Mein erster Halbmarathon
11.04.2001 (13.04.2001)
Pro:
dabei sein ist alles
Kontra:
man spürt alle Knochen danach
Empfehlenswert:
Ja
 Paula39
Über sich:
Mitglied seit:28.10.2000
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Ich laufe ja jetzt schon seit fast 2 Jahren. Angefangen habe ich bei uns im Grambower Moor, weil ich abnehmen wollte. Damals hatt ich nicht mal einen km ohne Pause geschafft. Im letzten Jahr, im Juli, habe ich dann an meinem ersten Lauf teilgenommen, 10 km beim Schweriner Fünfseenlauf. Das Gefühl mit so vielen Menschen zu laufen war Wahnsinn. Ich wusste, das da machst du weiter. Es folgten dann noch einige 10 km Läufe im letzten Jahr. So zum Beispiel der Alsterlauf in Hamburg, dann der Schlossgartenlauf in Ludwigslust und der Martinilauf in Parchim. Bei allen Läufen habe ich neue Eindrücke gesammelt, viele interessante Leute kennengelernt und auch wunderschöne Gegenden.Für dieses Jahr hatte ich mir dann vorgenommen, auch mal längere Strecken zu laufen, als erstes war da Anfang März der 15 km Lauf in Celle, der mir die Gewissheit gab, dass ich auch längere Strecken durchhalte. Im Laufkalender hatte ich dann den Berliner Halbmarathon am 1.4.2001 gefunden. Als ich im Internet die Streckenführung gelesen hatte, dachte ich, da musst du hin, den musst du laufen. Hatte mir fest vorgenommen, davor viel zu trainieren, was wieder mal nicht so geklappt hatte, wie ich wollte. Es fehlte einfach die Zeit. So fuhr ich am 1.4. doch mit gemischten Gefühlen hin. Würde ich durchhalten?Schon das Abholen der Startunterlagen war ein Erlebnis, solche Menschenmassen und ich da mittendrin, man muss es einfach mal erlebt haben. Die Unterlagen erhielt man im Kuppelsaal der Kongresshalle, das ist in der Nähe vom Alexanderplatz. Zusätzlich zur Startnummer bekam jeder Teilnehmer ein T- Shirt, passend zum Lauf und einen 10 DM Gutschein für das Kaufhaus am Alexanderplatz, sowie weitere Informationen zum Lauf. Um 9.30 Uhr war der erste Start. Die Skater, die diese Strecke in Angriff nehmen wollten. Es starteten immerhin über 1600. Dann folgten 5 Minuten später die Walker und um 9.55 Uhr die Rollstuhlfahrer. Dort siegte übrigens die einzige Frau.Endlich um 10 Uhr war es soweit, unser Lauf wurde mit über 10000 Teilnehmern gestartet. Das Gefühl beim Start, als ich zwischen den vielen Menschen stand, kann man nicht beschreiben, man muss es einfach erlebt haben. Start war in der Karl- Marx- Allee/ Grunerstraße, nach ca. 1 km lief man am mit 365 m höchsten Gebäude Berlins, dem Berliner Fernsehturm vorbei. Auch die weitere Streckenführung war sehr interessant. Nach 2 km erreichte man den Berliner Dom, lief vorbei am ehemaligen Palast der Republik, erreichte die Straße Unter den Linden und kam direkt auf das Brandenburger Tor, das wohl berühmteste Wahrzeichen der Hauptstadt, zu. Überall säumten viele Menschen den Straßenrand und feuerten jeden an. Nach dem Passieren des Brandenburger Tores, ging es über die Straße des 17. Juni zur Siegessäule, dort waren dann schon 5 km geschafft. Ich fühlte mich richtig super, musste mich manchmal nur bremsen, nicht zu schnell zu laufen, denn darin liegt bei solchen großen Läufen eine riesige Gefahr, weil dann am Ende die Kraft nicht reicht.Die nächsten Kilometer führten am Charlottenburger Tor, dem Schloss Charlottenburg, über den Kurfürstendamm, vorbei an ein weiteres Berliner Wahrzeichen der Kaiser- Wilhelm- Gedächtniskirche, hier waren schon 13 km geschafft, entlang. Hier war dann auch der zweite Erfrischungspunkt, hatte schon sehnsüchtig drauf gewartet, zwar hatte ich selber auch was zum Trinken mit, aber der Weg war ja noch weit und es ist wichtig, dem Körper regelmäßig Flüssigkeit zuzuführen. Die letzten fast 8 km ging es vorbei am KaDeWe, das bekannt ist als das größte und bekannteste Kaufhaus Berlins, dem Checkpoint Charlie, wo sich früher der bekannte gleichnamige Grenzübergang befand und heute ein Museum an diese Zeit erinnert, über den Gendarmenmarkt zum Berliner Rathaus und dann endlich zum Ziel an der Kongresshalle.Ich habe es geschafft, habe durchgehalten und