Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
kann Geld sparen . . . |
| Kontra: |
. . . muss es aber nicht |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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... tust Du mit dem Wasser aasen. Solche oder ähnlich geistreiche Sprüche kommen einem fast unweigerlich in den Sinn, wenn man mir einem leicht dümmlichen Grinsen im Gesicht mal wieder seinen Garten unter Wasser setzt – und es fast nichts kostet.
Die folgenden Zeilen waren eigentlich als Ergänzung zu meinem Bericht über den Gardena Hauswasserautomaten gedacht. Da die Geschichte aber einen erschreckenden Umfang anzunehmen drohte, gibt’s hiermit einen gesonderten Beitrag zum Thema: „Geld sparen beim Wasserzapfen“, und zwar mit dem Schwerpunkt Gartenbewässerung.
** Die Kosten **
Wofür die ganze Aufregung? Den Rasensprenger an den nächsten Wasserkran angeschlossen, und los geht’s. Oder doch nicht?
Nun, unser Garten ist mit knapp 200 qm nicht wirklich groß. Trotzdem, an den trockenen und warmen Tagen läuft das Wasser eine halbe Stunde, bis sämtliches Grünzeug versorgt ist. Macht mindestens einen halben Kubikmeter Wasser, eher mehr. Der Kubikmeter kostet bei unserem Versorger ca. 1,75 EUR, unser Entsorger ruft noch mal die gleiche Summe für Abwassergebühren auf. Ein Kubikmeter frisch gezapftes aus der Leitung kommt so auf ziemlich glatte 3,50 EUR.
Nun hat man in unseren Breiten nicht ständig mit der Dürre zu kämpfen, aber an rund 40 Abenden im Jahr erscheint die künstliche Bewässerung nicht übertrieben. Macht übers Jahr gesehen mindestens 20 Kubikmeter à 3,50 EUR, also mindestens 70 EUR. Die in der Vergangenheit ständig steigenden Gebühren lassen eine Tendenz zu 100 EUR in nicht allzu ferner Zukunft erwarten. Hinzu kommt der ständig präsente Gedanke an die rotierende Wasseruhr, das schlechte Gewissen in Erwartung der nächsten Rechnung wässerst mit. Da muss doch was zu machen sein?
** Das Wasserfass **
Der Klassiker. Die wohl einfachste und billigste Möglichkeit, seinen Pflanzen kostenloses Nass zu gönnen. Am besten schließt man das Fass an eine Regenrinne des (Garten-)Hauses an. Jeder Baumarkt hält das entsprechende Zubehör für die Regenrinne bereit, um den Zufluss öffnen und schließen zu können. Empfehlenswert, da das Fass bei dauernder Berieselung sonst unschön überläuft.
Je nach Geschick und Vorräten an Bastelmaterial bewegen sich die Kosten hierfür zwischen nix und vielleicht 50 EUR.
Die Vorteile bewegen sich auf ähnlichem Niveau. In so ein Fass gehen selten mehr als 150 bis 200 Liter Wasser. Bei „unserem“ Verbrauch wäre der Vorrat also verbraucht, lange bevor auch nur einmal vollständig bewässert wurde.
Außerdem ist ständiges Umherlaufen mit der Gieskanne angesagt, bei den paar Literchen braucht man an eine Pumpe keinen Gedanken zu verschwenden.
Fazit: OK, wenn nur ein paar Blumenkästen zu versorgen sind.
** Die Wasseruhr **
Eine sehr saubere Lösung ist die separate Wasseruhr für draußen. Man zahlt zwar weiterhin fürs Frischwasser, da dieses aber im Garten versickert, berechnet der Entsorger keine Abwassergebühren. Zumindest ist das in unserer Region so, also am besten mal bei den örtlichen Stadtwerken/Entsorgungsbetrieben informieren.
