Erfahrungsbericht über

Bestzeit / Lisa Forrest

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Die Zweite ist die erste Verliererin

5  18.02.2005

Pro:
Spannend, ergreifend, lehrreich

Kontra:
nichts

Empfehlenswert: Ja 

easywk

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:315

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 98 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Der Sport – mein Sport – lässt mich einfach nicht los, momentan nicht einmal bei dem, was ich lese. So verwundert es wenig, dass das Buch „Bestzeit“ von Lisa Forrest auf meinem Nachttisch gelandet ist und innerhalb weniger Tage durchgelesen war.


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Storyline
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Nina ist 14 Jahre alt und kennt neben der Schule eigentlich nur noch ihren Sport – Schwimmen. Sie weiss, dass sie nicht schlecht ist, hält sich aber auch nicht für besonders gut. Bei der Qualifikation zu den Commonwealth-Spielen passiert dann das Unfassbare: Nina schafft die Qualifikation sowohl über 100 als auch über 200m Rücken. Dabei drängt sie ältere Schwimmerinnen aus der Mannschaft. Nina muss lernen, ihr Leben neu zu regeln. Plötzlich kennen sie viele Leute, die sie vorher nicht beachtet haben. Die Presse verfolgt sie, Sponsoren melden sich. Nina wird von heute auf morgen zum Star – und dies steigert sich noch, als sie bei den Commonwealth-Spielen gut abschneidet. Nina’s Leben ändert sich von Grund auf – sie braucht plötzlich einen Manager und alles was sie sagt oder tut spielt eine Rolle. Die Welle, die über ihr hereinbricht ist groß – und wird noch größer, als sie bei den pazifischen Spielen in Tokio mit Weltrekord aus dem Wasser steigt ....


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Fakten
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Das Buch „Bestzeit“ stammt von der Autorin Lisa Forrest, die selbst einst eine australische Spitzenschwimmerin gewesen ist. Die broschierte Ausgabe ist im Verlag Sauerländer im Juli 2001 erschienen, trägt die ISBN 3794148592 und kostet derzeit 10,80 Euro.


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Meine Meinung
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Bestzeit ist eindeutig ein Buch, was sich an Jugendliche wendet – wahrscheinlich war die angestrebte Zielgruppe auch 14 Jahre alt, wie die Hauptakteurin. Dies merkt man an der ein wenig schlicht gehaltenen Sprache, die man schon fast als trivial bezeichnen müsste. Trotzdem ist dieses Buch auch für Erwachsene eine schöne und spannende Lektüre.

Die Geschichte von Nina wird von einem Erzähler betrachtet, allerdings des öfteren mal unterbrochen von „Zeitungsartikeln“. Diese Passagen sind zwar recht kurz, schlagen aber eine gute Brücke zwischen dem subjektiven Stil des Erzählers und der objektiven Betrachtung der Vorgänge.

Die Hauptakteurin Nina wird liebevoll gezeichnet und der Leser erfährt eine ganze Menge über sie, ihre Gefühle, ihre Stimmungen und ihr Verhalten. Das ganze Buch dreht sich eigentlich darum und es hätte genauso gut der Shooting-Star einer anderen Sportart sein müssen. Schwimmen ist zwar Thema, aber nicht so, dass ein „Nichtschwimmer“ es nicht verstehen würde. Im Prinzip handelt das Buch davon, wie aus einem kleinen Mädchen über Nacht ein großer Star des Leistungssports wird. Dabei kann man an den Verhaltensweisen und Problemen von Nina sehr gut ablesen, was dies für einen so jungen Menschen bedeutet und wie schwer es ist, damit umzugehen. Gerade dies hat mich an dieser Geschichte besonders fasziniert. Die entsprechenden Darstellungen sind, auch für jugendliche Leser, klar nachvollziehbar und detailliert geschildert. So kann man dieses Buch durchaus auch an Jugendliche weitergeben, die davon träumen, ein Sportstar zu sein. Ich bin mir sicher, dass sie sich dann ein wenig mit der Problematik, die mit dem Leistungssport verbunden ist, auseinander setzen werden – sicherlich eine gute Lektüre, die zum Nachdenken anregt.

Die geschickte Verstrickung von Ninas Gedanken und Gefühlen mit den Vorgängen im Schwimmteam, sowie die schnelle Aufeinanderfolge von Wettkämpfen und Ereignissen, die Ninas Gefühle wieder ändern, macht die eigentlich Spannung dieser Geschichte aus. Zum Ende hin wird es ein wenig deprimierend, was aber irgendwo auch die Realitätsnähe der Geschichte wieder spiegelt. Apropro Realitätsnähe: hier liegt die Geschichte mit Sicherheit sehr nahe an der Wahrheit und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die Autorin ähnliches erlebt hat – wenn auch zu einer anderen Zeit und damit unter anderen Bedingungen. Die Geschichte wirkt zu keinem Zeitpunkt unglaubwürdig oder weltfremd und könnte sich so mit jedem jugendlichen Leistungssportler abgespielt haben oder abspielen. Wenn man am Ende das Buch aus der Hand legt, ist auch nicht wirklich klar, dass es nur eine fiktive Geschichte war ....


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Fazit
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Eine spannende Geschichte über „berühmt werden“ und „berühmt sein“, über die Sonnen- und Schattenseiten des Stars. Die Zielgruppe sind zwar eigentlich Jugendliche, das Buch ist aber auch für Erwachsene auf jeden Fall eine Empfehlung wert – und auch wenn die Hauptperson eine Schwimmerin ist, muss man von diesem Sport eigentlich nichts verstehen, um der Handlung folgen zu können. Ein Buch, was mit Sicherheit auch zum Nachdenken anregt ... das Beste Buch, welches ich in den letzten Monaten gelesen habe – und das soll schon was heißen. Kaufen!


Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren
Cu easywk


P.S. Die Überschrift ist ein Zitat, eine Erkenntnis von Nina.
P.P.S. was sind das denn für Bewertungskriterien?


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Lilima

Lilima

18.02.2005 20:29

Da ich ja viel lese und eigentlich alles wa smir in die Finder kommt, könnte das durchaus etwas für mich sein. Es hört sich auf jeden Fall interessant an. Das du diese Überschrift aus ihren Gedanken gewählt hast finde ich gut, lässt einen Einblick in die Verwandlung eines jungen Menschen gewähren. Liebe Grüße Julia

Linnie1978

Linnie1978

18.02.2005 19:50

Klingt auch interessant, doch ich warte erstmal auf "aufgetaucht", das ich heute bei Ebay ersteigert habe :-)

ciao2002

ciao2002

18.02.2005 19:48

So langsam glaube ich, dass Du eine Frühgeburt warst und deswegen zu kurz in Mamas Bauch "rumschwimmen" durftest. Vermutlich holst Du das bis heute nach und bist so fasziniert vom Element Wasser *grins*psychologischanalysier* LG, Daniela

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