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Mann beisst Hund

2  12.11.2000

Pro:
Zeitung kostet nicht sehr wenig und man kann damit prima den Kamin anzünden

Kontra:
das Pro ist auch gleichzeitig Kontra, da die Zeitung eben auch nicht viel wert ist

Empfehlenswert: Nein 

Details:

Informationsgehalt

Layout:

Berichterstattung Politik:

Berichterstattung Wirtschaft:

Berichterstattung Feuilleton:

Berichterstattung Zeitgeschehen:

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hspindler

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 22 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

"Hund beisst Mann - das liest niemand, Mann beisst Hund - das ist eine Sensation". Diesem Leitsatz folgend berichtet die Bildzeitung und schwelgt meistens in wagen Vermutungen, die aber als Tatsachen an den Leser verkauft werden.

In erster Linie ist dabei offensichtlich weniger die wahrheitsgemäße Information des Lesers im Vordergrund, sondern die Verkaufszahlen des "Revolverblattes".

Ich will keineswegs behaupten, die Bild würde nur Lügen verbreiten. Auffällig ist aber, dass die Berichte gegenüber seriöseren Blättern durch den einen oder anderen Kommentar, Übertreibungen, manchmal auch dem gezielten Verschweigen von Tatsachen oder Expertenmeinungen, bei denen sich der Experte später als inkompetent herausstellt, deutlich verfälscht wird.

Die Taktik der Bild- Redaktion, das zeigt auch die Berichterstattung im Fall Christoph Daum deutlich, zieht häufig erst einmal jemanden im positiven Sinne in den Mittelpunkt, um ihn dann im richtigen Moment mit einer Riesensensation in den Abgrund zu stürzen. Das steigert die Auflage, die Gefühle der Betroffenen zählen nicht im Geringsten, ganz im Gegenteil, es könnten ja gerade durch diese miese Taktik noch weitere Schlagzeilen herausspringen. Beweise braucht die Bildzeitung nicht, denn die meisten Berichte sind ohnehin so verfasst, dass sie entweder wahr oder gelogen sein könnten. In 50% aller Fälle hat die Bild recht, in 50% eben nicht. Die 50%, die die Redaktion korrekt erraten hat, berichtet sie aber eben entscheidend ehar als die Konkurrenz.
Daher rührt wohl auch der Spruch: "Bild sprach zuerst mit dem Toten!"

Auch in dem ganzen Aufruhr um Kampfhunde in den letzten Monaten hat die Bild eine fragwürdige Rolle gespielt.
Erst wird über die traurigen und schrecklichen Hundeattacken so dumm berichtet, dass die Bevölkerung auf einmal Angst vor jedem noch so friedwertigen Hund bekommt. Dann wieder schlägt man sich wieder auf die Seite der Hundebesitzer, es dauert nicht lange, da wechseln wieder die Fronten.
Bild kennt nur schwarz und weiß, das eine und das andere Extrem. Aber so einfach gestrickt, wie die Bild es gerne haben möchte, ist die Welt nun einmal nicht. Will man die volle Wahrheit an den Tag legen, geht es aber nicht in einer fetten Schagzeile und fünf folgenden Sätzen.

Sehr beliebt ist auch die Variante, vollkommen unwahre Dinge abzudrucken und dann die Richtigstellung, falls der Betroffene sie denn gerichtlich erwirkt, auf Seite 5 irgendwo klein und unauffällig zu positionieren. Es wäre besser, das Pressegesetz so abzuändern, dass die Richtigstellung in gleicher Art und Weise wie der falsche Bericht abzudrucken ist, alles andere wird bei der Sensationspresse ausgenutzt. Wen kratzt es auch schon, jemandem 100.000 DM Schmerzensgeld zu zahlen, menn man mit der unwahren Behauptung ein vielfaches durch auflagenstarken Verkauf herausgeholt hat.

Wenn Prominente die Presse hassen, wie z.B. Ernst-August von Hannover, den ich in keiner Weise für seine peinlichen Fehltritte entschuldigen will und der sicherlich bessere Argumente haben müßte als seine Fäuste, dann ist das vor allem auf die Bild und ihre Nachahmer zurückzuführen.
Leider müssen auch Reporter darunter leiden, die es mit der Ehrlichkeit etwas genauer nehmen.

Was mir immer wieder störend ins Auge fällt, ist die schlampige Recherche bei Meldungen, z.B. im Regionalteil. Da ist z.B. nur der Autounfall mit Toten aufgrund der Schlagzeile interessant, der nachfolgende Bericht beginnt dann mit "Nordhorn (Ostfriesland)", beim nächsten Mal mit "Nordhorn (Emsland)" und wieder ein anderes Mal mit "Nordhorn (Nähe Osnabrück)". Der Härtefall war einmal "Nordhorn (bei Hannover)".
Liebe Bild- Redaktion: Nordhorn liegt in der Grafschaft Bentheim, Ostfriesland liegt 100 km weiter nördlich, Nordhorn ist ca. 80 km von Osnabrück entfernt und Hannover ist mahr als 250 km weit weg. Kleiner Tipp, wenn Ihr es nicht so genau nehmen wollt, schreibt doch "Nordhorn (Deutschland)", das informiert den Leser zwar genauso wenig wie "Nordhorn (bei Hannover)", ist aber wenigstens eine korrekte Meldung.

Der Redaktion der Bild- Zeitung ist es aber wohl recht, dass Sprüche wie "Bild sprach zuerst mit dem Toten" dem Inhalt der Zeitung voll gerecht werden.

Ich habe auch einen sehr wichtigen Tipp für Bild- Leser, den ich auch immer befolge, wenn ich durch die Seiten blättere: "Die Zeitung immer schön waagerecht halten, sonst läuft Euch das Blut auf die Hose!"

Es gibt für mich wirklich informativere Zeitungen, als die Bild. Vor allem der regionale Teil ist, wie schon oben angedeutet, sehr schwach verfasst. Scheinbar sind die Meldungen der Bild- Redaktion nicht wichtig genug, um sie korrekt zu prüfen und zu verfassen.
Der Hauptteil und die Titelseite nützen auch wenig. Wenn man die Meinungen der Bild selbst vertritt und verbreitet, steht man innerhalb kurzer Zeit als Spinner und Lügner da. Der Klatsch und Tratsch der letzten Seite interessiert mich so wenig, dass ihn einfach überlese.
Da warte ich lieber einen Tag und lese es klar und korrekt in der Lokalzeitung steht, bevor ich mir eine abschließende Meinung bilde.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
sexygirl001

sexygirl001

12.11.2000 21:16

ich bin auch deiner Meinung, wirklich guter Anzünder *g*

SPACESTAR

SPACESTAR

12.11.2000 21:16

ch stmme deiner ttal langen Meinung zu ! - Schau dir doch mal meine Meinungen an, sicherlich ist auch für dich was dabei ;-)

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