Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
tolle Reiseerzählung, weckt Fernweh |
| Kontra: |
nichts |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Neulich wollte ich mal wieder in Papas Bücherregal stöbern als er mir zuvor kam und mir ein Buch in die Hand drückte und meinte, das solle ich mal lesen. Es sei zwar mehr ein Reisebericht aber es würde eine gewisse Fernweh und Reiselust versprühen.
Er gab mir das Buch "Big Loop" geschrieben von Mathias Furer, der mit seiner Frau den Big Loop eine Bootsrundreise durch Nordamerika machte, eine Reise auf Kanälen und Seen über 5300 Seemeilen.
Die gebundene Ausgabe des Buches kostet bei amazon.de derzeit 6,90 Euro.
Die erste Auflage dieses Buches erschien im Jahre 2001 im Delius Klasing Verlag, Bielefeld.
Teilweise erwischt man im Ebay eine Ausgabe auch günstiger.
Die Titelseite des Buches zeigt das Motorboot des Ehepaares Furer, die Fortuna II, wie sie an der Freiheitsstatue in New York vorbeifährt. Am oberen Ende der Seite steht der Titel des Buches "Big Loop- mit dem Motorboot durch Amerika" Auf der Rückseite des Schutzeinbandes steht eine kurze Zusammenfassung des Reiseweges der beiden.
Insgesamt besteht das Buch aus 236 Seiten die sich auf insgesamt 7 Kapitel aufteilen und einen Anhang. Die letzten 12 Seiten bestehen allerdings nur noch aus Auszügen aus dem Logbuch, aus einer genauen Beschreibung des Bootes und einen Stauplan im Boot, außerdem sind so nützliche Hinweise angebracht, wie viel Beaufort welche Windgeschwindigkeiten bedeuten und so weiter
An 2 Stellen des Buches sind jeweils mehrere Seiten mit Hochglanzfotos eingebracht. Die Fotos stammen allesamt von dem Ehepaar und sind während der Reise an den verschiedensten
Orten in Nordamerika entstanden.
Die Autor Mathias Furer lebt mit seiner Frau Marlise in Bern. Beide sind erfahrene Sportschiffer auf Binnen und See für Segel- und Motorboote. Mathias Furer war Inhaber und Leiter eines Beratungsunternehmens für Werbung, Marketing und Public Relations bis er mit 60 Jahren seine Tätigkeit aufgab um seine Zeit mehr seinen Hobbys zu widmen. Seit dem durchkreuzte er mit seiner Frau schon sehr viele europäische Küsten und Kanäle. Als dieser Reiz verloren ging beschlossen sie Nordamerika zu erkunden.
Zu Beginn des Buches beschreibt der Autor wie es zu der Idee des Unternehmens kam und welche Vorbereitungen damit verbunden waren. Zuerst versuchten sie in Ihrem Yachtclub Mitstreiter zu gewinnen, nachdem das Interesse aber gering war beschlossen sie es alleine in Angriff zu nehmen. Ihr Motorboot, die Fortuna II, musste nach Amerika verschifft werden, was auch eine Menge Arbeit und Formalitäten mit sich bringt. Auch die Einklarierung bei den amerikanischen Behörden ist schon ein kleines Abenteuer.
Nachdem alle Formalitäten in Amerika und hier speziell beim Zoll in Charleston erledigt sind kann die Rundreise beginnen. Ihr Reise führte sie von Charleston in South Carolina aus, hinauf in den Norden an der Küste entlang bis nach New York. In New York ging es dann durch Kanäle im Landesinneren hinauf nach Kanada bis nach Montreal. Dort ging es erst einmal quer durch Land, durch den Ontario See und den Michigan See nach Chicago ehe man sich wieder durch Illinois, Kentucky , Tennessee und Alabama in südlichere Gefilde begeben hat. In New Orleans ein Stück an der Küste des Golf von Mexiko entlang und einmal um Florida rum um dann wieder in Charleston zu landen, wo das Motorboot wieder auf einen großen Frachter verladen wird und nach Europa verladen wird.
