Berserk (DC)

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... Vielmehr handelt es sich bei "Sword of the Berserk" um ein auf eine Dreamcast-GD ROM gepackte "Verfilmung" eines japanischen Manga. Da "Sword of the Berserk" meiner Meinung nach zu den mißverstandendsten Videospielen überhaupt gehört, möchte ich heute eine Lanze dafür brechen, auch wenn ... Bericht lesen





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1-6 von 24 Erfahrungsberichten    
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Ein Anime, getarnt als Videospiel!
Erfahrungsbericht von Hiimori über Berserk (DC)
25. September 2001


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Verfilmung eines japanischen Manga, kinoreif, tolle Handlung und Sountrack
Kontra: eher ein Anime als ein Spiel, nicht für Kinder geeignet

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Heute schreibe ich über ein Spiel, auf das diese Bezeichnung eigentlich gar nicht wirklich zutrifft. Vielmehr handelt es sich bei "Sword of the Berserk"
um ein auf eine Dreamcast-GD ROM gepackte "Verfilmung" eines japanischen Manga.

Da "Sword of the Berserk" meiner Meinung nach zu den mißverstandendsten Videospielen überhaupt gehört, möchte ich heute eine Lanze dafür brechen, auch
wenn ich dieses Spiel nicht wirklich als Spiel bezeichne. Vielmehr "schaue" ich es mir immer wieder gerne an, wenn ich Lust auf ein gut gemachtes,
ungewöhnliches und vielschichtiges japanisches Anime habe.

Zwar stammt "Sword of the Berserk" aus dem Jahr 1999 und damit aus der Anfangszeit der Sega Dreamcast. Da ich jedoch zur Zeit (hoffentlich nicht vergeblich) auf meine eingereichten Produktvorschläge zu aktuellen
Dreamcast-Spielen warte, die irgendwie im ciao-Nirvana verschwunden sind, möchte ich mir und Euch die Zeit mit einem Bericht zu diesem ungewöhnlichen Spiel vertreiben.

**** Worum geht's? ****


Wer "Sword of the Berserk" in das Hack'n Slay-Genre einordnet und auf die bloße Tatsache reduziert, daß man sich gelegentlich blutspritzenderweise durch
Massen von Gegnern und Monstern metzeln darf, der tut diesem Spiel Unrecht.
Zwar ist die Hack'n Slay-Komponente nicht zu leugnen, jedoch steckt in diesem Spiel viel mehr.

Wer es sich kauft, weil er erwartet, sich damit ein wildes Metzel-Spiel mit Action am laufenden Band auf den heimischen Fernseher zu holen, wird mit
Sicherheit enttäuscht. Ich habe schon viele negative Kritiken gelesen, die davon berichteten, wie nervig die ellenlangen Filmsequenzen seien, die die
Metzeleien ständig unterbrechen würden.

Das genaue Gegenteil ist der Fall. Eigentlich unterbrechen die Kampfszenen die Handlung des Spiels. Und genau dieser "Film" ist es, der für mich den
besonderen Reiz von "Sword of the Berserk" ausmacht. Das Spiel ist für jeden Fan japanischer Manga und Animes ein Fest und für reine Liebhaber von
Metzelspielen eine herbe Enttäuschung.

Wer jetzt immer noch nicht versteht, worauf ich hinausmöchte: "Sword of the Beserk" ist eine Art japanischer Zeichentrickfilm mit einer großartigen und
komplexen Handlung, in den der Zuschauer gelegentlich durch kurze Actionsszenen eingreifen darf. Nach wenigen Sekunden bis paar Minuten sind die "störenden Belästigungen" des Zuschauers beendet und er darf weiter den Film verfolgen. Die Aktionen in diesen kurzen Zwischenszenen beschränken sich auf das wilde Kämpfen mit einem gigantischen Schwert. Andere Aktionen sucht der Actionfan hier vergeblich. Wer es nur auf diese paar interaktiven Momente aus ist, sollte sich mit Sicherheit ein anderes Spiel zulegen, denn wenn er die eigentliche Handlung wegklickt, kommt er in etwa auf eine reine Spielzeit von vielleicht 30 Minuten.

