Männliche Beschneidung

Männliche Beschneidung

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Und ... Schnipp
Erfahrungsbericht von Dr_Labude über Männliche Beschneidung
01.04.2004


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Zwickt nicht mehr
Kontra: Hat gezwickt

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Ich liebe Tabuthemen. Wenn man sich die anderen Berichte in dieser Kategorie ansieht, stellt man fest, dass viele Leser nicht bewerten oder kommentieren. Das ist ein sicheres Indiz für ein Tabuthema. Und deshalb ist es wichtig, darüber zu schreiben, denn dieses Thema gehört enttabuisiert. Um die Enttäuschung für meine treuen Leser gleich vorwegzunehmen: Das hier ist ein ganz ernster Bericht. Naja, fast ganz ernst.

Es geht um die männliche Beschneidung, die Zirkumzision.

1. Beschneiden – warum?

Bei kleinen Jungs hat die Beschneidung fast immer kulturelle oder religiöse Gründe. In einigen Kulturen, etwa bei den Juden oder im Islam, wird jeder Junge beschnitten. Das Ritual wird als Familienfest, vergleichbar der Taufe, gefeiert. Wer als Erwachsener zum Judentum überwechseln will, muss sich beschneiden lassen. In Israel gibt es einen Witz, der behauptet, es sei die wirtschaftliche Nutzung von Sexualhormonen aus den Vorhäuten der jüdisch-russischen Einwanderer gelungen. Das hätte zu einer Umsatzausweitung der Hormonproduktion um mehrere hundert Tonnen geführt. In den westlichen Kulturen ist die Beschneidung weniger üblich. In den USA werden beispielsweise rund 60 % der Jungen beschnitten. In Deutschland sind es unter 5 %. In den westlichen Ländern geht die routinemäßige Beschneidung zurück, seit Verbände diese als Verstümmelung der Genitalorgane brandmarken. Es gibt einen regelrechten Glaubenskrieg.

Ich bin – wie so häufig – der Meinung, dass man das alles etwas weniger dogmatisch sehen sollte. Anders als bei der furchtbaren Verstümmelung von Frauen und Mädchen, geht es keinem Jungen wirklich schlecht, weil seine Vorhaut entfernt wurde. Risiken gibt es, weil jede Operation Risiken birgt, zumal wenn sie unter Narkose erfolgt.

Hier wird fast nur aus medizinischen Gründen beschnitten. Fast immer ist es der gleiche Grund: die Vorhaut wird zu eng (Phimose) oder zu unflexibel. Aus welchen Gründen auch immer und wann auch immer. Eine Phimose kann bei den regelmäßigen Untersuchungen beim Kinderarzt entdeckt werden oder beim Erwachsenen Mann auftreten. Der merkt es dann schon.

2. Beschneidung – wann ?

Routinemäßige Beschneidungen werden meist beim Baby gemacht. Bei den Juden muß es traditionell am 8 Tag sein. Bei medizinisch veranlaßten Beschneidungen gibt es schon wieder Streit. Die strammen Gegner der Operation meinen, man solle so lange wie möglich die Phimose konservativ behandeln – z.B. mit hormonhaltigen Salben.

Ich hatte mit Mitte 20 einen solchen Gegner als Hautarzt. Ich könnte ihm noch heute dafür eine Bombe unters Auto legen. Er behandelte mich zwei Jahre lang mit allen möglichen Cremes. In dieser Zeit wurde meine Vorhaut immer enger und unflexibler. Das ist für einen sexuell aktiven Mann in dem Alter die Hölle. Ich brauche das wirklich nicht im Detail schildern. Ich denke, jeder Mann kann sich ausmalen wie es sich anfühlt, wenn beim Sex die Haut immer wund wird und einreißt. Erst ein Wechsel des Arztes brachte die Erlösung. Er erklärte mir, dass man schnellstmöglich eine Beschneidung durchführen sollte.

Ich plädiere absolut dafür, bei einer Vorhautverengung sofort zu beschneiden. Egal, ob sie mit 5 oder mit 20 festgestellt wird. Irgendwann wird es sowieso nötig und es gibt für mich keinen vernünftigen Grund, sich länger als nötig zu quälen. Wer als "progressiver" Kinderarzt die Eltern eines Fünfjährigen vom Schnitt abhält, zwingt den Jungen vielleicht mit 25 unters Messer. Ich glaube: je eher, desto besser.

3. Beschneidung - wie

Bei der Beschneidung gibt es mehrere Formen. Zu recht aus der Mode gekommen ist das bloße Öffnen der Vorhaut durch einen Schlitz. Ich habe das Ergebnis nie gesehen, stelle mir aber vor, dass es ziemlich dämlich aussieht. Funktional bringt es mich an die Grenzen meiner Vorstellungskraft (*flatter*). Dann gibt es noch eine Form, bei der nur die Hälfte entfernt wird, die Eichel also halb bedeckt bleibt.

