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BU - und was sonst noch drumherum gehört!

5  27.11.2006

Pro:
Sichert die persönliche Zukunft

Kontra:
Wird leider erst abgeschlossen, wenn die Gesundheit schief hängt

Empfehlenswert: Ja 

Fair-Player

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:5

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 23 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hallo Leute!

Als unabhängiger Finanzmakler stelle ich Euch mal meine Sichtweise zu dem breiten Thema der BU-Vorsorge dar. Da m. E. die Berufsunfähigkeit nur einen Teil der Einkommenssicherung darstellt, fasse ich den Rahmen mal etwas weiter. In etwa so erhält mein Maklerkunde seine Komplettberatung zum Schutz seiner Erwerbskraft.

Einkommenssicherung

Die gesetzliche Lohnfortzahlung (bei Angestellten und Arbeitnehmern) erfolgt aktuell in zwei Stufen. Die erste ist die Lohnfortzahlung bei Krankheit durch den Arbeitgeber bis zu sechs Wochen. Danach übernimmt die jeweilige Krankenkasse die Krankengeldzahlung bis zu weiteren 72 Wochen (bei derselben Ursache innerhalb von drei Jahren).

Die meisten wissen jedoch gar nicht, wie hoch dieses Krankengeld (KTG) ausfällt. Als Faustformel kann man im Regelfall 77 % des aktuellen Nettolohnes annehmen, da vor der Auszahlung noch Arbeitnehmerbeiträge für die Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung abgezogen werden. So bekommt also ein Arbeitnehmer mit einem monatlichen Netto von 1.500 € als Krankengeld nur etwa 1.160 € ausgezahlt. Ergo fehlen ab der sechsten Krankheitswoche jeden Monat rd. 340 € in der Haushaltskasse. Da jedoch alle Ausgaben (Miete oder Abtrag, Nebenkosten, Altersvorsorge, Versicherungen, Sparpläne, Lebenshaltung) in gewohnter Höhe weiterlaufen, muss der Haushalt über eine ziemliche Liquiditätsreserve verfügen (für ein Jahr fast 4.000 €!).

Oder man beginnt die Einkommenssicherung bereits hier mit dem Basiselement, dem Krankengeld ab dem 43. Tag (einer Arbeitsunfähigkeit) in Höhe der Nettolücke. Diese Vorsorge gibt es bereits für weniger als 5 €/Monat. Abhängig ist der Tarif von der Höhe der Lücke und dem Alter, sowie Geschlecht der zu versichernden Person. Und da Gesundheitsfragen heute bei allen Versicherungen nahezu Obligo sind: es gibt Tarife OHNE Gesundheitsfragen mit relativ geringen Aufschlägen. Nachversicherungsgarantien für spätere Anpassungen sind bereits hier wichtig, da mit dem Nettoeinkommen mit den Jahren auch die Lücke wächst.

Was sich hier nun wiederum anmerken lässt, ist die Tatsache, dass die Versicherungsvertreter und Strukkis diese wichtige Basis regelmäßig weder beraten noch abdecken. Aber fast jedem verkaufen sie heutzutage ein Krankenhaustagegeld (entweder als Einzelvertrag oder in der Unfallversicherung).

Seinen Ausbau findet die Einkommenssicherung nun in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Hier gibt es eine ganze Palette von Angeboten. Da es sich um eine sehr kostspielige Vorsorge handelt, sollte jeder einen breiten Vergleich machen. Die Gesellschaften kalkulieren ganz unterschiedlich für die verschiedensten Berufe. Voraussetzung für einen Abschluss einer BU muss natürlich nicht der passende Preis sondern vor allem die Qualität des Vertrages sein. Hier wird der unabhängige Berater eine entsprechende Vorauswahl treffen. Für den Ungeübten ist es nämlich oft gar nicht möglich, die eingeholten Angebote richtig zu vergleichen.

Wichtiger Hinweis: NIE bei den Gesundheitsfragen mogeln. Falls man vor acht Jahren einige Probleme (bspw. Rückenschmerzen mit Befund) hatte und seitdem Beschwerdefrei ist, sollte man nichts riskieren und die Anbieter mit Gesundheitsfragen über die letzten zehn Jahre meiden. Es gibt hervorragende Tarife mit Fragen bezogen auf die letzten fünf Jahre.