habe sogar mein Ziel erreicht, unter 2 ½ Stunden zu bleiben. Bis zum Kilometer 15 hatte ich keinerlei Probleme, dann wollten irgendwie meine Beine nicht mehr ganz so wie ich wollte, ich musste also etwas langsamer werden auf den letzten Kilometern. Für meinen nächsten Halbmarathon weiß ich, dass ich mein Training etwas anders aufbauen muss und auch mehr auf eine vitaminreiche Ernährung achten werde, ich werde auch zusätzlich Vitamine wie Vitamin B nehmen. Im Ziel erhielt jeder Läufer eine Medaille. Froh war ich auch, dass sich ausreichend Erfrischungsstellen im Ziel befanden. Diese gab es unterwegs auch nach 7 km und 14 km. Unterwegs konnte man zwischen Wasser und Tee wählen, im Ziel gab es zusätzlich noch Bananen, sie haben geholfen den Energiespeicher wieder zu füllen. Das Wetter war übrigens nahezu ideal, die Sonne schien und die Temperatur war genau richtig. Das hatte ich schon gar nicht mehr zu hoffen gewagt, nachdem es ein paar Tage vorher noch geschneit hatte bei uns. Nun vielleicht noch zu den Ergebnissen des Laufes: Sieger war Fabián Roncero aus Spanien in 59:52 Minuten, das ist neuer Streckenrekord gewesen und diese Zeit bedeutete für ihn auch spanischen Rekord. Bei den Frauen siegte Joyce Chepchumba aus Kenia nach 69:37 Minuten zum dritten Mal in Folge. Insgesamt nahmen 11.655 Teilnehmer: Läufer, Skater, Rollstuhlfahrer und Power-Walkern aus 53 Nationen teil. Bei den Skatern siegte in einer für mich unglaublichen Zeit Steven Madsen (Dänemark), von 34:47 min, bei den 4 gestartetenRollstuhlfahren gewann Yvonne Sehmisch vom LC Cottbus in hervorragenden 58:46, vor Robby Krannich in 1:06:24.Mein Ziel ist es jetzt auch mal einen Marathon zu laufen, vielleicht schon dieses Jahr in Berlin, da findet ja wieder der Berlin Marathon am 30. September statt, da vorher Sommerferien sind, werde ich auch ausreichend trainieren können. Schon jetzt gibt es für diesen Lauf über 8000 Anmeldungen, die meisten übrigens davon online über www.berlin-marathon.com. Wer Interesse hat findet auf der Seite viele weitere interessante Informationen zu den verschiedenen Läufen in Berlin, aber ebenso Hinweise zum richtigen Training und vieles mehr. Meine Familie meint zwar immer, dass ich ein wenig verrückt bin und man sicher was besseres mit seiner Zeit anfangen könnte, aber für mich ist es irgendwie eine Erfahrung die ich auf keinen Fall mehr missen möchte. Verstehen kann das sicher jeder, der selber diese Erfahrungen gemacht hat, der die Atmosphäre solcher Läufe genossen hat. Vielen Dank fürs LesenEure Sabine
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31.01.2002 08:32
Hallo, ein schöner Bericht und da merke ich wie es einem fehlen kann. War lange mit einem Rückenleiden beschäftigt. Herzlichen Glückwunsch und bist du den Marathon gelaufen ? Wenn nicht plane weiter, es ist ein tolles Gefühl. Bin mittlerweile 5 gelaufen und war richtig traurig, daß ich vor dem letzten in Köln am 7.10. 2 Wochen vorher Rückenprobleme bekommen habe. Laufen macht süchtig und wer ist normal ? Vielleicht ist auch das Normale das Verrückte ? Gruß orionmarc
26.09.2001 19:12
Sehr schöner Bericht, den ich gut nachempfinden kann. Bin eigentlich auch kein Läufer, aber ich hatte mich von Freunden überreden lassen am Halbmarathon am 6.5.2001 in Mainz mitzulaufen. Mein Ziel war, es zumindest zu schaffen und das zweite Ziel, ohne Pause durchzuhalten. Diese beiden Ziele erreichte ich und schaffte es in 2Stunden 10 Minuten. .... bin noch immer Stolz. Mainz war schon toll aber Berlin stelle ich mir noch schöner vor. Vielleicht schaffe ich nächstes Jahr einen ganzen Marathon . mal sehen. Dir viel Glück und alles Gute. cu Tom
18.09.2001 10:01
Mittlerweile nimmt die Zahl der bekennenden Läufer bei CIAO zu. Ein Bekannter von mir bereitet sich gerade auf den Marathon in Washington vor, der trotz oder gerade wegen der Terrorserie stattfinden soll. Grundsätzlich ziehe ich den Hut vor Läufern, weil ich mich noch nie dafür begeistern konnte. Aber: Es können auch die Wenigsten verstehen, wenn ich stundenlang Rennradfahrer!! Schöner Bericht. Gruß Michael