). Da der Radstand sehr kurz ist (140 cm), ist der kleine Benelli sehr wendig, aber nicht nur in der Stadt, auch auf Landstraßen und Autobahnen fühlt man sich gut aufgehoben auf dem rassigen Italiener.
Da der Velvet 250 im Gegensatz zum 125er serienmäßig ein kleines Windschild hat (was ihm gut steht), ist man dem Fahrtwind nicht stark ausgesetzt. Da das Trittbrett recht kurz ist, und der vordere, aufgestellte Teil viel zu steil, ist die Beinfreiheit etwas beschränkt. Trotzdem konnte ich - nicht zuletzt auf Grund der sportlich-straffen Sitzbank - eine angenehme Sitzposition finden. Als Beifahrer sitzt man ebenfalls entspannt, der Haltegriff ist einfach zu umgreifen. Nur auf sehr langen Fahrten zu zweit könnte der Sozius Probleme mit seinem Gesäß bekommen, ist die Sitzbank hinten doch recht dünn und hart. Unter der Sitzbank befindet sich ein beleuchteter Stauraum, der locker einen Vollvisier- und einen Jethelm aufnehmen kann. Entriegelt wird die Sitzbank elegant mit dem Zündschloß, eine praktische Lösung. Der Schalter zu Auf- und Abblenden sitzt ungewohnt hoch, aber man gewöhnt sich schnell daran, und nach kurzer Zeit findet man alle Bedienelemente auch mit harten Handschuhen problemlos. Praktisch an dieser Anordnung ist, daß alle Schalter, die man während der Fahrt benötigen könnte, links angeordnet sind, und so kann sich die rechte Hand voll aufs Gasgeben und Bremsen konzentrieren. Die beiden Bremsscheiben (vorne 240 mm Durchmesser mit schwimmend gelagerter, hinten 220 mm mit Doppelkolbenbremszange) verzögern den Velvet sehr gut. Bei unserem Testroller quietschte die hintere Bremse leider ein wenig, was aber beim ersten Service bestimmt behoben wird.
Abgesehen davon, daß der Velvet keine gröberen Schwächen hat, weckt er Emotionen, man fühlt sich auf ihm ein wenig wie Michael Schumacher (schließlich ist Benelli der offizielle Boxenroller-Lieferant der Scuderia Ferrari). Wer den Velvet 250 kauft, der bekommt für seine knapp siebzig Tausender also nicht nur einen Roller, der - obwohl spärlich ausgestattet und somit auch kein Sonderangebot - viel Spaß macht, sondern auch die Gewißheit, etwas Besonderes zu besitzen! Ernst Jettmar
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14.11.2000 21:58
Hey supertolle Meinung weiter so.. Gruss XTC10000