Was sich jetzt hier so schlicht und einfach anhört ist in der Tat eine Rundreise von 5300 Seemeilen, also rund 9820 Kilometer. Das Buch ist dann auch mehr der klassische Reisebericht, in dem genau beschrieben wird was an welchem Ort passierte, welche Orte nicht sehr schön sind, welche extrem überteuert. Sie beschrieben auch welche Ausflüge sie ins Landesinnere unternommen haben und wie sie die verschiedenen Mentalitäten kennengelernt haben. Von teilweise total überschwänglicher Freude in den Südstaaten bis teilweise zur Ablehnung in ländlichen nördlicheren Gegenden haben sie alles kennengelernt. Auch die Preise in den Sportboothäfen sind so unterschiedlich wie deren Ausstattung und des damit verbundenen Komforts.
Die Einstellung der Amerikaner zum Bootssport ist auch wohl eine ganz andere als die Europäer. So liegen in einen Hafen ohne Kabelferseher- Empfang kaum Einheimische , die dann eher in einem Hafen liegen ohne Frischwasser an den Stegen.
Sie treffen auch immer wieder auf gestrandete des Lebens die in halb kaputten Schiffen irgendwo in der Pampa leben, Diese Leute haben zwar eine Menge zu erzählen aber strahlen eben wenig Hoffnung aus.
Auch schreiben sie über Ihre Begegnungen mit der Natur, egal ob sie Pelikane beim fischen zuschauten oder in den Kanälen bei langsamer Fahrt von Krokodilen begleitet wurden die auch schon mal mit ihren mächtigen Schwanz gegen das Boot stoßen. Eine besondere Begegnung hatten sie mit ein paar Weißkopfadler, dem Wappentier der USA , da diese ja in freier Wildbahn recht selten anzutreffen sind.
Leider ist man auch in Nordamerika nicht vor unheil geschützt und so wurde ihnen im Kanada Ihr 4PS Außenborder Motor des Begleitbootes geklaut. Die Wiederbeschaffung gestaltete sich dann überaus schwierig, da es in den Staaten wohl absolut keine Nachfrage nach derart leistungsschwachen Motoren gibt. Auch die Suche nach qualifizierten Mechaniker für Reparaturen am Motor des Bootes ist eine kleine Kunst.
Fazit:
Das Buch ist mit viel Liebe geschrieben. Man merkt schon beim Lesen das die beiden jeden Tag Ihres Trips genossen haben.
Manche Situationen oder auch heikle Situation tut der Autor mit einen Augenzwinkern oder nicht ganz so ernst gemeinten Satz ab. Ob sie dies in der Realität auch so gehandhabt haben weiß man natürlich nicht. Auf jeden Fall lockert dieser Witz das ganze Buch immer wieder
auf und man verfällt nicht so in den Trott eines typischen Reiseberichtes.
In dem Buch findet man auch sehr viele nützliche Tipps für Ausrüstung und Vorbereitung auf längeren Bootstouren. Da die beiden wohl schon sehr viele Bootskilometer zurückgelegt haben, sind diese auch allesamt sehr plausibel.
Schön ist auch , das die Frau des Autoren immer wieder Kochrezepte für sehr einfache Mahlzeiten in das Buch einbringt, die man auch an turbulenten Tagen aus See in der kleinen Küche eines Bootes zubereiten kann.
Insgesamt bleibt zu sagen, dass das Buch echt angenehm zu lesen ist, die Abfolge des Buches ist klar strukturiert, man findet sich schnell und einfach zurecht auch wenn man das Lesen öfters mal unterbricht. Sie beschrieben sehr schön wie sie die "neue Welt" kennengelernt haben und diese empfunden haben. Natürlich ist es immer Ihre subjektive Meinung.
Für Nachahmer bleibt zu sagen, da der Autor auch immer mal wieder auf die Kosten zu sprechen kam allein für die Verfrachtung des Bootes nach Nordamerika aber auch die Übernachtungskosten in den Häfen oder verschiedene Reparaturen, bleibt zu sagen das man wohl ein großzügiges finanzielles Polster benötigt um diese Reise unbeschwert und unbefangen angehen zu können.