Es ist wichtig, das Spiel als das anzusehen, was es ist: Eine interessante Form, ein japanisches Anime zu veröffentlichen.
Vermutlich kommt das in Europa nicht sonderlich gut an bzw. ist zu speziell, weswegen das Spiel etwas unterging.

**** Hintergrund *****


Die Story und die Charaktere aus "Sword of the Berserk" stammen ursprünglich aus dem "Kenpuu Denki Berserk"-Manga von Kentaro Miura. "Kenpuu Denki Berserk" wurde seinerzeit als Fortsetzungserie im "Young Animal Magazine" von Hakusensha veröffentlicht.

Die Handlung ist, obwohl sie im finstersten europäischen Mittelalter spielt, sehr typisch japanisch angehaucht und wird sowohl japanophilen Manga-Freaks als auch Mittelalter-Fans gut gefallen.

Ich besitze im übrigen die europäische PAL-Version des Spieles, die allerdings - auch in Deutschland - komplett in Englisch gehalten ist, sowohl das Handbuch
als auch das Spiel. Gute Englisch-Kenntnisse sind unerläßlich, da es keine Untertitel gibt und das Spiel eigentlich ein Film ist und demzufolge die Handlung zum großen Teil durch Dialoge erzählt wird. Die Personen sprechen zwar ein ausgezeichnetes und sehr gutes Englisch, jedoch bisweilen mit diversen Akzenten und umgangssprachlichen Floskeln. Wer im Englischen nicht sattelfest ist, sollte die Finger von diesem Spiel lassen oder sich die japanische Version kaufen ;-)
Eine deutsche Lokalisierung hat - aus Angst vor Indizierung und der dadurch verschwendeten Unkosten - nie stattgefunden, dennoch ist die englische Version
fast überall im Fachhandel erhältlich, aufgrund der teils drastischen Gewaltdarstellung allerdings erst ab 18 Jahre.

*** Handlung ****


...wird von mir natürlich nicht ganz verraten, denn damit wäre der eigentliche Reiz des Spieles bzw. Filmes weg. Jedoch handelt es sich um eine sehr
japanotpyische historische Geschichte, die mit immer neuen Wendungen immer weiter ins Phantastische abgleitet und schließlich ungeheure Überraschungen
bereit hält...

Zur Hintergrundgeschichte (auf diese wird im "Film" nicht weiter eingegangen, ich habe sie dem Handbuch entnommen):

Das Spiel ist in einem fiktiven europäischen Mittelalter angesiedelt, in einer finsteren Zeit ohne Hoffnung. Die Hauptperson, Gattsu (von seinen Freunden
Guts genannt) und eine geheimnisvolle Frau, Casca, sind die einzigen Überlebenden einer Elite-Söldnertruppe - den Falken. Die Falken wurden von einem übernatürlichen Krieger-Clan namens "Hand Gottes" abgeschlachtet. In diesem epischen Kampf wurde Cascas Geisteszustand durch die traumatischen
Erlebnisse erheblich geschädigt, so daß nicht einmal Gattsu ihren Geist zu befreien vermag.

Nun durchstreifen Gattsu und Casca das Land, um ihr Schicksal zu finden, Heilung für Casca zu suchen und Rache an "Gottes Hand" zu nehmen.


Ab hier setzt der Film ein:

Gattsu und Casca erreichen eine Region, in der seit Jahren Krieg und Hunger herrschen und zudem eine bösartige Seuche das Land befallen hat. Vor dieser
Seuche fürchtet sich jeder - vom Bauern über den Stadtbewohner bis hin zum Adligen und den Armeen.

Diese Bedrohung manifestiert sich in Form parasitischer Pflanzen und wird nach diesen "Mandragora" genannt. (Es handelt sich hierbei im Deutschen um die Alraune, die der Sage nach menschliche Gestalt hat). Diese mutierten Alraunen
heften sich an Menschen und verwandeln sie in furchtbare Kreaturen, genannt die "Mandragorans". Jeder befallene Mensch wird vollständig von der Pflanze kontrolliert.

