Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Darsteller, Geschichte, macht nachdenklich |
| Kontra: |
fehlender Spannungsbogen |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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...zeigt ja im Kino zur Zeit mit großem Erfolg der Streifen „Good bye Lenin“. Dabei ist dieses Filmthema gar nicht so neu, denn schon im Jahre 2001 machte sich der junge Regisseur Hannes Stöhr mit seinem Erstlingswerk an die Verfilmung eines ähnlichen Stoffes, nur auf eine völlig andere Weise.
Auch dieser Film wurde von den Kritikern hoch gelobt, der Erfolg an den Kinokassen blieb ihm aber leider versagt.
I N H A L T
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11 Jahre war Martin Schulz (Jörg Schüttauf) im Gefängnis, 11 Jahre, in denen sich die Welt um ihn veränderte. Während dieser Zeit wurde sein Geld wertlos, denn sein Land gab es nicht mehr: Sein Land war die DDR, wobei das „sein“ übertrieben ist, denn Martin Schulz wollte aus der DDR fliehen, was ihm indirekt auch die 11 Jahre Gefängnis gebracht hat.
Aber während seiner Zeit im Gefängnis wurde auch sein Sohn Rokko (Robin Becker) geboren, ein Sohn, den er bis heute nicht gesehen hat und der auch nicht weiß, wer sein Vater ist.
Nun ist er Martin Schulz also frei, frei auf Bewährung, frei in einer Stadt, deren Straßen plötzlich anders heißen, als noch vor 11 Jahren, frei in einer Umgebung voller elektronischer Automaten, die er erst einmal verstehen muss, frei in einer Gesellschaft, die auf den ersten Blick ganz anders ist, als jede, die er kennt.
Martin will natürlich zuerst seinen Sohn sehen, doch das erste Treffen endet ernüchternd. Genauso die Suche nach seinen alten Freunden. Nur Wolfgang (Robert Loehr) trifft er, und dieser ist ein arbeitsloser Alkoholiker, der sich gerade das Leben nehmen will.
Doch Martin will nicht so einfach aufgeben. Nach langem ziellosen Umherirren durch die Stadt bietet sich ihm eine Möglichkeit: Er will Taxifahrer werden. Ungeahnte Unterstützung erfährt, er durch seine mittlerweile wieder liierte Frau Manuela (Julia Jäger).
Doch Martin ist ein Ex-Knacki in einer fremden Welt und sein Weg nach oben, findet ein jähes Ende, als er wieder im Knast landet.
M E I N U N G
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Hannes Stöhr ist mit seinem ersten Film ein wahrhaft beeindruckendes Meisterwerk gelungen. Er erzählt eine sehr behutsam inszenierte Geschichte eines Menschen, der verloren ist, in einer unbekannten Welt, und der nur schwer Hilfe findet in dieser Welt. Darüber sollte der Zuschauer nachdenken, wie über vieles in diesem Film.
Den in meinen Augen steht es gar nicht so im Vordergrund, dass Schulz ein Ossi ist, der die Wende und die ersten 10,5 Jahre danach nur im TV erlebt hat und erst einmal in der neuen Welt zurecht kommen muss. Dies ist nur ein Teil der Geschichte, der behutsam, aber auch witzig inszeniert ist. Allein der Kampf des Protagonisten mit dem Fahrkartenautomat, der weder einen D-Mark noch einen Ost-Mark Hunderter akzeptieren will, oder seine doppelte Arbeit beim Auswendiglernen der Straßennamen für seine Taxi-Prüfung, da die Namen im Ostteil zum großen Teil geändert wurden, dies alles ist sehr gewitzt und sehenswert inszeniert.