Wenn man den passenden Anbieter gefunden hat, sollte die Versorgungslücke ermittelt werden. Da im BU-Fall die gesetzlichen Leistungen evtl. gar nicht zur Auszahlung kommen (der Amtsarzt stellt beispielsweise eine Arbeitsfähigkeit von mehr als sechs Stunden in irgendeinem Beruf fest), sollte die gewählte BU-Rente in etwa den Ausgaben für die Lebenshaltung und alle anderen Kosten abdecken.

Um sich in seiner Lebensplanung flexibel halten zu können, ziehe ich den Abschluss einer selbstständigen BU vor. Im Falle einer Arbeitslosigkeit (oder bei Frauen auch mal Eltern- und Familienzeit) braucht so der kostspielige Sparteil nicht mitbezahlt werden. Auch der Einschluss in eine sog. Rürup-Rente (Basis-Rente) ist aus meiner Sicht aktuell nicht sinnvoll. Erstens habe ich die gleiche Problematik der Beitragshöhe bei Arbeitslosigkeit, zweitens haben viele Arbeitnehmer gar nicht die Möglichkeit diese Beiträge heute Steuer mindernd geltend zu machen und drittens muss bei der BU/Rürup Kombination die BU-Rente im Leistungsfall nicht mit dem niedrigeren Ertragsanteil sondern voll versteuert werden.

Ihr merkt schon, dass das Thema sehr umfassend ist. Aber es sollte sich jeder die Zeit nehmen, seine Situation gründlich zu analysieren und entsprechende Entscheidungen zu treffen.

Weiter geht die Beratung über eine Unfallversicherung. Entgegen der Meinung einiger Fachzeitschriften (bspw. Finanztest) bin ich der Meinung, man sollte eine kleine UV abschließen. Es passieren nun mal Unfälle und die Absicherung des Einkommens ist durch die BU bereits erfolgt. Da aber im privaten Umfeld hohe Einmalkosten auf einen zukommen können (Umbau des Hauses, Umzug, Hilfsgeräte, Bergungskosten bei Skiunfall, o. ä.) sollte eine Invaliditätssumme mit Zusatzleistungen wie kosmetische Operationen od. Bergungskosten abgeschlossen werden. Kostenpunkt: ca. 6 €/Monat. Auch hier ist vergleichen angesagt, da es sehr unterschiedliche Tarife gibt. Besonderes Augenmerk legt Ihr bitte auf die Ausschlussklauseln wie Alkohol, Infektionen etc.

Abschließend sollte jeder darüber nachdenken, ob er bereits heute eine Pflegerente oder ein Pflegetagegeld zu seinem Gesamtpaket schnürt. Die Probleme der Pflegekassen sind bereits heute voll zu Tage getreten und die Zahl der Sozialfälle durch Pflegebedürftigkeit steigt ständig. Damit die Kinder oder das eigene Vermögen nicht herhalten müssen, ist diese Empfehlung der letzte Baustein der Einkommenssicherung.

So! Ich hoffe es hilft Euch weiter. Und eine dringender Tipp: VERGLEICHEN, VERGLEICHEN, VERGLEICHEN! Dabei hilft Euch gerne ein wirklich unabhängiger Makler. Denn der haftet nach dem Handelsgesetzbuch für seine Beratung und arbeitet kraft Rechtsstellung FÜR den Kunden (Sachwalterprinzip).

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
ET

ET

18.07.2007 14:39

Prinzipiell sehe ich das ja weitestgehend auch so wie du. Allerdings war die Überschrift BU allgemein und die wurde meiner Meinung nach nur angerissen. Da hätt ich mir etwas mehr erwartet.

pries47

pries47

11.06.2007 10:54

LG:-)

Hador1

Hador1

07.12.2006 15:01

Sehr guter Bericht, der (zumindest in den Kommentaren) auch aufzeigt, wie vielschichtig das Thema ist. Wenn man wirklich alle nötigen Informationen in einen Bericht schreiben wollte, so dass niemand mehr auf Fehlendes hinweisen kann, so würde das den Rahmen sprengen ! Deshalb ein sehr hilfreich, da alle nötigen Punkte angesprochen und kurz erläutert wurden. Mehr kann man dann auch nur in einer geeigneten, persönlichen Beratung erwarten - am besten von jemandem, der sich auskennt !!! ^^

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