Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Hier dreht sich alles nur um Mutter und Kind |
| Kontra: |
Leider nur leichte Schmerzmittel / keine PDA möglich |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Im letzten Jahr habe ich im Geburtshaus Steglitz mein 3. Kind bekommen. Meine anderen beiden Kinder habe ich in einem normalen Krankenhaus geboren. Heute finde ich es sehr schade, dass ich nicht schon bei der Geburt meines 1. Kindes im Geburtshaus entbunden habe.
Die Atmosphäre in diesem Geburtshaus ist unglaublich gemütlich und familiär. Die Räume sind in warmen Pastelltönen gestrichen und so eingerichtet, als würde man sein Kind zuhause bekommen. Gudrun, eine der beiden leitenden Hebammen, hat uns schon im Vorgespräch sehr herzlich empfangen. Alle Fragen, Ängste und Unsicherheiten werden ausführlich besprochen und geklärt.
Als erstes kann man sich einen Termin für einen Informationsabend im Geburtshaus geben lassen. Dort schaut man sich dann die Räumlichkeiten an und wird genaustens über alles informiert, was man wissen muß. Das Geburtshaus befindet sich in der Grunewaldstr. 6 , Nähe UbH Rathaus Steglitz.
Man kann wahlweise entscheiden, ob bei der Geburt
2 Hebammen
oder 1 Arzt und eine Hebamme
anwesend seien sollen. Die Hebammen und Ärzte lernt man dann vor der Geburt alle noch kennen. Die beiden Ärzte, haben ihre Praxis im 1. Stockwerk über dem Geburtshaus.
Sollte man sich entscheiden, das Kind im Geburtshaus zu entbinden, werden die letzten beiden Vorsorgeuntersuchungen von einem dieser beiden Ärtzten durchgeführt.
Von der Hebamme bekommt man die Privat- und Handynummer damit man sie, ist es erst einmal soweit, auch Tag und Nacht erreichen kann. Meine Hebamme habe ich im übrigen Nacht´s um halb zwei aus dem Bett geholt.
Die Räumlichkeiten in denen man das Kind gebärt, bestehen aus 3 Wohnräumen, einem Badezimmer und einer Küche. In einem der Räume steht ein schönes großes Bett (in dem ich übriegens das Kind bekommen habe) mit einer Stereoanlage, einem Wickeltisch und einer Sprossenwand. Der andere Raum beinhaltet ein paar gemütliche Sofa´s und einen Computertisch. Im hinteren Zimmer befindet sich ein Geburtsbett und ein paar Schränke. Das Bad ist mit einer großen Badewanne und einer Dusche ausgestattet.
Die Geburt meines Sohnes verlief unheimlich entspannend. Ich habe stundenlang gebadet, mein Mann hat uns zwischendurch einen Tee gekocht, wir haben uns die Musik angemacht, die wir von Zuhause mitgebracht haben und als die Wehen stärker wurden, hat mein Mann sich zu mir aufs Bett gesetzt und mir aufmunternd die Hand gestreichelt und bei Bedarf den Rücken massiert.
Gudrun hat sich zurückgezogen und kam dann und wann fragen ob ich was brauche. Da es mein 3. Kind war brauchte ich sie nicht so sehr in Anspruch nehmen. Wenn man jedoch sein erstes Kind bekommt oder etwas ängstlich ist, steht einem die Hebamme die ganze Zeit über mit Rat und Tat zur Seite. Man kann sein Kind gebären wie man möchte. Ob im stehen, liegen, auf dem Gebärstuhl an der Sprossenwand oder sogar im Wasser, hier ist einfach alles möglich. Die Hebamme ist die ganze Zeit über bei einem, unabhängig davon ob man 2 oder 20 Stunden für die Geburt braucht. Es gibt keinen Schichtwechsel. Wer mal ein Kind im Krankenhaus bekommen hat, wird das kaum glauben.
10 Tage wird man noch von der Hebamme betreut. Sie kommt dann täglich zu einem nach Hause und schaut nach Mutter und Kind. Der einzige Nachteil ist, man muß 300 DM aus eigener Tasche dazubezahlen. Die Geburtshauspauschale beträgt 600 DM und die Kassen übernehmen leider nur die Hälfte. Und das obwohl die Geburt in einem Geburtshaus für die Kassen wesentlich billiger ist als in einem Krankenhaus. Aber man kann auch finanzielle Unterstützung bei den Kassen beantragen (näheres s. u.).
Nach der Geburt bekommt man alle notwendigen Unterlagen, für die Beantragung der Geburtsurkunde mit. Das muß man zwar bei einer ambulanten Geburt selber machen, hat aber den Vorteil, dass man die Geburtsurkunde beim Standesamt sofort mitbekommt und das ist für diejenigen die schnell das Erziehungsgeld beantragen wollen nur von Vorteil. Mein Mann hat noch am Tag der Geburt unseres Sohnes die Geburtsurkunde besorgt und gleich hinterher den Antrag auf Erziehungsgeld beim Bezirksamt abgegeben und bei der Krankenkasse die Mutterschaftshilfe für die 8 Wochen nach der Geburt beantragt.
Ein weiterer Vorteil der ambulanten Geburt ist die Möglichkeit Haushaltshilfe bei der Krankenkasse zu beantragen, das sind immerhin ca. 800 - 1.000 DM die man von der Kasse pauschal für eine Haushaltshilfe bekommt wer dazu nähere Informationen wünscht muß nur mit der Hebamme sprechen. Sie erklärt einem welche Unterlagen benötigt werden und kümmert sich auch um die Beantragung der Haushaltshilfe.
Diejenigen, die wirklich eine schöne und natürliche Geburt erleben möchten, kann ich das Geburtshaus nur wärmstens ans Herz legen. Gerade für die Väter ist die Geburt in einer solchen Einrichtung wesentlich schöner mitzuerleben als in einem Krankenhaus. Sie fühlen sich nicht so hilflos, da sie bei der Geburt die ganze Zeit miteinbezogen werden.
Mein Mann war richtig gerührt als unser Sohn das Licht der Welt erblickte zum einen weil während der Presswehen der körperliche Einsatz meines Mannes gefordert war und zum anderen weil er die Nabelschnur durchtrennen durfte und der Erste war, der den kleinen Kerl im Arm hielt. Später einmal sagte er zu mir, er hatte das Gefühl das er bei der Geburt richtig gebraucht wurde. Ich kann jedenfalls das Geburtshaus nur empfehlen und ein Kind würde ich nur noch in so einer Einrichtung gebären.
Das Geburtshaus bietet darüber hinaus noch zahlreiche Kurse, die man mit seinem Kind in Anspruch nehmen kann, an. Dazu zählen unter anderem:
. Geburtsvorbereitung
. Rückbildungsgymnastik
. Stillkurse
. Babyturnen
. Wickeltechniken für Babytragetücher
. Ernährungsberatung für Säuglinge und noch vieles mehr...