Mit diesem Teil der Geschichte verbunden, ist aber ein in meinen Augen viel wichtigerer Teil der Geschichte: Martin Schulz ist ein Ex-Knacki und muss wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden. In eine Gesellschaft, die voller Vorurteile gegenüber einem Ex-Knacki ist. Dafür symptomatisch ist die Szene, in der Martin Schulz bei seiner Frau und deren neuem Lebensgefährten übernachtet und dieser sagt, der sieht aus wie ein Knacki. Er will ihn nicht ihm Haus haben. Schulz Ehefrau sagt nur: „Er ist ein Knacki. Er bleibt im Haus.“ Ohne die Geschichte zu kennen, lehnt ihn der neue Lebensgefährte schon ab und so ergeht es ihm auch immer wieder in der Gesellschaft: Den Taxi-Schein darf er nicht machen, als Schwerverbrecher.
Und so kommt eines zum anderen: Er landet wieder in Haft. Und der dortige Polizeibeamte will gar nichts über seine Vorstrafen wissen. Für ihn steht auf seinem Papier, dass Martin Schulz ein Totschläger ist, dessen Strafe sogar erst Mord war, nach der Wende aber nach unten korrigiert wurde. Er will gar nicht wissen, wie es zu der Tat kam, er will gar nicht darüber nachdenken, dass seine Unterlagen aus DDR-Zeiten stammen, und da vielleicht was falsches, von der Stasi manipuliertes drin stehen könnte.
So zeigt sich Schulz bei seiner Jobsuche und bei seiner schnellen Verhaftung eine Erkenntnis, die sich auch schon dem Hauptmann von Köpenick zeigte: Einmal vorbestraft, immer vorbestraft und immer nur am Rand der Gesellschaft.
So wird hier in einzelnen Szenen, der Stoff von Zuckmayer wieder aufgefasst, doch hier entscheidet sich der Protagonist für einen anderen Weg. Mit allen Mitteln kämpft er darum ein ehrbarer Bürger zu werden. Er lehnt eine Beteiligung an einem Bankraub ab, und lernt weiter eisern und verbissen für seine Taxischeinprüfung.
Das Schulz ein Ossi ist, und die Wende verpasst hat, hätte man fast sogar weglassen können und trotzdem wäre es ein guter Film geworden. So ist es aber ein großartiger Film geworden. Denn dies und die dadurch entstehenden, teilweise komischen, größtenteils aber tragischen Szenen, sind das Sahnehäubchen auf dem Film, einem Film, der ohne eine Person sicher nur halb so gut wäre: Jörg Schüttauf spielt einfach hervorragend und dermaßen eindrucksvoll, das man sich fragt, warum dieser Mann denn nicht einer der größten deutschen Kinostars ist. Denn das Potential hat er, das zeigt er hier eindeutig.
Gerade den ganzen Optimismus des Protagonisten und das Vertrauen in die schöne neue Welt, die ihm sicher einen Job und eine glückliche Zukunft bescheren wird, wird von Schüttauf überzeugend dargestellt. Immer wieder wird er zu Boden geschmissen, immer wieder steht er auf, krempelt die Ärmel hoch und kämpft weiter, fast scheint es als kann diesen Mann nichts aufhalten, bis er wieder da ist, wo er herkam: Im Gefängnis, wo er zum ersten Mal aufgibt.
F A Z I T
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„Berlin is in Germany“ ist eine eindrucksvolle Geschichte, die nur einen kleinen Fehler hat. Die Geschichte besitzt lange Zeit keinen richtigen Spannungsbogen, und hat im Mittelteil ein paar kleine Längen. Aber trotz der zeitweise fehlenden Spannung, ist der Film wundervoll. Es ist ein hervorragend inszenierte und beeindruckend dargestellte Geschichte, die den Zuschauer nachdenklich machen soll und hoffentlich auch jeden macht.
9 wertlose Ost-Mark auf meiner 10er Skala!