Auch bei der vollständigen Beschneidung bleibt natürlich etwas von der Vorhaut übrig, sonst würde das erigierte Glied ja nicht in die Haut passen – und das wäre ja ganz schön unpraktisch. Es kann mehr übrig bleiben (man nennt den Schnitt dann "loose") und auch weniger ("tight"). Bei "tight" ist die Haut im erigierten Zustand ganz straff. Über Geschmack läßt sich ja bekanntlich streiten, aber (räusper) soweit ich höre, sind die ästhetischen Ergebnisse bei dieser Methode ganz in Ordnung. Ich bin nämlich "tight" (um vorwitzigen Fragen vorzubeugen: nein, ich werde keine Fotos uploaden ...).

Es gibt zwei Methoden: bei der einen wird die Vorhaut nach vorn gezogen und abgeschnürt. Sie fällt nach ein paar Tagen ab. Die andere Methode ist "chirurgisch". Vorhaut und, wenn nötig, das "Bändchen" werden abgetrennt. Es wird ein Stück herausgenommen und das ganze ringförmig wieder vernäht. Hört sich schlimm an, ist aber halb so wild.

Bei Kleinkindern wird die Beschneidung, wenn sie nicht unter Vollnarkose erfolgt, meist ambulant gemacht. Bei den rituellen Beschneidungen sogar auf Familienfesten. Bei erwachsenen Männern kann es ambulant gemacht werden. Ich persönlich würde das nicht empfehlen, denn wenn es Komplikationen gibt, möchte man in der Situation schon einen Arzt in der Nähe haben.

Wie war es denn bei mir? Mein Hautarzt kannte aus der Assistentenzeit einen indonesischen Arzt, der die Operation bei hunderten Kleinkindern gemacht hat (Zitat: "das ist echte Mikrochirurgie, wer diese Methode bei Babys beherrscht, für den ist ein Erwachsener ein Spaziergang"). Genau das wollte ich. Ich war also gar nicht einverstanden, als sich am Operationstag ein junger Arzt bei mir vorstellte, der auf Nachfrage einräumte, dass es seine erste Zirkumzision werden würde und er die "Abschnürmethode" anwenden wolle. Ich habe das höflich abgelehnt und war nie zuvor so froh, Privatpatient zu sein. Zwei Stunden später lag ich auf dem Tisch des Indonesiers.

Assistiert wurde ihm von zwei Helferinnen, ein Sichtschutz sollte verhindern, dass ich mir die Sache ansehe. Das machte es mir leichter, während der OP, mit Arzt und Schwestern herumzualbern (Arzt: "Ist es so schön?" Schwester: "Hinreißend, aber ich würde den Zipfel da noch wegmachen" Patient: "Kein Scheiß jetzt!"). Von der OP selbst habe ich außer einem leichten Zupfen nichts gemerkt. Allerdings wurde auch die Betäubung vorbildlich gemacht. Erst gab es eine Spritze am Penisansatz. Die hat nur harmlos gepiekst. Dann wurde gewartet, bis der Schwellkörper ziemlich taub war. Erst dann wurde der Rest des Betäubungsmittels mit mehreren Spritzen verteilt. Das habe ich dann schon nicht mehr gemerkt. Nach etwa einer Stunde konnte ich mir das Ergebnis ansehen. Das war ein Moment, in dem ich dachte, ich werde nie wieder Sex haben, das Ding ist völlig hin. Anstelle meines Penis hatte ich einen verschrumpelten Bluterguss von dem die Fäden wie schwarze Kakteenstacheln abstanden.

Ich bin dann noch zwei Tage im Krankenhaus geblieben und habe den Reiz weiter, lockerer Kleidung kennengelernt. Beim Abheilen zwickt es nämlich schon ganz ordentlich. Der Verband ist nur kurz drauf geblieben. Ich mußte noch ein paar Tage Valium nehmen, damit das Phänomen, das man gemeinhin "Morgenlatte" nennt, die Naht nicht sprengt. Überhaupt: meiden Sie in den ersten Tagen Krankenhäuser mit hübschen Schwestern – jede Regung ist eine Tortur. Sex ist sowieso etwa 6 Wochen tabu.

4. Beschneidung – vorher/nachher

Es gibt wilde Spekulationen darüber ob Sex "mit" oder "ohne" besser ist. Ich sage: klar besser "ohne" und ich kann das beurteilen. Wenn ein unbeschnittener Mann Sex hat, dann rutscht der Schwellkörper zum Großteil in seiner eigenen Haut hin- und her. Mir gefällt es "straff" besser. Ja, es fühlt sich intensiver an. In allen Fällen, in denen die verstärkte Reibung Schwierigkeiten bereiten sollte: es gibt Babyöl, Gleitcreme oder Bodylotion. Punkt. Mehr muß man dazu nicht sagen.

Viele Diskussionen ranken sich um die Frage, ob beschnittene Männer länger können. Ich glaube, dass Faktoren wie Stress, Lust, Situation etc. einen viel größeren Einfluß auf die "Ausdauer" haben.

