Produktbewertung des Autors:
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„Kommst Du wieder?“ wurde ich von jemand anderem gefragt, als mein Dienst sich dem Ende neigte. Ich lächelte mein Gegenüber an und sagte „Klar! Ich kann Dich mit dem schlechten Essen hier doch nicht allein lassen.“
Doch wir wussten beide, dass wir uns nie wiedersehen würden. Traurigkeit machte sich in mir breit und ich konnte sie nur knapp verbergen...
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Dies ist ein Szenenschnipsel aus meiner ehrenamtlichen Tätigkeit für die Münchner Aidshilfe. Es gibt dort verschiedene Gruppen, die verschiedene Bereiche abdecken. Die Gruppe, der ich mich vor über anderthalb Jahren angeschlossen habe, besucht jeden Samstag die Infektionsstation des Schwabinger Krankenhauses in München, wo wir hauptsächlich Aidspatienten (1) „betreuen“.
Von richtiger Betreuung kann natürlich keine Rede sein, das ist Aufgabe des Krankenhauses. Unsere Aufgabe ist es, für zwei Stunden ein wenig Sonne in den Krankenhaus- und Krankheitsalltag der Patienten zu bringen.
Dafür gibt es einen kleinen Aufenthaltsraum, den wir nutzen dürfen. Wir, meistens sind wir zu zweit oder zu dritt dort, bringen dann Kuchen mit und machen Kaffee. Anschließend gehen wir durch die Krankenzimmer zu den einzelnen Patienten und laden sie ein, mit uns ein Weilchen im Aufenthaltsraum zu verbringen.
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Wer mag, gesellt sich dazu und verbringt ein wenig Zeit mit uns und anderen Patienten. Das ist bereits eines unserer Anliegen
– Kontakte knüpfen. Leider ist es oft noch so, dass Menschen mit HIV ausgegrenzt werden, insbesondere von der eigenen Familie. Spätestens aber, wenn Krankheiten auftreten und/oder sich die Krankenhausaufenthalte häufen, fällt der Rückhalt des eigenen Umfeldes oft ins Bodenlose. Durch unseren „Kaffeeklatsch“ kommen einzelne Patienten mit anderen in Berührung und haben die Gelegenheit, sich mit diesen auszutauschen und sei es nur für die Zeit im Krankenhaus. Das funktioniert aber nicht immer, manche benötigen einfach nur
– ein offenes Ohr. Hinter vielen Patienten stehen erstaunliche, ergreifende, erschütternde, interessante Schicksale, die sie aber mit niemandem mehr teilen können oder wollen. Jeder kennt aber das Gefühl, etwas loswerden zu wollen – immer alles in sich hineinfressen geht nun mal nicht auf Dauer gut. Für diese Leute sind wir die Seelenmülleimer, was ich aber nicht negativ meine!
– Abwechslung bieten wir nicht nur Patienten, sondern auch deren Geschmacksnerven. Sie lieben unsere Kuchen und auch unseren Kaffee, im Gegensatz zum faden Krankenhausangebot scheint es manchmal wie Schlaraffenland. An dieser Stelle sei erwähnt, dass alles absolut kostenlos ist!
– Information ist im Bereich HIV / Aids äußerst wichtig. Immer wieder müssen wir aber feststellen, wie wenig informiert nicht nur die Menschen, sondern auch einzelne Patienten sind. Sollten sich Fragen ergeben, stehen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten mit Rat und Tat zur Seite – ein Angebot, dass gut und gern genutzt wird.
Es gibt aber auch Patienten, die einfach nicht zu uns kommen können, weil sie z.B. bettlägerig sind. Die lassen wir selbstverständlich nicht allein, sondern bringen Ihnen Kaffee & Kuchen ans Bett und unterhalten uns einfach dort mit Ihnen, sofern sie möchten.
Da zu diesem Zeitpunkt auch Besuchszeit ist, werden Angehörige gleich „mitversorgt“, sowohl mit Essen & Trinken als auch mit Rat & Tat.
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Ich mache die „Kaffeetante“ wie gesagt seit über anderthalb Jahren und bereue keine einzige Minute. Sicher ist es manchmal schwierig, sich am Samstag nachmittags aufzuraffen, doch jedes Mal darf ich erleben, wie wichtig es ist.
Einige Patienten kenne ich inzwischen besser, da ich sie (leider) immer wieder im Krankenhaus begrüßen durfte. Diese Patienten empfangen uns bereits mit offenen Armen, manchmal haben sie sogar schon den Tisch gedeckt, um uns eine Freude zu machen. Oft kenne ich schon Privates, Probleme, Ängste und Sorgen des Patienten. Gerade dann ist es besonders schwierig, sich mit dem Gedanken anzufreunden, das er möglicherweise irgendwann nicht mehr da ist.
Jedem, der sich als Mitglied zu unserer Gruppe gesellt, wird sehr ans Herz gelegt, nicht zu persönliche Bindungen aufzubauen. Was geschieht, wenn es doch passiert, war z.B. in den ersten Zeilen zu lesen... Ich kann nur sagen, das ist verdammt hart! Nach diesem Vorfall habe ich auch Abstand benötigt und war eine Weile „in Pause“. Liebe Gruppenmitglieder haben mir geholfen und waren für mich da – jetzt bin ich zurückgekehrt.
Es ist nicht immer leicht, die richtige Abgrenzung zu finden. Sympathie darf hier nur eine untergeordnete Rolle spielen, egal in welche Richtung.
Gerade für Anfänger ist unsere Gruppe nicht die Einfachste. Es ist immer noch etwas anderes, sich mit einem HIV-Infizierten in einem Café zu unterhalten, als kompakt mehrere Aidspatienten auf einem Fleck im Krankenhaus zu haben. Der Tod sitzt immer auf der Fensterbank, manchen springt er direkt aus dem Gesicht.
Ich hoffe, das klingt nicht allzu grausig, ich möchte nur alle interessierten Leser informieren, dass unser Ehrenamt nicht unbedingt etwas mit Zuckerschlecken zu tun hat.
Letztendlich geht man meistens trotzdem mit einem guten Gefühl wieder nach Hause. Mir persönlich gibt meine Arbeit dort das Gefühl, etwas erreicht zu haben, sei es auch noch so klein. Allein ein Lächeln von einem Patienten, ein Winken von weitem zur Begrüßung, angeregte Gespräche - es gibt so viel, was ich hier aufzählen könnte.
Wie für alles gibt es ein Für und ein Wider und es gibt Tage, da scheint das Wider die Oberhand zu gewinnen. Dennoch bedeutet jedes Lächeln an einem solchen Samstag ein weiteres Für!
Eure stern.schnuppe für ciao
Am 17.06.2003
(1) Von Aidspatienten spricht man nach Ausbruch des typischen Krankheitsbildes, sonst handelt es sich um HIV-infizierte Personen.
PS: Ich freue mich auf Eure Kritik, Anregungen und sonstige Kommentare, da mir dieses Thema wirklich sehr am Herzen liegt! Für Fragen steht mein Gästebuch natürlich jedem offen.
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Die Krankheit HIV!!!!!!!!!
Bewertung für Betreuung HIV-Infizierter von
Miesmi2002
Pro: siehe Text
Kontra: siehe Text
heute mal zu einem ernsten Thema was eigentlich jeden betrifft, denn: niemand kann sich wirklich davor schützen sich mit HIV zu infizieren. Okay, man kann Vorbeugungen treffen, um das Risiko zu vermindern. Safer sex steht da sicherlich an erster Stell ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich |
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23.02.2002
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