"Bestatten, mein Name ist Tod!" - Friedhofsgeschichten aus dem Leben gerissen / G C Roth

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"Bestatten, mein Name ist Tod!" - Friedhofsgeschichten aus dem Leben gerissen / G C Roth

Kuriose, grausige und auch ungeklärte Todesfälle - Bestatter wissen mehr, als sie laut sagen dürfen. Die beiden urigen Bestatter, die sich regelmäßig...

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49% positiv

7 Erfahrungsberichte der Community

Erfahrungsbericht über ""Bestatten, mein Name ist Tod!" - Friedhofsgeschichten aus dem Leben gerissen / G C Roth"

veröffentlicht 20.04.2011 | blueberry-dream
Mitglied seit : 07.04.2009
Erfahrungsberichte : 610
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Über sich :
Nichts für mich
Pro Cover, Zeichnungen im Buch, letzte Geschichte
Kontra unspannend, unlustig, langweilig, Stil, Logikfehler
sehr hilfreich
Leserschaft
Niveau
Stil
Unterhaltungswert
Spannung

"Bestatter, Tod, Maden, Glatteis und viel Langeweile"

Bestatten - mein Name ist Tod! / Roth, G. C.

Bestatten - mein Name ist Tod! / Roth, G. C.

Ich glaube, ich bin so ein Beispiel für die Menschen, die durch negative Kritiken erst so richtig neugierig werden. Wenn dann noch eine wahnsinnig aufgebauschte Diskussion entsteht, weil negative Meinungen angeblich Rufmord an der Autorin wären und keine gewöhnlichen Buchrezensionen, ja dann seh ich mich quasi dazu genötigt eben jenes Buch zu lesen und auch meine Meinung darüber niederzuschreiben. Und so bestellte ich bei buecher.de das Buch

Bestatten - mein Name ist Tod/ G.C. Roth


und zahlte für das 90 Seiten umfassende Buch 8,50 Euro. Das Buch ist im Verlag "Books on Demand" erschienen, dort entsteht jedes Buch erst dann, wenn es gebraucht wird um die Kosten möglichst gering zu halten, das ist u.a. eine einfache Lösung für junge, aufstrebende Autoren. Gute Idee, wie ich finde. Nur leider macht dieses Buch auf mich eher den Eindruck einer dickeren Broschüre oder eben einer Leseprobe und sieht so leider schon recht zerlesen aus, da ich es auch unterwegs gelesen habe und demnach auch ab und an mal in die Handtasche gesteckt und aus der Handtasche heraus gezogen habe, das Cover finde ich übrigens ganz nett gestaltet. Aber aufs Äußerliche kommt es ja bei einem Buch nicht an, da gehts ums Wesentliche, nämlich um den

Inhalt


Im Groben geht es hier um zwei Bestatter im Ruhestand, die sich von "ihrem" Friedhof nicht trennen können und sich Tag für Tag dort aufhalten und sich Geschichten aus der Gruft, äh, ihrem Arbeitsleben erzählen. Sie haben sich zu aktiven Bestatterzeiten den "Markt" in ihrem Dorf aufgeteilt und so kann immer einer etwas über den Verstorbenen erzählen. Und das machen sie auch. Mal geht es darum, wie ein Motorradfahrer im Graben gefunden wird, dann wiederum dreht es sich um einen jungen Gigolo und ein angeblicher Selbstmord findet sich auch im Buch. So weit so gut. Theoretisch. Praktisch haperts an der

