Bild bildet? Bild verblödet!
25.12.2002
Pro:
- - -
Kontra:
Volksverdummungsgazette schlimmster Güte
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Informationsgehalt
Layout:
Berichterstattung Politik:
Berichterstattung Wirtschaft:
Berichterstattung Feuilleton:
Berichterstattung Zeitgeschehen:
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 autoklinik
Über sich:
Ich hab einfach zu wenig Zeit...Aber nun ist er da: Nach einem Jahr Pause mein erster Bericht 2012 u...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 71 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Die BILD-Zeitung hat, so erstaunlich das ist, täglich Millionen von 'Lesern'. Ich zähle wahrscheinlich auch dazu, denn wenn ich beispielsweise nach dem Tanken an der Kasse stehe, springt mich aus der auf der Theke ausgelegten BILD zwangsweise die meterhohe Tagesschlagzeile an. Man kann sich quasi gar nicht dagegen wehren und wenn ich dem armen Menschen, der den Dienst an der Kasse versieht am liebsten dieses Blatt um die Ohren hauen würde, dann tu ichs doch nicht, er kann ja auch nichts dafür. Meines Erachtens ist diese Zeitung höchstens dazu geeignet Kompost oder alten Fisch einzuwickeln. Nur dafür sind auch 0,45 Euro entschieden zu teuer. Doch kommen wir zur Einzelkritik: DER REDAKTIONELLE INHALT Alles was in der BILD steht dient nur einem Zweck. Nicht etwa den geneigten Leser zu informieren sondern die Auflage zu puschen. Dabei hat die Redaktion in der Vergangenheit nie davor zurückgeschreckt bewusst falsch zu berichten, die Persönlichkeitsrechte zu missachten oder hochtendentiöse Meinungsmache zu verbreiten. Bei der Wahl der überdimensionierten Schlagzeilen (ja sind denn alle BILD-Leser kurzsichtig?) wird voll und ganz auf die Sensationsgeilheit ihrer Klientel gesetzt. Sprachliche Missgeburten und missverständliche Ausdrucksweise wird dabei billigend in Kauf genommen. Manchmal mag ja auch etwas wahr sein, nur ist dann der Nachrichtenwert oft genug fragwürdig.Bisweilen mischt sich BILD (leider!) auch ein. Dann kann es zu Kampagnen kommen, die letztlich den Charakter des Rufmordes nicht verleugnen können. Ich denke da, um nur ein Beispiel zu nennen, an die Kampagne gegen Willi Brandt 1974, die letztlich mit zu dessen Rücktritt geführt hat. Und hier fängt es eben auch an gefährlich zu werden: Ein millionenfach gelesenes Blatt, dessen Redaktion sich darüber im Klaren sei müsste, dass ihr Stuss an den Stammtischen dieser Republik diskutiert wird, darf sich derartige Entgleisungen doch gar nicht erlauben. Auch empfinde ich die Relevanz die BILD den Themen teilweise zuerkennt schwer nachvollziehbar. Hier wird es als wichtiger empfunden, dass Harald Juhnke mal wieder zu tief ins Glas geschaut hat, als dass gerade die Hauptstadt Tschetscheniens in Schutt und Asche gelegt wurde.Ja, ja, Bild weiß was seine Leser interessiert... DAS LAYOUTÜber die riesigen Überschriften der BILD will ich mich hier gar nicht mehr verbreitern. Interessanter finde ich, wie zum Beispiel durch die Einbeziehung von Fotos leichtgeschürzter Frauen Interesse geweckt werden soll. Ich nehme mal an bei Männern. Und da BILD nichts dem Zufall überlässt, kann getrost angenommen werden, dass die Wirkung auf die Auflage abgeklopft wurde. So finden sich dann immer wieder entsprechende optische Auflockerungen, garniert mit dämlichen Texten, die jeder aufgeklärte Zeitgenosse als Schlag ins Hirn empfinden muss. Ein weiteres Layoutkennzeichen wird von BILD auf die Spitze getrieben (andere machen es - weit weniger heftig - auch): Nach der Überschrift (nennen wir sie mal so) folgen zwei Sätze in BILDdeutsch und dann kommt: 'weiter auf Seite 4'. Die einzelnen Artikel werden auf dem Titelblatt nur kurz angetextet und dann irgendwo fortgesetzt. Ich frage mich, wer so Zeitung lesen will. Oder geht die Redaktion davon aus, dass der typische BILD-Leser ohnehin nur die Überschriften liest? SONDERTHEMA: BILD HILFT Ein Aspekt, der mich an der BILD besonders ärgert, ist die gönnerhafte Art, wie sie sich immer wieder als Retter, Mahner, Aufdecker und Enthüller geriert. Hier werden ohne Rücksicht auf Verluste Politiker, Fußballspieler oder auch Sozialhilfeempfänger und Vergewaltigungsopfer in die Öffentlichkeit gezerrt und blosgestellt. Und es soll mir keiner erzählen, das sei alles nur aus dem Wunsche geboren zu helfen oder Mißstände anzuprangern. Hier geht es nur und ausschließlich um die Auflage! FAZIT: Ich bin nicht der Meinung, dass ein Medium, sei es nun das Fernsehen, das Radio oder eben die Printmedien immer das bringen müssen, was das Volk verlangt. Wer mit wem fremd geht ist auch bei bekannten Leuten Privatsache und BILD gehört zu den Blättern, die das Wort Privatsphäre aus ihrem (ohnehin dürftigen) Vokabular gestrichen haben. Und gerade weil die BILD ein vielgelesenes Blatt ist trägt sie auch eine entsprechende Verantwortung, der sie aber nicht im mindesten gerecht wird.Übrigens: Wer nachlesen will wie das System BILD-Zeitung funktioniert dem lege ich Heinrich Böll oder Günther Wallraff ans Herz.
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11.09.2009 14:57
Da kann ich Dir nur beipflichten, in meinem Bericht schneiden sie auch nicht besser ab. :-)
02.02.2009 01:37
Schönes Plädoyer. Kann dir auch Bildblog.de noch ans Herz legen. Schlägt in die selbe Kerbe.
30.12.2008 07:07
Eindeutig: Bild verblödet! Gruß.