Bilitis

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Mit "Bilitis" setzte Mitte der siebziger Jahre eine Welle von Filmen ein, die sich durch Weichzeichneroptik, verträumte Pastelltöne und minderjährige Darstellerinnen auszeichnete, die das "Geheimnis der Erotik" erkunden durften. "Bilitis" war noch der originellste unter ihnen. Er beruht auf ... Bericht lesen





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Poetische Erotik der Nymphen
Erfahrungsbericht von mima17 über Bilitis
15.05.2003


Produktbewertung des Autors:   


Pro: poetisch, sinnlich, etwas unschuldig und/oder naiv, gutes Drehbuch
Kontra: erfordert die richtige Stimmung, sonst wird's schnell langweilig

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Mit "Bilitis" setzte Mitte der siebziger Jahre eine Welle von Filmen ein, die sich durch Weichzeichneroptik, verträumte Pastelltöne und minderjährige Darstellerinnen auszeichnete, die das "Geheimnis der Erotik" erkunden durften.

"Bilitis" war noch der originellste unter ihnen. Er beruht auf einem Roman des französischen Großerotikers Pierre Louys, der noch zahlreiche andere Erotica schrieb, u.a. auch die Vorlage zu "Dieses obskure Objekt der Begierde". Auch der Soundtrack von Francis Lai ist hörenswert - Beispiele finden sich bei Amazon.de. (Lai lieferte auch die Musik zu manchen "Emmanuelle"-Filmen.)

Filminfos
°°°°°°°°°°°

O-Titel: Bilitis (F, 1977)
FSK: ab 16
Länge: 95 Min. (im TV: 89)
Regisseur: David Hamilton
Drehbuch: Catherine Breillat (!)
Musik: Francis Lai

Darsteller:
Patti d'Arbanville: Bilitis
Mona Kristensen: Melissa
Bernard Girardeau: Lucas
Gilles Kohler: Pierre
Mathieu Carrière u.a.

Handlung
°°°°°°°°°°°°°°

Die 17-jährige Schülerin Bilitis verliebt sich kurz vor den Sommerferien in den Fotografen Lucas, findet jedoch nicht den Mut, sich ihm körperlich hinzugeben. Während des Urlaubs im Haus ihrer verheirateten Bekannten Melissa wird sie Zeugin, wie Melissa von deren Mann Pierre gegen ihren Willen genommen wird.

Bilitis und Melissa kommen einander näher, doch die lesbische Begegnung, die sich zwischen ihnen ergibt, wird von Melissa nicht fortgeführt. Bilitis gewinnt einiges an Selbsterkenntnis, und als Lucas auftaucht, erkennt sie, dass er der Mann ist, den Melissa (!) braucht. Ohne in mehr als eine flüchtige erotische Beziehung verwickelt worden zu sein, kehrt sie ins Internat zurück.

Mein Eindruck: der Film
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"Bilitis" ist die Mutter aller Weichzeichner-Softsex-Filme über Kindfrauen. David Hamilton hatte eine Stilrichtung erfunden und schlachtete sie mit zahlreichen ähnlichen Filmen wie "Zärtlichen Cousinen" weidlich aus. Von diesen Eigenplagiaten, die von weichgezeichneten Pastelltönen leben, hebt sich "Bilitis" noch wohltuend durch die Darstellungskunst der Hauptfigur und das einfühlsame Drehbuch der später bekannter gewordenen Romanautorin Catherine Breillat ab.

Ebenso wie zwei Jahre später der Minderjährigen-Report "Pretty Baby" von Landsmann Louis Malle beschäftigte sich auch "Bilitis" intensiv mit Kindfrauen, die noch nicht volljährig sind, aber zum Glück bereits genügend erotische Träume und Wünsche haben, dass es für einen Film reicht. Bei der Erkundung ihrer Sexualität sind sie keineswegs auf das andere Geschlecht beschränkt, sondern lieben sich auch wie einst Sappho auf Lesbos. Anders als in den Kopien erkunden sie hier noch das "Mysterium der Erotik und Liebe", für das Hamilton poetische Bilder findet. Dass ihr ansehnlicher Körper noch nicht seine ganze Reife erreicht hat, macht die Nymphen besonders reizvoll. Nur: für wen? Hoffentlich nicht nur für Großväter, die sich nach einer zweiten Jugend sehnen.

