Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
2 Jahre integr . Auslandsstudium, gute Berufsaussichten, extrem in jeder Hinsicht : - ) |
| Kontra: |
zeitweise wirkl . stressig, hohes Arbeitspensum, |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Ein Bericht über das ESB Reutlingen (oder nun mittlerweile "die" ESB, wie es nun neudeutsch seit einem Jahr heisst, die European School of Business) zu schreiben, ist nur die halbe Wahrheit.
Denn die Hälfte des Studiums verbringt man bei dieser Art des Studiums an einer ausländischen Hochschule (Frankreich, Spanien, Irland, England, USA und seit kurzem auch Italien und Mexiko) das man dann mit einem Doppeldiplom (deutsch + diplom d. jeweiligen Landes) abschließt.
Bevor es jedoch soweit ist, muss man einige Hürden überwinden. Daher zunächst einmal einige Voraussetzung in aller Kürze.
Grundvoraussetzungen:
- Mobilität (!)
- Flexibilität (!)
- Organistationstalent
- Eigeninitiative
- ein gewisses Sprachtalent
- Durchhaltevermögen (in jeglicher Hinsicht, dazu später)
- Selbstbewußtsein (das meine ich jetzt nicht im negativen Sinne)
BEWERBUNG
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Da Reutlingen seine Bewerber (ca. 1200-1500 pro Jahr, Bewerbung nur im WS, max. 90-100 Studenten werden zugelassen (40 dt-frz, 20 dt. Span, 10 dt.-amerik,ca. 10 dt.-irisch, 10 dt. engl) persönlich auswählt, sind einige Hürden zu nehmen, bevor man zugelassen wird).
Es gilt zunächst die schriftliche Bewerbung, bei der eine erste Vorauswahl getroffen wird, zu überstehen. In Reutlingen (Und das ist ein echter Pluspunkt für mich) wird im Gegensatz zu vielen anderen Business Schools nicht nur auf die Abinote geschaut, sondern auch, was man denn alles nebenher gemacht hat (extracurricula activities).
So hat dann zum Beispiel jemand, der "nur" ein 2,0 Abi hat aber dafür Leiter der Jugendabteilung im Turnverein, Betreuer einer Jugendgruppe etc. war gute Chance einem 1,0 er Kandidaten vorgezogen zu werden, der noch nie etwas ausser Lernen gemacht hat, da er schon einmal Führungs- und Organisationsqualitäten bewiesen hat).
Jetzt aber nicht einfach irgendwas schreiben, denn das wird, falls man zur nächsten Runde eingeladen wird überprüft (durch Interviews mit den Professoren und einem Vertreter der Wirtschaft also Manager v. Siemens, Daimler, Lufthansa, etc.) und da fallen die "Betrüger" dann sehr schnell raus, denn die kennen ihre Pappenheimer :-)
Hat man es dann durch alle Aufnahmetests geschafft
(EINE SEHR GUTE FAQ MIT SO ZIEMLICH ALLEN MÖGLICHEN FRAGEN UND ANTWORTEN IST AUF DER HOMEPAGE DER ESB ZU FINDEN - ANSCHAUEN LOHNT SICH! www.esb-reutlingen.de)
steht einem erfolgreichen Studium eigentlich nur noch die eigene Faulheit im Weg. Denn das was geboten ist, lässt sich wirklich sehen. (auch wenn ich schon so manches mal geflucht habe über das Arbeitspensum)
STUDIUM
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Im Gegensatz zu vergleichbaren privaten Business Schools (WHU, Ebs, etc) ist das ESB staatlich finanziert, das bedeutet für Euch: keine teuren Gebühren, andererseits manchmal eben auch eine Einschränkung, wir haben zum Beispiel keine 50 Beamer, sondern nur 5, wobei sich diese Situation relativ entspannt hat durch umfangreiches Sponsoringprojekte mit Industrieunternehmen, so gibt es z.B. einen neuen PC-Pool etc....
Da 50% der Studenten naturgemäß Ausländer sind (denn das ist ja Sinn des ganzen) hat man den Vorteil (und Nachteil) vom ersten Tag an gleich die Fallen und Tücken einer internationalen Zusammenarbeit kennenzulernen. Wer einmal ständig Hausarbeiten mit Franzosen, Spaniern und Engländern zusammen gemacht hat, der weiss am Ende wirklich alles über die verschiedenen Kulturen und Arbeitsstile.
Die Vorlesungen werden allesamt in relativ kleinen und überschaubaren Gruppen vom max. 40 Leuten abgehalten, in denen man eigentlich immer zwischenfragen kann und in denen der Prof einen persönlich kennt. (so ein bisschen wie in der Schule). Die Qualität der Vorlesungen ist (klar gibt es Ausnahmen) eigentlich sehr gut und praxisnah, denn die Profs kommen alle aus der Wirtschaft und haben entsprechende Praxiserfahrung, die sie auch immer wieder auffrischen.
Es werden ständig Workshops und Vorträge von wirklich bekannten Firmen und Leuten angeboten (McKinsey, Lufthansa, Nestlé, Procter & Gamble)
STUDENTEN
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Eines muss man sich bewusst sein, wenn man hier studiert: Es herrscht ein ständiger Wettbewerb untereinander. Auch wenn der Umgang immer freundschaftlich ist und es fair zugeht, so stehen doch die Leistungen am Ende ds Jahres an erster Stelle. Denn die Leute, die hier studieren wollen, später in eine Führungsposition. Und diese Erkenntnis zu erlangen, kann für jemanden mit einem idealistischen Weltbild / Studienbild ein bisschen schockierend sein. :-)
Hier sehe ich persönlich einen Aspekt des ESB der mir weniger gefällt, der aber durch viele löbliche Ausnahmen ausgeglichen wird, denn Freunde findet man hier auf jeden Fall!
