Erfahrungsbericht über

Berlin Alexanderplatz - Die Geschichte vom Franz Biberkopf Roman / Alfred Döblin

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Berlin Alexanderplatz

3  03.07.2001

Pro:
Man kann recht viel über dieses Thema diskutieren

Kontra:
Ist nicht jedermanns Geschmack

Empfehlenswert: Nein 

Details:

Niveau

Unterhaltungswert

Spannung

Wie ergreifend ist die Story?

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Maulwurf99

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„Biberkopf hat geschworen, er will anständig sein, und ihr habt gesehen, wie er wochenlang anständig ist, aber das war gewissermaßen nur eine Gnadenfrist. Das Leben findet das auf die Dauer zu fein und stellt ihm hinterlistig ein Bein.“

So steht die kurze Zusammenfassung auf der Rückseite des Buches, es ist eine Textpassage aus der Einleitung des dritten Buches.
Selber würde ich es so zusammenfassen:

Dies Buch berichtet von einem ehemaligem Zement- und Transportarbeiter Franz Biberkopf in Berlin, Er ist aus dem Gefängnis, wo er wegen älterer Vorfällen saß, entlassen und steht nun wieder in Berlin und will anständig sein.
Dann aber wird er, obwohl es ihn wirtschaftlich leidlich geht, in einen regelrechten Kampf verwickelt mit etwas, das von außen kommt, das unberechenbar ist und wie ein Schicksal aussieht.
Dreimal fährt dies gegen den Mann und stört ihn in seinem Lebensplan. Es rennt gegen ihn mit einem Schwindel und Betrug. Der Mann sich wieder aufrappeln, er steht noch fest.
Er stößt und schlägt ihn mit einer Gemeinheit. Zuletzt torpediert es ihn mit einer ungeheuerlichen äußersten Rohheit.
Das furchtbare Ding, das sein Leben war, bekommt einen Sinn. Es ist eine Gewaltkur mit Franz Biberkopf vollzogen. Wir sehen am Schluss den Mann wieder am Alexanderplatz stehen, sehr verändert, ramponiert, aber doch zurechtgebogen.

Zum Buch selber würde ich sagen, es ist nicht weiterzuempfehlen vor allem nicht wenn man sich nicht richtig dafür interessiert. Momentan ist es jedoch Pflichtlektüre in den Gymnasien für das Fach Deutsch Leistungskurs, da es sich um ein Buch aus der Modernen handelt.

Für den Deutsch-Kurs ist das Buch recht gut, denn es gibt viel her und man kann recht gut darüber diskutieren. Vor allem da Alfred Döblin recht viele Metaphern verwendet. Um diese Meinung besser zu verstehen schreib ich noch einen kleinen Lebenslauf von Döblin, bzw. die wichtigsten Fakten zu seinem Leben.

Am 10. August 1878 wurde Alfred als 4. Kind jüdischer Eltern in Stettin geboren. Er studierte Medizin anfangs in Berlin und setzte dieses dann in Freiburg fort. Er heiratete Erna Reiss im Jahre 1912. 1933 Hitler wird von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt und Auswanderung Döblins in die Schweiz. 1934 wird Döblin von den Nazis gesucht, wegen Hinterziehung. Zwei Jahr später, 1936, wird Döblin französischer Staatsbürger. 1940 flüchtet Döblin zum zweiten mal und zwar über Tours, Moulins, Cashors nach New York und schlussendlich Hollywood. 1945 kehrt er wieder nach Frankreich zurück, da Hitler Selbstmord begangen hatte, ein Jahr später ging er dann nach Baden-Baden zurück. 1953 zieht er nach Paris um. 1956 bekommt er einen Herzinfarkt bei der Arbeit 1957 wird Döblin nach Emmendingen in das Landeskrankenhaus überführt und wo er dann schlussendlich am 26.06.1957 starb.

Und nun nochmals zum Inhalt des Buches.
Döblin arbeitet recht viel mit der Metapher Paradies und der Geschichte. Diese Metapher ist für die Entlassung Biberkopfs aus dem Gefängnis. Für Biberkopf ist diese Freiheit, wie die Freiheit die plötzlich Adam und Eva hatten, nämlich tun und lassen was sie möchten. Es ist keiner mehr da, der den Tagesplan bestimmt. Zudem nimmt er schon Döblin damit schon im Voraus weg, das Döblin noch einige tiefe Schiksalschläge erleben wird.
Warum ist eigentlich Biberkopf ins Gefängnis gekommen? Er hat seine Freundin Ida umgebracht und saß deswegen hinter Gittern und zwar wegen Mord. Nachdem er nun aus dem Gefängnis entlassen wurde, steht er noch einige Zeit vor dem Gefängnis. Als er jedoch in Berlin nun endlich war suchte er sich Arbeit am Alexanderplatz, er wollte schließlich anständig. Dies schafft er jedoch nicht, denn er kommt immer unverschuldet vom Wege ab. Einmal wird er bei einem Raub mitgenommen und verliert dabei seinen Arm, dann wird seine Freundin umgebracht. Am Schluss kommt er für 10 Jahre in die Irrenanstalt.

Zur Person Franz Biberkopf:
Franz Biberkopf war anfangs ein Trinker und dies ist auch ein Grund warum er seine Freundin Ida umbrachte. Im Suff schlug er sie so zusammen das sie wenige Tage später an ihren Verletzungen starb. Zudem ist er ein Rechtsradikaler, genauer Nazi-Anhänger. Er ist nicht Nazi-Anhänger wegen der Idee sondern eher weil er Zusammenhalt und Ordnung sucht. Es ist ihm lieber alles vorgekaut zu bekommen, als selber denken zu müssen. Er sucht zudem auch halt bei den Frauen, dies merkt man, das er recht oft und häufig die Freundin wechselt. Er ist aber denen, die er hat recht treu. Zu Ende des Buches wird er noch Zuhälter seiner Freundin Mietze, eine 18jährige, die von daheim geflüchtet ist und später noch ums Leben kommt. Sein Aussehen:
Er ist recht groß und kräftig und vor allem breit, doch trotzdem ist er nicht gefährlich, da er das denken lieber andern überlässt.

Zu den Themen des Buches sowie der Zeit der Erzählung:
Die Geschichte handelt um das Jahr 1928 – 1929, genauer Winter ’28 bis Winter ’29.
Themen des Buches ist Leben nach dem Gefängnis, Schicksalsschläge eines Franz Biberkopfs, Rotlichtmilieu in Berlin, Schnelllebigkeit Berlins, usw.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Cephei

Cephei

03.07.2001 14:04

Ein schwieriges Thema, wohl nicht jedermans Geschmack - aber nichtsdestotrotz ein schöner Bericht. Gruß Cephei

Noony1976

Noony1976

03.07.2001 13:50

Hey, super informativ Dein Bericht! LG, NIcole

Die_Superanglerin

Die_Superanglerin

03.07.2001 13:45

hi, dieses Buch ist echt sehr zu empfehlen ich selbst habe es auch schon gelesen :-) Gruss Die_Superanglerin

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