In unserem Beispiel sinken die Kosten um glatte 50%, entsprechend 35 EUR/Jahr. Die Kosten für eine Installation sind individuell sehr unterschiedlich. Liegt draußen schon ein Anschluss, muss nur noch ein Zwischenzähler eingebaut werden und kann ich das selbst? Da ist man mit 100 EUR gut bedient, die sich nach drei Jahren amortisiert haben. Muss ich alles erst durch eine Fachfirma aufwändig verlegen lassen? Dann sind schnell vierstellige Beträge erreicht, eine Ausgabe, die sich kaum rechnen dürfte.
Fazit: Eine gute Lösung, wenn sich der Aufwand im Rahmen hält (Rohbau!) und keine günstigeren Möglichkeiten in Frage kommen. Wird der Aufwand größer, im Zweifel die Finger davon lassen.
** Die Zisterne **
Die Zisterne ist das Gegenstück zum Wasserfass, allerdings mit erheblich größerem Fassungsvermögen. Das große Volumen ist der Vorteil – und das Problem...
Wohin mit dem Biest? Bei runden 1000 Litern fängt das Vergnügen an. Es handelt sich dann meistens um Flüssigcontainer aus der Industrie, die vorher irgendwelche Laugen oder sonst was beinhaltet haben. Die Dinger sind in der Regel auf Holzpaletten verschraubt und von einem Drahtkäfig umgeben, damit aus dem Würfel bei voller Befüllung kein Kugelfisch wird.
Also genau der Anblick, den man sich für seinen Garten wünscht, mit Abmessungen, die mindestens 1 x 1 x 1 m betragen. Und Achtung, so einfach lassen sich diese Kübel den Blicken nicht entziehen. Wer glaubt es sei damit getan, sie hinter dem nächsten Geräteschuppen zu verstecken, vergisst, dass die Zuflussmenge stimmen muss. Wer an solche Behälter die Regenrinne seines 5 qm-Geräteschuppens anschließt braucht sich nicht zu wundern, wenn der Tank häufiger Ebbe meldet.
Wer seinen Garten liebt und keine Möglichkeit hat, diese Container den Blicken zu entziehen, wird sich wohl mit Grausen abwenden. Ansonsten keine schlechte Alternative, zumal diese Tonnen kombiniert und mit Pumpen versehen werden können, so dass man am Ende schon auf mehrere Kubikmeter Wasservorrat kommen kann. Ob diese Menge reicht, muss jeder selbst entscheiden.
Die Kosten schwanken mal wieder zwischen geschenkt und maximal 50 EUR fürs 1000 Liter-Faß bei eBay. Man sollte dabei aber nicht vergessen, dass die Dinger auch noch transportiert werden müssen. Für eine brauchbare Pumpe und Schläuche sollte man weitere 250 EUR einplanen, Eigenleistung vorausgesetzt.
Wem diese Lösung aus verständlichen Gründen nicht gefällt, dem bleiben nur noch Erdtanks. Auch hier sprechen wir von Zisternen, die aber – wie der Name schon vermuten lässt – im Erdreich versenkt werden.
Diese Tanks gibt es in nahezu jeder beliebigen Größe, 5 Kubikmeter sind nicht unüblich. Jetzt artet die Angelegenheit allerdings langsam in Arbeit aus, denn das bedeutet auch 5 Kubikmeter Erdaushub, entsprechend einem Gewicht von rund 8 Tonnen. Da kann man nur hoffen, dass das Grundstück mit einem Minibagger befahren werden kann, sonst gibt’s lange Arme und hinterher ein paar Freunde weniger.
Die Tanks selbst sind aus äußerst robusten Kunststoffen gefertigt und müssen nicht besonders geschützt werden, zudem sind sie begehbar. Mit einer entsprechenden Erdschicht versehen, kann hinterher sogar wieder Gras über die Sache wachsen. Sie verfügen in der Regel über eine Wasserstandsanzeige und können mit handelsüblichen Pumpen versehen werden.
Für diese Riesentanks gilt natürlich erst recht: auf ausreichenden Zufluss achten, also in der Nähe des Haupthauses einbauen – und vielleicht das eine oder andere Fallrohr umlegen...