Die Studenten selbst sind unheimlich aktiv (es werden superviele Events organisiert, das reicht von Parties (ganz klassisch) über das Firmenforum (eine Recruitingveranstaltung speziell für ESBler, an der ca. 40 Firmen kommen und Praktika und Jobs anbieten, Interviews führen etc.) bis hin zur Grossveranstaltung mit 1000 Studenten aus allen Ländern des Hochschulverbundes, des IBWE (International Business Weekend). (www.ibwe.net, einfach mal anschauen!)
AUSLAND
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Ich selbst bin mittlerweile Alumnus, habe mein Studium also abgeschlossen. Ihr findet nachfolgend den leicht modifierten Bericht (das Original stammt noch von 2002) über das Ausland.
Speziell in Frankreich und Spanien ist die Situation etwas anders. Man bekommt ein unglaubliches Arbeitspensum aufgezwungen nach dem Motto: "So, und nun schaut mal, wie ihr damit klarkommt". Man kriegt es zwar immer irgendwie hin aber es kann dann schonmal in ein paar Nachtschichten ausarten. Der Vorteil: Man weiss, dass man danach nie mehr soviel arbeiten wird. Ich übertreibe jetzt ein bisschen, aber im Vergleich zu Deutschland ist in diesen Ländern das System noch viel verschulter, die Profs sind "Götter" und eine Interaktion findet praktisch nicht statt. Aber auch das ist nicht unbedingt negativ zu sehen, sondern Teil des Programms...und an Herausforderungen wächst man schliesslich.
Ansonsten ist die Gelegenheit, 2 Jahre im Ausland zu studieren und zudem noch ein Praktikum dort zu absolvieren und das ganze in einem integriertem Rahmen, meines Wissens einmalig in Deutschland.
Und es besteht wirklich ein grosser Unterschied darin, ein oder zwei Auslandssemester zu verbringen oder zwei volle Jahre in einem Land zu leben. Denn ein Jahr ist immer noch absehbar, man nimmt kleine Unzulönglichkeiten in Kauf, man kann es immer als eine Art langer Urlaub sehen, bei zwei Jahren jedoch ist die Perspektive deutlich länger und man beginnt wirklich dort zu "leben".
Das hört sich jetzt alles schon wieder so negativ an, es ist aber einfach nur die Wahrheit, schliesslich will ich das ganze hier versuche, objektiv darzustellen und nicht ein "ESB ist supertoll und wir sind die besten" Statement wie manche meiner Vorredner abgeben, denn es ist nicht immer ein Zuckerschlecken, sondern auch wirklich harte Arbeit und manchmal auch ein ganz schöner Verzicht im Vergleich zu "normalen" Studiengängen, bei denen man 4 Jahre an einem Ort ist, vielleicht noch mit Ausnahme eines Auslandssemesters.
Extrem anstrengend (das mag jedoch an der Sprache liegen) fand ich das Verfassen der Diplomarbeit (ca. 100S) in feinstem Französisch - in anderen Fremdsprachen (ausser vielleicht Englisch) sieht es da sicher ähnlich aus.
Doch die Mühen lohnen sich. Man verlässt die Schule als jemand, der sich an überall in jegliche Situation schnell einarbeiten kann, mindestens 2 Fremdsprachen fliessend spricht (Englisch (pflicht)+ andere), eine andere Kultur mit allen Vor- und Nachteilen er"lebt"hat und sich in der "realen" Arbeitswelt international zurechtfindet.
Dieses Profil ist natuerlich auch für viele Firmen interessant und die Chancen einen guten und interessanten Job zu bekommen stehen nicht schlecht -bei mir hat es jedenfalls auf Anhieb funktioniert und auch der Rest unseres Jahrgangs (2003) stand recht schnell in Lohn und Brot.
Aber auch hier wieder der Hinweis: Ein ESB-Studium allein heisst noch nicht, dass man die Arbeitsplätze hinterhergeschmissen bekommt , es heisst vielmehr, dass einem einige Türen mehr offenstehen, durch die man aber selber durchgehen muss.
SPASS
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Jetzt habe ich die ganze Zeit nur von Arbeit und Stress geschrieben. Der Spass kommt am ESB (und auch im Ausland) gewiss nicht zu kurz. Ganz nach dem Motto "work hard, party hard" gibt es hier Parties die wirklich alles andere vergessen lassen, was man bisher gesehen hat....mehr möchte ich gar nicht dazu sagen...überzeugt euch selber davon. Jeder ESBler der mal ein IBWE miterlebt hat, weiss wovon ich rede. :-)
FAZIT:
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Wer bis hierher gelesen hat, weiss wahrscheinlich jetzt schon ziemlich genau, ob er hier reinpasst oder nicht.
Ich kann das Studium nur empfehlen, es ist absolut kein "Easy living" wie an der Uni, wo man sich alles selber einteilen kann, sondern zeitweise wirklich stressig, aber es lohnt sich! Zudem werden keine Studiengebuehren erhoben (auch nicht im Ausland, und da kostet es normalerweise zwischen 5000-10000 EUR pro Jahr!)
Ausserdem baut man sich ein unglauglich grosses internationales Netzwerk auf, man braucht später nie mehr in ein Hotel gehen, denn in jeder grösseren Stadt wohnt ein ehemaliger kommilitone bei dem man pennen kann). :-)
Glückwunsch, dass ihr es bis hier runter geschafft habt! Ich hoffe, ihr trefft die richtige Wahl bei Eurem Studiengang!
Michael
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sehr hilfreich
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