Die Weichzeichner-Optik hat Hamilton natürlich ganz bewusst zu seinem Stilprinzip und Markenzeichen erhoben. Die Hauptfigur Bilitis und ihre Umgebung leben in einem entrückten Traumland, wo Wünsche (meistens) wahr werden. Damit kommen sie den Sehnsüchten der Späthippies entgegen, die sich von Carlos Castaneda und anderen Trip-Gurus tiefere und vor allem andersartige Erkenntnisse erhoffen, als ihren Eltern zuteil geworden waren. Diese jungen Leute lauschten nicht nur verstiegenen Lyrics von Bands wie Genesis und Yes, sondern auch den Balladen eines gewissen britischen Folksängers, der sich den Künstlernamen Cat Stevens (bürgerlich: Steven Demetri Georgiou, Jahrgang 1948) zugelegt hatte. Der komponierte seine vielleicht bekannteste Ballade "Lady d'Arbanville" auf die Hauptdarstellerin von "Bilitis", Patti d'Arbanville. (Das Stück ist zu finden auf dem Album "Mona Bone Jakon".)

Die erotischen "Schauwerte"
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Die beste Szene kommt, wie es sich gehört, gleich in den ersten Minuten des Films. Danach hofft man(n), sie käme wieder - leider vergeblich, also heißt es aufpassen! Eine Gruppe Schulmädchen wirft ihre blauen Sommerkleider, weißen Unterhöschen und gelben Strohhüte von sich, um im nahen See zu baden. Offenbar herrscht eine Schweinehitze. Bilitis behält bedauerlicherweise dennoch ihre Kleider an, während sich andere Mädchen gegenseitig vollplanschen und ihre sich hübsch entwickelnde Anatomie vergleichen.

Später erhalten wir Gelegenheit, auch Mademoiselle D'Arbanvilles Oberweite abzuschätzen, und erhaschen sogar einen Blick auf den Rest ihres wohlgeratenen Körpers, als sie einen Badeanzug langsam abstreift. Mona Kristensen ist augenscheinlich ebenfalls wohlgeraten, ein wenig älter, sicher, aber nicht zu alt. Madame Kristensen entblößt nicht mehr als ihren Busen, aber diesbezüglich gibt es weiß Gott nichts zu klagen.

Der Film endet damit, dass das arme Mädel, nachdem es Lucas an die von ihrem Gatten vergewaltigte und betrogene Melissa abgetreten hat, allein auf seinem Bett sitzt und sich erinnert. Diese Erinnerungen finden sich im Abspann wieder: die genannten Höhepunkte des Films sowie einige noch nicht gezeigte Bade- und Schlafsaalszenen.

In letzteren teilt sich Bilitis das Bett mit einer Mitschülerin - hat das High-Society-Internat etwa nicht genügend Betten? Das Bett ist zudem derart schmal, dass sich beide ihrer Kleidung entledigen müssen, um überhaupt hineinzupassen. Wahrscheinlich ist auch die Heizung ausgefallen, denn beide schmiegen sich eng aneinander, um sich Wärme zu spenden. Skandalöse Zustände, kein Zweifel!

Unterm Strich
°°°°°°°°°°°°°°°°

Ein sanfter Erotikfilm, den sich man sich vielleicht ein- oder zweimal ansieht, den man aber, nach erfolgter eigener Weiterentwicklung, schnell wieder vergisst.

Michael Matzer © 2010ffVHS-Video:
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren

Infos zu diesem Titel
  1. Sprache: Deutsch
  2. Laufzeit: 91 Minuten
  3. ASIN: B00004RN7B

VHS-Preise bei Amazon: zwischen 30 und 40 Euro! Skandalös!

Weiterführende Links:

http://us.imdb.com/Name?Hamilton,+David+(I)
(7 Filme!)
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