D A T E N
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Originaltitel: Berlin is in Germany
Genre: Drama
Deutschland 2000, FSK 12, Laufzeit: 93 Minuten
Darsteller: Jörg Schüttauf (Martin Schulz), Julia Jäger (Manuela Schulz), Robin Becker (Rokko Schulz), Tom Jahn (Peter Pau), Edita Malovcic (Ludmila), Robert Loehr (Wolfgang Riedel), Valentin Platareanu (Victor Valentin), Oscar Martìnez (Enrique Cortés)
Regie: Hannes Stöhr
Produzenten: Gudrun Ruzickovà-Steiner, Judit Ruster
Drehbuch: Hannes Stöhr
Musik: Florian Appl
Kamera: Florian Hoffmeister
Ausstattung: Anke Bisten, Natalja Meier
Schnitt: Anne Fabini
W E I T E R F Ü H R E N D E * I N F O R M A T I O N E N
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Internet Movie Database: http://german.imdb.com/Title?0276820
Online Filmdatenbank: http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=14694
Film-Seite des ZDF (mit ausführlicher Übersicht über die zahlreichen Preise des Films, und mit Interviews, zum Downloaden als .pdf-Datei, mit Hannes Stöhr, Jörg Schüttauf und Julia Jäger): http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/0,1872,2000770,00.html
© Björn Becher 2003
| weitere Erfahrungsberichte |
Das waren noch Zeiten...
Bewertung für Berlin is in Germany von
Laundry
Pro: Story, Melancholie.
Kontra: -
Hallo ihr Lieben! Heute präsentiere ich euch das deutsche Drama ,,Berlin is in Germany“, mit Jörg Schüttauf in der Hauptrolle.
Der Plot:
Martin wird heute freigelassen. Nach elf Jahren Haft kommt der DDR-Knacki nun endlich frei. Sein einziges Hab un ...
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sehr hilfreich
16.02.2004
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Der letzte Ossi
Bewertung für Berlin is in Germany von
katapult
Pro: Endlich mal ein neuer, interessanter Schauspieler im dt. Kino zu entdecken: Jörg Schüttauf
Kontra: Eine langweilige Story. Eigentlich überhaupt keine Story.
Wenn sowohl der Personalausweis als auch der Führerschein nicht akzeptiert werden und man sich für sein Geld auch nichts kaufen kann, dann hat man ein Problem. Wahrscheinlich wurde bei der Vorbereitung auf die Auslandsreise nicht richtig aufgepasst. Marti ...
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sehr hilfreich
09.12.2001
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Endlich mal ein erzählender Film
Bewertung für Berlin is in Germany von
Posdole
Pro: Hervorragende Erzählung, hervorragender Jörg Schüttauf
Kontra: kein Kontra
Der psychologische (oder besser: psychologisierende) Roman (respektive Film) ist im Deutschland der Nachkriegszeit weit verbreitet, während der einfach »nur« erzählende Film oder Roman eine Seltenheit geworden ist. Wir haben uns daran gewöhnt, dass jeder, ...
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sehr hilfreich
11.12.2001
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Fernsehspiel is in Kino
Bewertung für Berlin is in Germany von
T-Shirt
Pro: sympathischer kleiner Film mit guten Figuren
Kontra: kein Kinoformat, und leider: Thema verfehlt
Als die Mauer fiel und die DDR aufhörte zu existieren, mussten sich rund 20 Millionen "Ossis" von heute auf morgen in einer neuen Welt zurecht finden, die sie bis dahin nur aus dem Fernsehen kannten. Aber immerhin: Es waren 20 Millionen, die sich gemeinsa ...
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26.11.2001
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Berlin is in Germany
Bewertung für Berlin is in Germany von
bertroeschi
Pro: Humor, unterhaltsam
Kontra: nichts
Elf Jahre hat er im Knast Brandenburg (weitere berühmte Insassen ? ja genau: Honecker zu Nazi-Zeiten) eingesessen, und zwar genau vom Juli 1989 an, und was in der Zwischenzeit passiert ist -jedenfalls den Mauerfall- konnte niemand voraussehen. Historische ...
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sehr hilfreich
04.11.2001
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