Zuerst ist wenig bekannt über die Alraune. Aber als die Pflanze sich selbst entwurzelte und über das Land verteilte, hörte man eine seltsame Stimme aus
der Erde...
Fast das ganze Land ist mittlerweile in den Fängen der Seuche und es geht ein Gerücht, daß die befallenen "Mandragorans" sich in einem kleinen Dorf in der
Nähe des Schlosses zusammenrotten. Dieses Dorf wird von einer mitleidigen Nonne geleitet, die sich der armen Seelen angeommen hat.

Baron Balzac, der Herrscher und Tyrann des Königsreichs und gefürchteter und gefeierter Kämpfer, sucht verzweifelt nach einem Gegenmittel for die Seuche.
Besteht Anlaß zur Hoffnung?!?


***** Spielbeginn *******


Soweit die Vorgeschichte, die uns das Handbuch verrät.

Das Spiel selbst besteht aus einer GD-ROM und dem ganz liebevoll im mittelalterlichen Stil aufgemachten Handbuch, das neben ausführlichen Beschreibungen der Steuerung und Spieloptionen in die Vorgeschichte einführt und kurze bebilderte Portraits der wichtigsten Charaktere bietet. Es finden sich zudem eine umfangreiche Move-Liste für die aktiven Schwert-Szenen sowie Hinweise über spezielle Features und Geheimnisse des Spieles.

Angenehmerweise kann man sich übrigens, wenn man das Spiel durchgespielt hat, künftig den reinen Film ohne "lästige Zwischenkämpfe" im Movie-Theater anschauen, was man immer wieder gerne tut - es ist im Prinzip nichts anderes als ob man sich einen Videofilm einlegt und taugt wegen der toll erzählten Handlung sogar für einen gemütlichen Filmabend mit Snacks und Freunden.

Zu Beginn hat man die Wahl zwischen einem 50 Hz und 60 Hz-Modus. Ich empfehle wie immer, falls der Fernseher dies zuläßt, den 60 Hz-Modus zu wählen, da das
Bild dadurch besser aussieht.

Nach den obligatorischen Entwickler-Logos erscheint ein kleiner, aber sehenswerter "Film" in Echtzeit, der nichts anderes als eine dramatische Kamerafahrt an einem gigantischen Schwert entlang bis hoch zu dessen Griff ist. Ein filmreifer Erzähler berichtet dabei von der finsteren Zeit und ein bedrohlicher orchestraler Soundtrack stimmt schon auf das Bevorstehende ein.

Nachdem diese Sequenz vorüber ist, gelangt man in das Start-Menü. Hier hat man die Wahl zwischen "Spiel laden", "Neues Spiel" und "Optionen" sowie einer
geheimnisvollen "Prize Box".


*** Optionsmenü ****


Obwohl es ja "eigentlich" nur ein Film ist, der sich auf eine Spiele-GD-ROM verirrt hat, bietet das Optionsmenü überraschend viel.

Es gibt die Möglichkeit zur Speicherverwaltung. Allerdings muß ich gleich hier darauf hinweisen, daß es im gesamten Spiel nur 3 (!) Speicherpunkte gibt,
jeweils nach Abschluß eines Kapitels. Macht man den Fehler wie ich beim ersten Durchspielen und scheitert kurz vor dem Ende, darf man sich das ganze letzte
Kapitel noch einmal anschauen (oder wegklicken und nur kämpfen). Das ist ziemlich happig, da lange, lange Filme zwischen diesen Speicherpunkten liegen.
Dafür kann das Spiel an einem Abend komplett "durchgespielt" werden, da es normale Spielfilmlänge hat.

Änderung der Tastenbelegungen sind hier ebenso möglich wie ein Einstellen des Schwierigkeitsgrades von "Easy" bis "Hard". Je nachdem, in welchem Schwierigkeitsgrad man das Spiel durchgespielt hat, erhält man am Ende
unterschiedliche Belohnungen, die es in sich haben.


