Berlinpass

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'Der Berlinpass scheint gut anzulaufen. Nach der neuen Rabatt-Karte für Arme habe es in etlichen Bürgerämtern schon in den ersten Tagen des Jahres 2009 eine hohe Nachfrage gegeben, sagte Anja Wollny, Sprecherin von Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linkspartei), gestern der Berliner Zeitung. ... Bericht lesen





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Nicht ganz zum Bezahlen geeignet, aber fast...
Erfahrungsbericht von kommentarfetischistin über Berlinpass
21.02.2009


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Eine überaus hilfreiche Möglichkeit, Kosten zu reduzieren, der Pass selbst ist kostenlos
Kontra: Beschaffungsprobleme  .  .  .  ; - )

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

'Der Berlinpass scheint gut anzulaufen. Nach der neuen Rabatt-Karte für Arme habe es in etlichen Bürgerämtern schon in den ersten Tagen des Jahres 2009 eine hohe Nachfrage gegeben, sagte Anja Wollny, Sprecherin von Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linkspartei), gestern der Berliner Zeitung. Genauere Zahlen sind zwar noch nicht bekannt, jedenfalls noch nicht für ganz Berlin. Der Leiter des Amtes für Bürgerdienste von Neukölln, Torsten Vogel, sagte aber auf Anfrage, bereits am vorigen Freitag, dem ersten Öffnungstag nach Neujahr, hätten seine Bürgerämter 227 der scheckkartengroßen Tickets ausgegeben, die vor allem Hartz-IV-Empfängern Ermäßigungen für eine Vielzahl von Kultur-, Sport- und Freizeitveranstaltungen ermöglichen.'


http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/117848/index.php


...'für Arme', soso. Wohlgemerkt, hier wird die 'Berliner Zeitung' zitiert und nicht etwa die 'BZ', ein beliebtes und ebenso häufiges Missverständnis. Aber was ist denn nun diese 'Rabattkarte für Arme'?


Der 'Berlinpass' ersetzt in erster und maßgeblicher Hinsicht die ehemalige 'Sozialkarte',
die (von der Bundesagentur für Arbeit für die Berliner Verkehrsbetriebe ausgegeben) zum Erwerb des 'Sozialtickets' berechtigte. Inhaber dieser Karte konnten und können noch einige Monate zum etwa halben Preis (nämlich 33,50 Euro) eines normalen Tickets einen Monat lang in den wesentlichen Bereichen Berlins mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Mitzuführen war (und ist) lediglich der aktuelle und mehrere Seiten umfassende 'Bescheid' betreffend die Bedürftigkeit vom Staat.


Nun ist das alles viel schöner! Die 'Berechtigung' zum Erwerb dieser Monatskarte weist man durch den besagten 'scheckkartengroßen' Ausweis nach. Besagte Größe erreicht der einheitlich unauffällig gestaltete Karton allerdings nur 'gefaltet'. Zur Legitimation betreffend die berechtigte Trägerschaft muss man(n) den Ausweis nebst Lichtbild 'ausklappen'.


Seit dem 2.1.2009 können in Berlin Wohnende (und ordnungsamtlich Gemeldete), die Leistungen nach dem SGB2 (allgemein bekannt als HartzIV), Sozialhilfe oder Grundsicherung im Alter erhalten, auch Familienangehörige von Leistungsempfängern und Asylbewerber den an sich kostenlosen Berlinpass bei allen Bürgerämtern erhalten. Zum Nachweis der Berechtigung benötigt man einen entsprechenden Bescheid über den Erhalt der Leistungen und einen Personalausweis bzw. Reisepass, ebenso ein Passfoto. Ausgestellt wird der Berlinpass Bezirksübergreifend, der in Mitte Wohnende Berechtigte kann also durchaus im Wedding ein Bürgeramt besuchen und diesen Pass dort anfertigen lassen. Das Geburtsdatum und die Adresse sind enthalten, ebenso die Gültigkeitsdauer, die sich an der des entsprechenden Bescheids orientiert.