Ach ja, die Kosten. Jetzt wird’s wirklich übel. Für so einen 5 Kubikmeter fassenden Tank sollte man schon mal 1.500 EUR einplanen. Erledigt man den Erdaushub in Eigenleistung, fallen zumindest 200 EUR für Containergestellung und Entsorgung an. Für Pumpen und Schläuche sollte man weitere 250 EUR kalkulieren. Unter dem Strich steht dann die schlanke Summe von rund 2.000 EUR. Wenn dem – wie in unserem Beispiel – eine Ersparnis von 70 EUR/Jahr gegenüber steht, können schon mal Zweifel am Sinn eines solchen Unterfangens aufkommen.
Die Kosten können geringer ausfallen, wenn in der jeweiligen Region Regenwassernutzungsanlagen bezuschusst werden oder die Niederschlagsgebühren sinken. Die Bauaufsicht verlangt möglicherweise Anzeige bzw. Genehmigung. Auch hier gilt also wieder: erst fragen, dann graben.
Fazit: Die Lösung mit den im Garten stehenden Tanks ist eine kostengünstige und praktikable Angelegenheit, sofern man das Stellplatzproblem lösen kann. Die Erdtanks sind die weitaus elegantere Alternative, die damit einhergehenden Kosten stehen allerdings in einem fragwürdigen Verhältnis zu den möglichen Einsparungen.
** Der Brunnen **
Eine Frage, die man häufig zu hören bekommt: Darf man das überhaupt? Meines Wissens ist die Grundwasserförderung für private Zwecke in keinem Bundesland untersagt. Allerdings ist es nicht gestattet, Grundwasser in die Kanalisation zu befördern, da hierfür Abwassergebühren fällig würden.
Aus diesem Grund ist die beliebte Versorgung von Waschmaschinen und Toiletten mit Grundwasser nicht erlaubt. Wer das Grundwasser nur für den Garten nutzt, bewegt sich aber im wahrsten Sinne des Wortes im grünen Bereich.
Einige Vorüberlegungen sollte man dann aber doch noch anstellen. Zum Beispiel:
Wie tief muss ich voraussichtlich bohren? Es empfiehlt sich, sich vor dem Schlagen eines Brunnens in der Nachbarschaft umzuhören. Das hilft bei der Planung und schützt vor unliebsamen Überraschungen.
Welche Wasserqualität habe ich zu erwarten? Auch hier kann die Nachbarschaft weiter helfen. Grundwasser ist nicht gleich Grundwasser. Unseres ist beispielsweise leicht ölig. Ein damit befüllter Wassereimer weist am nächsten Tag einen Schmierfilm auf. Nach zwei Stunden Dauersprengen riecht es wie an der Dieseltanke. Der Geruch ist nach 15 Minuten verflogen, und den Pflanzen schadet es offensichtlich nicht. Man sollte es aber schon vorher wissen, je nachdem, wofür man das Wasser braucht.
Wo schlage ich den Brunnen und wo bringe ich die Pumpe unter? Auch wenn das Brunnenbohren im Garten am einfachsten ist, sollte man den Keller nicht außer Acht lassen. Man befindet sich hier schon 1,50 bis 2 Meter tiefer als im Garten. Das spart Arbeit und kann, je nach Grundwasserspiegel, die entscheidende Rolle bei der Wahl zwischen Saug- und Tauchpumpe spielen, da die günstigen Saugpumpen aus physikalischen Gründen spätestens bei 9m Ansaughöhe die Waffen strecken. Außerdem steht die Pumpe hier frostfrei. Im Garten installierte Saugpumpen müssen im Winter abgebaut werden. Die teuren Tauchpumpen frieren dagegen auch im Winter nicht ein.
Auch bei der Frage, welche Verbraucher betrieben werden sollen, spielt der Standplatz (und der Keller) eine nicht unwichtige Rolle. Ignoriere ich die Gesetze und will Toilettenspülung und Waschmaschine betreiben, kann ich mit einer Pumpe im Garten nicht viel anfangen.