*** Sound und Musik ****


Natürlich kann auch hier die Lautstärke angepaßt werden, zudem ist es möglich, sich die einzelnen Lieder des Soundtracks zu zappen und sich seine liebsten Melodien anzuhören. (written by Hiimori@ciao) Der großartige Soundtrack wurde übrigens komponiert von Masaya Imoto und Hiromi Murakami unter der Leitung von Susumu Hirasawa und ist absolut kinoreif.

Auch der Sound ist hervorragend und filmreif, vom Geräusch des Pferdewagens auf dem Pflasterstein des Dorfes bis hin zu jedem, noch so winzigen
Hintergrundgeräusch ist alles toll in Szene gesetzt. An der Präsentation gibt es aber auch gar nichts auszusetzen!


*** Prize Box *****


Hier finden wir die ganzen Überraschungen des Spieles, die durch das Beenden des Spieles auf verschiedenen Schwierigkeitsgraden freigespielt werden. Diese
umfassen unter anderem:
  • Welt: Eine Enzyklopädie der Welt, die allerdings schon von Spielbeginn an zur Verfügung steht,
  • Gallerie: Dort kann man alle Charaktere in Form von Trading Cards betrachten, wenn man in der Battle Arena Kämpfe besteht, werden weitere Karten hinzugefügt.
  • Filme: Hier kann man sich den eigentlichen Film anschauen, ohne vom Spiel belästigt zu werden.
  • Puck's Game: wird verfügbar, wenn man das Spiel auf "Easy" beendet: Hier kann man als Puck, die kleine Fee, die Gattsu und Cesca begleitet, gegen die
    böse Mandragora-Pflanze kämpfen..
  • Battle Arena: wird verfügbar, wenn man "Normal" besteht. Hier darf man noch einmal gegen Level-Bosse kämpfen und dabei Highscores schlagen.
  • Stage Select: wird verfügbar, wenn man "Hard" besteht. Damit kann man das Spiel an jedem gewünschten Punkt beginnen.
  • No Limit Mode: wird ebenfalls bei "Hard" verfübar. Fortan kann man das Spiel mit unbegrenzter Munition bestreiten.

Diese Belohnungen verleiten dazu, das Spiel mehrmals durchzuspielen, da sie zwar klein, aber spaßig sind.
**** Was genau passiert nun, wenn ich ein Spiel beginne? *****


Startet man das neue Spiel, so findet man sich direkt im Film wieder. Dieser ist in Echtzeit, d.h. nicht gerendert dargestellt und zwar grafisch nicht mehr
auf der Höhe der Zeit (es war halt ein Anfangstitel), dafür aber immer noch sehenswert und voller liebevoller kleiner Details und toll modellierten Orten und Städten. Auch die Kleidung der Charaktere und ihre Gesichtsausdrücke und Mimiken sind hervorragend.

Das Spiel ist nichts anderes als ein Zeichentrickfilm (für Erwachsene) in Spielegrafik.

Man sieht ein junges, selbstsicheres Mädchen mit Zöpfen (Rita, eine Zigeunerin), die zusammen mit ihrem Vater versucht, den Pferdewagen zu reparieren, mit dem sie durch die Lande ziehen. Plötzlich taucht eine
verstörte, stumme Frau auf, die auf den Hund der Zigeuner zuläuft und dabei selig lächelt. Es ist ganz offensichtlich, daß die Frau geistig gestört ist.
In diesem Moment taucht eine ganze Bande von Räubern auf, die in den herumziehenden Leuten und der kranken Frau leichte Beute wittert. Sie wollen die Mädchen "zum späteren Vergnügen" mitnehmen und den Wagen ausrauben. In dem Moment taucht Gattsu, der Hauptcharakter des Spieles auf. Er ist ein sehr
großer, schweigsamer Mann mit einem von vielen Kämpfen gezeichneten Gesicht und einem gigantischen Schwert auf den Rücken. Als die Banditen sich an der
gestörten Frau, die - wie wir uns alle denken können - Casca ist, zu schaffen machen, öffnet sich mit einem Mal der Bildschirm und wir dürfen zum ersten Mal
eingreifen.

