Über sich:"But great moments often catch us unaware-beautifully wrapped in what others may consider a sma...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 237 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Anmerkung: Aufgrund geäußerter Kritik habe ich Kontext-Informationen zur Autorin aus dieser Rezension entfernt, die nicht direkt mit der Kernkritik zum Buch zu tun hatte. Meine Meinung zum Buch ist unverändert.
Hätte ich doch nur Cosmays vernichtender Kritik geglaubt. Dann hätte ich 1 ½ Stunden meiner kostbaren Lebenszeit mit interessanteren Dingen verbringen können. Hätte die Steuererklärung machen oder zum Zahnarzt gehen können. Aber nein, ich Ungläubige kommentiere unbedacht, dass ich nun neugierig auf das verschmähte Schriftstück wäre. Und was tut die wunderbare Cosmay? Natürlich - sie bietet an mir ihr Büchlein ante mortem zu vererben. Nun wäre es sehr unhöflich gewesen dieses großzügige Angebot abzulehnen und unhöflich bin ich nicht. Heute Morgen lag das Corpus Delicti in meinem Briefkasten. Und da ich tatsächlich neugierig war, kuschelte ich mich in einer recht ausgedehnten Mittagspause mit Buch und Tee und Decken und Kissen auf mein Sofa, um "Bestatten - mein Name ist Tod!" von G. C. Roth zu lesen.
Die Geschichte
Die beiden hochbetagten Bestatter außer Dienst - Olbers und Sieberts - treffen sich jeden Mittwoch auf "ihrem" Friedhof. "Der eine war rundlich, breit und kurz gebaut, während der andere eher zu den schmaler und höher gewachsenen Menschen gehörte." Sie spazieren, frühstücken, kippen ihren Rum-Tee und erzählen sich morbide Geschichtchen aus ihrem Berufsleben. Dabei versuchen sie sich gegenseitig mit blutigen oder schockierenden Details zu überbieten, wie etwa: "Der blutverklebte Kopf Bongos klappte zur Seite. Der Schlag war von solcher Kraft, dass die Axt in den darunter liegenden Körper drang. Sie durchtrennte den Hals, sodass man die Halswirbel krachen hörte."
Kritik
Er hat sich redlich bemüht. Diese Worte poltern durch meinen Schädel. Sich zu bemühen, das reicht einfach nicht, wie jeder Personaler der Welt weiß. Dabei sind die Geschichten der beiden greisen Bestatter gar nicht so schlecht. Zwar haben sie das Niveau von Gruselgeschichten, die sich Halbwüchsige im Schullandheim erzählen und es fehlt Originalität, Pfiff und Spannung. Doch ist das auf eine gewisse Weise schnuckelig nostalgisch. Hätte Roth es geschafft den Figuren Leben einzuhauchen, es wäre in Ordnung. Das hat sie nur nicht geschafft. Die beiden Opas bleiben trotz kleinteiligster Beschreibung seelenlos und spröde. Ohne Herz.
Der schwerwiegendste Mangel dieses Buches ist aber, dass es einfach richtig, richtig mies geschrieben ist. Die Sätze, die ich las, hat mein Kopf automatisch auseinander genommen und neu zusammengefügt. Bei schlecht geschriebenen Zeitungsartikeln passiert mir das regelmäßig, bei Büchern jedoch nur selten.
Titel und Untertitel ("Friedhofsgeschichten aus dem Leben gerissen") zeugen von einem Humor, der im Buch leider nur selten durchblitzt. Viele Sequenzen sind langweilig und farblos. Meine Gedanken schweiften immer wieder ab.
Das Buch hat 92 groß bedruckte Seiten. Zeichnungen unterbrechen den Text nach jeder Geschichte. So habe ich es, trotz gedanklicher Satz-Umbauakrobatik und abgelenkten "Ich-müsste-den-Müll-rausbringen"-Eingebungen, in etwas unter zwei Stunden gelesen. Allein das zeugt davon, dass dies kein tiefschürfendes Werk ist.
Es ist eine Schande! Besonders, da in der letzten Geschichte all das aufblitzt, was ich in den vorherigen vermisste. Da funkelt plötzlich so etwas wie Seele und herzliche Kreativität auf, blendet mich so unerwartet, dass sich sogar ein Tränchen in eins meiner Augen verirrt. Schade nur, dass ein letztes Aufbäumen das Leseerlebnis dann auch nicht mehr retten kann.