Umsetzung

Kurz: die Geschichten sind nicht spannend, das alleine wäre nicht schlimm, wenn die Geschichten wenigstens lustig wären. Mehr als ein schwaches "haha" kann ich mir beim Lesen beim besten Willen nicht abringen. Der Humor ist recht platt und einfallslos, es ist nicht lustig, wenn man quasi schon weiß, worauf es am Ende hinausläuft. Beispiel: die beiden Bestatter erzählen über eine Urne und sagen dem Totengräber, dass er aufpassen soll, dass ihm die Urne nicht abhanden kommen soll und auf der nächsten Seite beginnt die Geschichte "Glatteis". Diese Geschichte kann man sich eigentlich schenken, denn man weiß schon bei der Überschrift was mit dem Inhalt der Urne passieren wird. Unlustig. Ich werde lieber überrascht. Vorhersehbare Pointen sind langweilig. So leid es mir tut. Da finde ich es lustiger, wenn ein Bestatter als Handyklingelton die Titelmelodie von "Spiel mir das Lied vom Tod" hat (so geschehen in meiner Zeit in der Friedhofsverwaltung, ich hab mich fast kringelig gelacht). Lustig ist es auch nicht, wenn die Bestatter sich gegenseitig dazu anstacheln, wer die ekligere Geschichte auf Lager hat. Nö. Das ist zu einfach und zu banal. Maden sind zwar eklig, aber lustig ist das nicht.

So viel zum Humor in diesem Buch. Spannend sind die Geschichten nicht. Aber das erwähnte ich bereits. Das Buch ist recht einfach aufgebaut. Kleine Vorgeschichte über das, was die Bestatter gerade machen und darin wird dann eine 3-5seitige Geschichte eingebaut, die dann wieder auf dem Friedhof bei den beiden Bestattern endet um dann einen Übergang zur nächsten Geschichte zu schaffen (in der Musik nennt man das Bridge). Generell finde ich die Idee mal wieder grandios, aber die Umsetzung ist es leider nicht. Die Autorin verliert sich hier in überflüssigen Beschreibungen, die einem die Atmosphäre weder auf dem Friedhof noch im Ablauf der Geschichten näherbringen. Die Figuren bleiben allesamt recht farblos, blass und kalt. Besonders die beiden Hauptfiguren Olbers und Sieberts wirken nicht einmal sympathisch, sondern eher hölzern und unecht.

Die Formulierungen sind sehr einfach. Das ist nicht unbedingt verkehrt, denn so lässt sich das Buch leicht und locker lesen, ohne groß nachdenken zu müssen. "Von Weitem sahen sie aus wie zwei alte auf einer Friedhofsbank sitzende Männer eben aussehen." (Seite 5, erster Satz) Dieser Satz ist für eine Buchautorin sehr trivial und einfallslos. Ich schreibe zwar auch in Berichten über Essen mal, dass etwas genauso schmeckt, wie es schmecken soll, aber gut, ich habe auch keine höheren Ambitionen und auch nicht vor ein Buch zu veröffentlichen. Ich habe Kinderbücher gelesen, bei denen ich mehr ins Grübeln kam und mehr Schreibkunst vorfand.

Des Weiteren fiel mir beim Lesen die doch arg romantische Vorstellung des Friedhofslebens auf. Es wird von Totengräbern berichtet, die die Gräber mit der Hand schaufeln und von Bestattern, die mit dem Zylinder auf dem Kopf die Beerdigungen vornehmen. Hm. Ich war auf zig Beerdigung (leider) habe auch in einer Friedhofsverwaltung gearbeitet, aber nie habe ich derartiges erlebt, kein Zylinder, Bestatter nehmen die Beerdigung nur in Ausnahmefällen (also zu ungewöhnlichen Zeiten, wenn der Begräbnisleiter des Friedhofs bereits Feierabend hat) vor. Einen Zylinder habe ich dabei noch nie gesehen. Aber gut, stammt dieses Buch aus einer früheren Zeit? Nein, erschienen ist es 2008, es wird sogar von Handys gesprochen, demnach kann es nicht vor der Zeit von Gräberbagger und anderen Hilfen außer der Schaufel spielen (Gräber werden nur im äußersten Notfall per Hand ausgehoben, weil es echte Knochenarbeit ist). Kleinere Friedhöfe auf Dörfern sind oft zu eng, um richtig mit dem Bagger hantieren zu können, aber diese Dörfer sind dann auch zu klein, als das sich da gleich zwei Bestatter ansiedeln und gut leben können. Meines Erachtens ein unnötiger Logikfehler und schlechte Recherche.