Nun steuert man Gattsu und muß mit seinem Schwert, mit dem verschiedene Moves ausgeführt werden können, die Meute der Räuber kurz und klein hacken. Dieses
geschieht auf martialische Art und Weise mit übertrieben viel Blut und Geschrei.

Hat man alle Gegner besiegt, fährt der Film fort. Wir erfahren von Rita, daß sie zu einer wandernden Truppe gehört, die im nächsten Ort eine kleine Darbietung aufführen wollen. Sie läd Gattsu und Casca ein, doch auch in den Ort zu kommen. In diesem Moment taucht eine weitere (für mich leider etwas nervige) Hauptperson auf: Puck, eine kleine (männliche) Fee, die zudem recht redselig ist...
Langer Rede, kurzer Sinn, Gattsu ist abgeneigt, sich geselligen Freuden hinzugeben, läßt sich von Puck und Casca schließlich aber überreden, auch in das Dorf zu gehen, schließlich haben sie Hunger und brauchen etwas zu essen.

Schnitt.

An dieser Stelle folgt der eigentliche "Vorspann" des Spieles, der wie ein echter Filmvorspann aufgemacht ist: Zu einer tollen orchestralen Titelmusik mit einem japanischen Sänger und düsteren Chören sehen wir Cesca, Puck und Gattsu in dynamischer Kamerafahrt in ein kleines Fachwerkdorf einziehen. Dabei sind die Namen des Regisseurs, der Komponisten, der Programmierer eingeblendet wie ein einem normalen Film. Auch der Titel des Spieles erscheint hier zum
ersten Mal.

Die Kameraführung (des ganzen Spiels) ist großartig und dynamisch mit zahlreichen unterschiedlichen Einstellungen und guten Kamerafahrten und
interessanten Detailsaufnahmen. Es ist deutlich zu erkennen, daß hier ein Regisseur und ein Anime-erfahrenes Produktionsteam am Werk waren.

Nachdem die drei das Dorf durch das Tor betreten haben und sich interessiert umschauen, sieht man zur Titelmelodie Impressionen des Dorfes und seiner
Bewohner und schließlich ein Schluß-Zoom auf eine Alraune, die am Straßenrand wächst.

Anschließend geht der Film weiter. Es erklingt nun eine typisch mittelalterliche Dorfmusik und die Bewohner des Dorfes haben sich auf dem Marktplatz versammelt, um Rita und ihrem Vater bei ihren Gaukeleien zuzuschauen. Wir können bei ihrer Vorführung zuschauen und das Volk ist neugierig und begeistert...bis es zu einer Katastrophe kommt...


****** Steuerung ******


In den wenigen Szenen, in denen man in die Handlung eingreift, muß man ausschließlich mit Gattsu kämpfen. Dieses geschieht mittels des gigantischen Schwertes oder auch diverser anderer Waffen, wie z.B. einem Messer oder einem Bogen. Es gibt verschiedene Grundmoves wie Schlagen, Schwingen, Blocken und
Combos. Die Tastenbelegungen sind innerhalb kurzer Zeit verinnerlicht.

Ansonsten empfehle ich, das Pad immer in der Nähe liegen zu lassen, denn die viele Minuten langen Filmsequenzen sind so packend und interessant, daß man
ganz verblüfft (und an meiner Stelle auch verärgert) ist, wenn man plötzlich kämpfen muß, da dieses total aus dem Film herausreist. Das sehen viele Leute
natürlich anders ;-)


**** Weitere Handlung *****


Wie es weiter geht, verrate ich natürlich nicht, nur soviel, daß Gattsu und Cesca auf Baron Balzac treffen, der sie mit in seine Burg nimmt, wo wir zum ersten Mal erschreckende Einblicke in die Folgen der Seuche und die Forschungen nach einem Gegenmittel erhalten. Gattsu läßt sich schließlich überreden, sich auf die Suche nach dem Ursprung zu machen und folgt den
Gerüchten nach der seltsamen Nonne, die alle Mandragorans in einem kleinen Dorf versammelt.

