Berserk - Ein Rückblick
01.10.2007
Pro:
Anspruch, Handlung, Action
Kontra:
stellenweise altwirkende Animationen
Empfehlenswert:
Ja
 PaulKH
Über sich:
Moin. Meine Interessen liegen im Bereich Games, Action-Filme und elektronische Musik. (Was für ein K...
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Erfahrungsberichte:37
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Worum geht es? Berserk erzählt die Geschichte des Söldners Guts. Er lebt in einer Welt, die dem europäischen Mittelalter ähnelt, doch zusätzlich zahlreiche fantastische Elemente aufweist. [1] Der Zuschauer erlebt Guts' Kindheit, Jugend und den größten Teil seines Erwachsenendaseins. Die Erzählweise ist dabei zwar anachronistisch, jedoch nicht völlig durcheinander. Meist werden größere Zeitabschnitte korrekt am Stück dargestellt. Neben Guts spielt im Anime vor allem die Söldnergruppe Band of Hawk unter der Führung des charismatischen Griffith eine große Rolle. Guts verbringt dort viele Jahre seines Lebens und wird vom ungestümen Jugendlichen zum gefürchteten und bejubelten Kämpfer. Zudem lernt er hier auch Casca kennen. Eine starke Kämpferin, die im späteren Handlungsverlauf noch auf eine vielfache Weise wichtig wird.
Die Handlung selbst gestaltet sich stellenweise komplex, während andere Szenen nur Schlachten bestehen. Interessant ist hierbei, dass der Zuschauer aufgefordert wird, mitzudenken. Es wird deutlich gemacht, dass es meistens kein echtes Gut oder Böse gibt, und auch die Motivation der einzelnen Protagonisten bleibt oftmals hinterfragbar. Ein Problem ist allerdings, dass im Anime einige, meines Erachtens nach wichtige, Details fehlen. Es entstehen zwar so keine echten Lücken in der Geschichte, jedoch sind so einige Hintergründe für bestimmte Gegebenheiten und Aktionen schwerer zu verstehen.
Kulisse Wie bereits erwähnt, spielt Berserk in einer mittelalterlichen Welt. Es gibt Magie, doch sie ist etwas sehr besonderes und bedeutet wahre Macht. Wenn ich mich recht entsinne ist die Magie, die im Anime vorkam, sogar durch und durch böser Natur. Die Atmosphäre ist sehr gut gelungen. Die Umgebung ist durchgehend im gleichen mittelalterlichen und vor allem dunklen Stil gehalten. Egal ob in einer Burg, einem Dorf oder auf freiem Feld, es fühlt sich immer wie die gleiche Welt an. Zeichnungen und Sound Berserk wurde von Ende 1997 bis Anfang 1998 [1] ausgestrahlt. Damit gehört es nicht unbedingt in die Kategorie alter Werke, hat aber andererseits auch schon 10 Jahre hinter sich. Ab und an schlägt sich dies auch ein wenig in den Zeichnungen wieder. An den Charakteren gibt es allerdings nichts auszusetzen, und auch die Umgebungen sind von solider bis oftmals sehr guter Qualität. Ein anderes, wichtiges Element sind die stillstehenden Bilder. Regelmäßig wird eine bestimmte, meist wichtige Szene eingefroren und von der Qualität her verändert. So wirkt sie dann wie auf Leinwand gezeichnet, und sieht meistens aus wie ein richtiges Bild. Die Kämpfe jedoch sind meistens etwas starr geraten. Oft schieben sich die Charaktere mehr durch das Bild, als dass sie sich bewegen. Wenn man von der Choreografie von Ghost in the Shell verwöhnt ist, wird man hier ein wenig enttäuscht werden. Den Titelsong und Aschlusssong finde ich etwas gewöhnungsbedürftig, aber es gibt schlimmeres. Während der Serie selbst haben Musik und Klänge immer sehr gut zum Geschehen gepasst. In einigen Szenen war die Soundkulisse sogar grandios, und man hätte sich gewünscht, dass sie länger erhalten bleibt.