Neben der erwähnten Ermäßigung beim Erwerb von Monatskarten der BVG erhält man mit dem Berlinpass unter anderem auch Preisnachlässe bei kulturellen Veranstaltungen (ein besonderes Kontingent an Karten für Theater- und Filmvorführungen wird für den Preis von 3 Euro und kurzfristig Entschiedene zurückgehalten), für 25 Euro (statt guten 50) ist eine Jahreskarte für den Berliner Tierpark erhältlich, Eisbahnen und andere Veranstaltungen bieten ebenso ermäßigte Eintrittsgelder, meist um etwa 50 % weniger als zum 'Originalpreis', an. Die Berliner Bäderbetriebe (Schwimmhallen) allerdings verweigern sich bisher Preisreduzierungen.


In Kombination mit dem 'Familienpass 2009', der 6 Euro im Jahr und pro Familie (oder Teilen davon) mit Kindern unter 18 Jahren kostet (unabhängig vom Einkommen kann diesen jeder Berliner erwerben) sind weitere zum Teil erhebliche Preisnachlässe möglich. So können (alle!) Kinder eines bedürftigen Familienpassinhabers ab 6 Jahren bis 15 Jahren für 5 Euro (statt 26 Euro für eine [einzige!] Schülerkarte) mit der BVG mitfahren, zwar erst ab 9 Uhr und ganztags auch am Wochenende, aber das ist doch durchaus zu empfehlen. Nähere Informationen hierzu gibt es unter www.jugendkulturservice.de


Ja und, weshalb schreibe ich das hier alles? Der Tagesspiegel meldete erst vor kurzem, am 13.02.2009: 'Stress mit dem Berlin-Pass: Bezirke schließen Bürgerämter'


http://www.tagesspiegel.de/berlin/Berlin-Pass-Buergeraemter;art270,2729370


Nicht wenige Bürgerämter hatten teils über Tage komplett 'zu gemacht', teils ihren Betrieb erheblich eingeschränkt, die Flut der Bedürftigen ist enorm. Bereits am 5.1. hatten mehrere Bezirksämter vor allem in 'problematischen' Bezirken Berlins schon um 11 ihre Pforten geschlossen, die üblichen 'Wartenummern' waren in einer Anzahl vergeben worden, die die Kapazitäten sprengte.

Hintergrund des enormen Ansturms sind wohl meiner Ansicht nach nicht die Zahl der 'neuen' Berechtigten seit Januar 2009, da auch 'ältere' Leistungsempfänger ja zumindest die BVG im Übergangszeitraum preisreduziert nutzen können, sondern vor allem die "weiteren" Vergünstigungen, die mit dem Berlinpass einhergehen. Da die Gültigkeitsdauer der grundlegenden Bescheide aber auch hinsichtlich des Auslaufs der Leistungen variiert dürfte sich der einmalige Andrang zum Jahresanfang in den nächsten Monaten an die Zahl der neuen und fortgesetzten Leistungsempfänger anpassen und somit relativieren.

Ich schreibe das hier 'für draußen', ich brauche keine Bewertungen (bitte sogar ausdrücklich davon abzusehen). Nein, mit dieser 'Scheckkarte' kann man nicht zahlen, aber sie erleichtert das Zahlen in einigen Bereichen für entsprechend einkommensarme Berechtigte sehr.

Nicht nur die enorm ermäßigten Kosten für die Benutzung der BVG, die wohl einen Großteil der am Berlinpass Interessierten animieren dürften, auch die weiteren möglichen Ersparnisse in Verbindung mit dem sehr zu empfehlenden Familienpass, aber auch die Möglichkeit, den Berlinpass in komfortabler situierten Bezirken als den einschlägig bekannten 'armen' Gebieten Berlins bei den Bürgerämtern ausstellen lassen zu können: sind mein Tipp an dieser Stelle.


Danke fürs Lesen.

Und wer noch mehr nebst weiterführenden Informationen wissen möchte, ist mit http://www.berlin.de/sen/soziales/sicherung/berlinpass/ und den einschlägigen Verlinkungen zu den verbundenen Angeboten sehr gut bedient!

Seit dem 1. Januar wurde der Berlinpass bereits an rund 32.500 Berliner ausgehändigt. (Stand 19.2.2009: http://www.tagesspiegel.de/berlin/Landespolitik-Senat-Berlinpass-Jobcenter-Buergeramt;art124,2734465)
   
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Ein Nichtsnutz
Bewertung für Berlinpass von Izkusnje

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25.06.2011

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