Geht’s doch in den Garten (wie bei uns), wird die Standortsuche nicht einfacher. Die Pumpe muss vor Regen geschützt werden, benötig eine dauerhafte Stromversorgung und sollte bei alledem nicht stören. Wir haben das Problem gelöst, in dem wir unterhalb des Geräteschuppens ein „Verlies“ gemauert haben. Die Innenmaße betragen ca. 100 x 70 x 100 cm (L x B x H), dazu gibt’s noch einen hübschen Betonboden. Der Raum ist über einen begehbaren Deckel im Boden des Schuppens zugänglich.
Hat man sich den Standort gut überlegt, kann das Bohren des Brunnens in Angriff genommen werden. Unser Bekanntenkreis verfügte glücklicherweise über einen Hobbybrunnenbauer, aber wer handwerklich einigermaßen begabt ist, kann die Sache auch selbst in Angriff nehmen. Die dafür notwendigen Werkzeuge haben die meisten Baumärkte im Verleih.
Die Kosten. Für den Werkzeugverleih übers Wochenende sollte man inkl. neuer Bohrspitze rund 75 EUR einkalkulieren. Ein paar Meter 125er KG-Rohre (die roten) sollten auch nicht mehr als 25 EUR kosten. Im Klartext: Ein Wochenende Arbeit minus 100 EUR gleich ein eigener Brunnen.
Lässt man eine Brunnenbaufirma ran, sollte man sich auf 75 EUR gefasst machen – allerdings pro Meter...
Hinzu addieren sich in jedem Fall die obligatorischen 250 EUR für Pumpe und Schläuche, vorausgesetzt, man bleibt unter der magischen 9m-Grenze. Braucht man eine Tauchpumpe, sinkt der Kontostand auch schnell um 450 bis 500 EUR.
Unter günstigen Bedingungen und Eigenleistung voraus gesetzt, bekomme ich für 350 EUR einen eigenen Brunnen mit brauchbarer Pumpe und muss mir fortan über den Wasserverbrauch keinerlei Gedanken mehr machen. Das Geld kommt bei unserem Beispiel nach fünf Jahren wieder rein, den Stromverbrauch von rund 2,50 EUR/Jahr habe ich mal vernachlässigt.
Fazit: Der eigene Brunnen ist auf jeden Fall die beste Alternative. Kann er durch Eigenleistung erstellt werden, zählt er auch zu den wirtschaftlichsten Lösungen. Muss ich Firmen ranlassen, sollte vorher noch mal der Bleistift gespitzt werden.
** Ranking **
Nach dem ganzen Geschreibsel möchte ich den Bericht mit meinem ganz persönlichen Ranking beschließen, jeder mag da ganz individuell zu einer anderen Reihenfolge kommen.
Platz 1: Der eigene Brunnen mit angeschlossenem Hauswasserwerk. Wasser ohne Ende, überschaubare Kosten bei Eigenleistung. Wenn man die Möglichkeit hat: Machen.
Platz 2: Die oberirdischen Zisternen. Unschlagbar günstig, wenig Aufwand. Nachteile: Wasservorrat ist begrenzt, meist kein schöner Anblick.
Platz 3: Die Wasseruhr für draußen. Eine elegante und – je nach den örtlichen Begebenheiten – günstige Lösung. Senkt die Kosten in jedem Fall um 50%, Wasser gibt’s auch hier ohne Ende.
Platz 4: Die unterirdische Zisterne. Die professionelle Alternative zur oberirdischen Zisterne. Wasservorrat ist größer, aber trotzdem begrenzt. Nachteil: Hoher Aufwand, die Kosten lassen sich kaum wieder reinholen.
Platz 5: Das Wasserfass. Eher Dekostück als wirkliche Alternative. Möglicherweise nett anzusehen, wird das private Konto aber wohl kaum sanieren. Ein Spielzeug.
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Regenwasser für meine Pflanzen
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24.07.2000
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