Des Weiteren ist mir hier die extrem große Schrift aufgefallen. Wäre die Schrift normal groß, so hätte man nur die Hälfte der Seiten benötigt. Peinlich finde ich es, dass das Zitat der Autorin auf der Rückseite rechtschreibtechnisch richtig steht, im Buch jedoch einen dicken Tippfehler enthält. Oder ist "realten" ein echtes Wort? Weitere Tipp- und Grammatikfehler gibt es auch, aber die versuche ich auszublenden, bin ja schließlich auch kein Genie (allerdings bin ich davon ausgegangen, dass es sowas wie Lektoren beim Verlag gibt).

Sehr angenehm für die Augen und auch passend finde ich übrigens die Illustrationen die sich überall im Buch finden lassen.

Ein Lichtblick ist für mich die letzte Geschichte, denn diese ist im Gegensatz zu allen anderen nicht vorhersehbar wird nicht totbeschrieben, sondern hinterlässt ein paar Fragezeichen, was ja nicht unbedingt verkehrt ist.

Die Autorin

Grete C. Roth lebt in Emden "Bestatten - mein Name ist Tod" ist ihr erstes Buch. Sie hat ein Satzstudio in Emden.

Fazit

Ich habe es versucht. Ich habe versucht dem Buch etwas Positives abzugewinnen. Aber mehr als das die Autorin eine gute Idee hatte, gute Zeichnungen im Buch zu finden sind kann ich leider nicht auf der Proseite aufführen. Denn der zu leichte Schreibstil, die unspannenden und unwitzigen Geschichten ziehen die Wertung enorm runter. Deshalb kann ich leider nur einen Pflichtstern vergeben.

P.S.: Ich distanziere mich schon einmal vorab vor dem Vorwurf des Rufmordes. Wer derart Wind um ein Buch macht, und mit konstruktiver Kritik nicht umgehen kann, der muss damit rechnen, dass es gelesen wird und nicht nur positive Meinungen darüber öffentlich werden.

Community Bewertungen

Dieser Erfahrungsbericht wurde 851 mal gelesen und wie folgt bewertet:
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Ihre Bewertung zu diesem Erfahrungsbericht

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • miss_chocolate veröffentlicht 03.09.2011
    hab also nichts verpasst :)
  • Carmelita2905 veröffentlicht 03.08.2011
    Hm,... eigentlich war ich neugierig, aber nun,... nee,... Gibt solche Bücher ja auch aus der Versicherungsbranche und da hab ich mich nicht rangetraut, weil ich im Alltag schon so'n Müll lesen muss... "Die Mauer kam immer näher, ich konnte nicht ausweichen!" So'n Dünnpfiff! ;-)
  • kaesemaus veröffentlicht 19.07.2011
    tja, vielleicht war das ganze brimborium um dieses buch ja absicht. kostenlose werbung sozusagen. zumindest bei dir scheint es ja gewirkt zu haben ;-) - gruß birgit
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Produktdaten : "Bestatten, mein Name ist Tod!" - Friedhofsgeschichten aus dem Leben gerissen / G C Roth

Produktbeschreibung des Herstellers

Kuriose, grausige und auch ungeklärte Todesfälle - Bestatter wissen mehr, als sie laut sagen dürfen. Die beiden urigen Bestatter, die sich regelmäßig auf ihrem Friedhof treffen, haben längst das Zeitliche gesegnet und geben deshalb freimütig die Geheimnisse "ihrer Kunden" preis. Dabei wird offenbar, dass so manches Grab, das nach außen einen ganz normalen und nett gepflegten Eindruck macht, ein grausiges Geheimnis hütet ...

Haupteigenschaften

Produktform: Einband - flexibel (Paperback)

Nummer der Ausgabe: 1

Ausgabe: 1., Aufl.

Seitenzahl: 92

Erscheinungsdatum: 2008

ISBN: 3837057984

EAN: 9783837057980

Titel: "Bestatten, mein Name ist Tod!"

Untertitel : Friedhofsgeschichten aus dem Leben gerissen

Sprache: Deutsch

Kategorie: Belletristik / Krimis, Thriller, Spionage

Medium: Gebundene Ausgabe

Höhe: 210 mm

Breite: 148 mm

Gewicht: 145 gr

Lieferstatus: lieferbar

Verlag: Books on Demand

Autor: G C Roth

Ciao

Auf Ciao gelistet seit: 12/05/2010