Dabei trifft Gattsu auf viele Leute, z.B. der Untergrundbewegung gegen die Unterdrückung durch Balzac und die Story nimmt so vielschichtige und
überraschende Wendungen, daß sie mit jedem guten Film mithalten kann. Die Charaktere werden ausführlich dargestellt, die Sprachausgabe ist absolut hervorragend und die Profi-Synchronsprecher machen ihre Arbeit ausgezeichnet.
Nach kurzer Zeit ist man so von der Handlung gebannt, daß man wirklich vergißt, daß es "eigentlich" ein Spiel werden sollte. Es geschehen so ungeheuerliche und phantastische Dinge, das man stellenweise wirklich vor Überraschung mit herunterhängendem Unterkiefer vor dem Fernseher sitzt.
Japanotypisch geht diese phantastische Geschichte mit viel Gewalt und drastischen Bildern über die Bühne, die "Sword of the Berserk" zu einem Spiel bzw. Film ausschließlich für Erwachsene machen.

**** Kritik an der "Vermarktung" des Spiels und Fazit *****


Ich habe, wie schon erwähnt, unglaublich viele negative Kritiken gelesen, was daran liegt, daß das Spiel als etwas verkauft wird, was es nicht ist: Als ein actiongeladenes Hack'n Slay-Game, in dem man ununterbrochen metzeln darf.

Schon die Rückseite der Verpackung ist irreführend: Hier heißt es, daß man sich durch mehr als 30 mutierte Feindtypen hacken darf, jede mit einzigartigen und furchteinflößenden Attacken. Zudem dürfe man in zwei Kampf-Modi kämpfen (ab und zu, wenn die Leiste gefüllt ist, rastet Gattsu aus und läuft Amok = wird zum Berserker), zudem könne man powervolle Attacken und Combos ausführen und vier tödliche Waffen verwenden. Quick Time Events in jedem Level würden die Reflexe testen und die Action noch steigern.

Das alles stimmt irgendwie...aber das ist nicht der Sinn des Spiels! Die Action-Einlagen sind eine nette Zusatzkomponente, aber im Endeffekt kommt nicht wirklich herüber, daß es eigentlich ein komplexer, japanischer Zeichentrickfilm mit einer anspruchsvollen Handlung ist. Zwar wird auf der Verpackung auch von "kinoreifen Filmsequenzen" gesprochen, aber daß diese den Hauptteil, ja, den Reiz ausmachen, wird nicht erwähnt.

Wer auf diese "Werbung" hin das Spiel kauft, um viele Monster zu metzeln, wird maßlos enttäuscht werden. Wie las ich so schön in einem ciao-Bericht? "Die
stundenlange Laberei zwischen den Kämpfen nervt". Wer so denkt oder mit japanischen Filmen und Comics nichts anfangen kann, muß zwangsläufig enttäuscht werden und ich finde, man sollte bei diesem Spiel darauf hinweisen, daß es ein "interaktiver Film" ist.

Wer jedoch darauf vorbereitet ist, daß er in dem Spiel nicht viel zu tun hat und sich statt dessen auf ein etwas ungewöhnliches, aber anspruchsvolles
Filmvergnügen folgt und dazu möglichst noch einen Sinn für abgedrehte japanische Animes hat, wird von diesem Spiel begeistert sein. Ich selbst liebe ohnehin Filmsequenzen und Spiele mit Handlung und bin sogar ein bißchen genervt von der gelegentlichen Kämpferei, die mich aus der Handlung herausreißt ;-)

Deswegen gibt es für dieses Spiel von mir auch keinen meiner typischen Spieleberichte... ich hoffe, Ihr könnt mir verzeihen und es hat Euch trotzdem
gefallen.

Ich betrachte "Sword of the Berserk" als das, was es wirklich ist: Eine ungewöhnliche Verfilmung eines japanischen Manga.
 

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13.11.2001
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27.08.2000
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03.09.2000
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich

hilfreich
26.08.2000


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