Die Skizzen, welche die Geschichten begleiten, bereichern das Werk künstlerisch. Ein großes Manko ist allerdings der schiefe Satz. Der Text wirkt auf einigen Seiten wie schlampig kopiert. Das macht keinen sonderlich seriösen Eindruck.
Die Autorin
Bearbeitungsinformation: Auf Wunsch der Autorin habe ich die Informationen zu ihrer Person aus dem Bericht entfernt.
Fakten
Das Taschenbuch ist 2008 bei Books on Demand erschienen. Es besteht aus 92 groß und locker bedruckten Seiten und kostete neu 8,50 Euro. Gebraucht gibt es bisher aber leider auch keine viel günstigeren Angebote.
ISBN: 978-3-8370-5798-0
Fazit
Asche auf mein Haupt! Liebe, wundervolle, erstaunliche Cosmay – ich hätte ganz einfach auf Dich hören sollen. Es gibt Gründe dafür, warum sich Verlage gegen den Druck bestimmter Werke entscheiden. Das mag nicht immer fair und berechtigt sein, hier aber schon. Schlechter Schreibstil und eine uninspirierte Feder degradieren dieses Buch zu zeitfressendem Altpapier.
* Die Leseproben in meiner Inhaltsangabe stammen von Seite eins und Seite 16 des Buchs.
Also liebe Sendorra: Das ist eine einwandfreie Rezension. Und ich dachte nun nach all der Aufregung und nachdem ich - dabei ständig in schallendes Gelächter ausbrechend - besagten Blogeintrag gelesen habe, nachdem ich einen unwahrscheinlichen Stein des Anstoßes ganz zufällig und nach monatelanger Abstinenz entdeckt hatte (nein, mir hat kein Mann dabei geholfen, liebe Helga!), ich bekomme hier seelische Grausamkeiten zu lesen... die finden sich aber scheinbar nur in besagtem Büchlein. Tja, schlechte Schreiber denken, wenn sie darlegen, welche Form der Querschnitt des Haupthaares ihres Protagonisten hat und welches seine LIeblingsfarbe ist, haben sie eine ganz dolle Charakterstudie gemacht. Ein Autor muss nichtmal Äußerlichkeiten erwähnen, durch Handlungen und Denken des Protagonisten entsteht aber ein vielschichtiges Bild desselben. (ich verwende der Übersichtlichkeit halber hier nur die männliche Form der Worte "Autor" und "Schreiber", meine damit aber beide Geschlechter, nur damit sich nachher niemand übergangen fühlt...) AutorInnen gibt es ganz wenige, und noch weniger gute. Schreiberlinge sollten Prosa wie Lyrik besser sein lassen - oder zumindest die Öffentlichkeit damit verschonen. Danke, liebe Sendorra, für diesen Beitrag.
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22.09.2011 17:14
Dein Titel sagt alles. Ciao Thorsten
16.08.2011 07:58
danke für die warnung ;)
02.06.2011 23:45
Also liebe Sendorra: Das ist eine einwandfreie Rezension. Und ich dachte nun nach all der Aufregung und nachdem ich - dabei ständig in schallendes Gelächter ausbrechend - besagten Blogeintrag gelesen habe, nachdem ich einen unwahrscheinlichen Stein des Anstoßes ganz zufällig und nach monatelanger Abstinenz entdeckt hatte (nein, mir hat kein Mann dabei geholfen, liebe Helga!), ich bekomme hier seelische Grausamkeiten zu lesen... die finden sich aber scheinbar nur in besagtem Büchlein. Tja, schlechte Schreiber denken, wenn sie darlegen, welche Form der Querschnitt des Haupthaares ihres Protagonisten hat und welches seine LIeblingsfarbe ist, haben sie eine ganz dolle Charakterstudie gemacht. Ein Autor muss nichtmal Äußerlichkeiten erwähnen, durch Handlungen und Denken des Protagonisten entsteht aber ein vielschichtiges Bild desselben. (ich verwende der Übersichtlichkeit halber hier nur die männliche Form der Worte "Autor" und "Schreiber", meine damit aber beide Geschlechter, nur damit sich nachher niemand übergangen fühlt...) AutorInnen gibt es ganz wenige, und noch weniger gute. Schreiberlinge sollten Prosa wie Lyrik besser sein lassen - oder zumindest die Öffentlichkeit damit verschonen. Danke, liebe Sendorra, für diesen Beitrag.