Meine Meinung - und ein paar Details (In diesem Abschnitt gibt es ein paar indirekte Spoiler, die sich dem aufmerksamen Zuschauer allerdings schon selbst nach der ersten Episode erschließen.) Nach der ersten Folge war ich ein wenig enttäuscht. Ich hatte schon einiges Gutes über die Serie gehört, und dann sowas. Eine seltsame Handlung, die völlig unvermittelt beginnt. Dazu eine Menge dunkler Charaktere, die typisch möchtegern mysteriös irgendwas bereden. Und von den Kämpfen ganz zu schweigen - soetwas hölzernes... Doch dann schaute ich die zweite Folge. Und die dritte, und die vierte. Und dann war die Serie nach fünf bis sechs Tagen mit ihren 25 Folgen auch schon vorbei. Unheimlich! Doch von vorne: Der Kampfstil verbessert sich im laufe der Serie etwas. Sie verschwinden zwar nie völlig, diese Szenen, bei denen ich unfreiwillig an irgendwelche Superkicker- oder Pokemon-Szenene denken musste. Ein relativ starrer Charakter der sich durch irgendwas durch bewegt, und hier und da spritzt dann mal Blut oder ein Körperteil fliegt weg. Aber es wurde seltener, und besser ausgearbeitet. Und irgendwann hatte man sich auch noch daran gewöhnt. Das Stilmittel der stillstehenden Bilder ist ebenfalls sehr gut gelungen. Stellenweise wirkte es etwas billig, wenn man z.B. eine Horde Reiter sah, dazu Getrampel hörte und die Kamera einfach von rechts nach links über das Bild schwenkte. Aber dies ist die Ausnahme. Oft haben es die Bilder geschafft einen Moment einfach schöner darzustellen und dem Zuschauer die Möglichkeit zu geben, ein paar Sekunden inne zu halten und nachzudenken. Schon aufgrund der expliziten Gewaltdarstellung und ab und an nackten Körpern passt Berserk ganz gut in das Seinen-Genre [1,2]. Doch abgesehen von diese oberflächlichen Merkmalen hat es doch auch einen sehr hohen Anspruch.
Der Hauptcharakter tut Dinge, die man als moralisch verwerflich bezeichnen muss, und dennoch erntet er dafür Lob. Er fragt sich selbst, und wird auch von anderen gefragt, warum er tut, was er tut. Es wird auch viel über die Verwirklichung von Träumen, und den Opfern, die man dafür bringen muss, geredet. Hierbei geht es aber nicht nur um eigene Opfer, sondern auch dass man fremde Träume oder Leben für das eigene Ziel geben muss. Ebenso gibt es Anspielungen auf den Hagakure [1,3], die ich für meinen Teil allerdings nicht ohne Hilfe bemerkt hatte. (Was wohl nicht zuletzt daran liegt, dass der Hagakure in unserer Gesellschaft nicht ganz so bekannt ist, und wir ihm normalerweise nicht begegnen.) Das Ende war vorhersehbar, und ist dennoch unerwartet offen geblieben. Ebenso wie das Ende fand ich sehr gut, dass die Handlung an einigen Stellen anders verläuft, als man denkt. Bestimmte stereotypische Charaktere benehmen sich einfach nicht so, wie man es gewohnt wäre. Das ist mal etwas neues, gutes.
Schließlich lässt sich nur sagen, dass mich Berserk fasziniert und bewegt hat. Es gibt hier und da ein paar kleine Kanten, über die man aber ohne weiteres Hinwegsehen kann. Dafür bietet es einfach viel Stoff zum nachdenken, der sehr menschlich rüberkommt, gemischt mit herrlich blutigen Szenen. Wer nur den Anime kennt und sich noch weitere Informationen beschaffen möchte, dem empfehle ich den deutschen und englischen Wikipedia-Beitrag. Aber Achtung! Die Einträge sind stellenweise dermaßen stark verspoilert, dass man sie sich nicht nur aus Interesse vorher durchlesen sollte.
Allen anderen, die sich mit diesem Stil anfreunden können, möchte ich nur eines sagen: Anschauen. Quellen: [1] http://de.wikipedia.org/wiki/Berserk [2] http://de.wikipedia.org/wiki/Seinen [3] http://de.wikipedia.org/wiki/Hagakure
Bilder gibt es auf: http://www.apresleclipse.net/anime_histoire.htm http://www.factornew s.com/sujet.php?sjtid=15643&page=8 PS: Kleinere Rechtschreibfehler bitte ich zu ignorieren. Sollten die Sätze irgendwo sinnlos scheinen, bitte ich um einen kurzen Hinweis. Sollte euch der Bericht noch auf fluffy-type.de/forum über den Weg laufen, nicht wundern, das bin ich.
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02.10.2007 09:58
nicht schlecht, nicht schlecht. ein sehr gut geschriebener bericht!
01.10.2007 23:09
schön beschrieben. lg TOM
01.10.2007 21:55
Sehr informativ, LG Pet