Als größten Vorteil empfinde ich das Gefühl von Sauberkeit. Machen wir uns nichts vor: in erster Linie ist die Vorhaut ein Duftorgan. Unter ihr sammelt sich das sogenannte Smegma, eine weißliche Absonderung, die im Sommer dazu führt, dass Hunde mit Begeisterung an der Hose schnüffeln ("Hasso, lass das!"). Wir suchen dann, wenn es schön warm ist, verzweifelt nach einer Dusche oder einer dezenten Möglichkeit uns zu reinigen. Wir mögen es schließlich sehr, wenn SIE abtaucht (jeder Mann, der hier widerspricht ist ein Lügner oder ein Mönch oder beides) und haben instinktiv ein schlechtes Gewissen, wenn wir uns dabei nicht ganz sauber fühlen. "Ohne" fühlen wir uns ganz sauber und die Hunde kommen auch nicht mehr schnüffeln.

Da muß ich kaum noch erwähnen, dass bei Männern ohne Vorhaut praktisch kein Peniskrebs auftritt, weil dieser durch Bakterien und Viren gefördert wird, die sich im Smegma sammeln. Ich habe neulich gelesen, dass beschnittene Männer auch ein geringeres Ansteckungsrisiko bei HIV-Viren hätten. Ich kann das nicht beurteilen und würde sicher nicht empfehlen, es darauf ankommen zu lassen. Statistisch gesehen sind beschnittene Männer übrigens gesünder für ihre Frauen. Das liegt aber sicher daran, dass Männer Schweine sind und sich nicht richtig waschen.

5. Beschneidung - Fazit

Wir haben einen kleinen Sohn. Ich wollte ihn wegen meiner Erfahrungen beschneiden lassen. Die Kinderärztin hat uns das ausgeredet. Überzeugt hat mich das Argument, dass Kinder sich unwohl fühlen, wenn sie anders sind als die anderen. Und die anderen Jungs würden nun einmal nicht beschnitten sein.

Bei Schwulen soll es inzwischen hip sein, sich beschneiden zu lassen, weils besser aussieht. So eine Art Piercing für Fortgeschrittene. Nun, auf die Idee wäre ich, ehrlich gesagt, nicht gekommen. Aber meine Empfehlung an Betroffene und Eltern von Kindern mit Phimose: Gleich "Schnipp" machen und den Arzt mit der Testosteronsalbe zur Hölle schicken.

Noch ein link zum Weiterlesen:
http://www.netdoktor.de/sex_partnerschaft/menshealth/beschneidung.htm

Wer in Google das Stichwort "Beschneidung" eingibt, findet vor allem Berichte, die sich sehr kritisch mit der Beschneidung auseinandersetzen. Mit diesem Bericht will ich dieser Einseitigkeit auch ein bißchen entgegenwirken. So, auf die Kommentare bin ich diesmal wirklich gespannt. Entschuldigung, dass es diesmal etwas länger geworden ist ...   
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...die Verstümmelung selbstverständlich. Tradition, Religion und Kultur verlangen aus ihrer Sicht das Ritual. Mädchen müssen beschnitten werden, damit ein Mann sie heiratet. Nur durch eine Ehe kann eine Frau ihre Existenz sichern. Die Beschneidung, insbesondere die Infibulation soll garantieren, dass die Frau vor der Ehe Jungfrau und in der Ehe treu bleibt. Nur dann kann der Mann sicher sein, dass sie auch bestimmt "seine Söhne" zur Welt bringt. Die Sexualität der Frau wird durch die Beschneidung unterdrückt. Die Frau wird zum Objekt des Mannes, dazu da, seine Triebe zu befriedigen und seine Kinder zu gebären. In Ägypten sind bei einem unbeschnittener Mann, sowie bei einer unbeschnittene Frau die äußeren Genitalien Doppelgeschlechtlich. Das heißt, die Weiblichkeit des Mannes befindet sich in der Vorhaut und die Männlichkeit der Frau ist die Klitoris... Bericht lesen

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sehr hilfreich
01.01.1970
* Genitalverstümmelung * es geht uns alle an *
Bewertung für Weibliche Beschneidung von  4fox

Pro: ... es geht uns alle an
Kontra: ... viel zu wenig Ohren * viel zu wenig Hilfe

...vorgenommen wird, ist nichts mehr so wie es vorher war. Weibliche Genitalverstümmelung bedeutet in 80% der Fälle die vollständige Entfernung der Klitoris und der kleinen Schamlippen (Klitoridektomie genannt, die häufigste Form der Genitalverstümmelung). Beides sind hochempfindliche, stark durchblutete Organe der Frau. Es gibt wohl keine empfindlichere Stelle am weiblichen Körper. Wichtig ist es zu wissen, dass dieser Eingriff nichts gemein hat mit der Beschneidung am männlichen Genital. Es handelt sich vielmehr um eine grausame wie sinnlose Verstümmelung der weiblichen Genitalien, mit schwerwiegenden Folgeerscheinungen. Das Wort Genitalverstümmelung wird nicht gerne gehört, deshalb spricht man, fälschlicher Weise, von einer Beschneidung, da diese Beschreibung u. a. weniger abwertend empfunden wird. Beschnittene Frauen sind sehr sensibel... Bericht lesen

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sehr hilfreich
01.01.1970
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Bewertung für Objektsexualität von  Gemeinwesen

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01.01.1970

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